Scheibenbremsgeber mit 90°-Abgang?

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Hallo,

am Flevo sind hydraulische Scheibenbremsen. Tektro Draco 2, ein älteres Modell. Andere Bremsen/Geber hätten aber dasselbe Problem.

Von den Gebern (Bremsgriffen) führt die Leitung gerade weg, bezogen auf das Flevo nach schräg vorne. Die Leitung verläuft ungeschützt, was auch nicht gut zu ändern ist, siehe Bild. Man stößt immer wieder mal mit der Leitung irgendwo an, deshalb haben sich an den Gebern Knickstellen gebildet. Ich habe die besser sichtbare Knickstelle eingekringelt, aber auf der anderen Seite ist es ähnlich, nur nicht so weit fortgeschritten. Auf Dauer wird es Probleme geben.



flevo-bremsleitung.jpg


Ich bin am überlegen, was ich machen soll.

Die Lenkerform passt mir, wahrscheinlich würde sich ein anderer Lenker schlechter greifen lassen.

Es soll natürlich bei der Hydraulik bleiben.

Ideal wäre es, einen 90°-Abgang an den Gebern zu verbauen. Leider gibt es da nichts fertiges, selber was zusammensuchen dürfte schwierig werden.
Die Leitung wird mit einer Olive, einer Stützhülse und einer Überwurfmutter in den Griff geschraubt (M8x0,75). Ich habe da nichts mit 90°-Abgang gefunden, wo eine Fahrrad-Bremsleitung draufpasst. Es muß ja auch unter Druck dicht bleiben.

Aber ich habe mit hydraulischen Scheibenbrermsen noch nicht so lange zu tun, vielleicht übersehe ich was.

Tipps, Vorschläge Hinweise?
 
Bremshebel noch ein wenig reindrehen und Kabel am Vorderrahmen mit Kabelbinder befestigen reicht nicht?
Kommst Du mit dem Bein beim anhalten gegen das Kabel?

Magura hat Abgänge mit Winkel.

edit: Ich würde den Lenker nach oben drehen..
 
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Ich hatt mir auch schonmal Gedanken in die Richtung gemacht- sowas in Verbindung mit einer Hohlschraube
sollte doch das Problem lösen. :unsure:
Obs für deine Bremsgeber auch passt oder etwas Passendes gibt müsste man rausfinden.
 
Kommst Du mit dem Bein beim anhalten gegen das Kabel?

Vermutlich, ja. Vermutlich auch anderweitig.
Magura hat Abgänge mit Winkel.

M.W. nur für HS. Und die haben andere Gewinde am Geber, M6x1 wenn ich nicht irre.


Ich hatt mir auch schonmal Gedanken in die Richtung gemacht- sowas in Verbindung mit einer Hohlschraube
sollte doch das Problem lösen. :unsure:
Obs für deine Bremsgeber auch passt oder etwas Passendes gibt müsste man rausfinden.

"Passend" ist genau der Punkt.

Tatsächlich gibts Hohlschrauben mit M8x0,75. Nur...

Die Hohlschrauben sind dazu gedacht, mit einer Dichtung an der Stirnfläche der Bohrung abzudichten. Die Bremsen haben aber das System mit Olive und Stützhülse, die Stirnfläche ist gar nicht für eine Dichtung gemacht.

Der entsprechende Ringnippel müßte dann eine 8mm Öffnung haben. Gibts auch, aber: Wie kriege ich da die Bremsleitung dran?
 
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Ich war grade im Keller. Die Hohlschraube/Überwurfmutter hat einen Innendurchmesser von 5,2mm. Da ließe sich vorsichtig ein M6 Gewinde reinschneiden, um dort dann die M6 Hohlschraube für den Banjoanschluss mit Kupferdichtringen reinzuschrauben.
 
Die Magura-Winkelabgänge gibt es für deren Scheibenbremsen in 45 und 90 Grad. Beide sind außerdem noch drehbar und sollten so ziemlich alle Szenarien abdecken. Achtung, eine Verpackungseinheit enthält nur die Teile für einen Hebel, was man angesichts des Preises nicht erwarten würde.
 
die sind sowohl für HS (Felgenbremsen) und MT (Scheibenbremsen)
Ja, ist richtig. Habe ich selber an MT5. Bleibt halt die Frage, ob die Banjos/Schrauben an diese Bremsen da oben passen (ansonsten: einen Satz MT4 bekommt man wahrscheinlich für um die 100 € auf ebay, MT5 minimal drüber ... aber nicht jeder mag die Plastikpumpen).
 
Habe nachgesehen und die sind sowohl für HS (Felgenbremsen) und MT (Scheibenbremsen):

https://www.magura.com/en/EUR/bicyc..._for_lever_assembly_40°_or_90°/p/tube-adapter

Wie wird die Schraube, die in den Geber kommt (die ganz rechte), eigentlich dicht? Vermutlich kommt die kleine blaue Dichtung in die Rille am "Schraubenfuss" und dichtet gegen den Geberanschluß ab?
Der Schraubenfuss mit Dichtung ersetzt also die Stützhülse. Oder irre ich mich?
 
Wie wird die Schraube, die in den Geber kommt (die ganz rechte), eigentlich dicht? Vermutlich kommt die kleine blaue Dichtung in die Rille am "Schraubenfuss" und dichtet gegen den Geberanschluß ab?
Dicke hohle Schraube rechts auf mittlerer Höhe: Das grobe Gewinde greift direkt in den Plastikkörper des Gebers. Die kleine blaue Dichtung sitzt dabei in der Rille am Ende der dicken Hohlschraube und dichtet gegen den Geber ab. Diese dicke Schraube stellt dann das (metallene) Anschlussgewinde und für die kleine Hohlschraube, welche das Banjos hält, bereit (und die plane Auflagefläche für das Banjo).

Soweit müsste alles richtig sein, aber
Der Schraubenfuss mit Dichtung ersetzt also die Stützhülse. Oder irre ich mich?
Hä? Der Schlauchanschluss wird weiterhin/wieder ganz normal mit Stützhülse (zwei im Bild), Olive (nicht im Bild) und Überwurfschraube (links oben) gelöst. Die Überwurfschraube geht ins mutterige Rüsselende des Banjos.
 
Hallo,

ich bin hier immer noch nicht weiter, abgesehen davon, dass ich mich gegen das Umarbeiten von Magura-Teilen auf Tektro entschieden habe. Es soll eine Lösung ohne Basteln sein.
Komplett auf Magura möchte ich nicht umsteigen, weil ich dann zwei Sorten Bremsbeläge vorrätig halten müßte. Der Trecker hat Tektro.


Nun gibt es auch mechanische Scheibenbremsen, z.B. Tektro/TRP Spyke.

Grundsätzlich bliebe das Problem, dass ich die Bremszüge im Alltagsgebrauch leicht knicke, dasselbe. Schließlich müßte ich MTB-Bremsgriffe verbauen, und die haben den Zugabgang da, wo die Hydraulikgriffe jetzt den Schlauchabgang haben. Allerdings wäre auch ein mehr oder weniger abgeknickter Bremszug immer noch irgendwie funktionstüchtig, während eine Hydraulikleitung irgendwann ein Loch kriegt und dann schlagartig versagt. Ich stünde also nicht plötzlich (nachts, Regen, einsam, mitten im Wald...) ohne Bremse da, und im Ernstfall ließe sich unterwegs ein Zug vermutlich eher reparieren als eine Hydraulik.

Evtl. wäre ein anderer Lenker mit Lenkerendbremshebeln eine Option. Wäre dann Rennradtechnik (Tektro/TRP Spyre), da sind offenbar die Seileinzuglängen inkompatibel zu den MTB-Teilen. D.h. ich müßte mich vorher entweder auf MTB oder Road festlegen.
Mixen geht nicht - es sei denn, man verwendet Adapter, die den Seileinzug übersetzen. Google brachte sowas ans Tageslicht. Die Adapter sehen aber nicht sehr vertrauenswürdig aus.

Ich bin also erst noch am hin- und herüberlegen. Hat jemand Anmerkungen, Tipps, Warnungen, Erfahrungsberichte?

bergauf

P.S.: Ja, der Trickstuff Doppelmoppel ist mir auch untergekommen. Technisch faszinierend, aber ich hätte es gern etwas einfacher. Außerdem darf ich da keine Mineralöl-Bremse anschließen...
 
Die Belagform ist nicht allein hersteller- sondern teils auch noch modellspezifisch. Ich kenne mich da bei Tektro im Speziellen nicht aus, nehme aber an, dass Du das schon für Deine erwogene Bremse kontrolliert hast(?)

Grundsätzlich bliebe das Problem, dass ich die Bremszüge im Alltagsgebrauch leicht knicke, dasselbe.
Jaein. Es würde gemindert, da die mechanischen Bremsgriffe nach vorn nicht ansatzweise soweit ausladen wie die üblichen Pimmel-in-den-Wind-recken-Bauformen der hydraulischen Griffe.
Die MTB-Leute sprechen bei dieser Bauform teils von "Axialzylindern" ... axial bezogen auf Lenkerachse ... nicht zu dolle drüber nachdenken, die haben ja auch mal "Industrielager" erfunden und so Zeug. Das kompaktere und ganz objektiv deutlich schönere Gegenstück wären "Radialzylinder" (zb Magura MT, Trickstuff PCA (hahaha) und dann noch ein paar ....).

Aber - wie ich nicht müde werde, zu betonen - mechanische Scheibenbremsen sind schon nur mittelmäßig, bevor man hydraulische überhaupt kennt. Hinterher wirds nicht besser. Ich würde wirklich lange und intensiv darüber nachdenken, ob mir für die ~0,75 Belagwechsel pro Jahr die Bequemlichkeit, nur eine Sorte Bremsbeläge vorhalten zu müssen, Wert ist, meine ~30 Bremsvorgänge pro Tag mit einer nur noch mittelmäßig bremsenden und sich dabei wie Gummi anfühlenden Bremse hinter mich zu bringen, bei der ich allerspätestens alle 1,5 Wochen die Beläge manuell nachstellen muss.
 
Das Problem habe ich auch, wenn man zum Beispiel einen Rennlenker am Liegerad montieren will und dann.mit den alten Shimano MTB Hebeln weiterfahren will. Vor über 20 Jahren hatten die Shimano Bremshebel meiner Meinung nach Abgänge mit 90°, hat sich aber scheinbar nicht bewährt. Fürs Rennrad gibt's Hilfsbremshebel für oben am Lenker, da geht die Leitung nach unten weg. Die funktionieren aber vermutlich nicht allein...
 
Jaein. Es würde gemindert, da die mechanischen Bremsgriffe nach vorn nicht ansatzweise soweit ausladen wie die üblichen Pimmel-in-den-Wind-recken-Bauformen der hydraulischen Griffe.
Die MTB-Leute sprechen bei dieser Bauform teils von "Axialzylindern" ... axial bezogen auf Lenkerachse ... nicht zu dolle drüber nachdenken, die haben ja auch mal "Industrielager" erfunden und so Zeug. Das kompaktere und ganz objektiv deutlich schönere Gegenstück wären "Radialzylinder" (zb Magura MT, Trickstuff PCA (hahaha) und dann noch ein paar ....).

Du meinst sowas wie hier?

Da steht die Leitung schräg nach vorne raus. Das hilft mir doch nicht weiter?

Aber - wie ich nicht müde werde, zu betonen - mechanische Scheibenbremsen sind schon nur mittelmäßig, bevor man hydraulische überhaupt kennt. Hinterher wirds nicht besser. Ich würde wirklich lange und intensiv darüber nachdenken, ob mir für die ~0,75 Belagwechsel pro Jahr die Bequemlichkeit, nur eine Sorte Bremsbeläge vorhalten zu müssen, Wert ist, meine ~30 Bremsvorgänge pro Tag mit einer nur noch mittelmäßig bremsenden und sich dabei wie Gummi anfühlenden Bremse hinter mich zu bringen, bei der ich allerspätestens alle 1,5 Wochen die Beläge manuell nachstellen muss.

Jaja, Mechanik halt....

bergauf
 
Da steht die Leitung schräg nach vorne raus. Das hilft mir doch nicht weiter?
Der Aspekt, auf den ich eigentlich mit den mechanischen Hebeln (und nicht so sehr mit den Radialgebern) hinaus wollte, ist, dass die Leitung schon viel näher am eigentlichen Hebel beginnt, weil kein monströser Ausgleichsbehälter längs dazwischen steckt ...
Aber das gilt natürlich in gewissem Maß auch für Radialgeber (auch wenn der Winkel des Leitungsabgangs tatsächlich ein bisschen doof ist).

Pi*Daumen würde ich sagen, dass Du durch den nicht so pimmelig angeordneten Ausgleichsbehälter 5...6 cm (?) sparst, wodurch eben auch der Leitungsbogen ein bisschen weiter nach hinten / näher an den Lenker kommen könnte.
 
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