Rekordversuch Deutschland Süd-Nord 2022

Jens Buckbesch

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Ich selbst habe keine direkte Erfahrung mit der Ernährung bei solchen Extremläufen. Ich weiß nur, das Christian von Ascheberg bei seinen Rekordversuchen mehrfach daran gescheitert ist, dass sein Körper die Nahrungsaufnahme verweigert hat.
Das lag offenbar hauptsächlich an einer verkrampften Körperhaltung (zu eng, Helm passte nicht ganz unter die Haube, zu lange keine Pause mit Aussteigen)
Ich vermute, dass hochkonzentrierte Nahrung, die u.U. auch nicht mehr gekaut (und eingespeichelt) werden muss, auch eine Belastung bei so langen Fahrten darstellt. Deshalb sollte man es gut ausprobieren. Der Mensch ist ja keine Maschine, in die man nur das Richtige tanken muss. Es gibt offenbar psychosomatisch Effekte, denen man Rechnung tragen muss.

Christian liebte es, Tuk-Kekse dabei zu haben, die er nach und nach verspeiste. Nur als Anregung.
 
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Ich finde das Projekt auch super! Habe es jetzt erst geschafft, auf den Stand des Fadens zu kommen. Ich kann nicht so viel beitragen denke ich, außer vielleicht ein schnelles Tretboot zu organisieren. Dann kann man (auch für die Elbquerung) von 100 % human-powered zumindest für den Transport des Fahrers sprechen. Ich denke aber auch, dass das nicht sonderlich sinnvoll ist, weil das VM noch irgendwie übergesetzt werden muss und die Pause dem Fahrer auch nicht schlecht tun wird.

Ansonsten hat das Bremer Tretbootteam einen Katamaran, der mittig eine Plattform hat, auf der eventuell Fahrer und VM Platz finden könnten. Bei Interesse frage ich gern dort an;) Aber ja, Sportboot wird sicher unkomplizierter sein. Vielleicht kann jemand irgendwo ein Landungsboot auftreiben, dann könnte man mit dem VM auf- und abfahren ohne auszusteigen.
 
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Evtl. ihn einfach mal kontakten?
Wir hatten Faruk Bär kontaktiert vor der ersten Österreichdurchquerung, der hatte sich nachts um halb drei im McDonalds auf der Heimfahrt vom Lausitzring erkundigt, um welchen 24h-Rekord es denn ginge - da war er schon aufgestellt ;)

Den Profis ist es unverständlich, daß in der Liegeradszene ohne Sponsor gefahren wird. Ist halt durch und durch kommerzialisiert.

Gruß,

Tim
 
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„Seine“ Flüssignahrung nutze ich schon. Mehrfach getestet und für gut befunden. Bisher aber nicht über 10 Stunden damit gefahren. Bis dahin aber komplett nur mit ISO und Flüssignahrung.
Da stand 1 Stunde, ich meine natürlich 10 Stunden:whistle:.
Moin,

ich bin mit Malto-Fructose Mischung sowohl den 600er in Sachsen als auch die erste Hälfte P-B-P gefahren, und seitdem viele lange Brevets. Funktioniert für mich genial, ist einfach anzumischen, günstig und man ist weitgehend unabhängig vom Essen, vor allem nachts ne gute Sache. Beim Race across the alps haben das Robert und Thomas (beide mehrmalige Gewinner aus Dresden) auch immer genutzt, allerdings kam es bei der abgerufenen Leistung auch regelmäßig dazu das es einmal wieder oben rauskam, mir ist das noch nie passiert. Da hilft wohl nur ausprobieren, aber wenn du es verträgst Ideal für solche Projekte :)
 
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Letztendlich geht es bei so einer extremen Ausdauerbelastung um die Aufteilung von Ressourcen im Körper. Ist die Belastung ziemlich intensiv, z.B. bei einem längeren Anstieg, sind weniger Ressourcen für die Verdauung frei. Letztere stellt vorübergehend den Dienst ein. Ballert man sich weiterhin Nahrung rein, wird diese schnell abgesondert ... auf einem der beiden Wege ... oder beiden.
Über die Dauer diese feine Linie zu managen, ist eine der großen Herausforderungen für einen Rekordversuch.
 
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Spricht was gegen entsprechende Markierungen im Roadbook?

Natürlich wird @HoSe seine Nahrungsaufnahme "nach Bauchgefühl" steuern, rechtzeitige Hinweise des Navigators könnten ihm seine Entscheidungen erleichtern und Kapazitäten fürs wichtigste abnehmen: das Fahren!
 
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Ich fand das Thema interessant (Maltodextrin hatte ich mal bei @Fritz kennengelernt und auch ein paar mal verwendet) und habe mir am WE auch die restlichen Zutaten bestellt.
Das Rezept war:
  • 500 g Maltodextrin
  • 120 g MCT Pulver
  • 100 g Fructose
  • 5 g Salz
  • 450 ml Wasser
Werde ich am Samstag im Selbstversuch beim 200er Wuppertal-Brevet testen. Wenn ich damit ohne weitere Nahrung durchkomme, wäre das töfte...
@HoSe falls Du die Zutaten nicht in Großmengen kaufen möchtest, das aber auch mal probieren, kann ich Dir gerne ein paar Kleinmengen von dem Pulver abfüllen...
So - erstes Feedback - gerade eine Portion angemischt.
Wir haben so einen Smoothie-Mixer, der fasst etwa 700 ml. Da ging nur gerade die Hälfte der Pulver rein, dann war fast randvoll.
Mit etwas Wasser ist das dann aber auf 3/4 der Füllhöhe zusammengeschmolzen.
Dann habe ich einen zweiten Durchgang mit der anderen Hälfte gemacht. War aber etwas mehr als eine 0,7 l Trinkflasche, ist noch ein Glas übrig jetzt.
Zum Mixen also einen großen Behälter nehmen! 2 Liter sind vorteilhaft - auch wenn nur gut 1 Liter dabei rauskommt.

Konsistenz ist so wie ein dünner Milchshake, Geschmack so wie ein liquifiziertes Raffaelo (ohne Schokolade? Ohne Schokolade!).
Leicht cremig, kokusnussig und mit einer gewissen Süße.
Also durch den Nucki der Flasche trinkbar und auch vom Geschmack nicht direkt abtörnend. Liegt vermutlich an dem Zucker.
Das reine Maltodextrin ist ja eher nicht jedermannns Sache und geschmacklich nicht der Kracher.

Morgen Abend kann ich was zur Handhabung und WIrkung sagen.
 
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Das reine Maltodextrin..
Welches Maltodextrin hast du denn genommen? 6 (längste Molekülkettenlänge), 12 (mittlere Kettenlänge) oder das 19er (kürzeste Molekülkettenlänge)? GCN hat sich darüber im Video nicht ausgelassen, oder ich hab's übersehen. Bin gespannt, wie dein Brevet morgen läuft.
 
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@ChristianW wo hast du das MCT Pulver und die Fructose gekauft. Oder ist Fructose einfach Fruchtsaft?
Habe mal versucht 6er zu kaufen. Fand nach suchen nur 12er. ist schwieriger. Schmeckt dann sehr neutral. Dann muss man allerdings frühzeitiger trinken, da die Umwandlung länger dauert.
Beim 18er geht es ca. in 15-20 Minuten bis ich etwas merkte. Hatte auf einer Erkundungsfahrt (südliche Runde der SuperHexer) mit fast 600 km irgendwann nach der Wasserkuppe keine Lust mehr auf die 18er (süßlich) Maltodextrose im Wasser. Dachte es ist ja nicht mehr so weit nach Hause (ca. 180 km). Das merkte ich dann in der Nacht doch viel stärker als erwartet. Habe dann wieder Pulver nachgefüllt und nach ca. 20 min. ging es mir wieder besser. Mit dem 12er Zeug hätte es länger gedauert.
Statt Kochsalz nehme ich Kaisers Natron. Neutralisiert die MD und ich bekam kein Sodbrennen. Soll bei einigen vorkommen.
 

spz

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Hier gibt es ein paar Rezepte aus dem Lager der Langstreckentriathleten qualigel

Edit: Link korrigiert
 
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eisenherz

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Mit Flüssignahrung ist man eigentlich permanent beschäftigt: Flüssignahrung zu sich nehmen und dann normales Getränk zum nachspülen. Alle paar Minuten kleine Schlucke, den Körper nie zu viel belasten. Also weder zu viel, noch zu wenig, zu warm oder zu kalt. Aber in der Nacht sind Ansagen sicherlich sinnvoll.
Ich halte die Energiezufuhr für das größte Problem.
Die meisten LangstreckenRekordversuche die ich gesehen habe / begleiten durfte, wurden abgebrochen weil sich der Magen auf links drehte.

Meine These*, die Liegeposition macht dem Magen noch extra zu schaffen, weil die Sensorik, „Überlaufkontrollen“ für Leistung auf Aufrecht im Körper „eingebaut“ sind.
Ob und wie es wirklich funktioniert kann man nur selten testen … volle Leistung auf ewige Stunden … macht man ja vielleicht 1-2 Mal im Jahr.

Darauf würde ich das Hauptaugenmerk legen … wie man die Leistung pusht … dazu gibt es genug Infos… das klappt schon … für den Magen braucht man Erfahrung, dazu gibt es im Liegen kaum verwertbare übertragbare Infos


*Die Idee hatte ich schon länger. Seit einigen Wochen fahre ich wieder Aufrecht. Da kann ich problemlos essen und saufen, was mir in der gleichen Zeit auf der Liege schon übel aufkommt. Und das obwohl ich beim Liegen sogar Natron nutze…ist aufrecht völlig egal
 
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spz

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Wie machen das Langstreckenschwimmer? Die liegen ja noch flacher und wenn man bei 15°C durch den Ärmelkanal oä. schwimmt wird man auch ordentlich zuführen müssen.
 

eisenherz

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Wie machen das Langstreckenschwimmer? Die liegen ja noch flacher und wenn man bei 15°C durch den Ärmelkanal oä. schwimmt wird man auch ordentlich zuführen müssen.
Das hab ich mich während des Schreibens eben tatsächlich auch gefragt …

Offensichtlich nix Besonderes :unsure:
Cameron Bellamy hat alle halbe Stunde was getrunken. Wasser mit so Energiepulver drin. Und jede Stunde gab es was zu essen. Zum Beispiel Banane, aber auch Schokoriegel mit Mandeln oder Nudeln mit Käse – Hauptsache es hat ihm Kraft fürs Schwimmen gegeben
 
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Vielleicht noch ein kleiner Tipp. Beim Gleitschirmfliegen ist es teilweise beim Streckenfliegen möglich über 10h in der Luft zu sein. Man möchte dann nicht landen müssen weil die Blase voll ist. Deshalb verwenden dort viele ein Urinalkondom. Ob das beim Liegerrad funktioniert wegen der Bewegungen und hält kann ich nicht sagen. Vielleicht könnte man damit die erste Pause möglichst weit nach hinten verlegen.

Gruß
Daniel
 
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