Schrauben im Alurahmen: A2, A4, verzinkt oder Alu?

Wow, viele Meinungen und teils korrekt, teils Halbwissen dabei, oft auch im selben Post.
Dann füge ich noch die drölfte Einschätzung dazu:
  • Der Grund warum der Hersteller die Schraubenfestigkeitsklasse 10.9 und nicht 8.8 oder niedriger verwendet ist weil verzinkte Senkkopfschrauben praktisch nur in 10.9 zu bekommen sind.
  • Die Festigkeit braucht es aber nicht, wenn das verschraubte Grundmaterial Holz ist. Ich behaupte mal kühn jede Schraube aus irgendeinem Metall ist ok, sofern das Material ermüdungsbeständig und hinreichend korrosionsbeständig ist. Also Aluminium besser nicht. Der Rest sollte ok sein.
  • Der Grund dass bei Senkkopfschrauben der Innensechskant "vergnadelt" ist die für den Gewindedurchmesser um eine Nummer zu kleine Schlüsselweite. Also wenn Senkkopf oder Linsenkopf, dann zwingend immer Innensechsrund (vulgo Torx).
  • Wenn dich die rostige Anmutung stört dann nimm Edelstahlschrauben. Handelsüblich sind A2-70 und A4-80. Gehen tun beide, erstere ist leichter zu bekommen und billiger.
  • Alu ist allergisch auf andere Metalle. Da die anderen edler sind leidet das Alu. Man sollte also versuchen Elektrolyt (Wasser, Schweiss, Salz) fernzuhalten. Normal würde ich Gewinde Fetten empfehlen. Aber du ziehst die Schraube gegen Holz fest, was kriecht und schwindet, also musst du sie gegen losdrehen sichern. Da bleibt nur Loctite oder äquivalent (was ja auch gegen Korrosion schützen soll).
 
Aber du ziehst die Schraube gegen Holz fest, was kriecht und schwindet, also musst du sie gegen losdrehen sichern. Da bleibt nur Loctite oder äquivalent (was ja auch gegen Korrosion schützen soll).

Das mit dem Lockern ist ein wichtiger Punkt. Lockern kommt meist von einer miesen Konstruktion. Besser wär das Holz nur als Zwischenlage und zu nehmen und unter den Schraubenköpfen eine Aluminiumplatte mit Bohrungen zu legen.

Das Problem beim Einkleben ist, die Schraube hat keine Vorspannung mehr, funktioniert also nicht mehr als Schraube, sondern als Bolzen. (Loctite wird total überschätzt, geht auch mit Sekundenkleber). Lockern kann bei Mehrschraubenverbindungen zu Versagen von einzelnen Schrauben führen, was dann zu einem gesamten Versagen des Bauteils führen kann.

Wenn man Schrauben einkleben muss, damit die Konstruktion funktioniert, hat man etwas falsch gemacht. Gilt analog für die ganzen Sicherungsscheiben von Nordlock oder äquivalent.
 
Mit Leinölfirmis hättest Du am Gewinde Schraubensicherung und Korrosionschutz in einem: verzinkte Schrauben und Firnis auf's Gewinde. Ist es eine gute Idee zu guter Letzt, also nach dem Festziehen noch Schraube und Mutter mit der Firnis zu bepinseln oder bekommt man das dann später nicht mehr auf (weil die Fläche, die "sichert" zu gross ist)? Falls das so ist, besser mit Lack betupfen, wie's weiter oben schon vorgeschlagen wurde.
Leinölfirnis gibt's auch in einer weniger stinkenden Form:
 
Erstmal Danke für die vielen guten Infos.

Das mit dem Lockern ist ein wichtiger Punkt. Lockern kommt meist von einer miesen Konstruktion. Besser wär das Holz nur als Zwischenlage und zu nehmen und unter den Schraubenköpfen eine Aluminiumplatte mit Bohrungen zu legen.

Ich kann später nochmal Bilder machen. Wenn ich Dich richtig verstehe ist, ist die Konstruktion genau so gemacht, wie Du es empfiehlst. Unter dem Holztrittbrett ist vorne und hinten noch eine Platte, damit die Schrauben nicht direkt ins Holz greifen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Schrauben lose war oder irgendwas gewackelt hätte. Sie waren aber auch nicht bombig fest und relativ leicht zu lösen.Trotzdem arbeitet das Holz sicherlich ein wenig. Hin und wieder nachziehen sollte es aber tun.

Mit Leinölfirmis hättest Du am Gewinde Schraubensicherung und Korrosionschutz in einem: verzinkte Schrauben und Firnis auf's Gewinde.
Für Holz find ich Leinöl super und hatte auch schon überlegt die abgeschubberten Stellen damit auszubessern. Aber das braucht auch schon eine längere Trockenzeit, sonst klebt der Dreck von der Straße fest. Für Gewinde ist mir das zu pampig. Gerne für Verschraubungen mit Mutter oder Speichen(nippel), die man später einfach austauschen kann. Von den Gewinden des Rahmens würde ich es aber fernhalten, vor allem weil ich mit Leinölfirnis auf Schraube überhaupt noch keine Erfahrung habe.

Leinölfirnis gibt's auch in einer weniger stinkenden Form
Ich nehme gerne den ganz einfache Leinölfirnis für wenig Geld aus dem Baumarkt. Funktioniert eigentlich prima ohne Lösungsmittel.

Der Grund warum der Hersteller die Schraubenfestigkeitsklasse 10.9 und nicht 8.8 oder niedriger verwendet ist weil verzinkte Senkkopfschrauben praktisch nur in 10.9 zu bekommen sind.
Gestern mal in Baumärkten geschaut. Bei Obi gibt es die Schrauben in undefinierter Festigkeit. Steht weder was auf der Packung noch auf den Schrauben. Der "Sonderpreis"baumarkt hatte sie in 8.8 für 9 cent das Stück.

Also wenn Senkkopf oder Linsenkopf, dann zwingend immer Innensechsrund (vulgo Torx).
Torx würde ich auch bevorzugen, bekomme ich leider nicht im Laden vor Ort. Muss ich nochmal schauen, ob ich was günstiges online finde, ich brauch halt keine 100 oder 500 Schrauben. (Im Laden bezahle ich für 16 ISK 1,50€)
 
Für Gewinde ist mir das zu pampig. Gerne für Verschraubungen mit Mutter oder Speichen(nippel), die man später einfach austauschen kann. Von den Gewinden des Rahmens würde ich es aber fernhalten, vor allem weil ich mit Leinölfirnis auf Schraube überhaupt noch keine Erfahrung habe.

Ich nehme gerne den ganz einfache Leinölfirnis für wenig Geld aus dem Baumarkt. Funktioniert eigentlich prima ohne Lösungsmittel.
Baumarkt: kann ich nicht beurteilen, Schraubensicherungswirkung etc. hat mir so der Knuchel Lackchemiker (der keine Labertasche ist) genannt. Finde ich halt auch wg. der Festigkeit verzinkter Schrauben mit der entsprechenden Klasse interessant.
Falls Du A4 bevorzugst: mit
habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, die Preise sind auch ok.
 
welche Schrauben hast Du jetzt mit welchem Korrosions-Schutz verwendet? Hat sich das bewährt bzw. was würdest du mit Deiner zweijährigen Erfahrung jetzt anders machen? Wegen der Befestigung Holzstäbchensitz am Alurahmen interessiert mich das.
 
Ohje, ist das schon wieder so lange her? Der Roller stand lange ungenutzt rum. Zwischendurch hab ich mich bei der Schraubenlänge vertan (Senkkopf mist man inkl Kopf). Dann kam die Überlegung, ob ich das Brett nicht tiefer lege und dafür noch längere Schrauben brauche. Dann hat der Perfektionismus eingesetzt und ich musste doch noch erfolglos nach Torx Schrauben suchen ...

Lustigerweise hab ich es gestern erst geschafft die letzte Schraube zu entfernen, bei der ich abgerutscht bin und der Innensechskant nicht mehr griff. Ein billiger Linksausdreher musste auch dran glauben und die Schraube steckte immer noch. Bis mir dann die Idee kam, dass ich, bei nur noch einer Schraube, auch Trittbrett gegen Hinterbau verdrehen und die Schraube losdrehen kann. Es stellte sich raus, dass sie nicht im Gewinde festgegammelt war, sondern zu fest im Holz des Trittbretts klemmte. Nachdem man dann den Aluhinterbau von unten betrachten konnte (wo das Trittbrett flach aufliegt), fiel uns auf, dass die Gewinde scheinbar nicht in direkt in die Aluplatte geschnitten wurden. Mal ein Magnet dran gehalten und Überraschung: es haftet. Da wurden wohl Buchsen für das Gewinde eingesetzt (der Rest des Rahmens ist definitiv Alu). Am Vorderteil, den ich schon mal abmontiert hatte, sind diese Buchsen nicht zu erkennen, aber auch dort sind Gewindeeinsätze auch Stahl. Also ist meine ganze Sorge umsonst gewesen und ich kann leider keine relevanten Erfahrungen teilen.

Aber Fazit von diesem Thread bleibt das gleiche: Nimm 8,8er Schrauben und Montagepaste oder Fett.
 
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