SEDAN by Seilsteiger

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Hallo,
ich habe die Idee vom April 2017 wieder aufgegriffen, den Dämpfer mit einer Art "Schnur-Federung" zu ersetzen.
Bei einem ersten Versuch nach dem Workshop entstand folgende Konstruktion:

Um eine Federwirkung zu erzielen habe ich die dehnungsfreie Dyneemaschnur an Zugfedern umgelenkt.
Fährt Super. Federt Super. - Aber die Federn? Wäre doch viel schöner ohne die Dinger.
Dann die nächste Idee: Eine Leine mit grosser Arbeitsdehnung nehmen, dann braucht es keine Zugfedern mehr.
Wo gibt es so eine Leine?
Ganz klar! In meiner Schnurkiste. (Von einem alten Rettungsfallschirm)

Das Ergebnis:


25% Arbeitsdehnung der Leine machen die Zugfedern wirklich überflüssig!
Bei den Testfahrten (bis jetzt ca. 250km) habe ich folgende Eindrücke gewonnen.
1. Die Federung ist gleichwertig zum Dämpfer.
2. Das Rad läuft schöner geradeaus.
3. Ich kann einen schnelleren Gang fahren.
Letzteres überrascht mich sehr. Liegt wahrscheinlich an der geringeren Biegebelastung der Rohre.

Gruss Johannes
 

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Moin Johannes!

Das ist echt spannend, was Du da wieder probiert hast.
Ich finde diesen minimalistischen (und nebenbei noch leichten!) Ansatz sehr gut und einen Gegepol zu all diesen technik-überfrachteten Entwicklungen in dem Segment.

Zwei Punkte machen mir allerdings noch Sorgen:
1. Was ist in unbelastetem Zustand bzw. bei heftigem Gelände - kann das Seil nicht durchhängen und sich irgendwo verfangen?
2. Du schreibst "Arbeitsdehnung" - ich kenne das normalerweise als "Bruchlastdehnung". Bei Tests wird das Material so lange belastet bis es reisst - und die Prozentzahl der Streckung ist dann die "Bruchlastdehnung". Bei Superfasern eher im einstelligen Bereich - bei Polyester irgendwo um die 15% wenn ich mich recht erinnere - bei Deiner Schnur scheinbar noch weicher.
Ich weiss nicht, in welchem Bereich Deine Schnur arbeitet - aber wenn sie an die Dehnungsgrenze käme (bei einem heftigen Schlagloch oder anderer hoher Belastung) könnte sie reissen. Es gibt keinen sicheren "Anschlag" wie bei Teleskop- oder Elastomer-Dämpfern.
Vielleicht kann man eine zweite, belastbare "Sicherheitsschnur" lose damit verdrillen/verpflechten oder sogar als Hülle darum machen, so dass diese im Arbeitsbereich noch nicht greift, aber am Ende der Streckgrenze dann die Last aufnimmt?

Vielleicht hat die Schnur aber auch schon solch eine Eigenschaft mit eingebaut, wenn sie von einem Fallschirm stammt...

Mit dieser Schnur-Lösung müsste das Rad ja nebenbei auch schon wieder ein Stück Richtung Faltrad gehen und nach Ausbau des Hinterrades und angeklappter Schwinge deutlich kompakter sein.
Zusätzlich dürfte die Schnur hinten mit einer Schnellverstellung auch praktisch für Experimente mit der Geometrie sein.
Kurze Schnur und steile Schwinge für etwas aufrechteres Fahren (so weit es die Höhe des Tretlagers zulässt) oder lange Schnur für flacher.

Ich bin gespannt auf Deine weiteren Innovationen und leider selbst noch nicht viel weiter.

Habe FreeCad gefunden und mich mühsam eingearbeitet und mittlerweile schon eine Basis-Geometrie mit Variablen Eckdaten (über Spreadsheet) - aber das komplexe Konzept von FreeCad macht mich fertig. Da jetzt noch Streben reinzubekommen, hat mich schon viele erfolglose Stunden gekostet...
Vielleicht doch Prototyping in Holz oder einfach drauf los braten?

Gruß, Christian
 
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Hallo Christian,

zu 1. : Das Seil Hängt nie durch. (Außer, wenn mich das Hinterrad überholen will ...)
Interessant wird´s wenn ich ins Hinterrad einen Motor einbaue.
Der muss sich dann zwingend abschalten, wenn das Seil entlastet.

zu 2.: Arbeitsdehnung
ist die Dehnung des Seiles bei 30% der linearen Bruchlast. (Quelle: Liros)
Die Leine ist ebenfalls von Liros: 4,5 x 1.4 mit 240 daN, pro Seite 2 Stk = 960 daN Bruchlast. Da reist so schnell nix.
Es gibt noch eine stärkere mit 480 daN Bruchlast.
https://www.liros.com/produkte/produktfinder/details/detail/liros-rettungsleinen-polyamid-1.html

Beide Leinen sind ohne Kern. In die dickere könnte man leicht dünne Dämpfungselemente einführen. Dann erhöht sich die Arbeitsdehnung. Die Stärke der Progression ist dann von der Beschaffenheit dieser "Seele", etwa Moosgummi oder Vollgummi, abhängig.

Zusätzlich dürfte die Schnur hinten mit einer Schnellverstellung auch praktisch für Experimente mit der Geometrie sein.
Bin ich auch schon am überlegen ... Die Geometrie könnte man dann während der Fahrt (siehe Nemberg) verstellen. Vielleicht auch über einen Flaschenzug wie beim Drachenfliegen die VG. (Variable Geometrie)


Mit FreeCad arbeite ich auch. Ist sehr komplex. Einfache Konstruktionen geh´n aber ganz gut.

Grüsse
 
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Ein gefällt reicht nicht! Ich bau sie auch ein!
Seil in Kombination mit Auspuffhalter-O-Ring als Feder/Dämpfer sollte auch wirken, oder?
Gruß Krischan
 
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Seil in Kombination mit Auspuffhalter-O-Ring als Feder/Dämpfer sollte auch wirken, oder?
Was passiert, wenn das Gummi-Element reisst?

960 daN Bruchlast. Da reist so schnell nix.
Knoten oder andere Befestigungen kosten gleich mal mehr als 50%, durchaus auch bis 75% der Festigkeit.
Das reicht dann in Deinem Fall wahrscheinlich immer noch 'ne Weile?
Die Alterung der Schnur kommt dann aber auch noch dazu.
Aus meiner Sicht wieder eine interessante Konstruktion, aber mit ein paar eingebauten Tücken/Besonderheiten...
Ich würde mich wahrscheinlich mit einer zusätzlichen Absicherung wohler fühlen.
 
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Das müsste ich sehen. Wie werden die Teile miteinander vebunden? Und wieder ein schweres Gummiteil verbauen?
Ich bestelle heute von der stärkeren Leine (7,3 x 1,8 Bruchlast 480 daN) eine Restmenge. Davon kann ich Dir was schicken.
Grüsse Johannes
 
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Prima Angebot, sehr gerne, Johannes.
@einrad und @ChristianW: Wenn das Gummi reißt, tja dann: Alimente...
Gestern fand hier eine Windradwartung statt, Gondel am Seil rauf zum Generatorhaus. Wenn das Seil reißt?
Köhlbrandbrücke. Wenn das Seil reißt?
Sicherungsschlaufe ist sicher kein Nachteil, aber Leben bleibt lebensgefährllich und endet immer tödlich. So what?
Gruß Krischan
 
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Hallo Krischan,
die Dämper-Schnur ist da. Ich kann Dir was zuschicken. Von der grauen Dyneema Schnur, ohne Dämpfung, hab ich keine Restmenge. Kaufe ich im Shop für Segeljollen. Da wäre auch ein Stahlseil gut, das hat gar keine Dehnung. Dyneema hat noch 1-1,5%.
Was bricht an der Gabel? Gibts ein Foto, von deiner Grille?
Grüsse
 
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"Grille" ist fertig.
Seht selbst:

13,9 kg ohne Lampen (100g) und Gepäckträgerfarbe.

Anhang anzeigen 152772

Gepäckträger à la @Nemberch

Anhang anzeigen 152774
Sowohl der Rahmen, als auch die Gabel sind am Federgummi einander zugebogen, weil ich den Gepäckträger durch einen Novosportheckkoffer von @Michael 2.0 ersetzt und am Sitz verschraubt überladen hatte.
Deine Idee löst mein Problem :)
Ich schick Dir meine Adresse, falls Dein Segelladen nicht zu weit weg ist und Du da gaanz zufällig dran vorbeikommst, nähm ich auch 2 Meter frisch gekaufte Dyneema- Reepschnur ;)
Gruß Krischan
 
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Hallo Zusammen,
da es im Allgäu richtig dick schneit, musste mein Liegerad begeisterter Besuch Trockenübungen machen.
Habe dazu kurzerhand ein Flevo-Racer zum Fahrschul-Sedan umgebaut.

Richtig gezählt. Ein Fünfrad!
Die 6" Hinterräder sind luftbereift. (Meine Skikes hatten Pech)
Grundlage ist die Idee eines nur hüftbreiten Dreirades.
Damit sollte es, auch ohne fremde Hillfe, leicht möglich sein das Gleichgewicht im Stand zu halten.
Nach einer kurzen Tret-Trockenübung ohne Kette war das Wohnzimmer dann auch schon zu klein ... ;););)
Wenn man draussen rumfährt bekommen Liegeräder zur Zeit ein völlig neues, für Fahrschüler ungeeignetes, Design.

LG Johannes
 

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Hallo,
wollte mal nachfragen, ob jemand am 23.3 in Treuchtlingen das 200er Brevet mitfährt. Habe mich gerade angemeldet.
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Die Schnur Federung am Hinterrad arbeitet dauerhaft hervorragend.
M.E. hat die Elastizität über den Winter nicht nachgelassen.

Das hat mich inspiriert auch das Vorderrad über die gleiche Weise zu "federn".
:ROFLMAO:Ab jetzt wird nicht mehr gedämpft oder gefedert ------- Es wird nur noch geschnürt :ROFLMAO:
Habe einen komplett neuen Rahmen in Auftrag gegeben, der vielleicht bis zu SPEZI fertig ist.

Der Vordere Teil ist komplett überarbeitet und wesentlich stabiler. Das Material ist auch dicker.
Verwindungen, die durch Torsionskräfte beim treten entstehen müssen zwingend minimiert werden, auch wenns dadurch schwerer wird.
(Die Kraft muss auf die Strasse, darf keinesfalls den Rahmen verdrehen)

Ausserdem verspreche ich mir noch bessere Fahreigenschaften, da das Vorderrad näher an der Drehachse ist.
Mehr Gewicht darauf erhöht den SelfCenterEffect und die Traktion.

Der Abstand Tretlager-Lenkachse wird grösser, d.h. der Lenkhebel wird grösser, d.h. die Beine brauchen weniger Kraft beim lenken. Bei grossen Laufrädern hat das m.E. eine negative Auswirkung beim Kurvenhandling. Das "um die Kurve rumdrücken" wird weniger. Es wird eher gelenkt. Hat sich darüber schon mal jemand Gedanken gemacht?

Leider ist meinem Sedan wieder ein Kargarm(n) gewachsen. Er ist notwendig um das Tretlager beim Einfedern mit abzusenken.


Liebe Grüsse und Viel Spass beim grübeln ...
 

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wenn das zur Spezi klappt, wär das richtig klasse! Hut ab!
Hast Du im anderen Faden gelesen, dass Deine Federung "ins Loch fällt"?
Ich check das noch nicht ganz, aber ich bin dran... ;)
Gruß Krischan
 
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Damit ist gemeint, dass die Schwinge nach unten fällt, wenn man das Heck anhebt. Na und? Prototyp! Ob das problematisch ist? Bis jetzt nicht. Kann sein, dass die vordere Schwinge am
"fallen" gehindert werden muss. Beim starken Bremsen könnte sie zurückschnappen. Alles Spekulation. Die Praxis wirds zeigen.
Bisher hat sich meine "Taktik des Versuches" ohne Expertenrat bestens bewährt.

-Überhaupt: Liegerad, was soll das
-Vom Knicklenker wird abgeraten.
-Vorderradantrieb: Warum?
-Von kleinen Rädern wird abgeraten.
-Lenkungsdämpfer: ohne nicht fahrbar
-Beim Vorlauf kann man sich zu Tode diskutieren.
-Schnurfederung: Fällt ins Loch!
-Vollfederung: Gleichfalls.
-Mountainbike: nicht im Bereich des möglichen.
-Wo ist die Fahne?
U.s.w
Hab mich daran gewöhnt.
Fazit: Alles funzt super.
Take it easy (y)

Fährt noch jemand in Treuchtlingen mit?

LG Johannes
 
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Beim starken Bremsen könnte sie zurückschnappen.
Du kannst ja mal auf dem Kragarm eine Sicherungsleine gegen Zurückschnappen anbringen... (Jaaaa, eine Leine! :) )
und dann...
Notbremsungen bis zum Frontwheelie machen.

Dies wäre zumindest meine Art mit so einer Frage umzugehen, nachdem ich hier niemanden damit langweilen will ab welcher Höhe des Frontwheelies das relevant wird.

Weiter so!

Gruß, Harald
 
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