Restaurationsprojekt C-Alleweder / Limit

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Da ich diese alte Dame erworben habe, möchten ich den Fortschritt der Wiederinstandsetzung hier dokumentieren.

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Der Vorbesitzer Pascal Kolkman hat bei Yoube auch ein Video eingestellt:


Zum jetzigen Zeitpunkt will es mal so ausdrücken: Sie fährt. Die technischen Grundfunktionen sind okay, die 70 mm SA Trommelbremsen funktionieren gut, könnten aber wohl noch etwas nachgetrimmt werden. Rechts knarzt es etwas.

Das alte Schätzchen hatte wohl einen Unfall, Details kenne ich aber nicht.

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So hat sie wohl mal ausgesehen:

https://flic.kr/p/teZpp
Das Fahrwerk sieht soweit in Ordnung aus, die Laufräder laufen schön rund. Speichenspannung ist gut, Felgen sehen auch gut aus. Die Reifen 3x Schwalbe Kojak 35-406 sind noch recht neu bzw. wenig gefahren. Die Federung ist recht angenehm und nicht so ruppig wie in meinem FAW.

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Die Elektrik und Beleuchtung ist recht rudimentär und grobschlächtig, grundsätzlich funktioniert aber auch hier alles.
StVZO-konform... naja, nicht so ganz :sneaky: Elektriker isser offenbar nicht, der Pascal :p

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Der Antrieb funktioniert, die Schaltung zickt nach meinem Eindruck ein wenig. Das könnte aber auch an der Kette liegen. Die braucht wohl mal - wie der ganze Antrieb - eine Grundreinigung und Neuschmierung, wenn sie denn noch in Ordnung ist. Ist alles ziemlich verknierzt, Öl hat die wohl schon langen nicht mehr gesehen. Das sollte aber wohl das kleinste Problem sein.

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Da der Schaltwerkskäfig (1x9) recht lang ist, passt er auf dem größten Ritzel der Kassette nicht mehr in den Kettenkasten hinein. Originär hatte das Limit ja eine 3x7 Kettenschaltung mit dem (und auch dem Baujahr) entsprechend wohl kürzeren Schaltwerkskäfig. Mal sehen, ob noch was Passendes in der Grabbelkiste ist.

Die ~15 kg weniger als beim Blechvorgänger machen sich auch ohne Motor bemerkbar.
Dabei soll natürlich nicht verschwiegen werden, dass allein Motor und Akku im FAW etwa 8 kg davon ausmachen.

Bei der Ergonomie ist die Sache zweischneidig: Im Bereich der Schultern und an den Obeschenkeln habe ich mehr Platz als im FAW. Ich komme aber mit den Knien gegen die Decke und mit den Zehen vorne an die Nase. Dafür kann ich aber die Beine fast ganz durchstrecken. Vermutlich brauche ich etwas kürzere Kurbelarme. Die weiter zurückgelehnte Sitzposition sollte auch das allmähliche Nach-vorne-Rutschen bei Rumsern wie im FAW unterbinden.

Das wird jedenfalls eine längere Werftliegezeit. Ist aber nichts dran, was man nicht mit Ei-Ei und Pusten wieder hinbekommt.
 
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Die Informationen zum C-Alleweder / Limit sind ja ziemlich spärlich. Was nicht unbedingt verwunderlich ist, wenn man die relativ kleine produzierte Stückzahl bedenkt. Auch hier im Forum sind nur sehr wenige Informationen zu finden, meist als Verkaufsfäden.

Weiß vielleicht jemand hier etwas Genaueres zur Historie und Originalausstattung des C-Alleweder? Gibt es Unterschiede zwischen den originären 20? Vorserien C-Alleweder von Flevobike und den von Tempelman als Limit produzierten Exemplaren?
 
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Glückwunsch zum Kauf Deines neuen Rades :)
Nach Spachteln, Schleifen und Lackieren wird Deine alte Dame wieder so schön glänzen, wie im Original.
Klasse, dass Du sie recyclest!
Viel Erfolg, Gruß Krischan
 
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Sehr schön, dafür hätte keine Zeit gehabt.
The day of the old lady hasn't come :)
Hast Du noch nachverhandelt?
Viel Erfolg, Gruß Krischan
 
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Richtig so. Fotografieren, was das Zeug hält (für den späteren Wiedereinbau).
Dann alles zerpflücken und erstmal mit dem Dampfstrahler draufhalten. Mit sauberem Material arbeitet es sich einfach besser.
Viel Glück. (y)
 
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Jetzt sind nur noch drin:

  • die Hinterradschwinge und -federung.

Da ist alles so festgeknirtzt, dass mangels Bewegung nichts mehr federn konnte. Die Uniball-Gelenke des Federelements sind total ver- und festgerostet. Wie ich die Schwinge rausbekomme, weiß ich noch nicht. Die Mutter auf der einen Seite mit Gewinde ist ab. Auf der anderen Seite ist ein becherförmiges Metallteil. Ob darin noch eine Schraube oder Mutter als Gegenhalter auf der Achse sitzt, muss ich noch sondieren. Mit dem Finger komme ich nicht weit genug hinein.​
Die Lager für die Hinterradachse sehen im Gegensatz zum Gewinde für das Freilaufritzel noch recht gut aus. Der Innensechskant der Achsschraube ist schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen und war nicht mehr mittel Inbusschlüssel zu bewegen. Mit der großen Wasserpumpenzange und gezieltem Hitzeeinsatz vom Crème-brulee-Brenner hab ich sie dann herausbekommen. Übrigens mit Linksgewinde. Müsste eine DIN 912 in M16 und angeschweißtem Schraubkranz sein. Das Gewinde der Achse selbst ist aber noch i. O.​
Die Metallplatte, an der die Federung angesetzt, wird wohl auch nur noch vom Lack zusammengehalten.​
  • das Lager samt Lagerschalen vom Tiller mit dem Lenkhebel samt Winkelgelenken für die Spurstangen auf der Unterseite
  • das Tretlager samt Kettenblatt und Führungsring. Die Lagerschalen aufzuschrauben sollte kein Problem sein. Wie ich das Kettenblatt innerhalb des Kettenkastens abmontieren kann, muss ich mal sehen.
  • die Achse vom Zwischengetriebe samt Kassette. Dafür muss ich den Abzieher noch aufbohren, damit er über die 17 mm Achse passt.
 
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Ich wurde beim vorbesitzer dringend mal nach fragen mit was die reparaturen der schade gemacht ist. Wenn es Epoxid ist, dann ist das deutlich besser als polyesterharz. Die unterlinge häftung zwischen beide ist nicht immer optimal.
 
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Zu der Historie kann ich zwar etwas sagen, aber nicht das was du wissen willst. Flevobike ist damals mit denn C Alleweder angefangen. Die Glasfaser arbeiten wurden aber von der Firma Tempelman gemacht die auf demm gleichen gewerbegebiet tätig war. Windmuhlen bau machten die auch.
Spater ist die production dann volstandig nach Tempelmann gegangen. Vater machte die fasertechnische seite. Sohn Tempelman ist dann spater ein liegeradverkaufsfirma begonnen, dafur wurde aber ein gebaude von Flevobike genutzt. Tochter Tempelman ging dann mit Ymte Sybrandy.

Die verbande sind also sehr eng, es wurde mich sehr uberraschen wenn da von Tempelman fahrwerkstechnisch wesentlich was geändert wurde, da seine kenntnisse eher richtung fasertechnik gingen. Auch die viele machinenbautechnische lösungen, statt fahrradtechnische lösungen sind Flevotypisch.

Allard, Theo (und Ymte )wahren damals noch bei Flevobike als mitarbeiter, die haben sich später selbststandig gemacht. Allard hat das Velomobil entwickelt. https://www.velomobiel.nl/c-alleweder/ Moglich können die bei teile suche oder technische fragen noch was weiter helfen.

Grusse, Jeroen
 
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Hallo Jeroen,

danke für die Inforamtionen. Weißt Du eventuell, wieviele C-Alleweder und Limit insgesamt gebaut wurden?
Ich habe etwas von 20 C-Alleweder bei Flevobike ab 1996 und weiteren 15 Limit bei Tempelman ab 2000 gelesen.
Also insgesamt 35 Stück.
 
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Das schwarze Teil mit den beiden Schaltwerksröllchen auf dem zweiten Bild ist nicht original.
Das scheint aus einem 40x15x2 mm Alu-Rechteckrohr gebaut zu sein. Ursprünglich müsste hier eine zweiseitige Umlenkrolle gesessen haben, mit Ritzel fürs Zugtrum und ohne im Leertrum. Sowas gibt es glaube ich von TerraCycle. Ob der Durchmesser passt, weiß ich aber nicht.

Im Schaltwerk wird vermutlich auch ursprünglich kein Kettenspanner vorhanden gewesen sein, sondern stattdessen ein Führungsschuh. Sonst würde der Kettenstrang gar nicht in den gekapselten Kettenkasten passen. Der Kettenspanner war wohl zwischen Kettenblatt und der zweiseitigen Umlenkrolle befestigt, da gibt es einen entsprechendne Montagepunkt.
 
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Abgesehen von der Modernisierung der Beleuchtungseinrichtung und Elektrik will ich soweit es geht den ursprünglichen Zustand beibehalten. Ich werde vermutlich eine Nabenschaltung als Zwischengetriebe einbauen, weil mir die Möglichkeit im Stand schalten zu können gefällt. Aber erst mal sehen, wie sie sich mit dem weitgehend originalgetreuen Antriebsstrang macht. Und ne schöne, alte Klingel will ich auch. So!
 
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