Preiseinschätzung: Challenge Fujin SL II – vom Leichtbau-Renner zum Familien-Alltagsflitzer

Ich habe viel Zeit und extrem hochwertige Teile investiert, um aus dem Leichtbau-Lowracer einen pfeilschnellen, aber alltagstauglichen Alleskönner zu machen.
Um nochmal darauf einzugehen:
Du stehst vor dem gleichen Problem, das ich hätte, wenn ich meine Cheetah verkaufen wollte. Da hab ich auch einiges an Geld und Arbeit investiert, um sie zu einem nicht so leichten, aber schnellen Reiserad zu machen und einige Dinge genau so umzubauen, wie ich sie haben möchte. Für mich ist das jetzt (fast...) genau das richtige Fahrrad, aber der komplette Rest der Welt würde wahrscheinlich wieder Geld und Arbeit reinstecken müssen, um den Krempel wieder ab- oder umzurüsten.

Deswegen ist es m.E. nicht sinnvoll, das Rad so zu anzubieten und zu bewerben, wie es umgebaut wurde, in der Hoffnung, dass ein möglichst großer Teil des Aufwands mit entlohnt wird. Auch wenn's in der Seele wehtut, wird es besser sein, mit einem etwas geringeren Preis und weniger Komponenten einen größeren Interessentenkreis anzusprechen - oder den Verkauf ohne diese oder jene Teile zumindest als Option anzubieten.
 
Ich bin mir nicht sicher, ob das Fujin Sport mit der Hinterradfederung auch schon einen Alurahmen hatte. Das SL2 hatte zumindest den gleichen Leichtbau-Alurahmen wir das SL1, aber dann eben noch die Carbongabel, wie schon erwähnt nur für RR- Bremse, den Carbon Ausleger, Carbon kurbeln (hatte ich auch am SL1), Carbonsitz und den sehr leichten, hohen und nicht klappbaren Tiller (Titan?) mit sehr schmalem Lenker, was eine extrem schnittige Betender Hamster Position ermöglichte. Damit kamen die Ellenbogen über den Bauch und nicht daneben. Das brachte mehr Speed. Bin beide gefahren. Der am SL1 verbaute Alusitz war auch sehr leicht, aber ich kenne auch ein SL1, wo dieser Sitz an ein paar Stellen gebrochen ist. Die beiden Rahmen unterscheiden sich in der Sitzaufnahme deutlich. Die verbaute Alugabel hatte ich mit der Discbrake am SL1, den verbauten Klapptiller auch. Leicht ist der nicht, wenn auch schön gemacht mit Alu-Frästeilen. Nach unten arretierbar. Am Alusitz konnte direkt ein relativ leichter Gepäckträger montiert werden, ohne Abstützung in Hinterachsnähe. Hatte geringere Zuladung, aber ausreichend für die Bananentaschen. Da ist der hier verbaute Träger vielleicht nicht die ästhetischere Variante, aber sicher alltagstauglicher.
So oder so, ich bin das Fujin gerne gefahren, ein tolles Rad.
 
@jensNBG und @HFKLR Der ‚Fehler‘, den du suchst, existiert bei einer fachgerechten Weber-Montage an dieser Stelle schlichtweg nicht.

Die Weber-Kupplung (Typ EK) wird hier nicht einfach ‚irgendwie‘ drangeklemmt, sondern sie nutzt die Hinterradachse als massiven Befestigungspunkt. Die Muttersicherung ist genau darauf ausgelegt, die Klemmkraft der Achsaufnahme vollflächig und spielfrei auf das Ausfallende zu übertragen. Das sorgt dafür, dass die Kupplung fest mit dem Rahmen verbunden ist, ohne dass punktuelle Scherkräfte auf das Aluminium wirken – das ist technisch eine absolut saubere Lösung.

Warum deine Bedenken zum Aluminium unbegründet sind:Aluminium ist ein Standardwerkstoff im Flugzeugbau und in der Fahrradtechnik genau deshalb so geschätzt, weil es ein exzellentes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht bietet. Der Rahmen ist für einen Fahrer mit Gepäck auf 105 kg ausgelegt; diese dynamischen Lasten (beim Antritt, in Kurven, auf Unebenheiten) sind um ein Vielfaches höher als die statische Last eines Anhängers, der zudem meist über eine gefederte Deichsel mit der Kupplung verbunden ist.

Zum Krafteintrag:Die Anhängerlast bringt bei der Weber-Kupplung eine minimale, flächig eingeleitete Last in das Ausfallende ein. Das Laufrad selbst überträgt durch den Kettenzug und den Fahrergewicht wesentlich höhere Momente in das Ausfallende als der gezogene Anhänger. Die Geometrie des Ausfallendes am Fujin SL II ist genau für diese hohen Lasten des Fahrers konzipiert – der Anhänger ‚merkt‘ der Rahmen also quasi gar nicht.

Ich habe das Rad mit diesem Setup im Einsatz, und die Verbindung ist absolut spielfrei und stabil. Für mich ist das die perfekte Symbiose aus Leichtbau-Rahmen und Alltagstauglichkeit – wer das als Fehler bezeichnet, hat das Prinzip der Krafteinleitung bei Weber-Kupplungen vermutlich noch nie im Detail betrachtet.
 

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@jensNBG Ich denke, wir sollten den Thread hier nicht mit theoretischen Abhandlungen über Materialfestigkeit sprengen. Wenn ihr das Thema ‚Kraft- und Momenteneinleitung‘ oder die Dauerfestigkeit von geschweißten Aluminiumkonstruktionen in der Tiefe diskutieren wollt, macht gerne einen separaten Faden im Technik-Bereich auf. Dort können wir das dann gerne weiter erörtern. Hier in der Verkaufsanzeige halte ich solche Vermutungen jedoch für fehl am Platz, da sie mit der tatsächlichen, langjährigen Praxiserfahrung dieses spezifischen Aufbaus nichts zu tun haben.“
 
Hallo zusammen,

danke für die Einschätzung. Da das Rad parallel im Verkaufsbereich inseriert ist, ist dort der richtige Ort für konkrete Kaufanfragen und Preisverhandlungen.

Die technische Diskussion hier im Thread hat nun einen Punkt erreicht, an dem sie mir zu weit von der Sache wegführt und für potenzielle Interessenten keinen Mehrwert mehr bietet. Ich habe die Meinungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere, dass es hier sehr unterschiedliche technische Einschätzungen gibt. Ich werde mich daher aus dieser Diskussion an dieser Stelle ausklinken.

Vielen Dank für den Austausch – wer Interesse am Rad hat, findet alle Details und die Kontaktdaten wie erwähnt im Verkaufsbereich.

Beste Grüße, Roland
 
Die Rohre sind gleich. Der Unterschied ist,das auf die Federung hinten verzichtet wurde. Noch dünner würde nicht gehen,da das Rad dadurch noch wabbeliger bei hoher Belastung am Berg wäre. Das light beschreibt den Carbonausleger,die Kurbel und eventuell noch den Carbonsitz,wenn dieser verbaut ist.
Plus leichtere raeder und ein carbongabel. Rahmen von ein SL ist auch ein bisschen anderes hinten.
 
Die technische Diskussion hier im Thread hat nun einen Punkt erreicht, an dem sie mir zu weit von der Sache wegführt und für potenzielle Interessenten keinen Mehrwert mehr bietet. Ich habe die Meinungen zur Kenntnis genommen und akzeptiere, dass es hier sehr unterschiedliche technische Einschätzungen gibt. Ich werde mich daher aus dieser Diskussion an dieser Stelle ausklinken.

Beste Grüße, Roland

Wenn jemand etwas geschrieben hatte, gab es von Dir etwas hinterher, klang für mich wie anpreisen, hatte was von innen vergoldeten Rohren, feinste Luftfahrttechnik.

Ein 9-Fach XT Schaltwerk kriege ich auf dem Flohmarkt für 10-15€. Klar ist das ein gutes Schaltwerk, aber keine Wertsteigerung. Und durch Gepäckträger und Anhängerkupplung das Rad zum Familienflitzer zur erklären, ein netter Versuch.

Einspurer sind nicht so gefragt, eigentlich erzielen nur seltene Carbon High- oder Midracer noch gute Preise. Ich würde mir das auch anders wünschen. Neulich ist eine Fujin ähnliche Carbon Liege für 800€ bei Kleinanzeigen verkauft worden. Wertverlust gibt aber auch bei Rennrädern, ich habe gerade ein 20 Jahre altes Top-Rennrad mit wenig Kilometern für 400€ gekauft. Die Menschen wollen gerade Carbon Gravelbikes und E-Bike-SUVs fahren. Selbst die Stahlrennräder lassen nach, letzte Woche war eines von Moser mit sehr guter Ausstattung in der Selbsthilfe, hatte wohl 150€ gekostet.

Mehr wie 800-1000€ Wert sehe ich hier nicht.
 
Na Roland wollte doch für sein Angebot trommeln und jetzt tut ihr so rumdiskutiern .. ich hab letzes Jahr einen seltenen Raptobike Midracer für 500.00 geholt. Ok, nicht ganz ganz leicht..
 
Ich habe ja auch ein SL2, mit der leichten Carbongabel, aber mit Felgenbremsen. Zum Anhängerbetrieb: ich hatte das auch mal überlegt, aber davon Abstand genommen. Das Rad ist ziemlicher Leichtbau, auch die Hauptbremsleistung liegt auf der Vorderbremse, da will man nicht noch einen Kinderhänger hinten dran hängen.
Einen Gepäckträger habe ich auch nachgerüstet, um hin und wieder mit dem Rad ins Büro zu fahren. Es geht, aber viel mehr als 7-8 kg pro Tasche würde ich hier auch nicht empfehlen. Und offiziell wird das Gewichtslimit "TOTAL WEIGHT LIMIT 105 kg / 230 lbs rider and luggage" angegeben. Da würde ich wirklich nicht drüber gehen.
Zum Preis sage ich nichts, es gibt aber sicher noch die Anzeige von "meinem" hier im Forum.
 
Schauen wir mal ob der Preis nach unter geht oder das Rad bald verkauft ist.
Ersteres wäre eine Bestätigung, dass Einspurer aussterben, 2. würde zeigen, dass solche Räder gesucht sind, auch wenn die eine oder andere Änderung je nach Vorliebe nötig ist.
Mit dem Verschleiß bzw. Scheuerstelle an der Gabel, die der Staub schon nach 1500km ins Alu schafft, wäre ich aber auch unter 1000€.
Tipp: weglassen was kritisiert wird und auf Hochglanz wienern, danach neue Bilder einstellen.
Gruß Volker
 
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Zum Beispiel, also ordentlich putzen, Aufkleber da drauf, aber auf die Scheuerstelle hinweisen, Gepäckträger und Kupplung runter. Das als Zubehör mitgeben, das kann das jeder nach Gusto montieren oder nicht.
Und dann neuer Top Bilder, die das Rad im besten Licht da stehen lassen.
Problem ist halt, dass man hier im Forum ungünstige Bilder nicht mehr so leicht weg bekommt.
Dann wird nach meiner Meinung der hohe Preis eher akzeptiert.
Wenn man einen Renner mit Lastenesel Ausstattung im Forum den Fachleuten vorstellt, bekommt man mögliche Schäden halt vor allen aufs Butterbrot geschmiert.
 
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