Optima Cheetah

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Hab mal wieder ein bisschen gebastelt und das Leertrumrohr gegen Rollen getauscht. Das könnte nebenher sowohl für @Kraeuterbutter wegen des Froschkonzerts als auch für @Langhals wegen der Reibung in den Kettenrohren und des in Betracht gezogenen Umbaus interessant sein.
Da ich für einen Versuch nicht viel Geld in die Hand nehmen wollte, habe ich zwei 13-zähnige Schaltwerksrollen mit einfachem Gleitlager, eine 2x20mm-Aluschiene und ein bisschen Schrauben-Kleinkram aus dem Baumarkt verarbeitet, Materialkosten knapp 10 Euro. Wenn sich das bewährt, werden die Rollen spätestens nach ihrem Verschleißtod durch anständige Qualität ersetzt, wobei ich hier unter Qualität nicht nur die Haltbarkeit verstehen will, sondern auch das Laufgeräusch.
Hier ein paar Bilder. Zunächst das Rad von der Seite, zum Vergleich habe ich nochmal das alte Leertrumrohr in der ursprünglichen Position drangebunden (der Abstand zur Kette hinten ist richtig, die lief vorher höher):
Kettenrohr+Rollen-gesamt.jpg

Und hier noch die beiden Kettenrollen samt Blechkäfig:
Kettenrolle-oben.jpg Kettenrolle-unten.jpg

Die Käfige sind so hoch, dass die Kette ohne Probleme auf den Zahnköpfen laufen kann, aber so schmal, dass sie sich nicht zwischen Zähne und Blech legen kann; sie kann maximal mit den Laschen auf die Zahnköpfe, scheuert am Blech und fällt bei der nächsten Gelegenheit zurück zwischen die Zähne. Oben sitzt die Rolle direkt in der Aufnahme, an der vorher der Leertrumhalter war, unten ist sie an der Sitzbefestigung mit eingeklemmt.

Eine erste Bestandsaufnahme nach 130km Testfahrt vorhin:
Erstens hat es das Losbrechmoment zum Rückwärtsdrehen des Antriebs fast halbiert. Vorher musste ich je nach Zustand das Pedal mit 350-420g belasten, jetzt sind es etwa 200g. Der Antrieb läuft beim Fahren gefühlt minimal leichter los, aber sonst hab ich nichts gemerkt. Wenn die Reibung bei 90rpm genauso groß ist wie beim Test des Losbrechmoments, sind das eh nur 3W Unterschied, also weniger als ein Nabendynamo, das sollte ja auch kaum auffallen. Die Geräuschkulisse beim Fahren ist kaum lauter als vorher, aber aufdringlicher/agressiver. Vorher war's ein Rauschen der Kette in den Rohren, jetzt ist es ein hartes Nageln, wie man es auch von manchen Schaltwerksrollen an ihrem üblichen Arbeitsplatz kennt. Reicht aber auch mit dem Ratschen der Zugtrumrolle unter Last noch lange nicht aus, um die Klingel zu ersetzen.
Zweitens habe ich jetzt in bestimmten Gängen und bei bestimmten Drehzahlen auch ein Froschkonzert. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Kette in irgendeinem Teil des Leertrums zu schwingen anfängt (vermutlich im hintersten) und dann unterschiedlich auf die Rolle läuft. Da ich keine Kamera habe, die ich irgendwo dranklemmen könnte, kann ich das allein aber nicht weiter untersuchen. Von sich aus entsteht das Quaken bei mir fast nie, aber es lässt sich durch Überfahren von Unebenheiten anregen und ist dann max 2-3 Sekunden zu hören.

Ich glaube, ich werde das erstmal so lassen. Evtl. hänge ich die obere Rolle noch etwas tiefer, aber auch jetzt ist die nackte Kette schon relativ gut durch das Zugtrumrohr abgedeckt und das Bein kommt eher gegen Rohr und Rahmen als gegen das hochgehängte Leertrum.


Viele Grüße,
Stefan
 
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mit dem Ratschen der Zugtrumrolle unter Last
ja, so könnte man das nennen..
wobei es bei der Gingo-Rolle hinten am Trike noch viel ärger ist
da würd ich gern was dagegen tun
jeder fest Tritt und das "Ratschen" (Rattern) tritt auf

Zweitens habe ich jetzt in bestimmten Gängen und bei bestimmten Drehzahlen auch ein Froschkonzert. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Kette in irgendeinem Teil des Leertrums zu schwingen anfängt (vermutlich im hintersten) und dann unterschiedlich auf die Rolle läuft. Da ich keine Kamera habe, die ich irgendwo dranklemmen könnte, kann ich das allein aber nicht weiter untersuchen. Von sich aus entsteht das Quaken bei mir fast nie, aber es lässt sich durch Überfahren von Unebenheiten anregen und ist dann max 2-3 Sekunden zu hören.
ja, genauso ists bei mir ... wobei: entweder ich hab mich dran gewöhnt oder es ist weniger/weg ? heute bin ich - wie du - 139km gefahren und kann mich aber eigentlich an kein Froschkonzert erinnern..
aber es trat bei Überfahren von Bodenwellen auf, für 2-3 Sekunden... wie du es beschreibst

warum hast du das eigentlich umgebaut, wenn du eh meinst, dass es nur 3W sind.. gings dir um die 3W ?
 
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Vielleicht gibt es diese zahnlosen Kettenleitrollen (Beispiel) ja nicht nur aus Gründen der Ersparnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass die evtl. auch geräuschloser sind. Weiß es aber nicht.

Gruß
Geli
 
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wobei es bei der Gingo-Rolle hinten am Trike noch viel ärger ist
da würd ich gern was dagegen tun
jeder fest Tritt und das "Ratschen" (Rattern) tritt auf
Ich hab's mir am Freitag kurz zusammen mit weltenspiegel angeschaut, seitdem bin ich mir überhaupt erstmal sicher, dass es die Rolle ist. Wenn die sich unter Last verzieht, dann nicht in relevantem Maße, also muss es damit zu tun haben, wie die Kette an der Rolle auf- oder abläuft. Das Zugtrumrohr hing auch ein wenig zu tief, so dass die Rolle beim Einlaufen dort an der Oberseite etwas angesetzt hat. Das hab ich korrigiert, es hat sich aber nichts geändert. Aufgefallen ist mir noch, dass die Innenränder der seitlichen Scheiben ein wenig blank sind, d.h. da kommt die Kette wohl öfter mal dran. Ist aber vermutlich eine andere Geschichte, denn statisch (ohne Kettenschwinger o.ä.) hat die Kette mit und ohne Last genug Abstand.
warum hast du das eigentlich umgebaut, wenn du eh meinst, dass es nur 3W sind.. gings dir um die 3W ?
Hauptsächlich aus Neugier. :) Das mit den 3W war ja nur eine Vermutung.


Vielleicht gibt es diese zahnlosen Kettenleitrollen (Beispiel) ja nicht nur aus Gründen der Ersparnis. Ich kann mir gut vorstellen, dass die evtl. auch geräuschloser sind. Weiß es aber nicht.

Gehört hab ich davon auch schon und finde es plausibel. Aber wie schon geschrieben, ich fahr erstmal die 2,99€-Rollen ein bisschen runter, bevor ich da wieder drangehe. Will auch erstmal sehen, wie sich die offene Kette im Regen benimmt.


Viele Grüße,
Stefan
 
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Hab wieder mal was umgebaut, diesmal den Kurbelsatz:
alt: 170mm-Kurbel mit 52/39
neu: 155mm-Kurbel mit 52/38/30
Nach den ersten paar Tagen dachte ich, ich behalte das nicht lange. Was sich praktisch sofort geändert hat, war die gefahrene Übersetzung - meistens ein Ritzel größer als vorher, d.h. ich habe den Verlust an Kurbellänge sofort durch höhere Drehzahl ausgeglichen. Allerdings war da, wo ich bisher auf knapp 50 kam, nun bei 45 km/h Schluss - offenbar war ich da bisher am Drehzahl-Limit, und das ist nicht höher geworden. Außerdem war das Anfahren zäher, und ich hab mich auch sonst öfter dabei ertappt, mich mit viel Kraft reinzustemmen, und das will ich im Interesse meiner Knie eigentlich vermeiden.

Aber das hat sich relativ schnell gegeben, inzwischen mach ich fast alles über Drehzahl und schalte weiter runter als früher. Das 38er Blatt deckt zusammen mit der 11-36er Kassette praktisch alles ab, was ich so brauche, von 10% bergauf bis 50 km/h im Stadtverkehrssprint oder im Gefälle. Insofern haben die kürzeren Kurbeln zwei nützliche Effekte: Erstens beuge ich die Knie nicht mehr so stark (was der primäre Zweck des Umbaus war), und zweitens ist durch das geänderte Schaltverhalten die Belastung im Knie geringer geworden.

Den ersten Streckentest haben die Kurbeln mit dem neuen, besser passenden Umwerfer (und der reparierte Sitz) jetzt auch hinter sich. Das unerwartet frühe Einschreiten von Reinhard hat meinen sorgfältig ausgetüftelten Trainingsplan :p zwar völlig über den Haufen geworfen, aber versprochen ist versprochen - 160km. :)
In Seeshaupt wäre die Tour beinahe vorzeitig zu Ende gewesen, weil ein :censored: Ausflügler es richtig fand, 3m vor mir vom Gehweg auf die Fahrbahn zu wechseln - natürlich ohne Blick nach hinten oder sonstige Warnzeichen, und auch noch genau in dem Moment, als ein entgegenkommendes Auto zwei entgegenkommende Radfahrer überholt hat.
Ansonsten wie üblich von Kindern öfter mal ein "guck mal" oder "Boah!" - heute auch von Kindern, deren Eltern schon Großeltern sein könnten. :D Am Starnberger See kamen zwei Trikes mit zwei fröhlich grüßenden Fahrern entgegen, und kurz vor Schluss war noch ein Pärchen auf Rädern, das mit ausgestrecken Armen quer über den Weg Händchen gehalten hat. Statt zu klingen hab ich "Darf ich drunter durch?" gefragt - aber das war ihr dann doch etwas zu heikel und ich durfte unter leichtem Kichern links vorbei.
Mal sehen, was an den Beinen länger zu spüren ist - Muskelkater oder Sonnenbrand. :oops: Und 2,5l Getränk war eindeutig zu wenig, hätte gerne das doppelte sein dürfen.


Viele Grüße,
Stefan
 
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ich hab heute auch erste Ausfahrt mit kurzen Kurbelarmen gemacht - 155mm statt vorher 165mm..
bin mir auch noch etwas unschlüssig.. ich hab nämlich auch noch den Tretlagerausleger nicht weiter ausgezogen (mir wurde ja eh gesagt, dass er zuweit draussen wäre)
so brauch ich zwar das eine Knie weniger beugen, das andere aber kann ich auch nicht weit genug strecken...

wenn ich aber im Sitz nach hinten (oben) rutsche, fühlt sich das gerade bergauf recht gut an denk ich..
muss mal einige Tage damit fahren und vielleicht nochmal zurückwechseln um endgültig zu entscheiden
 
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ich hab heute auch erste Ausfahrt mit kurzen Kurbelarmen gemacht - 155mm statt vorher 165mm..
...
wenn ich aber im Sitz nach hinten (oben) rutsche, fühlt sich das gerade bergauf recht gut an denk ich..
muss mal einige Tage damit fahren und vielleicht nochmal zurückwechseln um endgültig zu entscheiden
Nach meiner bisherigen Erfahrung würde ich sagen, gib ihm wenigstens eine Woche mit täglichen Fahrten und wenigstens 250km. Das gab bei mir noch ein paar Gewöhnungseffekte und ein bisschen Muskelaufbau um das Knie herum. Etwas rausgezogen hab ich den Ausleger inzwischen, aber nicht ganz um die Differenz der Kurbellängen.
Das Hoch- und Runterrutschen im Sitz mach ich ebenfalls. Warum auch nicht? Wenn ich schnell drehen will, sitze ich weiter unten und hab nicht das starke Auf und Ab im Knie kurz vor dem unteren (vorderen?) Totpunkt, und wenn ich Kraft brauche, sitze ich weiter oben. Passt ja auch von der Stirnfläche her ganz gut so - Kraft braucht's bergauf und Schnellkurbeln bei höheren Geschwindigkeiten. ;) Allerdings versuche ich, Kraft nicht so sehr durch Druck aufzubringen, sondern indem ich Zug "dazuschalte" (solange ich kann, die Muskeln dafür sind schnell alle). Für kurze Spitzen kommt auch noch betontes Rundtreten dazu, das ist dank der Rolle auch gut zu hören - nicht mehr "rrrt-rrrt-rrrt-rrrt", sondern "rrrrrrrrrrrrrrrrrrrr".


Viele Grüße,
Stefan

PS: Auf mich trifft das zu, was mir spreehertie mal gesagt hat: Liegeradfahrer haben öfter mal das Tretlager etwas weiter weg als so, dass die Ferse genau auf dem Pedal aufsitzt. Bei mir scheinen 0,5-1cm Abstand zwischen Ferse und Pedal bei durchgestrecktem Bein besser zu funktionieren.

PPS: Bei der Kassette hab ich oben in #145 was durcheinander - das ist 11-32, nicht 11-36.
 
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Hab mal wieder ein bisschen gebastelt und das Leertrumrohr gegen Rollen getauscht.

Putzig. Ich habe es beim Fujin genau anders herum gemacht: Kette fallen lassen und die Leertrumrollen durch ein Rohr ersetzt.

Erstens hat es das Losbrechmoment zum Rückwärtsdrehen des Antriebs fast halbiert.

Ich habe das nie gemessen, gefühlt war es kein großer Unterschied.
Der Hauptnachteil der jetzigen Konstruktion: Beim Rückwärtsschieben dreht die Kurbel mit und ein leicht schräges Vorderrad sorgt dann oft dafür, dass die Kette nach aussen abfällt.

Die Geräuschkulisse beim Fahren ist kaum lauter als vorher, aber aufdringlicher/agressiver.

Der Radau mit der Führung über die Umlenkrollen war der Hauptgrund, es beim Kettenrohr zu lassen. Ich kann den Krach gut missen. Es ist jetzt zwar immer noch weit von einem gepflegten Rennradantrieb entfernt, aber schon halbwegs tolerabel.

Anderer Vorteil: Ich habe mit dem Oberschenkel vorher oft die obere Leertrumrolle geputzt (schmale Hüften, fette Schenkel). Nun muss ich die Handwaschpaste nicht mehr als Duschgel misbrauchen.
;)
 
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Der Hauptnachteil der jetzigen Konstruktion: Beim Rückwärtsschieben dreht die Kurbel mit und ein leicht schräges Vorderrad sorgt dann oft dafür, dass die Kette nach aussen abfällt.
Das ist mir vorher nie passiert. Wie weit vor dem Blatt endet denn dein Leertrumrohr?
Was mir auffällt ist, dass mit Rollen die Kette stärker verdreckt, aber das war ja zu erwarten.

Der Radau mit der Führung über die Umlenkrollen war der Hauptgrund, es beim Kettenrohr zu lassen. Ich kann den Krach gut missen. Es ist jetzt zwar immer noch weit von einem gepflegten Rennradantrieb entfernt, aber schon halbwegs tolerabel.
An das Niveau eines Upright kommen wir mit Liegerädern wohl nie heran. :( Das auffälligste Geräusch macht bei mir die Zugtrumrolle unter Last, da legen die Leertrumrollen nicht mehr viel obendrauf. In der Stadt höre ich entweder das Zugtrum oder den Freilauf. Auf Strecke mit etwas weniger Last auf der Kette und kleineren Ritzeln ist das Zugtrum relativ leise, da finde ich das Geräusch inzwischen nichtmal unangenehm - eine Katze darf schließlich schnurren. :)


Viele Grüße,
Stefan
 
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Das ist mir vorher nie passiert. Wie weit vor dem Blatt endet denn dein Leertrumrohr?
Ich bin mir gar nicht so sicher, dass es am Leertrumrohr liegt, sondern könnte mir vorstellen, dass sich das spontan legen würde, wenn ich den Freilauf mal frisch schmiere. *flöt*
Wenn die Kette beim rückwärts schieben nicht bewegt würde und damit die Kurbel mitnähme, würde das ja nicht passieren.

An das Niveau eines Upright kommen wir mit Liegerädern wohl nie heran. :(

Nur mit einem direkten Vorderradantrieb. Sprich MBB-Lieger.

Auf Strecke mit etwas weniger Last auf der Kette und kleineren Ritzeln ist das Zugtrum relativ leise, da finde ich das Geräusch inzwischen nichtmal unangenehm - eine Katze darf schließlich schnurren. :)

Mit einer neuen Kette und Gummiringen auf der Rolle im Lasttrum geht es beim Fujin auch einigermaßen.
 
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Die Rolle habe ich auf der Spezi am Stand von Alligt eingesammelt. Standardmodell mit Metallzähnen für 15 Euro. Die Gummiringe *) waren schon zu beiden Seiten des Zahnrads eingesetzt. Sie sollte eigentlich Reserve für mein Quest sein, aber als ich kurz darauf ohenhin Kette und Cassette am Fujin ersetzen musste, habe ich sie da testweise gehen ein Leichtbaumodell (das war mal ein Fujin SLII) getauscht. Sie bleibt da.

*) Einfache Dichtungsringe, die man auch im Baumarkt einsammeln kann. So schwarze Teile, wie man sie z.B. auch von Sigma zur Tachomontage mitbekommt.
 
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Die Rolle habe ich auf der Spezi am Stand von Alligt eingesammelt. Standardmodell mit Metallzähnen für 15 Euro. Die Gummiringe *) waren schon zu beiden Seiten des Zahnrads eingesetzt. Sie sollte eigentlich Reserve für mein Quest sein, aber als ich kurz darauf ohenhin Kette und Cassette am Fujin ersetzen musste, habe ich sie da testweise gehen ein Leichtbaumodell (das war mal ein Fujin SLII) getauscht. Sie bleibt da.

*) Einfache Dichtungsringe, die man auch im Baumarkt einsammeln kann. So schwarze Teile, wie man sie z.B. auch von Sigma zur Tachomontage mitbekommt.

Hallo!
Ich habe eine Inlinerrolle an der Fujin SL montiert. Die wurde ausgefräst und hält seit vielen tausenden Kilometern. Leise ist es auch. Als Leertrumrolle näher ans Kettenblatt so das mein Vorderrad gerade Kettenfrei ist. So läuft die Kette nicht mehr gekreuzt. Vorher gab es immer Probleme, das ist nun vorbei. Man kann die Kette auch während der Fahrt aushängen - geht auch.
Gruß Martin
 
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Ich bin mir gar nicht so sicher, dass es am Leertrumrohr liegt, sondern könnte mir vorstellen, dass sich das spontan legen würde, wenn ich den Freilauf mal frisch schmiere. *flöt*
Ich dachte immer, auf die Art beseitigt man das Mitdrehen beim Vorwärtsschieben.:whistle:
Mit einer neuen Kette und Gummiringen auf der Rolle im Lasttrum geht es beim Fujin auch einigermaßen.
<Nachguck>Ach das sollen einfache O-Ringe sein. Bei mir haben die aktuellen Ringe im Querschnitt eher ein U- oder C-förmiges Profil. :rolleyes: Lohnt sich also, da Ersatz zu suchen...


Viele Grüße,
Stefan
 
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Putzig. Ich habe es beim Fujin genau anders herum gemacht: Kette fallen lassen und die Leertrumrollen durch ein Rohr ersetzt.
Fällt mir jetzt erst auf: "Kette fallen lassen" - d.h. Du hast ein gerades Leertrumrohr knapp über Nabenhöhe? Vergiss meine Kommentare dazu am besten wieder. Bei mir war's ja über dem Rad, d.h. beim Lenken zur Seite gedrückt wurde überhaupt nur das Zugtrum. Das Leertrum hatte nur leicht am Schutzblech aufgesetzt und ist manchmal durch die Streben ein paar Zentimeter mitgenommen worden.


Viele Grüe,
Stefan
 
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Da die Saison zu Ende geht, hier mal ein paar Erfahrungen mit den Basteleien an dem Rad.

1. Schutzbleche:
Wie >hier< zu lesen, hatte ich dem Rad ein Paar c-lite spendiert. Das hat sich am Hinterrad allerdings nicht bewährt, ich hab es einfach nicht geschafft, dem Schutzblech das Schwingen abzugewöhnen, und so gab es an verschiedenen Stellen Bruch. Wie bei genauem Hinschauen >hier< zu sehen, hatte ich schon im Mai beim Umbau der Leertrumführung die obere Befestigung geändert, weil sich an den Berührungsstellen mit der Strebe kleine Anrisse gebildet hatten. Dort hatte ich die Strebe über das Blech verlegt und von unten und oben mit Blechlaschen geklemmt. Es gab trotzdem weitere Risse, und das Schutzblech hat auf Pflasterstrecken immer mal wieder im vorderen Drittel gegen den Reifen geschlagen. An der hinteren Strebe dagegen war alles OK.
Auch die vordere Befestigung mit einer außen um die Bremse herumgebogenen Blechlasche (siehe Bilder in den verlinkten Beiträgen) hat sich nicht bewährt und ist gerissen. Bei der ersten Variante war's nicht so überraschend, da war der Riss im Bereich einer Abkantung. Die zweite Variante hatte ich dort mit größerem Radius gebogen und Kerben sorgfältig vermieden - trotzdem gab's wieder Bruch.
Mittlerweile sind mehrere Dinge geändert: Erstens ist das Schutzblech hinten wieder aus Kunststoff (SKS). Zweitens sind drei Streben pro Seite im Einsatz, das dritte Paar läuft vom Ausfallende nach schräg vorn und verhindert das gelegentliche Anschlagen am Reifen. Drittens habe ich auf die Befestigung an der Bremsbrücke verzichtet - wahrscheinlich muss man doch auf direktem Weg zwischen Reifen und Bremse durch, um Schwingungen zu vermeiden, und da ist bei mir zu wenig Platz (Rennradbremse). Stattdessen gibt es jetzt ein kurzes Strebenpaar, das vorn auf der Schwinge abgestützt ist und von dort fast senkrecht nach oben zum Angriffspunkt des dritten Strebenpaars läuft. Rappeln und Scheppern sind damit verschwunden, aber für Aussagen zur Haltbarkeit ist es noch zu früh.

2. Kettenführung:
Wie schon Anfang Mai berichtet, hab ich günstige Schaltwerksrollen zu Leertrumrollen verarbeitet. An den "Führungsqualitäten" der Konstruktion gibt's nichts auszusetzen, die Kette ist nie abgelaufen oder verklemmt, und ich habe am rechten Bein weder ein Tattoo noch eine kahle Stelle. Ein kleiner Nachteil beim Transport des Rades ist, dass kein Rohr mehr über dem Leertrum ist und dass beim Abnehmen des Sitzes die untere Leertrumrolle erstmal lose auf der Kette hängt.
Mit zunehmendem Kettenverschleiß werden die Rollen allerdings lauter - jedenfalls glaube ich, dass es an der Kettenlängung liegt, denn es ist zu sehen, dass die Kette sich jetzt beim Auf- und Ablaufen stärker bewegt als früher. Zwischendurch hatte ich ein Experiment gemacht: Zwei weitere Rollen etwa 1mm unter dem Zahngrund rundherum auseinandergesägt, so dass eine glatte Rolle und ein dünner Ring mit Zähnen entstanden. Beides wurde angefast und mit dauerelastischem PU-Kleber wieder verbunden. Die Idee war, damit etwas Dämpfung in die Rolle zu bringen. Leider ändert sich kaum etwas am Geräusch, dafür ist die Klebestelle nur für 3000km gut, weil auf dem Material der Rollen (POM) einfach nichts richtig haftet. Inzwischen sind wieder die unbearbeiteten Rollen dran.


Viele Grüße,
Stefan
 
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Hi Stefan,
falls genug Platz vorhanden ist, würde ich anstatt der Schaltwerksröllchen kleine Kunststoffrollen verwenden. Die sind mMn leiser und einfacher in der Handhabung.
Häns
 
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falls genug Platz vorhanden ist, würde ich anstatt der Schaltwerksröllchen kleine Kunststoffrollen verwenden. Die sind mMn leiser und einfacher in der Handhabung.
Danke für den Tipp. An was für Kunststoffrollen hast Du denn da gedacht, hast Du evtl. ein Bild oder einen Link?
Platz ist so viel wie ich dafür schaffe, die bisherige Konstruktion ist im Thread weiter oben zu sehen (->hier). Das Leertrum muss nur Abstand vom Zugtrum halten und daher möglichst dicht an den Rahmen.

Viele Grüße,
Stefan
 
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Mal wieder ein paar Seiten aus dem Lebenslauf des Rades. Nachdem ich beschlossen hatte, dass das Rad bei mir bleibt (was ich bis heute nicht bereut habe), habe ich zum Jahreswechsel 2014/2015 ein bisschen mehr Geld- und Arbeitsaufwand in eine Grundrenovierung gesteckt:
  • Pulverbeschichtung erneuern und Tretlagerauszug eloxieren lassen:
    Rad komplett zerlegt, auch Schwingenlager, Steuerkopflager samt 1"-Reduzierhülsen und Tretlager raus. Schwinge, Hauptrahmen und Gabel hat Hr. Mischner (Flux, von mir aus zu Fuß zu erreichen) mit einigen seiner Rahmen mit zum Pulverbeschichter geschickt. Er hat mir auch danach den Steuerlagersitz neu eingefräst. Der Tretlagerauszug passte im Kaufzustand nicht wirklich in den Rahmen, das Maß stimmte für das nackte Rohr ohne Pulverbeschichtung. Daher habe ich ihn von seiner Pulverbeschichtung befreit, die Schweißnähte mit einer Feile etwas geglättet und ihn bei einem Eloxierer durch Glasperlenstrahlen fein mattieren und anschließend eloxieren lassen. Seitdem ist das Rad nicht mer weiß-gelb, sondern rot-silber:

    Cheetah Sommer 2015.jpg

  • Antrieb auf 3x10 umgebaut und aufgehübscht:
    Im Original war eine 175mm-Kurbel mit Zweifachblatt und hinten 9-fach-Schaltwerk mit Rapidfires verbaut, Tiagra- oder 105er-Niveau. Die Kurbel hatte ich recht bald auf 155mm-Dreifach geändert. Im Rahmen der Renovierung habe ich zu etwas teureren Komponenten gegriffen und auf 3x10-fach umgebaut. Die Kurbel ist jetzt eine TA Carmina (immer noch 155mm) mit Dreifachstern (hier "gefedert"):

    Front Carmina, gefedert.jpg

    Schaltwerk und Rapidfires sind aus der XT-Gruppe. Die weiter oben im Thread beschriebenen Schaltwerksrollen im Leertrum sind erstmal geblieben, nur die Rolle unter dem Sitz hatte ich mit einem neuen Käfig geringfügig nach außen versetzt. Das ist seitdem im Wesentlichen so geblieben. Die Kassette habe ich beim Wechsel nochmal anders gestuft, und anlässlich einer Tour habe ich das keine Blatt von 30 auf 26 reduziert - was aber eigentlich egal war, denn gebraucht habe ich es nicht -, und die Leertrumrollen sind inzwischen durch etwas schwerere, etwas ruhigere Rollen ersetzt.

  • passender Sitz:
    Original war ein Optima-Sitz im Größe L dran, der mir aber zu klein war und den ich deswegen zunächst ohne Auflage gefahren bin. Nach einigem Hin und Her (Novosport schlug anhand der Rückenlänge zunächst M vor) fiel die Wahl auf einen Novosport-Sitz der Größe XL, auf dem ich auch mit Sitzmatte endlich frei durchatmen konnte. Da ich die Polsterfunktion einer Sitzauflage bisher nicht vermisst hatte, habe ich ein Stück Ventisit-Material mit einem roten Nahtband eingefasst und als einlagige Auflage benutzt:

    einlagige Sitzauflage.jpg

    Damit war der Sitz auf Dauer allerdings doch einen Tick zu lang, mit zweilagiger Auflage ist der Nacken besser unterstützt. Allerdings ist der Sitz eine Dauerbaustelle. Beim ersten Exemplar war die Verklebung von Ober- und Unterschale zu kleinflächig, der Kleberklecks hat sich nach drei Monaten deutlich in der Oberschale abgezeichnet und war auch zu spüren. Wurde von Novosport anstandslos umgetauscht. Das zweite Exemplar dürfte so 10.000km gefahren sein, als ich auf einer Tour mit am Sitz montiertem Gepäckträger, 12kg in Bananentaschen und 5-7kg in Backrollern am Gepäckträger die Belastungsgrenze erreicht hatte: um die obere Sitzbefestigung herum entstand eine 3mm hohe Beule.
    Inzwischen ist eine Carbonschale von Thorseat dran (wieder Größe XL), mit großflächigen Holzunterlagen an den Befestigungswinkeln. Da drückt nichts mehr durch, allerdings ist der Sitz immer noch nicht allzu torsionssteif. Wie schon im gerade verlinkten Thread geschrieben, stößt da ein niedriges, gefedertes Rad wohl einfach an seine Grenzen.
 
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