Die Jugend wohnt halt in der Stadt, kommt auch mit gewöhnlichen Fahrrädern oder Motorrollern oder neuerdings E-Scootern und E-MTB gut umher, hat andere Sorgen, andere Hobbys und nicht viel Geld für sowas über. Sind vielleicht auch nicht inndem Mindset, sowas dann selbst zu warten, wofür ihnen das Know-how und die Werkstatt fehlen.
Später ziehen sie vielleicht wieder raus in den Speckgürtel in ein Haus, aber weil sie jetzt eine Familie haben. Da zählen Lastenrad, Kombi oder Van. Oder sie bleiben in der Stadt und machen Karriere.
Erst wenn die Kinder aus dem Haus sind, werden Platz, Zeit und Budget frei, dann beschäftigt man sich vielleicht mit dem Thema, das man schon lange im Hinterkopf hatte. Oder wenn man sich in der Midlife-Crisis langsam fragt, wozu diese ganze Karriere eigentlich gut ist.
Wie vergleicht sich die Entwicklung im Radsport denn zwischen den Körperausrichtungen? Gibt es beim Rennrad stabilen jungen Zulauf oder sackt es da auch ab?
Vielleicht ist das auch zyklisch. Ein paar Leute finden das Thema und springen auf. Da es was besonderes ist, springen mit der Zeit mehr sonderbare Menschen auf. Es bekommt ein komisches Ansehen und Leute nehmen Abstand. Die verbleibenden werden Älter. Das Thema wandelt sich altersgerecht (E-Trikes mit hohem Sitz) und bekommt nun eben dieses Image. In dieser Phase wieder etwas Zulauf von alten und sonstig eingeschränkten Leuten. Das Image festigt sich dadurch nur weiter. Aber die Gesamtzahlen sinken. Das Zhema und sein Image geraten weitgehend in Vergessenheit. Bereit, wieder von einer unvoreingenommenen Gruppe auf der Suche nach Komfort und/oder Geschwindigkeit entdeckt zu werden.
Der Punkt Effizienz/Geschwindigkeit hat für die alltägliche Nutzung natürlich an Bedeutung verloren, wenn Pedelecs mühelos 25km/h fahren. Mit dem Velomobil fahren manche ja doppelt so schnell, aber nur mit viel Training und dann angestrengt. Und dazu die Kosten und der Aufwand. Da ergeben S-Pedelec und Motorroller eigentlich mehr Sinn. Da motoren jetzt elektrisch sind, ist der Winsch nach emissionsfreier Mobilität nun auch ohne Fahrrad befriedigt.
Und wenn man Radsport betreiben möchte, bringt es einem ja nichts, schnelleres Equipment zu kaufen und damit in eine andere Kategorie zu rutschen, wo alle dieses Equipment haben. Dann für 10k€ lieber das beste Aero-Rennrad kaufen und gegen die Konkurrenz gut dastehen.
Ein Rekord mit dem Velomobil bringt auch keinen Ruhm und keine Sponsoring-Einnahmen. Auf Social Media viral geht man damit nur, weil man im Straßenverkehr komisch aussieht und ein größeres WG-Zimmer leistet man sich dadurch nicht.