Radreise 2020 entlang Enz und Neckar

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Anfang September habe ich zusammen mit Anja, einer Freundin, eine mehrtägige Radrundreise mit meinem neuen, erst drei Wochen zuvor erworbenen Trike (HP Scorpion fs 26) gemacht. In diesem Thread möchte ich euch davon berichten.

Wenn ihr wollt, könnt ihr dies gerne kommentieren. Vielleicht habt ihr Fragen zur Route, zur gewählten Ausstattung, zur Technik, die ich gerne beantworte.

Da die Videos für die Etappen 2-5 aktuell noch nicht fertig sind, werde ich diese nachträglich als Beiträge in diesen Thread einfügen.

Route und Etappen
Die Rundtour begann in Karlsruhe, folgte der Pfinz nach Osten, der Enz über Vaihingen und schließlich dem Neckar über Heilbronn, Bad Wimpfen und Eberbach nach Heidelberg. Von dort fuhren wir über Schwetzingen in der Rheinebene zurück nach Karlsruhe.

Gesamt: 314 km – 1.860 hm – 5 Etappen – 6 Tage

Unsere Zielsetzung war nicht, pro Tag viele Kilometer zu machen, sondern entspannt durch schöne Städtchen und die Landschaft zu radeln und dabei die Natur zu genießen. Bei der Vorbereitung fiel uns vor allem der Stadtkern von Bad Wimpfen auf, weshalb wir uns entschieden, dort am dritten Tag eine Pause einzulegen und die Stadt zu erkunden.

Übersicht:
Radreise 2020 Enz Neckar - Übersicht.PNG

Etappe 1 – Karlsruhe > Sersheim
78 km – 570 hm

Die Etappe startete in Karlsruhe und folgte zunächst dem unspektakulären Stromberg-Murrtal-Weg entlang der Pfinz. Ab Enzberg fuhren wir auf dem Enztalradweg die Schleifen der Enz entlang, gesäumt von steilen Weinhängen und dem naturbelassenen Ufer, bis Vaihingen an der Enz. Vom dortigen Schloss Kaltenstein wurden wir mit einer grandiosen Aussicht über das Enztal belohnt.

Route: https://www.komoot.de/tour/250376758

Übernachtet haben wir in Sersheim in einer wirklich empfehlenswerten Ferienwohnung (Familie Schwarz).

Etappenvideo:

Etappe 2 – Sersheim > Bad Wimpfen
60 km – 250 hm

Route: https://www.komoot.de/tour/250962385

(Beschreibung und Video folgen - bitte Antworten im Thread prüfen)

Etappe 3 – Bad Wimpfen > Eberbach
56 km – 430 hm

Route: https://www.komoot.de/tour/252300604

(Beschreibung und Video folgen - bitte Antworten im Thread prüfen)

Etappe 4 – Eberbach > Heidelberg
40 km – 340 m

Route: https://www.komoot.de/tour/253064452

(Beschreibung und Video folgen - bitte Antworten im Thread prüfen)

Etappe 5 – Heidelberg > Karlsruhe
80 km – 270 hm

Route: https://www.komoot.de/tour/253761757

(Beschreibung und Video folgen - bitte Antworten im Thread prüfen)

Vorbereitung
Die gesamte Reise habe ich mit Komoot als Mehrtagestour geplant. Der gesamte Planungsvorgang war intuitiv und hat ohne größere Probleme super funktioniert. Auch die Routenoptimierung bezüglich der Steigungen und der Wegbeschaffenheit hat sich gelohnt. Bei Interesse kann ich Details zum Vorgehen erläutern.

Zur Übernachtung hatten wir im Voraus passende Ferienwohnungen und Hotels gebucht.

Ausstattung & Erkenntnisse
HP Scorpion fs 26 mit Shimano STEPS E8000 und Shimano XT Di2-Schaltung
  • Motor- & Akku-Nutzung: Ich bin durchgängig im ECO-Modus gefahren, bei heftigen Steigungen (z.B. Burgauffahrt) kurzzeitig auch mal in TRAIL oder BOOST. Auf sämtlichen Etappen haben mir dabei 1-2 Balken von 5 gereicht. Ich hatte also noch genügend Reserven.
  • Die 11-Gang-Schaltung war ausreichend, aber nur weil ich bei größeren Steigungen die Motorunterstützung zuschalten konnte. Motor und Schaltung sind aber eine sehr gute Kombination.
Ortlieb Liegeradtaschen
  • Sie sind sehr geräumig, aber anfangs etwas umständlich in der Handhabung. Daher habe ich die beiden Taschen probegepackt, während sie am Rad befestigt waren, um eine Ahnung der gefüllten Form zu bekommen. Das Befestigen der Taschen am Gepäckträger ist etwas fummelig, da die (original) Flachenhalter am BodyLink-Sitz und rechts der Akku im Weg sind.
  • Für die Ordnung in den beiden großen Taschen habe ich mir einige (15!) bunte Beutel (Stoff, Nylon) gekauft. Das war eine lohnenswerte Investition, da ich so eine gute Übersicht und schnellen Zugriff auf einzelne Kleidungsstücke und Gegenstände hatte.
  • Da die Liegeradtaschen nur schwer zugänglich sind, habe ich mir eine billigste Lenkertasche (8 Euro) gegönnt, die ich an der Spiegelhalterung an Lenker befestigt habe.
Kamera GoPro Hero7 Black
  • Ich habe keine Vorerfahrung mit Kameras (weder davor noch dahinter), ganz zu schweigen von Videobearbeitung. Motiviert durch die tollen Radreise-Dokus auf YouTube habe ich mir die GoPro kürzlich gekauft. Nun bin ich überrascht über die Qualität der Aufnahmen und vor allem über die tolle Bildstabilisierung, die sogar bei Kopfsteinpflaster nicht versagt. Ich denke, die Etappen-Videos können sich als Erstversuch sehen lassen. Alles weitere lernt man durch Feedback und Probieren.
Navigation & Aufzeichnung
  • Zur Navigation und Aufzeichnung habe ich mein iPhone mit Komoot-App verwendet. Dies hat mit den offline verfügbaren Planungen problemlos funktioniert. Mir ist es wichtig, unterwegs gutes und dynamisches Kartenmaterial zu haben, stets zu wissen wo genau ich bin, und z.B. bei unübersichtlichen Kreuzungen im Voraus zu sehen, wie genau der Radweg verläuft. Komoot hat mich hier sicher und zuverlässig geführt.
  • Zusätzlich habe ich die Touren mit meiner Apple Watch als Training aufgezeichnet.
  • iPhone und Apple Watch musste ich tagsüber in Pausen mit einer PowerBank nachladen, was immer zuverlässig funktioniert hat.
Der Vollständigkeit halber: Anja fuhr mit einem E-MTB von CUBE, dessen genaue Ausstattung mir nicht bekannt ist, hier im Forum aber auch weniger von Interesse sein dürfte.

Fazit
  • Meine Reisepartnerin hat sich bewährt (das ist keine Selbstverständlichkeit!).
  • Die Konfiguration meines Trikes hat sich bewährt.
  • Das ganze Zubehör (Taschen, Kamera, Navigation) hat sich bewährt.
  • Die gewählte Route hat sich bewährt.
  • Meine Knie haben durchgehalten .
  • Bis auf die Wahl der Route würde ich bei der nächsten Tour nichts ändern.
Was will man mehr?
 
Zuletzt bearbeitet:
Von der Routen Wahl her wirklich gelungen. Eine richtige Genusstour bei den geringen Höhenmetern.
Für erste GoPro Aufnahmen gute Einblendungen und umfassenden Eindruck zur schönen Landschaft vermittelt.

P.S.: Tour 3 bei Komoot steht noch auf Privat
 
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Ach, die Videobearbeitung nimmt viel Zeit in Anspruch.

Etappe 2 – Sersheim > Bad Wimpfen
60 km – 250 hm

In der zweite Etappe nach einem kurzen "musikalischen Zwischenfall" (siehe Video) zurück zum Enztalradweg, mit dem wir bald auf den Neckar stießen. Heilbronn hat mich sehr überrascht. Die Stadt hat sich, auch dank der Gestaltung durch die Bundesgartenschau 2019, von seiner besten Seite gezeigt. Die ganze Strecke am Neckar entlang war super zu fahren und bot einiges an Filmmaterial.

Route: https://www.komoot.de/tour/250962385

Wir haben in Bad Wimpfen im urig-modernen Hotel Sonne (direkt im Stadtkern) übernachtet.
Und weil Bad Wimpfen so schön ist, haben wir gleich noch nen Besichtigungstag dort verbracht.

Etappenvideo:
 
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Etappe 3 – Bad Wimpfen > Eberbach
56 km – 430 hm

Nach einem "Kultur- und Genusstag" in Bad Wimpfen sind wir weiter dem Neckar gefolgt. Herausgefordert wurden wir bei einer Neckarüberquerung (Schleuse Neckarzimmern) von Treppen, die zwar mit Fahrradrampen versehen waren, jedoch mit meinem Trike nicht einfach zu überwinden waren - vor allem wegen der Spurbreite. Mehr dazu im Video. Die restliche Strecke war vor allem wegen der abwechslungsreichen Landschaft sehr sehenswert.

Route: https://www.komoot.de/tour/252300604

Wir haben in Eberbach im Hotel Karpfen übernachtet, das seine besten Tage wohl schon hinter sich hat. Für eine Fahrrad-Übernachtung war es jedoch ausreichend.

Etappenvideo:
 
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Wo/wie befestigst du die Kamera?
Hallo Windfisch,

wir hatten auf dieser Tour folgende Kamerahalterungen:

Markus' Liegedreirad
  • Der klassische Selfiestick
    • Vorteil: Hiermit lassen sich problemlos Aufnahmen in alle Richtungen machen, auch rückgerichtet auf uns selbst.
    • Nachteil: Eine Hand ist immer belegt, was mich öfters in "Schaltnot" brachte.
  • Helm
    • Vorteil: Beide Hände frei.
    • Nachteile: Trotz Bildstabilisierung immer ein wenig wackeliger; Kopfschwenks aufgrund der Verkehrssicherheit (rechts, links frei?) vermasseln das Video.
  • Am Trike direkt habe ich leider keine zufriedenstellende Befestigungsmöglichkeit gefunden, bei der die Kamera halbwegs gerade ausgerichtet ist, eine interessante Perspektive zeigt und zugleich problemlos zu bedienen ist.
    Tipps sind willkommen!
Anjas MTB
  • Lenkerhalterung
    • Die Aufnahme war zwar immer um 4° geneigt, aber das lässt sich nachträglich gut korrigieren.
    • Hände frei.
  • Brustgurt
    • Spannende Perspektive, besonders bei anspruchsvolleren Abschnitten
Viele Grüße
Markus
 
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Konnte ich mir leider schon denken.

Der klassische Selfiestick

ist mir im Straßenverkehr zu gefährlich.


ist mir auch zu wackelig/unruhig


habe ich mal mit einem alten Rollei GoPro Clone probiert, der nur noch 30min Akkulaufzeit hatte: Am Tretlagerausleger, unten. Konnte man gut mit Sicht voraus einstellen, aber man hat immer nur die Pedalen gesehen. Ich möchte gern ein wenig vom Trike mit drauf haben. Deshalb habe ich auch keine neue Cam gekauft, und diese alte ist leider mittlerweile ganz defekt.

Wenn ich irgendwann mein VM habe, kommt da eine Kamera oben drauf, dann probiere ich beim Trike noch was am Fahnenmast. Ich habe die Standardfahne von HP Velotechnik dran, im unteren Bereich wackelt die nicht, wenn ich die Cam kurz über der Befestigung anbringe.
 
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Hallo Markus, hallo Anja,

zum ersten Mal eine Radtour verfilmt und dann kommt gleich so etwas heraus, Respekt!

Mich würde interessieren, wie es ist, wenn man mit einem Trike und einen MTB zusammen eine Tour bestreitet. Wer musste auf wem mehr Rücksicht nehmen, weil Bauart bedingt ja doch einige Unterschiede da sind (zB Geschwindigkeit) und wie wahren Eure Erfahrungen diesbezüglich?

Viele Grüße
Jochen
 
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Hallo Jochen,

sowohl Action Cam als auch das Trike waren erst wenige Wochen alt, als wir diese Tour gestartet haben. Es war also noch vieles neu für mich.

Unerfahren und schwer beladen waren wir mit gemütlichem Tempo unterwegs und haben (bedingt durch die vielen Sehenswürdigkeiten) auch viele Pausen gemacht. Daher mussten wir nicht besonders Rücksicht aufeinander nehmen. Wesentliche Geschwindigkeitsunterschiede gab es nur bergauf (da war Anja schneller) und bergab (da hatte ich Gravitationsvorteile).

Es ist jedoch nicht zu unterschätzen, dass Unterhaltungen auf unterschiedlichem Höhen(!)-Niveau stattfinden, aber auch daran kann man sich gewöhnen.

Das Nebeneinanderfahren hätte sich mit zwei Trikes sicher problematischer gestaltet. Beim Hintereinanderfahren hat sich jedoch schnell herausgestellt, dass eine dauerhafte Aussicht auf Anjas Rücklicht für mich unbefriedigend ist. Umgekehrt konnte Anja trotz meiner tiefergelegten Anwesenheit die Landschaft voll genießen.

Die Reiseerfahrungen mit den zwei völlig unterschiedlichen Rädern sind also durchweg positiv.
Wir sehnen uns schon nach der nächsten Radreise. Hoffentlich ist das bald wieder möglich.

Viele Grüße und frohe Weihnachten
Markus
 
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Etappe 4 – Eberbach > Heidelberg
40 km – 340 hm

Nach einem sonntäglichen Vormittag in Eberbach haben wir am Nachmittag die kürzeste Etappe der Tour angetreten. Auf den 40 Kilometern haben wir zwei Burgen angefahren und einige Male den Neckar überquert. Dieses Mal waren alle Brücken gut passierbar.
Den Tag haben wir mit einem Spaziergang durch die Heidelberger Altstadt und dem Besuch des Heidelberger Schlosses bei Dunkelheit abgerundet. Schaut euch das Video an! Den Ausblick in die beleuchtete Stadt kann man nicht in Worten beschreiben.

Route: https://www.komoot.de/tour/253064452

Wir haben im Hotel Regina in Altstadt-Nähe übernachtet. Dieses war zwar bei bett&bike empfohlen, jedoch war man dort (trotz vorheriger Anfrage) nicht auf ein Liegedreirad vorbereitet. Wir mussten den Scorpion durch den schmalen, extra freigeräumten Hotelflur über zwei Treppen in den Innenhof tragen und morgens wieder zurück.

Etappenvideo:
 
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Irjendwo im Pott
habe ich mal mit einem alten Rollei GoPro Clone probiert, der nur noch 30min Akkulaufzeit hatte:...Deshalb habe ich auch keine neue Cam gekauft, und diese alte ist leider mittlerweile ganz defekt.
Dir ist aber schon klar das es Gründe gibt warum gute ActionCams teuer sind?!?
Bildstabilisierung ist so eine Sache zb....

Wobei gute Schnittprogramme können da auch schon helfen.
Zb auch Stabilisieren oder nur einen Teilausschnitt verwenden.
 
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Etappe 5 – Heidelberg > Karlsruhe (Abschluss)
80 km – 270 hm

Zum Abschluss der Radreise hätte es kein besseres Wetter geben können. Strahlender Sonnenschein begleitete uns auf der letzten Etappe von Heidelberg über Schwetzingen nach Karlsruhe.
Wieso wir uns zwischendurch an der Nordsee wähnten, erfahrt ihr im Video.

Route: https://www.komoot.de/tour/253761757

Etappenvideo:
 
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Sehr schöne Videos, vielen Dank, das Anschauen war total entspannend.
Ihr habt unsere, zwar selten spektakuläre, aber doch häufig sehr hübschen Kulturlandschaften und –Schätze gut in Szene gesetzt. Obwohl, oder vielleicht gerade weil ich selbst einen ziemlich konträren Reisestil pflege, fand ich es sehr inspirierend: Ich hätte nämlich die komplette Tour an einem einzigen Tag gemacht. Auf jeden Fall habt ihr durch eure Reise mein Fernweh verstärkt.
 
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