Rollstuhltransport per Hase Lepus

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Hallo,

meine Mitradlerin fährt ein motorisiertes Lepus. Inzwischen kann sie so schlecht laufen, dass ich ihr vorgeschlagen habe, bei Bedarf einen faltbaren Rollstuhl am Lepus mitzunehmen. Mit dem Lepus kann sie in der Stadt umher fahren und - wenn sie in Gebäude möchte - könnte sie vom Lepus in den Rollstuhl wechseln.

Meine Idee wäre, den zusammengefalteten Rollstuhl hinten quer auf den Gepäckträger des Lepus zu stellen und z.B. mit einem Gurt am Sitz zu befestigfen. Ausprobieen konnte ich das nicht, weil sie noch keinen Rollstuhl hat, nur einen Rollator.

Meine Frage an die Rollstuhlfahrer hier: Wie macht ihr das? Habt ihr auch schon versucht, einen Rollstuhl mit einem Liegetrike mitzunehmen? Falls ja: Wie habt ihr den Transport per Liegetrike gelöst?

Habt ihr sonstige Vorschläge und Tipps bzgl. Lösung des Mobilitätsproblems meiner Mitradlerin?

Danke schon mal und viele Grüße
Chrissi
 
Bisher habe ich hier nur Rollstühle als Anhänger gefunden.
In dem Faden findet sich auch diese Lösung direkt am Trike:

Für Rollatoren gibt es einen Gepäckträger:
 
Transportiert sie denn den Rollator schon am Lepus?
Das weiß ich gar nicht, ob sie das schon gemacht hat. Ich glaube nicht, weil sie den Rollator in der Wohnung nutzt und mit dem Lepus üblicherweise ihre Stöcke mitgenommen hat. Es ist nun recht plötzlich (Wirbelsäulen-OP) so, dass sie - zumindest eine geraume Zeit - an den Rollstuhl gebunden ist. Am Samstag kommt sie mit einem Leih-Rolly aus der Klinik, da könnte ich ausprobieren, ob der zusammengeklappt quer auf den Gepäckträger passt oder ob man dazu noch die Fußstützen abnehmen muss.

Vielleicht meldet sie sich in den nächsten Tag auch selber zu Wort, sie hat auch einen Account hier im Forum.

LG Chrissi
 
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Bisher habe ich hier nur Rollstühle als Anhänger gefunden.
Ganz vielen Dank!

Rollstuhl auf einen Fahrradanhänger - das wäre natürlich auch eine Option. Die behalte ich im Blick.

Wir haben auch schon darüber nachgedacht, ob man den Rollstuhl nicht direkt ans Trike anhängen könnte. Bedenken hatte ich wegen der Kippgefahr des Rollstuhles bei schnellerem Radfahren, weil ein Rollstuhl doch recht schmal ist.

LG Chrissi
 
Die Fußstützen lassen sich beim Standartkassenmodell auch nach innen klappen so dass der zusammen gefaltete Rolli weniger breit ist.

Und braucht es die Fußstützen überhaupt? Oft wird ja mit dem Füßen getippelt statt mit den Armen angetrieben. Kommt auf die Einschränkung an. Ungeübte Rollifahrer tippen eher ;)
So bleiben die Beine direkt im Training wenn das erlaubt und möglich ist.

Um Rolli oder Rollator an und abzubauen braucht es auch einen relativ sicheren Stand und einen stabilen Rumpf. Da hätte ich bei WS OP am meisten Sorgen.
 
Ich würde ihn auch direkt anhängen. So ein Rollstuhl hat große Räder und ist an sich sehr kippstabil. Alternative wäre ein Sport Rolli - die sind noch um einiges kippsicherer. Gibt auch Sportrollis mit schräggestellten Rädern.

Ein Orthopäde kann sicher noch mehr dazu sagen. Die sind Sonderanfertigungen gewöhnt.

Walta
 
Meine Idee wäre, den zusammengefalteten Rollstuhl hinten quer auf den Gepäckträger des Lepus zu stellen und z.B. mit einem Gurt am Sitz zu befestigfen. Ausprobieen konnte ich das nicht, weil sie noch keinen Rollstuhl hat, nur einen Rollator.
Fragt mal direkt bei Hase nach! Deine Mitradlerin ist sicherlich nicht die erste die einen faltbaren Rollstuhl oder Rollator an einem Hase Trike transportieren will.

 
Habt ihr sonstige Vorschläge und Tipps bzgl. Lösung des Mobilitätsproblems meiner Mitradlerin?
Hier in der Stadt erledigt jemand seinen Alltag mit sowas:
1752825119114.png
Gibts auch ohne Handkurbel:
1752825141601.png
Vielleicht kann man sowas genauso mieten wie einen E-Rollstuhl?

Gruß,

Tim
 
Hallo Marc, bei Hase nachzufragen ist eine gute Idee!

Hall Tim, zu diesen Vorspannrad-Antrieben habe ich schon vor längerer Zeit ausgiebig recherchiert, aber meine Mitradlerin konnte sich damit bisher noch nicht anfreunden. Dieser Antrieb müsste ja ggf. vor oder in Gebäuden von ihr auch schnell abnehmbar und wieder anbaubar sein. Ich behalte sowas aber weiter im Auge.
Es gibt sogar Vorspann-Antriebe für Rollstühle mit Tretkurbel (den Link müsste ich erst raussuchen...). Wenn das Antriebesrad z.B. mit einem Nabenmotor ausgerüstet wird, hätte sie die Kombination von Muskelkraft und E-Motor, wie bei ihrem Lepus.

Ich behalte auf alle Fälle alle Varianten im Blick und bespreche das mit ihr...

LG Chrissi
 
Hallo, ich meine bei der Firma bobtec in Bermatingen ein Bild mit Trike und Rolli gesehen zu haben..
 
Hall Tim, zu diesen Vorspannrad-Antrieben habe ich schon vor längerer Zeit ausgiebig recherchiert, aber meine Mitradlerin konnte sich damit bisher noch nicht anfreunden. Dieser Antrieb müsste ja ggf. vor oder in Gebäuden von ihr auch schnell abnehmbar und wieder anbaubar sein. Ich behalte sowas aber weiter im Auge.
In Kalmünz bin ich mal im Biergarten einer Runde von 3 Rolli Fahrern begegnet, die mit diesen Systemen so ca. 50 km Touren gemacht haben. :)
 
Dieser Antrieb müsste ja ggf. vor oder in Gebäuden von ihr auch schnell abnehmbar und wieder anbaubar sein.
Eine Freundin von mir fährt mit so einem Antrieb zur Arbeit, das Vorderteil bleibt dann draußen bei den Fahrradständern.
Etwa so ein Modell: https://www.proactiv-gmbh.de/handbikes/adaptivbikes/husk-e-adaptivbike/244/husk-e-adaptivbike

Mit so einen Vorspann-Antrieb mit Generator und „E-Kette“ könnten doch eigentlich auch Motoren in den Rollstuhlrädern angesteuert werden, oder?
Stelle ich mir so vor: Kein Vorspann-Antrieb angesteckt unterstützen die Motoren wie gewohnt, mit E-Ketten Vorspann-Antrieb wechseln sie in den Pedelec-Modus.

Eigentlich verstehe ich sowieso nicht, warum Rollstühle immer in ähnlichen Konzept angeboten werden - zwei (meist große) Räder hinten und zwei kleine vorn.

Es wäre ja auch z. B. möglich, einen Rollstuhl in Tradpole-Design wie den Trecinetic GTE (hier ein Link zu einer Beschreibung: https://www.der-querschnitt.de/ab-ins-gelaende-mit-manuellen-outdoor-rollstuehle-18787) mit einem Hinterrad zu konstruieren, das im „Rollibetrieb“ frei nachläuft und im „Pedelecbetrieb“ analog zum Velayo gelenkt werden kann.
Beim Trecinetic kann übrigens die Sitzneigung (und damit auch die Gewichtsverteilung im Stuhl) während der Nutzung verändert werden indem eine Armlehne angehoben wird.
Außerdem ist auch die Spurbreite einstellbar.
Wenn als Pedal- oder auch Handantrieb ein Generator mit E-Kette genutzt würde könnte so ein Antrieb auch zügig abgenommen werden.

Aber vermutlich wird so etwas nie von einem der gängigen Hersteller angeboten werden…

(…werde mal Trecinetic zur Überlegung Generator mit E-Chain schreiben, vielleicht machen sie ja was draus ;-)
 
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Vielen Dank für alle Hinweise und Tipps!

Vorerst hat meine Mitradlerin einen Rollstuhl mit Nabenmotoren bekommen und will schauen, wie sie damit bei kürzeren Wegen draußen in der Stadt zurecht kommt. Die Herausforderung für sie wird sein, für diesen die nötige Feinmotorik aufzubringen, um ihn sicher zu lenken und zu bremsen, da beides nur über die beiden "Handlaufringe" (keine Ahnung, wie man das nennt...) an den Rädern erfolgt. Bei unebenem Boden und auch seitlich geneigter Fahrbahn könnte das Lenken für die schwierig werden. Zumindest kam sie mit einem Rollstuhl ohne Motorantrieb in solchen Fällen nicht zurecht (der Rollstuhl drehte sich immer in Richtung der Fußwegneigung, also Richtung Bordsteinkante). Und mit einem motorisierten Rollstuhl mit Joystick auch nicht, auch wegen fehlender Feinmotorik aufgrund Parkinson.

Demnächst geht sie zur Reha und sie hofft, dass sie danach wieder ohne Rollstuhl auskommt. Vorerst. Irgendwann wird das Rollstuhlthema aber wieder dringernder werden, so dass wir da auf alle Fälle dran bleiben. Allerdings werden bei Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung sowohl Motorik, Kraft, als auch Koordination und Gleichgewicht schlechter werden. Eine nachhaltige Lösung müsste das berücksichtigen.

Eine Freundin von mir fährt mit so einem Antrieb zur Arbeit, das Vorderteil bleibt dann draußen bei den Fahrradständern.
Etwa so ein Modell: https://www.proactiv-gmbh.de/handbikes/adaptivbikes/husk-e-adaptivbike/244/husk-e-adaptivbike
Genau, sowas meinte ich oben. Wenn sie das An- und Abkoppeln wirklich allein hinbekommt, könnte das für die Wege ich der Stadt eine Lösung sein. Denke ich...meine Mitradlerin muss mit solchen Lösungen erst warm werden. Manches, was sie noch gar nicht kennt, kann sie sich oft nicht so recht vorstellen. Außerdem ist die Hoffnung groß, in der Reha wieder von Rollstuhl wegzukommen und den möglichst lange nicht zu brauchen...daher will sie sich grad nicht mehr so intensiv mit dem Thema beschäftigen, wass ich zu akzeptieren habe.
Mit so einen Vorspann-Antrieb mit Generator und „E-Kette“ könnten doch eigentlich auch Motoren in den Rollstuhlrädern angesteuert werden, oder?
Stelle ich mir so vor: Kein Vorspann-Antrieb angesteckt unterstützen die Motoren wie gewohnt, mit E-Ketten Vorspann-Antrieb wechseln sie in den Pedelec-Modus.
Nabenmotoren in dem Fall wie in bei einem Pedelec anzusteuern, sollte dann kein Problem sein, wenn man normale, für Fahrräder vorgesehene Nabenmotoren in Rollstuhlräder einspeicht... Die Schaltung wäre so ähnlich, wie die von Schubanhängern bei Fahrrädern (damit hatte ich mich auch schon mal tiefergehend befasst). Bei ihrem jetzigen System geht das nicht so einfach, weil dies ein geschlossenes System ist und beide Motoren getrennt voneiander über den Ring an den Rädern gesteuert werden, welchen man mit dem Händen greift. In dieses System eine zweite Steuerung über den Vorspann-Antrieb zu integrieren, stelle ich mir zu kompliziert vor. Einfach wäre es aber, ein zweites Paar Räder mit "normalen" Nabenmotoren und Rollstuhlnaben anzuschaffen, die sich ja blitzschnell wechseln lassen. So kann man vor der Fahrt entscheiden, mit welchen System man fahren will.
Es wäre ja auch z. B. möglich, einen Rollstuhl in Tradpole-Design wie den Trecinetic GTE (hier ein Link zu einer Beschreibung: https://www.der-querschnitt.de/ab-ins-gelaende-mit-manuellen-outdoor-rollstuehle-18787) mit einem Hinterrad zu konstruieren, das im „Rollibetrieb“ frei nachläuft und im „Pedelecbetrieb“ analog zum Velayo gelenkt werden kann.
Ein interessantes Konzept, vielen Dank! Habe den Link meiner Freundin weitergeleitet.
Wie ist denn die Lenkung bei einem Velayo? Panzerlenkung mit einem Hebel und Lenkstange nach hinten? Klar, mit Nabendynamo im hinteren Rad... Für einen Pedelc-Antrieb einen Vorspannantrieb mit Tretkurbel daran zu bauen, dürfte aber insofern schwierig werden, da das Gefährt dann drei Achsen hätte. Wenn alles starr verbunden ist, gibt es Probleme, Unebenheiten zu überfahren. Dann müsste der Vorspannantrieb ein Gelenk erhalten, dass vertikale Höhenunterschiede des Untergrundes ausgleicht.

LG Chrissi
 
Unsere gemeinsame Überlegungen kamen zu dem Schluss, dass - sollte meine Mitradlerin tatsächlich weiter (oder irgenwann wieder) auf den Rollstuhl angewiesen sein - sie ggf. auch nicht in der Lage ist, einen zusammengefalteten Rollstuhl vom Lepus abzunehmen und auseinander zu klappen - und umgekehrt wieder zusammenzufalten, hochzuheben und aufs Lepus zu laden, weil sie weder stehen, noch heben kann, weil Kraft und (Fein)Motorik gestört sind. Ähnliche Probleme hätte sie ggf. beim Tranport des Rollstuhles auf einem Anhänger.

Ähnliche Schwierigkeiten könnte sie außerdem auch mit einem Vorspannantrieb bekommen, der ja ebenfalls vor Gebäuden an- und abgebaut werden muss. Da weiß ich nicht, ob das möglich ist, wenn sie dabei im Rollstuhl sitzen bleibt.

Daher macht es sicher Sinn, wenn sie erst mal testet, ob sie mit ihrem (mit Nabenmotoren) motorisierten Rollstuhl zurecht kommt. Damit kann sie ohne Probleme in Gebäude fahren, ohne für sie aufwändige Umrüst-Arbeiten vor der Türschwelle.

Falls sie stehen und nur lediglich nicht heben kann, überlege ich außerdem, wie man einen Rollstuhl am besten an ein Lepus anhängen könnte. Um Kanten (Bordsteinkanten) überfahren zu können, dürften die kleinen, vorderen Räder vermutlich nicht auf dem Boden rollen. Der Rollstuhl müsste also leicht gekippt angehängt sein und nur auf dem großen Rädern rollen.
Evtl. ist dieses Rad groß genug, im Kanten zu überrollen: https://trekinetic.com/ Dann würde eine einfache Abschleppstange ausreichen, um den Rolli am Trike anzukoppeln.
 
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Die Videos bzgl. des Vosara v3 Vorspannrades finde ich interessant: https://www.der-querschnitt.de/wandlungsfaehig-das-vosara-vorspannrad-v3-26021
Besonders dieses:
Und hier besonders die Kombinationsmöglichkeiten mit E-Antrieben. Ab min 4:50 wird z.B. die Kombination mit E-Motion Rädern gezeigt. Diese hat meine Mitradlerin an ihrem Rollstuhl. Mir ist der Gedanke gekommen, dass man ja den Rollstuhl mit diesen Rädern auch einseitig antreiben kann, wenn man mit der anderen Hand über das Vorspannrad lenkt. Das Lepus wird schließlich auch einseitig angetrieben.

Ich frage mich , ob es möglich ist, mit angekoppeltem Vorspannrad auch in Gebäude zu fahren (Geschäfte und Supermärkte, Gaststätten, Behörden, Aztpraxen, Theather, Kino, Schwimmbad...). Oder ob man es zwingend abkoppeln muss. Meine Bekannte ist zumindest schon mal mit dem Lepus durch den Baumarkt gefahren, ohne dass sich jemand daran gestört hat.

Weitere Videos:
 
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Lach.. ich glaube im Baumarkt stört man sich an fast gar nichts :ROFLMAO:

Euer Fazit: Ausprobieren, was geht ist vermutlich das Beste.

Tatsächlich darf man bei all den Vorschlägen einfach nicht vergessen, dass eine chronisch progrediente neurologische Erkrankung nicht mit einem Querschnitt vergleichbar ist.

Z.B wurden auch Sportrollis erwähnt mit dem Hinweis die seinen weniger kippgefährdet. Das stimmt für einen handlichen sport- aktiv Rolli so leider nicht.

Hat die Mitradlerin einen richtigen eigenständig Motor am Rolli oder einen Restkraftverstärker?
*neugierigfrag*

In einer guten Reha sollte es auch ein Rollstuhltraining geben. Selbst wenn der nur für den Übergang genutzt wird. Rollifahren erfordert umdenken. Das muss man üben. Viel Erfolg.
 
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