Offroad-Quad

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Hallo Zusammen

Ich darf schon seit einiger Zeit in eurem tollen Forum mitlesen und habe mir einige Inspirationen abgeholt. Jetzt ist es aber an der Zeit auch mal was zu schreiben.

Kurze Vorstellung: ich bin Hendrik und komme aus der Zentralschweiz. Ich bin Mountainbiker und in eher anspruchsvollerem Gelände unterwegs. Daneben schraube und fahre ich an einigen alten Autos. Nachdem ich mit Unimogs aufgewachsen bin, hat mich die Faszination für verschränkende Starrachsen nie losgelassen.

Es reifte die Idee, die Hobbys zu verbinden und ein Velomobil zu basteln, dass auch verschränken kann und Offroad-gängig ist. Peters (aka Velozipedro) tolles Allrad-Quad habe ich mit grossem Interesse verfolgt und ich hoffe, dass meine Bastelbude auch irgendwann mal annähernd so gut funktioniert.

Wenn es Interessierte gibt, will ich euch ähnlich wie Peter auch ein wenig an der Entwicklung teilhaben lassen. Ich bin auch gerne offen für eure Tipps und Anregungen!

Vorbehalt: seid gnädig mit mir, es ist und bleibt eine Bastelbude, die ein ungelernter Schrauber mit den einfachen Mitteln seiner Heimwerkstatt zusammenfummeln kann;)

Rahmen: Basis ist ein älteres HP Velotechnik Skorpion fs, das ich in gutem Zustand gebraucht kaufen konnte
Schaltung: Meinem alten Alutech Getriebebike habe ich die GBoxx (Rohloff) entrissen und an das Zentralrohr schweissen lassen (funktioniert super, macht es aber kopflastig)
Hinterachse: Utah-Trikes mit Posi-Diff (wirkt wie eine Diffsperre)
Bereifung: hinten 24" mit 2.8" Pneu aus dem Einradbereich, vorn original 20" (rüste ich auf 24" um)
Federung hinten: Blattfedern aus einem 1928er Ford
Erfahrung: Blattfedern sind angewinkelt, dadurch werden sie bei Zug auf der Kette ausgefedert. werde sie neu ausrichten müssen, in einer Linie mit der Kette. Ganz beseitigen kann man den Effekt aber vermutlich nicht.

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IMG_0702.JPG


IMG_0698.JPG
 
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kannst du noch mal detailliertere Fotos von der Hinterachse machen und evtl. ein paar Angaben über das Diff.
Wie sind die Achsen an das Diff angebunden? ( Vielzahn ? )
Hast du die Hinterachse inkl. Diff direkt bei Utah gekauft? und wenn ja wie hoch waren die Kosten inkl. Umsatzsteuer und Zoll ?

Sieht soweit schon mal recht gut aus.

LG Jörg
 
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Ok, habe mir das mal bei Utah angesehen. Damit ist dann auch klar, was die Hinterachse so kostet etc.
2 Dinge sind finde ich da nicht so gut. Der Verteifungskäfig ist sehr opulent und sie nutzen soweit ich das lesen konnte nur eine 15mm Achse - nehme mal an es ist eine Vollachse. Wenn ich das richtig gesehen haben wird die Kraftübertragung an die Achsen über Stege oder Nuten an den Achsen gewährleistet. Horizontale Ausrichtung der Achsen wohl über zwei Madenschrauben je Seite im Diff.
Klar ist einfach und simpel, was erst mal gut ist. Ich frage mich nur ob das ausreicht, gerade was die Drehmomentübertragung betrifft. Auf der anderen Seite fahren da in USA sicherlich so einige schwere Leute mit rum und dann wohl auch mit 1000W Motoren. Zumindest bieten sie das ja auch an. Kann hier jemand zufällig etwas Erfahrungswerte von Usern etc beitragen ?

LG Jörg
 
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Ciao Jörg
Den Preis hast du ja schon rausgefunden, da kam noch etwas Steuer ab und Versand drauf. Auch richtig ist das mit der 15mm Achse, Vollmaterial, mit Nut und Keil, zusätzlich fixiert mit Madenschraube.

Vorerst will ich die Hinterachse nicht elektrifizieren, ich überlege aber, ob ich den Allrad nicht über Radnabenmotoren (Grin?) vorne realisieren will. Ich habe bislang massive bedenken wegen der Gewichtsverteilung die jetzt schon viel zu frontlastig ist:(

Detailbilder folgen
 
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Hi Entlebucher,
willst nicht lieber eine 2-mot-Allradente für die zentrale Sahara bau'n ? is nur 1,5 Jahre arbeit.. Der Nickname verpflichtet ja fast..

Sandtauglichkeitsfator 6,01 bei vollster Zuladung (ein Landrover hat z.b. 4,0)
Die Weichsandformel kannst auch für das Ciclequad heranziehn.

meine entwickelte Sandtauglichkeitsformel:

Reifenbr im m x Reifenhöhe² in m, x Anzahl d. angetr.Räder x kW =
dividiert durch Fahrzeugewicht²

0,15m x 0,70m² x 4 x 48kw = 0,15 x 0,49 x 4 x 46 = S = 6,01
1,5² 2,25

Die " 2,25 gehören unter den zweiten Bruchstrich, das Jacascript auf der Webseit verschiebt das irgendwie..

Jetzt kannst du deine Daten in die Formel einsetzen und schaun, was dabei herrauskommt an Geländegängigkeit. Voila.

liebe Grüße Peter (aka-2-moto-Allrad)


1988 2.JPG
:giggle::ROFLMAO::cool:
 
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Es geht weiter:
Ich war auf der Suche nach einer Alternative für die schweren und störrischen Blattfedern. Beim Langlaufen kam mir dann der Zündfunke: Langlaufski federn gut, sind wasserdicht verleimt, genau in der richtigen Breite und die Federrate kann ich auch etwas beeinflussen. Also habe ich ein ausgedientes Paar zersäbelt. Die Schnittstellen und Bohrlöcher werde ich noch abdichten müssen. Die Enden werden gekappt, sobald ich die die richtige Federhärte ausgetüftelt habe:
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IMG_0752.jpg
Das nervige Wippen habe ich mit einem "Längslenker" beseitigt, der ein abkippen der Achse verhindern soll:

IMG_0778.JPG

Der Schnee hat ausgiebige Testfahrten bislang leider unmöglich gemacht, ein Fahrbericht folgt, wenn Interesse besteht.

PS: der Username hat weniger mit den gefiederten Freunden zu tun, sondern mit dem Namen meiner Heimatregion, die nach dem Fluss "Entlen" benannt ist;)
 
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zureich
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du hast das tipp topp erhaltene scorpion von ricardo dafür hergenommen ?
wollte darauf auch bieten,... das hast du wirklich günstig bekommen (y)
wenn ja, weisst du für was die zusatzbleche bei dem rad (bei der hinterradschwinge zum rahmen) waren ? mittelmotor ? umlenkrolle mit schaltung dazu ?
sehe grad, bei dir sind die bleche auch vorhanden aber in abgeänderter form, was für einen nutzen haben sie bei dir ?
 
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Ciao
Ja, das ist das Scorpion aus Ricardo, der Vor-Vorbesitzer hatte es mit einem Mittelmotor ausgerüstet. Offenbar hat er einen Radnabenmotor in diese Zusatzbleche eingespannt und damit das Hinterrad angetrieben. Er hat sich da recht Mühe gegeben und aus Edelstahl Bleche und Verbreiterungen fertigen lassen. Alles rückbaubar. Er hat das lange vor dem E-Bike Boom umgebaut. Damals hatte die MFK (TÜV) keine Freude dran und er hat das Projekt stehen lassen müssen.

Ich nutze diese Bleche jetzt um die Blattfedern aufzunehmen, hat wirklich gerade perfekt gepasst und man könnte es problemlos wieder auf ein Trike zuück rüsten.

Hatte die Bleche zwischenzeitlich als Aufnahme für eine Rohloff genutzt (mit mässigem Erfolg):
IMG_9660.JPG
 
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zureich
Hatte die Bleche zwischenzeitlich als Aufnahme für eine Rohloff genutzt (mit mässigem Erfolg):
danke, das wollte ich eigentlich nicht hören.^^
denn mir hat so eine lösung vorgeschwebt um den umwerfer hinten los zu werden an meinen baugleichen rad.

edit:
zum erwähnte kopflastigen, an deinem umbau.
das könnten die grösseren hinterräder sein, weil bei orginalgeometrie ja schon eher die last auf den vorderräder sind,
den die fahrer die tretlager motoren fahren, erwähnen das nie und die sind ja meisst schwerer als ein nabengetriebe.
 
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Die kette ist leider recht schräg gelaufen, darum war ich nicht so happy, aber war eher so ein halbherziger Versuch, mit etwas aufwand kriegst du das schon hin. Platz wäre dort nebendran reichlich, ich such noch mal ein weiteres Bild für dich. Die Nabe direkt am Hinterrad zu verbauen kommt für dich nicht in Frage?

Danke für den Tipp, das denk ich mir eben auch. Ich speiche demnächst vorne auch auf 24" um, gleich wie hinten. Ich fand aber schon das originale Konzept recht frontlastig im Gelände (mit dem ebenfalls schweren originalen Schlumpfgetriebe vorne). Aber die Kisten sind ja eigentlich auch nicht fürs Gelände gedacht;)
 
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Langlaufski federn gut
schätze mal, die werden zu weich sein, aber probier es aus.

Ich hab ja an GreenMamba von Velomo GFK-Blattfedern, wobei ich den genauen Aufbau nicht kenne.
Für unseren Anhänger haben wir im Deichselbereich auch GFK Blattfedern verwendet.

Hier mal ein Beispiel:
GFK Platte FR4 schwarz 0,2 bis 10,0 mm Stärke
- Plattendicke: 10,0 mm, Tafelformat: 1090 x 240 mm

Kann man bei Masterplatex für 99 Euro kaufen.

Sinnvoll wäre es wahrscheinlich noch ein Dämpfer oder sogar einen zusätzlichen Luftdruck-Stossdämpfer zu verbauen.
Hab ich die Tage auch bei Green Mamba nachgerüstet, um die Federhärte der Blattfeder besser auf Tourgepäck und z.B. Anhängerbetrieb anpassen zu können. Funktioniert soweit sehr gut.

Hier wäre z.B. dieser oder ähnliches evtl. sinnvoll. Bekommt man auch preiswerter von Chinesischen Lieferanten, wenn man mehr Zeit hat.

LG Jörg
 

BuS velomo

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Heckantrieb und 30cm verharschter Restschnee vertragen sich bei dem Ding leider nicht so gut
Du sitzt zu 2/3 auf der Vorderachse, da hast du nicht wirklich mehr Traktion als bei nem Fat-Trike. Mit Kurzlieger bringt da erst 4x4 nen großen Sprung. Beim Langlieger-Fat-Quad hab ich eher 2/3 auf dem Antrieb.. das greift da besser (ist nur nicht so wendig).

Die Ski kannst du nehmen (v.a. bei der geringen Hecklast), aber ein Dämpfer ist dringend empfehlenswert. Wenn du im Antritt noch ausfederst liegt deine Kettenlinie unter dem virtuellen Drehpunkt aus Gravitation, Drehmoment und Zug. Das kannst du schon annähernd ausmerzen... nur hinten ist m.E. dein Ansatzpunkt zu hoch, vorne seh ich ihn nicht im Detail.
 
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Danke für eure Tipps! Die Ski sind sogar eher auf der härteren Seite, ich war selber erstaunt. Danke für den Tipp mit Masterplatex. Genau danach habe ich gesucht. Dämpfung wird irgendwann schon zum Thema.

Ich fand die Traktion als Trike eben schon katastrophal, ich werde wohl nicht um den Allrad herumkommen.
Danke, die Anlenkung hinten ist wirklich noch nicht optimal, man merkt es beim einfedern.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit Radnabenmotoren auf der Vorderachse? Ich bin letzthin über die "Grin" Motoren gestolpert, die einen ganz passablen Eindruck machen.
 
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