Projekt Eigenentwicklung Velomobil(komponenten)

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Hallo Zusammen,
nachdem ich darauf hingewiesen wurde, doch lieber einen eigen Beitrag einzustellen, tue ich das hiermit.
Seit ca. 2 Jahren hat das Thema Velomobil mein Interesse geweckt und nachdem wir das vorhandene mir alles technisch nicht so gut gefiel, habe ich vor 1 Jahr angefangen ein paar Ideen zu entwickeln. Daneben habe ich die Werkstatt ausgestattet (3D Druck, Drehen, Fräsen, Sägen,Bohen). CAD ist zum Glück kein Problem.
Patente sind nicht meine Fokus, da melde ich schon beruflich genug an, das nicht umgesetz wird;). Wenn`s passt warum aber nicht.
Mit Fahrzeugen habe ich normalerweise nichts am Hut, aber schon alle möglichen Maschinen entwickelt und getestet. Fahrradmäßig: Nach ein Paar Jahren Abstinenz aufgrund des Umzugs ins Allgäu, das doch etwas meine Kondition überfordert hat habe ich nun ein E-Mountainbike und bin mittlerweile auch recht fit. Ist aber nach einem 9-10h Tag einfach gut, schnell den Berg hochzukommen.
Aufgrund Jahrelanger Erfahrung aus Entwicklung und auch Fertigung mit Schwerpunkt Mechanik, Elektrik, Elektronik, kann ich also vieles selbst machen.
Also nun zur Sache, was ich eigentlich so an den Gerätschaften zu meckern hatte:
- Einsteigen in die schnittigen Velomobil Vertreter ist eher was für Menschen ohne Knochen, an den Schultern für mich oft zu schmal. Mühselig
- Wendekreise meist nicht Stadttauglich. In Kombination mit dem Einsteige- und Aussteigeproblem bin ich viel zu ungeduldig für sowas. Da dreh ich durch.
- Panzerlenkung hat mich verunsichert, fand ich nicht gut. Ist schell verrissen.
- Liegeposition teilweise zu flach.
- Fahrradtechnik auch da wo ich sie als suboptimal empfinde-> z.B.Vorderräder, die für einspurige Fahrzeuge gemacht sind. Meterlange Ketten mit allerlei Hülsen etc. Also die Frage, warum denn Lösungen die für ein Fahrrad mit völlig anderer Geometrie usw. ausentwickelt sind nun unbedingt diesen Fahrzeugen übergestülpt werden müssen.

Meine persönliche Analyse des "Marktes" bei Liegerädern und Velomobilen war:
Nachden ich die ganzen im Sande verlaufenen Ankündigungen gesehen habe, schien sich für mich das Lager in grob 3 Fraktionen aufzuteilen.
1) Manufakturen, die optimieren aber kaum Grundlagen entwickeln und konsequent Fahrradtechnik verwenden.
2) Startups mit viel Marketing und Designideen, die nur notgedrungen überhaupt irgendwie Technik verwenden. Auch ohne Velomobilwissen kann ich oft da schon Listen machen, was problematisch ist. (z.B. teuer und geht schnell kaputt, Treibhaus...)
3) Erfinder mit ganz interessanten Sachen, aber oft wenig Fertigungsmöglichkeiten. Also mehr so improvisiert zusammengeschweißt.

Ein solches Startup Produkt zu kaufen bedeutet ein extrem hohes Risiko bzgl. Teilebeschaffung falls der Laden zumacht. Bei dem Preis eine hässliche Sache.

Mein Ziel:
Finden oder Erfinden von Komponenten, die folgende Eigenschaften für ein Velomobil optimieren, Velomobil bauen.
- Bequem und schnell einsteigen und Aussteigen
- Effizient mit guter Beschleunigung
- Sicheres Steuerungsverhalten beim Überfahren von Hindernissen.
- Bequeme Haltung
- gute Belüftung, insbesondere im Sommer
- Wetterschutz und Sicht
- Keine Nerverei mit Schaltung
- Möglichst wenig Wartung
- Booster für den Berg
- Kein Abhängigkeit von Herstellern und Produktabkündigungen
- Also standardisierte Bauteile und jederzeit herstellbare Teile.
- Sinnvolle Verwendung meiner Fertigungsmöglichkeiten, z.B. 3D Druck wo es Sinn macht.
- Möglichst unter 50Kg
- Eins für jeden aus der Familie (Wenn die will...)

Zugegeben, die ganze Wissenssammlung ist einfach nicht mein Ding, denn irgendwann sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ich brauche auch ein bisschen Ausgleich zum Büro und probieren geht über studieren. Wenn ich das Zeugs nochmal neu erfinde verstehe ich es einfach besser. Also das Forum habe ich daher nicht genau studiert, war auch besser so, sonst hätte ich wohl auch nicht angefangen.
So ergibt sich nach meiner Erfahrung eher die Chance, einen neuen Aspekt zu finden. Grundwissen braucht man natürlich und jetz habe ich langsam das Gefühl, das ich mitreden kann und weiß bei ein paar Dingen auch die Aspekte, die nicht so offensichtlich sind.

2 Teilysteme habe ich bis jetzt bearbeitet.

Rad/Lenkung
Antrieb in Linear und Schwenkausführung

Die Teile werden so getestet, das ich auch versuche sie kaputt zu machen um zu schauen, wo es bricht. Die zweite Seite (links/rechts) ist dann manchmal schon Revision A. Speziell bei sicherheitsrelevanten Bauteilen lege ich es drauf an.

Der Rest ist nur Mittel zum Zweck, also man muss sitzen und es soll fahren / bremsen /viele Anbauten ermöglichen. Das geht so lange, wie ich mir noch nicht sicher bin, wie die Technik aussieht. Eine fahrbare Versuchsplattform.
Falls also jemand in einem Foto ein Bosch/Item Profil entdeckt müsste da jetzt nicht unbedingt der Beitrag kommen, das es damit zu schwer wird.
Es sind auch Aluplatten dran, bei denen mir momentan die Zeit fehlt, die auf der kleinen Fräse zu zerspanen. Es ist also vieles viel zu schwer, macht aber im Moment nichts. Nettes Detail ist sicher auch der zerzägte Fahrradrahmen für das improvisierte Heck. CFK kommt nachher, ist mir zu Aufwändig und teuer und kann man auch schlecht zurechtsägen. Da sollte man dann also schon wissen, wie es aussehen soll.

Als Booster habe ich zunächst einen Bafang Mittelmotor genommen. ->nicht total verdongelt, brauche aber eigentlich einen Heckmotor.
Sonst habe ich also nicht geschaut, was der Fahrradmarkt hergibt und dann auf Teufel komm raus das eingesetzt. Industrieteile sind teilweise auch deutlich günstiger, als die ganzen durch Branding "aufgewerteten" Bauteile. Z.B. hochwertiges doppelt gedichtetes Niro Kugellager teilweise unter 1€ mit Mwst...ist schon ein Wort. Es wird erstmal das geeignete gesucht, fein wenn es da fahrradtechnik gibt, ansonsten -> Selbst ist der Mann.
Hinterrad mit Felgenbremse ist da jetz eines der wenigen Bauteile aus der Fahrradtechnik plus die Scheibenbremsen und Felgen (natürlich Reifen) vorne.
Bisher hat das recht gut geklappt, die Lenkung gefällt mir schon mal deutlich besser (Wendekreis ca. 5m, gutmütig, kaum Reaktion auf schräg überfahrene Bordsteinkante) als das, was ich probegefahren bin. Zugegeben, das war nicht viel.

16" Räder -> sonst wäre das Vehikel entweder viel breiter oder der Wendekreis wäre nicht möglich. Eingeschränkte Bauteilevielfalt der Felgen etc. aber die gedruckten Speichen haben die Bordsteinkante üblerlebt obwohl nur halbe Anzahl(3 von 6 möglichen). 20" würde gehen, aber dann mit schlechterem Wendekreis und behindert den Einstieg.

Jetz bin ich gerade dran, einen effizienten, wartungsarmen Antriebsstrang mit stufenlos elekrisch verstellbarer Schaltung zu bauen. Prototyp ist weitgehend fertig und muss noch angebaut werden. Soll Wartungsfrei-Schmierfrei-Effizient-Langlebig-Lautlos sein. Naja der China Verstellmotor ist leider schon mal nicht lautlos, aber hört man ja nur beim Schalten.
Wie gesagt habe ich irgendwie einiges neu erfunden und nun bin ich auf die Lösungen Stringbike und Dijker gestoßen, denen ein ähnlicher Gedankengang sowie der doppelte Freilauf mit Rückholfeder zugrundeliegt. Die Vorteile und Nachteile sind auf jeden Fall unterschiedlich.

Stringbike:
- Sauber
- Schick
- Kann durch den Flaschenzug den Winkelbereich auf einen Sweet Spot begrenzen.
- Ein Haufen Seile
- vmtl. relativ viel Reibung im Seil?
- Kontrolliertes Aufwickeln in allen Lebenslagen?
- Reibung in der Kulissenführung am Tretlager
- Bowdenzugschaltung präzise?
Dijker:
- Sehr schön einfaches Treten
- Schalten extrem speziell, wirft einige Fragen auf, wie das geht wenn Spannung drauf ist.
- Haltbarkeit sehe ich sehr kritisch
- Kraft kann nur aufgebracht werden bei sehr geradem Sitz, ansonsten müsste die Ebene schräg nach oben stehen, wodurch der Reiz verloren geht
(Ich habe die Anordnung gebaut und bin gefahren, hat mich aber gehörig hochgeschoben im Sitz)
- Wäre die Frage zu klären wie sich ein Rad mit 2 unabhängigen Seiten fährt -> Das werde ich ja nun auch rausfinden.

Alle Systeme (auch meins) haben 2 Rollenfreiläufe und Rückholfedern. Alle Systeme ändern die Übersetzung durch Änderung des Radius, was sich bei dem Prinzip anbietet. Das Ganze macht sie besonders geeignet für 4 rädrige Konstruktionen und natürlich auch für jede Art von Behinderung oder Gipsbein, Steifes Knie etc., was aber nicht mein Fokus ist.
Die Effizienz der Kinematik ist bei mir höher, (da bin ich sehr sicher;) ) aber die Rückholbewegung muss ich noch weiter bearbeiten und die Kraft-Kennlinie werde ich dann im Versuch bewerten. Posting mache ich, wenn ich das getestet habe.
Die Kennlinie und die Feder sind die möglichen Schwachpunkte meiner Konstruktion. Letzteres hat sie mit den beiden oben genannten gemeinsam. Na gut im Moment ist es noch bisschen Schwer.
Falls jemand einen Tipp hat, was Stringbike für eine Feder einsetzt, das wäre toll, denn das scheint ein sehr wichtiger Punkt zu sein. So eine Triebfeder hat eine Hysterese und somit Verluste. Das wäre derzeit die einzige Quelle für nennenswerte Verluste und vmtl. auch für einen Ausfall.
Was ich später auch noch gut gebrauchen könnte wären Eure Erfahrungen mit verschiedenen Problematiken, wie z.B. der Belüftung, Frontscheibe etc.
So noch dazu ein paar Fotos. Die Videos vom Fahren waren mir noch ein bisschen zu urig, um sie einzustellen.
Wenn ich gestestet habe werde ich vielleicht was zu der neuen Kinematik posten.

Bitte nicht übel nehmen, wenn ich nicht so schnell antworte, ich habe eine 40h plus Arbeitswoche und die Arbeit an den Prototypenbauteilen geht Abends vor.

Velomobile Grüße aus dem Allgäu
 

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Hallo erstmal! :)
Du hast da einige gute Ansätze, am interessantesten finde ich die Vorderräder. Wenn Deine Konstruktion da hält, sind Scheibenbremsen ja kein Problem mehr.
LG Oliver
 

Jack-Lee

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Schau bitte nochmal im Bereich "Lenkgeometrie" nach. Aktuell hast du einen Lenkrollhalbmesser der locker 5-6cm positiv ist. Das wird sich richtig unschön fahren. Nachlauf sehe ich auch keinen. Anonsten sieht man das du gern druckst ;)

EDIT: Siehe unten, hab nicht genau hingeschaut ;)
 
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Klingt interessant. Da hast du dir einiges vorgenommen. Selbstbewusst. Mal schauen wie die Ergebnisse sind.
 
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Du scheinst technisch einiges drauf zu haben. Aber deinem Text merkt man an, dass du wenig ErFAHRung mit Velomobilen hast. Bevor du jede Menge Zeit und Geld in technische Lösungen für Probleme die keine sind versenkst, solltest du vielleicht erst mal ein gutes Velomobil für einige Zeit fahren. Dann wären beispielsweise 16-Zoll-Räder kein Thema mehr.
 
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Schau bitte nochmal im Bereich "Lenkgeometrie" nach. Aktuell hast du einen Lenkrollhalbmesser der locker 5-6cm positiv ist. Das wird sich richtig unschön fahren. Nachlauf sehe ich auch keinen. Anonsten sieht man das du gern druckst ;)
Der ist im Moment glaube ich 13mm Positiv und der Nachlauf 29mm. Hab lange nicht mehr dran gearbeitet. Woran glaubst Du was anderes zu sehen?
 

Jack-Lee

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@Mobil : da hab ich mich wirklich etwas von meiner Optik täuschen lassen. Du hast ja "Schüsselfelgen" gebaut, wo der Achsschenkel mehr in der Felge ist, als daneben. Der Lenkrollhalbmesser sollte aber eher im Bereich von 5-10mm negativ sein.

Aber Sutrai hat schon recht... Viele der genannten "Probleme" sind keine, oder kommen eher unerfahreneren so vor. Bisher konnte niemand der doch schon sehr sehr vielen Leute, die meinten z.B. die "lange Kette" entfernen zu können, etwas wenigstens gleichwertiges an den Start gebracht.
Eine längere Kette stört nämlich kaum und ist für den "Transport" von mechanischer Energie über etwa 2m sehr gut geeignet.
 
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1) Manufakturen, die optimieren aber kaum Grundlagen entwickeln und konsequent Fahrradtechnik verwenden.
2) Startups mit viel Marketing und Designideen, die nur notgedrungen überhaupt irgendwie Technik verwenden. Auch ohne Velomobilwissen kann ich oft da schon Listen machen, was problematisch ist. (z.B. teuer und geht schnell kaputt, Treibhaus...)
3) Erfinder mit ganz interessanten Sachen, aber oft wenig Fertigungsmöglichkeiten. Also mehr so improvisiert zusammengeschweißt.
Das finde ich ganz schön lustig. Sortiere die relevanten Velomobil-Hersteller doch mal namentlich genannt ein.
Wo stehen ICB, Räderwerk bzw. Jens Buckbesch, Daniel Fenn, Velomobiel.nl, Leiba, Beyss, um nur einige zu nennen?

Ich bin gespannt, wann ich dann Dein Velomobil werde kaufen können. Voll optimiert und viel besser und weniger improvisiert zusammengeschweißt als diese unmöglichen Teile, die bisher in meiner Garage ihr Dasein fristen.
 
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Das finde ich ganz schön lustig. Sortiere die relevanten Velomobil-Hersteller doch mal namentlich genannt ein.
Wo stehen ICB, Räderwerk bzw. Jens Buckbesch, Daniel Fenn, Velomobiel.nl, Leiba, Beyss, um nur einige zu nennen?

Ich bin gespannt, wann ich dann Dein Velomobil werde kaufen können. Voll optimiert und viel besser und weniger improvisiert zusammengeschweißt als diese unmöglichen Teile, die bisher in meiner Garage ihr Dasein fristen.
Der Ausgang ist ja noch offen. Ob man das irgendwann kaufen kann wäre damit höchst zweifelhaft. Mit der Kategorisierung war vielleicht nicht so gelungen, da hätte ich die meisten wohl unter 1 eingeordnet....was aber nicht ganz richtig ist.
 
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um mal nicht jeden Satzbaustein extra zu zitieren, habe ich die wichtigsten Punkte mal einfach so kopiert, die für mich im Widerspruch stehen
- Effizient mit guter Beschleunigung ----------> Möglichst unter 50Kg
- Manufakturen, die optimieren aber kaum Grundlagen entwickeln und konsequent Fahrradtechnik verwenden. Ein solches Startup Produkt zu kaufen bedeutet ein extrem hohes Risiko bzgl. Teilebeschaffung falls der Laden zumacht.
Also standardisierte Bauteile und jederzeit herstellbare Teile. -------> Sinnvolle Verwendung meiner Fertigungsmöglichkeiten, z.B. 3D Druck wo es Sinn macht.
16" Räder -> sonst wäre das Vehikel entweder viel breiter oder der Wendekreis wäre nicht möglich -----> Sicheres Steuerungsverhalten beim Überfahren von Hindernissen.

Das nur mal als kleine Auswahl
 

jpr

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Spannende Ansätze! Wichtig ist, dass es Spaß macht. Wenn dabei auch noch Erkenntnisse für alle entstehen, um so besser.
Ich werde das hier mit Interesse verfolgen!

Mach dich bereit hier auf Meckerer und Besserwisser zu stoßen. :whistle: Gleichzeitig ist viel Fachwissen und praktische Erfahrung versammelt in diesem Forum.
Den Rat ein vernünftig auf dich eingestelltes State of the Art-Velomobil zumindest längere Zeit Probezufahren würde ich beherzigen.
Es ist klar, das du nicht anstrebst ein Sportvelomobil zu entwickeln, dennoch sind dort bestimmte Aspekte sehr ausentwickelt und den etablierten herstellern mangelnden Innovationswillen zu unterstellen halte ich für eine Falle.

100 Jahre Entwicklung menschengetriebener Fortbewegungsmittel haben bewährte Systeme hervorgebracht, die man nicht untetschätzen sollte. Es versuchen sich immer wieder durchaus potente Entwicklerteams, die meinen den Kettenantrieb zu optimieren oder durch ein anderes, "viel" effizienteres System ersetzen zu können. Man wartet immer noch.

Gutes Gelingen!
 

Jack-Lee

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@jpr : Kettenantrieb:
-Gewicht Kette : etwa 900g, Gewicht Kettenblatt (100g) /Kasette (300g) /Schaltwerk (250g) /Umlenkrolle (60g) /Kettenrohr (100g) : etwa 810g
Gesamtgewicht Kettenantrieb : 1,7kg.
-Wirkungsgrad : 90-95%
-übertragbare Leistung : 500Watt dauerhaft, 2000Watt Peak

Da was leichteres und effizienteres zu entwerfen, egal zu welchem Preis, wird schon SEHR hart/unmöglich.
Und auch mit dieser sooo schweren Kette kann ein Trike 9,0kg wiegen (inkl. Pedale und Sitzmatte, also fahrfertig!)
HST-3a.jpg


Ein Velomobil über 50kg ist alles, aber sicherlich nicht agil oder gar schnell (ohne Motor).
 
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Schöne Ideen, spannende Konstruktionen. Ich habe den Thread auf jeden Fall mal abonniert! (y) ;)

Die Gedanken zum Thema Antrieb finde ich auch interessant, bin da aber wie @Jack-Lee auch etwas verhalten optimistisch bei möglichen Resultaten.

Was mich im VM aktuell etwas stört, ist gleichzeitig eine große Spanne abzubilden (meist 2 Kettenblätter mit extremen Deltas), aber auch möglichst simpel und robust zu sein (1 x 12). Beides zusammen geht oft schlecht. Dazu kommt, dass man nicht im Stand schalten kann und Getriebekurbeln meist sehr speziell, teuer und noch mal schwerer sind.
Warum also nicht die (schwere, laute) Kette durch einen (leichten, dünnen) Faserstrang und eine Wickel/Kulissen-Mechanik am Rad ersetzen, was sich sogar im Stand und stufenlos schalten lässt?

Zu etwas Stringbike-artigem im VM habe ich auch neulich ein paar Ideen entwickelt, mir dann aber sagen lassen, dass dieses rein lineare Treten ineffizient sein soll. Das wäre der erste Punkt, wo man mal schauen sollte, bevor man sich da in konkrete Entwicklung stürzt.
Wie fühlt sich das an? Wieviel Leistung kann ich als Fahrer unter bestimmen Bedingungen abgeben?
Kann man sicher im Ergometer-Versuch zunächst trocken testen, ehe man es konkret angeht.

Die andere wichtige Frage ist mit diesen Wickel-Antrieben oben (Stringbike + Dijker): Was passiert beim rückwärts Rollen?
In meiner Vorstellung spult sich das System da so lange auf, wie es Platz hat und blockiert dann - korrekt?
Das ist bei einem Up noch "tragbar" (man steigt halt ab und lupft das Rad), im VM aber ziemlich unpraktisch (ggf. sogar gefährlich, wenn man am steilen Berg mal mit vollem Gewicht zurück in den Antrieb rollt).

Hast Du daran mal gedacht oder schon eine Idee?
 
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@Mobil bitte obrigen Kommentar nicht als Lächerlichkeit verstehen, sondern als abwartende Haltung.
Das Forum hat in den letzten Jahren schon einige Gestalten gesehen, die posaunten alles besser machen zu wollen/können. Außer Luftschlößern kam da leider kaum etwas bei raus, nicht mal fahrbare Prototypen. Sogesehen scheinst Du ein paar Schritte weiter zu sein.

Zum Djker: Ich habe den 2019 live gesehen, leider nicht gefahren. Den Versuch fande und finde ich sehr interessant. Ein langes Gespräch hatte ich auch mit Peter-Paul 2020 habe ich die Firma mehrmals auf verschiedenen Kanälen und Sprachen versucht zu kontaktieren, leider kam nie eine Antwort zurück.
Habe mir eben den Artikel in Ligfiets2020/3 durch gelesen. Da steht zumindest:
Jetzt ist es an der Zeit, mit einer "Nullserie" von sechs Stück zu beginnen. Er will es etwa im Juni 2021 fertigstellen, etwa ein Jahr nachdem dieser Artikel geschrieben wurde. Er sucht nun nach Investoren, die bereit sind, zu investieren 10 000 oder mehr. Sie werden dann zum Besitzer eines der Dijker aus der Nullserie mit der Absicht dass es für Dauertests verwendet wird. Der nächste Schritt Schritt ist eine Serie von 60.
Viel Erfolg bei Deinem Vorhaben.
 
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Schöne Ideen, spannende Konstruktionen. Ich habe den Thread auf jeden Fall mal abonniert! (y) ;)

Die Gedanken zum Thema Antrieb finde ich auch interessant, bin da aber wie @Jack-Lee auch etwas verhalten optimistisch bei möglichen Resultaten.

Was mich im VM aktuell etwas stört, ist gleichzeitig eine große Spanne abzubilden (meist 2 Kettenblätter mit extremen Deltas), aber auch möglichst simpel und robust zu sein (1 x 12). Beides zusammen geht oft schlecht. Dazu kommt, dass man nicht im Stand schalten kann und Getriebekurbeln meist sehr speziell, teuer und noch mal schwerer sind.
Warum also nicht die (schwere, laute) Kette durch einen (leichten, dünnen) Faserstrang und eine Wickel/Kulissen-Mechanik am Rad ersetzen, was sich sogar im Stand und stufenlos schalten lässt?

Zu etwas Stringbike-artigem im VM habe ich auch neulich ein paar Ideen entwickelt, mir dann aber sagen lassen, dass dieses rein lineare Treten ineffizient sein soll. Das wäre der erste Punkt, wo man mal schauen sollte, bevor man sich da in konkrete Entwicklung stürzt.
Wie fühlt sich das an? Wieviel Leistung kann ich als Fahrer unter bestimmen Bedingungen abgeben?
Kann man sicher im Ergometer-Versuch zunächst trocken testen, ehe man es konkret angeht.

Die andere wichtige Frage ist mit diesen Wickel-Antrieben oben (Stringbike + Dijker): Was passiert beim rückwärts Rollen?
In meiner Vorstellung spult sich das System da so lange auf, wie es Platz hat und blockiert dann - korrekt?
Das ist bei einem Up noch "tragbar" (man steigt halt ab und lupft das Rad), im VM aber ziemlich unpraktisch (ggf. sogar gefährlich, wenn man am steilen Berg mal mit vollem Gewicht zurück in den Antrieb rollt).

Hast Du daran mal gedacht oder schon eine Idee?
Hallo Christian, danke dafür. So ein Beitrag ist der Grund das Forum zu nutzen. Zur Sache: Klar, das blockiert, finde ich aber am Berg eigentlich eher positiv. Was wäre da ungefährlicher daran wenn man rückwärts rollt? Man parkt dann auch sicher am Berg. Hier überlege ich noch ob man das beseitigen muss, oder das eher optional ist solange ich einen super Wendekreis habe. Ein Rückwärtsgang wäre sicher fein, aber ich habe noch keinen konkreten Plan. Die super simple „brutale“ Methode wäre ein kleines Gegenrad am Hebel, das man per Hand von innen Bedient und unter das Hinterrad schiebt. Dann hat man gleich den Rückwärtsgang und das noch mit flexibler Übersetzung. Ist ja dann eine seltene Situation. Eine Schaltbare Kupplung wäre anspruchsvoller und eben komplexer...dann immer noch ohne Rückwärtsgang. @Jack-Lee : Niemand hat behauptet, das wäre dann das leichteste und agilste ...die Kettenschaltung ist vmtl. Leichter. Aber ich hatte schon genug Heckmeck am Mtb und überspringende Kette... sowas akzeptiert ja auch keiner am Auto. Es gibt für mich noch andere wertvolle Eigenschaften. Man kann das letztlich im Moment nur mit einer Rohloff vergleichen, denke ich. Da gibt es ähnliche Ziele bzgl usability auch wenn der Entwicklungsstand meilenweit weg ist. Anderer Vergleich: Podbike wiegt 95kg und hat keine Möglichkeit Meine Beinkraft in eine vernünftige Beschleunigung umzusetzen.
Ich verstelle die Übersetzung mittels Spindeltrieb elektrisch. So macht das nämlich dann auch Sinn eine elektrische Schaltung zu haben. Ist in dem Fall die einfachste und sicherste Methode finde ich. Aber schwerer, selbst mit Aluspindel. Ich mag Bowdenzüge nicht, da ist immer was. Die Summe der Eigenschaften muss passen.
 
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Steintrikes konnte man mal mit 16" Rädern ordern...
zumindest vorne
rumpelt halt mehr.. sollte aber mit guter Federung ja halbwegs entgegenzuwirken sein
 
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