SEDAN by Seilsteiger

Ich denke mal, dass man sich entscheiden muss zwischen einer Bauweise, bei der der Gabelholm das auftretende Bremsmoment aufnehmen kann ohne bei einer Vollbremsung abzuknicken und einer elastischen Auslegung. Wobei...ich hab' keine Ahnung, ob es nicht vielleicht doch irgendwie geht...

LG Holger
 
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Das ist durch Auslegung in einem Bereich zwischen "Abknicken bei Vollbremsung" und "weichestmögliche Gabel zur Federung" möglich.

Die Federwirkung lässt natürlich nach gegenüber einer weicheren oder stärker vorgebogenen Gabel.
 
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Ich reime mir jetzt Folgendes zusammen:
Da befindet sich zwischen Radnabe und der Bremszange das Dämpfungselement: Federnder Stahl, der die volle Last trägt und zusätzlich das Bremsdrehmoment aushalten muß. Ausserdem ändert sich beim einfedern und auch beim bremsen der Abstand zwischen Radnabe und Bremszange.
Bei den früheren "Miele-Rädern" mit Stempelbremse mag das funzen, aber heutzutag halt nimmer. Vllt. wär ´ne Trommelbremse angebracht.
Ist aber eine UP-Diskussion und gehört nicht hierher.
...
Die Federung meines Sedans wird über Dämpfer realisiert, nicht über die GabelVorbiegung.
Die GV ist eine dynamische Größe, die sich ständig, bei den vielen verschiedenen Einstellungen ändert. Ähnlich wie der Vorlauf.
Ich wüsste nicht, wie und warum ich so einen Wert Aufmerksamkeit schenken sollte.
 
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ich habe die Idee vom April 2017 wieder aufgegriffen, den Dämpfer mit einer Art "Schnur-Federung" zu ersetzen.
Hallo Johannes,
ich bin dabei, ein MBB nach der Vorlage von Nemberch zu konstruieren (siehe Faden "Heischu-MBB-Ideen") und bin gerade beim Komplex Federung.
Meine Zielvorstellung ist, die Geometrieverstellung des Rahmens während des Fahrens über eine Talje (Flaschenzug) vornehmen zu können. Ich habe etwas gerechnet und bin darauf gekommen, dass ich bei meiner Konstruktion bei der Talje eine Untersetzung von 10 bis 12 brauche, um zu einer gut zu beherrschenden Seilzugkraft zu kommen.
Die weitere Idee war, wie bei Deiner Konstruktion die Talje mit einer dehnbaren Schnur auch zur Federung zu nutzen. Nach meiner Rechnung aber ist diese Federung mit einer Dynema-Schnur mit 240 daN Bruchlast und 30% Dehnung relativ hart, bringt etwa so viel wie die Reifenfederung: Berechne ich die Differenz der Taljendehnung zwischen völliger Entlastung des Rades und Belastung mit einem Gesamtgewicht von 130 daN, komme ich zu einer Verlängerung am Flaschenzug zwischen 4 und 9 mm. Am Hinterrad dürfte die Veränderung bei etwa verdoppelten Werten liegen. Es sieht für mich derzeit so aus, als ob man meine Konstruktion entweder für die Bedienung während der Fahrt oder aber zur Federung optimieren kann, nicht aber für beides gleichzeitig.
Mich interessiert deshalb, welche Leine Du verwendet hast und wieviel Leinenlänge Du zwischen den Einspannungspunkten insgesamt hast. Die Hebelverhältnisse kann ich wohl grob nach Deinen veröffentlichten Fotos abschätzen. Für meine Konstruktion gehe ich davon aus, dass ich für die Federung ein gesondertes System brauche.
Danke und Gruß!
Heiner
 
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Diese Leine.
Liros---Art.Nr. 00099-1629-228.jpg
Sie ist ein Hohlseil, leicht zu Knoten und Spleißen.
Für eine genaue Beschreibung, wie ich die Leinenführung habe und warum fehlt mir gerade die Zeit.
Ist ein Mix aus Flaschenzugsystem (4-Fach) und Achsaufwicklung.
Es entstehen enorme Zugkräfte, besonders, wenn das Dreieck flach wird.

Auch die Knotung habe ich speziell:
Zuerst ein Auge spleißen.
Dann einen Sackstich ins Auge knoten.
Daraus einen doppelten Palstek kreieren. Ergibt zwei gleichwertige Schlaufen zum einhängen in zwei Ankerpunkte an einem Ende.
Dadurch wird die Bruchlast kaum minimiert.

Die Leine kann ich gerade bei Liros nicht finden.
Hab ´ne E-Mail geschrieben, ob sie noch lieferbar ist.

Grüße
 
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Man merkt deutlich, dass er aufgrund fehlender Erfahrung nicht weiß, worüber er schreibt. Das macht Kältegänsehaut. Dabei ist er doch ganz in der Nähe...
Gruß Krischan
Mögen Deine Billigfaltgelenke wenigstens so sicher halten, wie die bruchlastgeprüften Sicherungsleinen aus dem Seilkletterbedarf...
 
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Hey @seilsteiger ,
ich habe den Beitrag wieder gelöscht. Wenn er in die falsche Kehle kommt, bringt er nichts.
Humor kann bei verschiedenen Leuten halt unterschiedlich ausfallen...
Gruß, Harald

Hey Krischan,
kannst ja auch noch mal schauen, was Du da über mich rumspekulierst...
 
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Zu spät, aber sorry, Harald... Gruß Krischan
Fahr trotzdem mal Probe und das mit den Faltgelenken mein ich so. Mir ist schon ein Billichklapprad zerbrochen. Möge Dir das erspart bleiben!
 
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Hi Krischan,
ich bin mit einem von Seilsteigers Rädern mal gefahren.
Ich habe ein wenig Erfahrung mit hochfesten Schnüren, auf der Uni mal eine Arbeit dazu geschrieben (was mit Recherche verbunden war....) und mich mit Längenänderungen solcher Schnüre etwas intensiver beschäftigt.
Im Forum hier wünsche ich mir, dass jeder ein wenig drauf schaut, dass das eine gute Community ist und bleibt.
In diesem Sinn an Alle eine gute Nacht, Harald
 
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Hallo,

ich habe in letzter Zeit intensiv mit dem steilen Lenkwinkel experimentiert.
Bei den Fahrversuchen im Sommer letzten Jahres wurde der Radstand immer kürzer und der Sitz immer höher, je steiler das Pivot war.
Eine klare Aussage ist so nicht möglich. (Bild 1)
1.jpg
- Also - alles umbauen ....
Daraufhin habe ich ein 90° Pivot mit "normallangen" Radstand realisiert.
Siehe Beitrag #234 vom 7.10.20 (VR 406 / HR 451) Pivot ca. senkrecht.

Ergebnis: Weite Kurven sind gut zu fahren, enge sind schlichtweg nicht möglich.
Der SCE (SelfCenterEffekt) ist zu stark.
Aber:
Enge Kurven werden einfacher, wenn sich der Sitz weiter vorne über dem Gelenk befindet.
Damit habe ich nicht gerechnet.
- Also - wieder alles umbauen ....
Die Fotos hier zeigen nicht alle Versuche.
Überlegung:
Ein flacheres Pivot lässt das Vorderteil in die Kurve fallen und schwächt damit den SCE.
- Also - wieder alles umbauen ....
Zwei 406er oder 451er Räder habe ich nicht.
Dafür die 28 Zoll Rennlaufräder. (Bild2)
2.jpg
Es geht jetzt besser in engeren Kurven, aber mir noch nicht smart genug.
Ich komme jetzt ich nicht mehr mit den Händen auf den Boden. Fühlt sich unsicher an.
Das Pivot muß flacher werden.
Ohne Schnurfederung unmöglich. :unsure:
Geht doch!
Mit dem 451er Hinterrad. (Bild 3)
3.jpg
Ich komme immer noch nicht mit den Händen auf den Boden. Ist auch nicht mehr nötig.
Außerdem geht´s noch ein bischen flacher mit höherem Dämpfer (zwischen den Holzplatten).
Und mit neuer Cargo-Idee ..... (Bild 4)
4.jpg
Interessant:
Das Pivot hat jetzt den selben Winkel, wie im Dezember. (76°)
Der Sitz ist ca. 10cm(!) weiter vorne über dem Gelenk.

Achtung: Der Winkel am Pivot ändert sich. Bei Belastung wird er steiler. (2-5°)

Ciao
 

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Sehr spannend.
Du sagst enge Kurven waren schwierig - was ist denn auf der anderen Seite mit schneller Fahrt?
Ich habe bei Ändern meines Dämpfers und damit verbundener dezenter(!) Winkeländerung schon gemerkt, dass es teilweise ab 40-50 km/h bergab doch schon unruhiger werden kann.
 
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Demnächst sind wir dann bei Hecklenkung, dadurch wird der SelfCenterEffekt noch geringer und das Rad agiler. (SCR)

Was ich aus dem letzten Bericht nicht herauslesen kann: hat die neue Lenkgeometrie Vorteile gegenüber z.B. einer klassischen Python Lenkgeometrie? Oder geht es noch darum zu schauen was überhaupt alles möglich ist?
 
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@ChristianW
Schnelle Fahrt konnte ich nicht wirklich ausprobieren. Um mich an eine Geometrie zu gewöhnen reichen 2 mal 40 km Touren nicht aus. Im Allgäu war wirklich Winter mit glatten Straßen.
Grundsätzlich wird es bei meinen Rädern ab ca. 45kmh wackelig. Das liegt in den labilen, nicht Verwindungssteifen Konstruktionen.
Ausnahme ist das Cargo, das mit 15 kg Beladung auch bei 60 kmh noch spurtreu geradeaus läuft.

@smö
2. Ja,es geht darum was überhaupt möglich ist. Und Sinnvoll.
1. Ich habe herausgefunden, dass das Rad nicht mehr so extrem bösartig in die falsche Richtung steuert, wenn ich bei langsamen Kurven den Kontakt zu den Pedalen verliere.
Die Lenkung stellt sich zwar immer noch gerade, aber beherrschbar.
 
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Hallo,


Das Rundrohr mit dem schrägen Hinterrad (#294) hat leider nur 200km gehalten. Die Belastung am Gelenk war zu hoch.
Habe mich dann auf bewährtes besonnen.

Mit dem 20" Hinterrad habe ich das Heck deutlich verkürzt.
Das Pivot liegt jetzt ziemlich genau mittig(!) zwischen den Radachsen.
Sedan Race 14.4.2021.jpg
Du sagst enge Kurven waren schwierig - was ist denn auf der anderen Seite mit schneller Fahrt?
Enge Kurven gehen jetzt gut. Das habe ich erwartet. Der Radstand ist ja kürzer geworden.
Verblüffend ist, daß auch bei schneller fahrt das Rad sehr ruhig läuft.

Als "Bonus" könnte ich noch Stützräder an das Schwingenende montieren. Dann hab ich noch ein "Fahrschulbike" ...

LG
 
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Moin Johannes,
hast Du das Drahtseil hinten als Anschlag oder als Sicherung verbaut?
Jetzt passt hinten 28", ich könnt es glatt nachbauen :)
sehr schön, viele Grüße, Krischan
 
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