Brevet Paris-Brest-Paris PBP 2019 am 18.-22.08.2019

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Nach einer Woche seit Zielankunft, gibts auch vom mir eine kurze Rückmeldung. PBP war wohl für viele von uns, dass erste Brevet dieses Jahres mit besten Wetterbedingungen. Viermal Sonnen.- auf und untergang. Ich wollte PBP als „aktiver Zuschauer“ erleben,was insgesamt auch sehr gut geklappt hat. Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, einen flüssigen Tritt bei den ganzen Hügeln zu finden. Der Körper wusste aber irgendwann was er die nächsten Tage zu tun hatte. Auch war mein Gepäck für diese Tour zu schwer,so das ich in Tinteniac eine Tasche mit Dingen die ich nicht zu brauchen meinte, zurück lies, um sie auf dem Rückweg wieder mit zu nehmen. Das bedeutete ca, 500 Km Marscherleichterung. So kam ich schon besser voran. Ich weiß gar nicht mehr, wann mein rechtes Knie ( Wadenbeinkopf) und die linke Achillessehne anfingen zu schmerzen. Die beiden Spaßbremsen wollten sich auch bis zum Ziel nicht mehr beruhigen, so das ich nicht mit vollem Druck in die Steigungen gehen konnte. Ja die Steigungen, sie waren meist im einstelligen Prozent Bereich, doch wurden viele Etappen zum Schluss nochmal richtig fies, sodass das anfängliche Zeitpolster ziemlich schnell wieder dünner wurde. Deshalb habe ich in den Kontrollen, die ich im dunkeln erreichte, immer nur maximal eine Stunde geschlafen. Damit kam ich erstaunlich gut zurecht.

Aber PBP ist nicht nur Strecke machen, es ist ein Fest. Ein Fest, dass die unzähligen Zuschauer an der Strecke mit den Radfahrern feiern, als gäbe es keinen wichtigeren Termin in ihren Kalender. Ich wurde für mein Tun jedenfalls noch nie bejubelt. Sie, die Tag und Nacht uns motivieren, Getränke und Essen für uns bereithalten, sie machen PBP aus und deshalb wollte ich hier mitfahren. Immer noch gerührt von soviel Freundlichkeit, der Zuschauer aber auch der vielen Helfer an den Verpflegungspunkten, muss ich hier mal ganz fett Merci beaucoup schreiben.

Und so ging (irgendwie leider)auch diese Tour zu Ende. Für die letzten 44Km hatte ich, bei der Abfahrt in Dreux noch über 5h Zeit, das müsste auch einbeinig mit dem großen Zeh zu schaffen sein. So fuhr ich gelassen dem Ziel entgegen, wo meine Frau und meine Tochter schon warteten.

Stelle ich mir die Frage nach einer Wiederholung,bin ich mir noch nicht sicher ob ich das nochmal angehen werde. Zum einen hat mein Körper mir klar gezeigt, hier ist die Grenze erreicht die nicht mehr weiter nach hinten geschoben werden sollte. Zum anderen kann eine zweite Auflage nicht mehr schöner/besser werden, da die Bedingungen dieses Mal nahezu perfekt waren.


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Hallo Zusammen,

tolle Unterhaltung. Spaß gehabt beim Lesen.
Dem ist eigentlich wenig hinzuzufügen.

Ich bin selber gut durchgekommen. Hatte in Brest am frühen Morgen einen deutlichen Durchhänger. Danke an @Guzzi für die gut gelaunten Aufmunterungen.

@Radwunschmeister hat mir wieder mal gezeigt, das es nicht so wichtig ist, wie schnell man fährt, wenn man nur in der Lage ist, unterwegs ökonomisch Pausen zu machen.

Danke an die vielen magischen Momente unterwegs. Die Einfahrt zur Kontrolle in Villaines, wenn gefühlt der halbe Ort anwesend ist und applaudiert, war wieder Gänsehaut-Feeling.

LG Uli
 
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Die Einfahrt zur Kontrolle in Villaines, wenn gefühlt der halbe Ort anwesend ist und applaudiert, war wieder Gänsehaut-Feeling.
Auch Mittwoch Morgen um 01:00 rum war noch der halbe Ort auf den Beinen. Als ich in die Kontrolle rolle waren gerade nicht so viele Teilnehmer unterwegs, also hatte ich die ganze Aufmerksamkeit der Menschenmenge. Ich rolle ein, verhaltenes Klatschen... ich stoppe, nehme die Haube ab, muß aber noch am Navi den nächste Track und Route einstellen einstellen... Spannung liegt in der Luft, die Menschenmasse ist muskmäuschenstill... ich steige aus dem DF... die Spannung löst sich und Jubel brandet auf... :rolleyes:
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Hatte in Brest am frühen Morgen einen deutlichen Durchhänger.
Also wenn das ein Durchhänger war, mußt du dir wirklich keine Sorgen machen. Du weißt ja wie ich dich in Brest geortet habe ;)
 
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@RaptoRacer , ist doch alles super, und es zeigt uns staunend/bewundernden Zaungästen, das es auch mit etwas weniger Leiden geht. Macht Mut, Rwd
 
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Geht es nur mir so, oder haben auch noch andere einen etwas fahlen Beigeschmack :sick: bei der Erinnerung an die ersten Kilometer des Brevets, wo es ein VM gab, welches je nach Hangneigung deutlich schneller oder langsamer als andere VMs unterwegs war?
Nun ist er wohl raus:
Sebastien schrieb:
Hier ist eine Antwort des Clubs an einen Teilnehmer, der sich mit ihnen in Verbindung gesetzt hat:
Hallo, Herr Jean-Munoz, Mitglied meines Fahrradclubs, hat gestern Abend bei unserem Treffen bestätigt, dass sein Patent Paris Brest Paris 2019 wegen Nichteinhaltung der Regeln nicht genehmigt wurde. Sein Logbuch wurde von den Organisatoren nach seiner Ankunft in Rambouillet entfernt und seine Disqualifikation ausgesprochen, weil er den Mitgliedern der Organisation gegenüber bestätigte, dass er ein elektrisch unterstütztes Fahrzeug benutzt hatte.Bitte akzeptieren Sie meine Entschuldigung und die der Mitglieder meines Fahrradclub-Boards für das Verhalten unseres Lizenznehmers, ich bestätige, dass wir in unserem Fahrradclub das Radfahren in Übereinstimmung mit den Regeln, der Achtung vor Teilnehmern an Veranstaltungen sowie Freiwilligen und Organisatoren praktizieren. Unser Club-Board wird sich in einem Disziplinarausschuss treffen, um über die zu treffenden Maßnahmen gegen Jean MUNOZ zu entscheiden. Bitte akzeptieren Sie meine besten Grüße.
 
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Heißt das, dass er auch deutlich langsamer unterwegs war - etwa bei Gefälle?
Ja(*). Bereits als der uns das erste mal mit dem WAW überholt hatte, war ich mir gleich ziemlich sicher, daß der Unterstützung (>25km/h!) haben muß. An einer leichten Steigung kurz nach dem Start sind wir (@HoSe, @veloeler, @bst und ich) im Pulk mit ca. 25km/h hoch. Er hat uns da mit ca. 10km/h Überschußgeschwindigkeit (ohne große Wankbewegung in der Karosse, die eigentlich immer da ist, wenn jemand große Leistung tritt) überholt. Zum Vergleich: An einer ähnlichen Steigung (und Straßenqualität...) bei HHB hat mich DD (bei seiner schnellsten Fahrt nach B mit >50km/h Schnitt) mit wesentlich weniger Überschußgeschwindigkeit überholt. Und jetzt kommt einer, der uns mit einem WAW (mit Wimpel!!!) an einer leichten Steigung regelrecht stehen läßt...??? Als es dann flacher wurde und wir ihn dann locker mit 45km/h wieder überholen konnten/mußten war mir dann alles klar. Das Spielchen hat sich die nächsten Tage noch öfter wiederholt.

(*) Du willst wohl wieder auf dein Steckenpferd Rekuperation hinaus ;)? Auf diesem Kurs wäre es aber sinnvoller, den Schwung mit in die nächste Steigung zu nehmen, als mit Wirkungsgradverlusten einmal durch den Akku zu leiten. Alpenpässe waren das wirklich nicht. Ich habe bergab nur gebremst, weil ich zu wenig Unterhosen dabei hatte, @HoSe und @veloeler haben gezeigt, daß es auch ohne Bremsen geht :oops:.
 
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