Hallo zusammen,
da ich langjähriger Dreiradfahrer bin und 4 Jahre das Scoobo hatte, möchte ich gerne meine Erfahrungen hier posten.
Kurz zu mir:
Ich bin männlich, 54 Jahre jung und leide an Gleichgewichtsstörungen (vor allem linksseitig), weswegen ich kein Zweirad mehr fahren kann.
2022 bin ich mal spaßeshalber in unser örtliches Dreiradzentrum gefahren und habe mich beraten lassen, bin verschiedene Dreiräder Probe gefahren und beim Scoobo hängengeblieben. Ich brauchte etwa 2 Wochen, um mich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen. Seitdem bin ich bis vor kurzem insgesamt 15500km damit gefahren. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen:
Das Fahrzeug hat bei mir unzählige Male den Angstschweiß auf die Stirn getrieben und es hat mich sehr viel Geld gekostet! Das Ding ist sehr wartungsbedürftig (habe insgesamt ca. 3800 Euro an Wartung und Reparaturen reingesteckt)!
Das Fahrzeug ist ziemlich kippsicher, wenn man es in Kurven nicht übertreibt.
Ich fange mal damit an, warum es mir oft Angst gemacht hatte:
Mein Körper mag keine einseitigen Fahrbahnerhöhungen, z.B. durch einseitige Wurzelaufbrüche oder nach außen schräg verlaufende Fahrbahnränder. Im Falle von einseitigen Wurzelaufbrüchen, wie es oft auf Fahrradwegen vorkommt oder auf Waldwegen, reagiert mein Körper mit Angst. Gerade in der Anfangszeit sah das bei mir so aus:
Wurzelerhöhung rechts, linke Fahrzeugseite kippt etwas ab, Vollbremsung, Tarzanschrei, absteigen und drüber schieben (kein Witz, leider)! Ganz langsam habe ich gelernt, das besser in den Griff zu bekommen und wenn ich langsam drüber fahre in einem niedrigen Gang geht das (nur bei starken einseitigen Wurzelerhöhungen schiebe ich noch drüber, aber ohne Tarzanschreie
). Ich denke, das liegt daran, dass das Scoobo nur eine Rahmenfederung mittig hat und die Hinterachse als Starrachse ausgeführt ist. Und genau hier liegt das nächste Problem, die Reparaturanfälligkeit. Aufgrund der Tatsache, dass die Hinterachse und damit auch alle Teile innerhalb des Antriebes (Radlager, Gelenkwellen) nicht mit den Unebenheiten mitgehen können, ist die Belastung bei Unebenheiten und Schräglagen für besagte Bauteile besonders hoch. Meiner Meinung nach hat das Scoobo viel zu dünne Antriebswellchen und zu schwach dimensionierte Lager. Jedenfalls wurden an meinem Scoobo 2x das Differential und jeweils 2x die Antriebswellen und alle Radlager gewechselt.
Kommen wir zu den Vorteilen des Scoobos:
- ganz klar der Motor! Der ActiveLine Plus zieht ordentlich. Der Motor ist sehr standfest, ich hatte in den 15500km keinerlei Probleme mit Motor und Elektronik!
- Bremsen. Die sind sehr kräftig und lassen sich super dosieren. Bremsbelagverschleiß bei mir: insgesamt 3x neue Beläge vorne und hinten.
- Sitzposition: Aufrecht, sehr bequem mit dem optionalen Komfortsitz. Mit dem serienmäßigen Sitzbrötchen allerdings eine Katastrophe!
- Akku! Der Bosch Akku mit 500Wh ist echt sehr langlebig. Auch nach 4 Jahren und über 15000km hält er noch in der Motorstufe Sport locker 60km!
- Fahreigenschaften: Das Fahrzeug ist für mich ganz klar ein Fahrzeug für gute Strecken ohne grobe Fahrbahnschäden! Dann lässt es sich sehr agil und angenehm fahren!
- sehr wendig durch das kleine Vorderrad!
Und nun die Nachteile:
- die Akkubrücke! Ganz klar der größte Nachteil! Zum einen erschwert sie das Beladen des Korbes und zum anderen liegt durch die hohe Position des Akkus der Schwerpunkt sehr weit oben, was für mich meiner Angst vor Schräglagen nicht forderlich ist. Zudem ist die Akkubrücke auch seeeeehr anfällig! Bei meinem Scoobo hatte ich an dieser Stelle schon zweimal einen Bruch, aufgrunddessen Pfautec auf Garantie jeweils den Rahmen getauscht hat!
- sehr hohe Reparaturanfällig, sehr verschleißfreudig!
- bedingt durch das kleine Vorderrad vorne ziemlich nervös. Zudem ist das Lauft auffüllen vorne eine Qual, da das Ventil so schlecht zugänglich ist und aufgrund des kleinen Rades.
- unkomfortabel auf schlechten Wegen aufgrund der suboptimalen Rahmenfederung und der starren Vordergabel.
Nun habe ich mein Fahrzeug verkauft und bin nun stolzer Besitzer eines Hase Kettwiesel One Up, welches vieles besser macht als das Scoobo aber nicht alles! Als größten Nachteil empfinde ich die höhere Position der Pedale, weswegen mein Bauch etwas leidet (ich habe einen kräftigen "Kessel" (nein, nicht durch Bier). Auch ein wichtiger Grund für mich, nun mit dem Abnehmen zu beginnen (natürlich auch der Gesundheit wegen).
Auch ist der Motor etwas schwächer, obwohl er mehr Drehmoment hat als der Boschmotor im Scoobo. Dies ist aber okay für mich.
Dafür ist das Kettwiesel um Lichtjahre sicherer bei Schräglagen (zumindest empfinde ich das so)! Auf den Wegen, wo ich beim Scoobo Angst hatte, kann ich mit dem Wiesel fahren, wenn auch langsam. Entscheident verbesser hat sich der Fahrkomfort aufgrund der Vollfederung und der Einzelradaufhängung. Auch scheinen mir die Antriebswellen robuster gebaut zu sein. Dazu kann ich natürlic herst bei längerer Nutzungsdauer mehr sagen.
So, das war´s von mir. Über das Wiesel werde ich zu gegebener Zeit ausführlicher berichten.
da ich langjähriger Dreiradfahrer bin und 4 Jahre das Scoobo hatte, möchte ich gerne meine Erfahrungen hier posten.
Kurz zu mir:
Ich bin männlich, 54 Jahre jung und leide an Gleichgewichtsstörungen (vor allem linksseitig), weswegen ich kein Zweirad mehr fahren kann.
2022 bin ich mal spaßeshalber in unser örtliches Dreiradzentrum gefahren und habe mich beraten lassen, bin verschiedene Dreiräder Probe gefahren und beim Scoobo hängengeblieben. Ich brauchte etwa 2 Wochen, um mich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen. Seitdem bin ich bis vor kurzem insgesamt 15500km damit gefahren. Um das Fazit gleich vorweg zu nehmen:
Das Fahrzeug hat bei mir unzählige Male den Angstschweiß auf die Stirn getrieben und es hat mich sehr viel Geld gekostet! Das Ding ist sehr wartungsbedürftig (habe insgesamt ca. 3800 Euro an Wartung und Reparaturen reingesteckt)!
Das Fahrzeug ist ziemlich kippsicher, wenn man es in Kurven nicht übertreibt.
Ich fange mal damit an, warum es mir oft Angst gemacht hatte:
Mein Körper mag keine einseitigen Fahrbahnerhöhungen, z.B. durch einseitige Wurzelaufbrüche oder nach außen schräg verlaufende Fahrbahnränder. Im Falle von einseitigen Wurzelaufbrüchen, wie es oft auf Fahrradwegen vorkommt oder auf Waldwegen, reagiert mein Körper mit Angst. Gerade in der Anfangszeit sah das bei mir so aus:
Wurzelerhöhung rechts, linke Fahrzeugseite kippt etwas ab, Vollbremsung, Tarzanschrei, absteigen und drüber schieben (kein Witz, leider)! Ganz langsam habe ich gelernt, das besser in den Griff zu bekommen und wenn ich langsam drüber fahre in einem niedrigen Gang geht das (nur bei starken einseitigen Wurzelerhöhungen schiebe ich noch drüber, aber ohne Tarzanschreie
Kommen wir zu den Vorteilen des Scoobos:
- ganz klar der Motor! Der ActiveLine Plus zieht ordentlich. Der Motor ist sehr standfest, ich hatte in den 15500km keinerlei Probleme mit Motor und Elektronik!
- Bremsen. Die sind sehr kräftig und lassen sich super dosieren. Bremsbelagverschleiß bei mir: insgesamt 3x neue Beläge vorne und hinten.
- Sitzposition: Aufrecht, sehr bequem mit dem optionalen Komfortsitz. Mit dem serienmäßigen Sitzbrötchen allerdings eine Katastrophe!
- Akku! Der Bosch Akku mit 500Wh ist echt sehr langlebig. Auch nach 4 Jahren und über 15000km hält er noch in der Motorstufe Sport locker 60km!
- Fahreigenschaften: Das Fahrzeug ist für mich ganz klar ein Fahrzeug für gute Strecken ohne grobe Fahrbahnschäden! Dann lässt es sich sehr agil und angenehm fahren!
- sehr wendig durch das kleine Vorderrad!
Und nun die Nachteile:
- die Akkubrücke! Ganz klar der größte Nachteil! Zum einen erschwert sie das Beladen des Korbes und zum anderen liegt durch die hohe Position des Akkus der Schwerpunkt sehr weit oben, was für mich meiner Angst vor Schräglagen nicht forderlich ist. Zudem ist die Akkubrücke auch seeeeehr anfällig! Bei meinem Scoobo hatte ich an dieser Stelle schon zweimal einen Bruch, aufgrunddessen Pfautec auf Garantie jeweils den Rahmen getauscht hat!
- sehr hohe Reparaturanfällig, sehr verschleißfreudig!
- bedingt durch das kleine Vorderrad vorne ziemlich nervös. Zudem ist das Lauft auffüllen vorne eine Qual, da das Ventil so schlecht zugänglich ist und aufgrund des kleinen Rades.
- unkomfortabel auf schlechten Wegen aufgrund der suboptimalen Rahmenfederung und der starren Vordergabel.
Nun habe ich mein Fahrzeug verkauft und bin nun stolzer Besitzer eines Hase Kettwiesel One Up, welches vieles besser macht als das Scoobo aber nicht alles! Als größten Nachteil empfinde ich die höhere Position der Pedale, weswegen mein Bauch etwas leidet (ich habe einen kräftigen "Kessel" (nein, nicht durch Bier). Auch ein wichtiger Grund für mich, nun mit dem Abnehmen zu beginnen (natürlich auch der Gesundheit wegen).
Auch ist der Motor etwas schwächer, obwohl er mehr Drehmoment hat als der Boschmotor im Scoobo. Dies ist aber okay für mich.
Dafür ist das Kettwiesel um Lichtjahre sicherer bei Schräglagen (zumindest empfinde ich das so)! Auf den Wegen, wo ich beim Scoobo Angst hatte, kann ich mit dem Wiesel fahren, wenn auch langsam. Entscheident verbesser hat sich der Fahrkomfort aufgrund der Vollfederung und der Einzelradaufhängung. Auch scheinen mir die Antriebswellen robuster gebaut zu sein. Dazu kann ich natürlic herst bei längerer Nutzungsdauer mehr sagen.
So, das war´s von mir. Über das Wiesel werde ich zu gegebener Zeit ausführlicher berichten.