Mit Trike langsam an Steigungen (war: Puh! Das habe ich mir anders vorgestellt...)

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Erstmal ein freudiges Hallo! Ich bin neu hier im Forum und seit Samstag stolzer Besitzer eines gebrauchten HPV Scorpion fs26 mit Rohloff-Schaltung. Ich fahre außerdem noch ein normales S-Pedelec.
Aber das das so anstrengend ist, hätte ich nicht vermutet. Bei uns im schwäbischen Oberland gibt es doch den ein oder anderen Hügel mit etwa 4-7% Steigung. Die packe ich nur im ersten Gang mit geschmeidigen 5 km/h...an größere Steigungen ist gar nicht zu denken. Klar ich bin mit knapp zwei Zentnern nicht gerade der Leichteste, das zieht einen am Berg schon Richtung Tal.
Auf dem Up fahre ich mit moderatem Pedaldruck und einer Kadenz von 80-85. Herr Bosch sagt, das sind so zwischen 180 und 220W. Auf dem Trike komme ich geschätzt aber nur auf 60-70. Kann das an den kurzen Kurbeln (155 mm) liegen?
Auch geht mir das Fahren tierisch auf die Knie. Mach ich da Irgendwas falsch?
Beim zurechtrücken auf dem Sitz habe ich heute die Oberschale des Sitzes gehimmelt, ist gerissen. Kann man so was reparieren?
Ich wäre für ein paar Tipps für einen blutigen Liegerad-Anfänger echt dankbar.

Sonnige Grüße aus Oberschwaben
Olliko
 

roland65

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Willkommen hier. Da werden sicher noch viele wertvolle Hinweise folgen.

Meine kurz hier:
1. Radgewicht dürfte nicht unwesentlich hinein spielen, bes. bei Steigungen.
2. Pedelec versaut die Fitness, weil man ja nicht mehr so intensiv treten muss.
3. Kurze Kurbeln brauchen Kadenztraining - immer wieder 1 Minute mit 120er Kadenz fahren und regelmäßig wiederholen, dann bessert sich das.
4. Muskeln bzw. deren neuronale Steuerung sind noch nicht an die liegende Position adaptiert. Das dauert auch.
5. Anfangs besser nicht versuchen, große Last zu treten, eben weil die fehlende Adaption dazu führt, dass die Knie nicht so günstig belastet werden.
6. Klickpedale fahren, damit man auch ziehen kann, was die Knie entlastet.
7. Wenn es allgemein schneller laufen soll, Reifen gegen schnellere tauschen und ggf. die Spur kontrollieren (Forensuche!!)

Schale - ich vermute den Bodylink - kann man natürlich laminieren.

Abschließend - bloß nicht zu schnell die Flinte ins Korn werfen bzw. das Trike auf den Kleinanzeigenmarkt. ;) Aber lass Dir Zeit.

VG, Roland
 
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Größere Steigungen nur langsam fahren zu können ist ja nicht das Problem ;)
Wenn du bei normaler Fahrt noch schnellere Gänge über hast wäre eine kürzere Übersetzung eine Möglichkeit


Training wie @roland65 schon schrieb gehört auch dazu (Adaption der Muskeln/Sitzposition ~1000 - 2000km)
Probleme mit Knie und/oder Achillessehne können auch an der Tretlager Position liegen (zu Nah oder zu weit ausgezogener Mast)
 

roland65

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Probleme mit Knie und/oder Achillessehne können auch an der Tretlager Position liegen (zu Nah oder zu weit ausgezogener Mast)
Absolut. Die Empfindlichkeit hierfür ist sehr, sehr unterschiedlich. Ich toleriere hier ein rel. großes Spektrum, andere reagieren auf 5 mm Unterschied. Die beste Leistung bekommt man aber sicher nur mit der nahezu "perfekten" Position. Da muss u.U. auch die Fußstellung genauer angeschaut werden.
 
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Reinhard

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Klar ich bin mit knapp zwei Zentnern nicht gerade der Leichteste, das zieht einen am Berg schon Richtung Tal.
Wieg auch mal Dein Trike, damit wir hier ein Systemgewicht haben ...

Auch geht mir das Fahren tierisch auf die Knie. Mach ich da Irgendwas falsch?
Mach ein Foto in Sitzhöhe von der linken Seite wie Du auf dem Trike sitzt mit den linken Bein/Fuss in vorderster Stellung.
 
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Hohe TF üben finde ich auch gut, aber nur soweit das noch motorisch sauber ausführbar ist. Wenn sich die Bewegung abgehackt anfühlt, entstehen Lastspitzen, die eher kontraproduktiv sein dürften.

Die genannten 120 U/Min finde ich für den Anfang etwas zu viel. Also erstmal versuchen, die 80-85er TF vom Up hinzukriegen, später auch gerne >90. Ich habe anfangs zum Üben den Tipp befolgt, öfter mal in den nächstleichteren als den "Wohlfühlgang" zu schalten. Es dauert nicht lange, dann wird der Nächstleichtere zum Wohlfühlgang. ;)
 
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... seit Samstag stolzer Besitzer eines gebrauchten HPV Scorpion fs26 mit Rohloff-Schaltung. Ich fahre außerdem noch ein normales S-Pedelec.
Aber das das so anstrengend ist, hätte ich nicht vermutet. Bei uns im schwäbischen Oberland gibt es doch den ein oder anderen Hügel mit etwa 4-7% Steigung. Die packe ich nur im ersten Gang mit geschmeidigen 5 km/h...an größere Steigungen ist gar nicht zu denken.
Willkommen! Zunächst mal hast du schon sehr gute Hinweise bekommen, die will ich nicht wiederholen, nach dem Motto "Es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von allen." Deshalb nur das, was mir noch zusätzlich einfällt:
Hast du die Bremsen schon überprüft? Schleift da etwas? Luftdruck? Ist die Spur richtig eingestellt? Um das zu testen, kannst du Rollversuche bergab machen, am besten im Vergleich zu einem anderen Rad.
Hast du noch ein unmotorisiertes Fahrrad? Falls ja, wie schnell bist du derzeit damit bergauf?

Auf dem Trike komme ich geschätzt aber nur auf 60-70. Kann das an den kurzen Kurbeln (155 mm) liegen?

Grundsätzlich gilt, dass die Kurbellänge etwas sehr Individuelles ist. Manche kommen sehr gut mit kurzen Kurbeln zurecht, andere gar nicht. Ich selbst z.B. habe am Liegerad bei mittlerer Körpergröße wieder von 170 auf 175 gewechselt, weil mir das besser behagt. Letztlich hilft da nur ausprobieren.

Auch geht mir das Fahren tierisch auf die Knie.

Knieprobleme sind ebenfalls sehr individuell. Meinen Knien z.B. geht es nach 30 Jahren auf dem Liegerad besser als vorher, und ich lebe nahe den Alpen. Dazu muss ich aber bemerken, dass ich die Pedalclips in sehr weit nach hinten geschobener Stellung montiert habe, zeitweise hatte ich sie mir sogar mittig auf der Sohle montiert, was die Knie sehr schätzten. Die Stellung der Pedalhaken ist meiner Erfahrung nach ähnlich wichtig wie der schon erwähnte Abstand der Pedale vom Sitz. Wobei die grobe Regel gilt: Je weiter die Pedalklammer nach hinten verschoben ist, desto näher kann das Pedal an den Sitz. Diese Regel gilt natürlich auch für Schuhe ohne Klammern. Die andere grobe Regel: Pedal zu nahe - geht auf die Knie, Pedal zu weit weg - belastet die Achillesferse.

Grundsätzlich rate auch ich zur Geduld. Die Beinmuskulatur wird auf dem Liegerad doch in einem etwas anderen Winkel belastet, das erfordert Umgewöhnung und sachte Steigerung der Leistung. Danach aber sollten gerade auf dem Liegedreirad auch längere und steilere Anstiege machbar sein, da man auf dem Dreirad so langsam fahren kann, wie man will und auch jederzeit Pausen einlegen kann, ohne abzusteigen.

Falls du den Eindruck hast, kleinere Gänge zu benötigen, kannst du sowohl das Ritzel auf der Rohloff wie auch das Kettenblatt vorne wechseln. Ich kenne jemanden, der eine Rohloff mit einem Doppelkettenblatt vorne kombiniert hat und die Kette von Hand umwirft.

Beim zurechtrücken auf dem Sitz habe ich heute die Oberschale des Sitzes gehimmelt, ist gerissen. Kann man so was reparieren?
Wenn man's kann, dann kann man das natürlich reparieren. :) Das Herumpanschen mit Harz ist allerdings nicht Jedermanns Sache. Aber du wirst mit ziemlicher Sicherheit jemanden finden, der sich mit GFK und/oder Carbon auskennt und diese Arbeit übernimmt.

Ansonsten wünsche ich dir noch viel Spaß auf deinem Trike. Nebenbei bemerkt: Eine Gewichtsabnahme wirkt sich üblicherweise sehr positiv auf das Befinden der Knie aus. Also fleißig fahren, dann schwinden die Pfunde wie nebenbei und du wirst in nicht allzu ferner Zukunft Steigungen locker bewältigen, von denen du derzeit noch nicht mal zu träumen wagst.
 
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Erstmal ein freudiges Hallo! Ich bin neu hier im Forum und seit Samstag stolzer Besitzer eines gebrauchten HPV Scorpion fs26 mit Rohloff-Schaltung. Ich fahre außerdem noch ein normales S-Pedelec.
Aber das das so anstrengend ist, hätte ich nicht vermutet. Bei uns im schwäbischen Oberland gibt es doch den ein oder anderen Hügel mit etwa 4-7% Steigung. Die packe ich nur im ersten Gang mit geschmeidigen 5 km/h...an größere Steigungen ist gar nicht zu denken. Klar ich bin mit knapp zwei Zentnern nicht gerade der Leichteste, das zieht einen am Berg schon Richtung Tal.
Auf dem Up fahre ich mit moderatem Pedaldruck und einer Kadenz von 80-85. Herr Bosch sagt, das sind so zwischen 180 und 220W. Auf dem Trike komme ich geschätzt aber nur auf 60-70. Kann das an den kurzen Kurbeln (155 mm) liegen?
Auch geht mir das Fahren tierisch auf die Knie. Mach ich da Irgendwas falsch?
Beim zurechtrücken auf dem Sitz habe ich heute die Oberschale des Sitzes gehimmelt, ist gerissen. Kann man so was reparieren?
Ich wäre für ein paar Tipps für einen blutigen Liegerad-Anfänger echt dankbar.

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Olliko

Welcome!

I came to the trike from a pedelec too, but... I was a rower (boats) for a very long time and so all the correct muscles were trained. You will need some time to adapt from what I have read here and elsewhere, lucky me I jumped straight in.

You don't have the lightest of trikes, mine took me places I would have never gone on a bicycle and I am talking about 17% not 7%... And 17% at 4 km/h is absolute paradise because before I had to get off the upright and push.

Cadence is king. Find your natural cadence and when you ride stick to it and don't care about speed, your knees will say thank you and in general you will enjoy riding more.

If ever I had a Scorpion the first thing I would add is a motor... You have the Rohloff which is very forgiving because of the wide gear range so first of all use a smaller chainring to get your cadence up and when you do then increase the size of the chainring untill you find the sweet spot.
 
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Mein Tipp: Für den Anfang vielleicht eine etwas aufrechtere Position. Hat bei mir sehr viel gebracht. Ich hatte zwar nur leichte Knieprobleme, dafür hatte ich im Lendenwirbelbereich starke Schmerzen.
 
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Nicht aus dem Zusammenhang reißen. !!!!
Hatte das mit der 1 Minute schon gelesen. Aber selbst dafür finde ich persönlich 120 U/Min schon krass. Es fällt mir selbst als "Geübter" noch schwierig, bei dieser TF einen sauberen Bewegungsablauf zu bewältigen. Fahre aber auch "nur" 165er Kurbeln.

Die machbare TF scheint auch sehr individuell zu sein, von anderen hier habe ich schon gelesen, dass 200 U/Min noch relativ problemlos gehen. Neben viel Übung, der Kurbellänge und der zu beschleunigenden Bein-Masse hängt das sicher auch noch von der motorischen Veranlagung ab. ;)

Was mir noch eingefallen ist: Wenn man schon von der Tour "kaputt" ist, klappt das oft mit neuromotorisch anspruchsvolleren Abläufen wie bspw. hoher TF nicht mehr so gut. Dann macht meiner Meinung nach Reduzierung der Belastung mehr Sinn, anstatt auf Teufel-komm-raus die TF hoch zu halten.
 
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Um das zu testen, kannst du Rollversuche bergab machen, am besten im Vergleich zu einem anderen Rad.
Für das Scorpion gibt es in der Betriebsanleitung Hinweise zum Einstellen auch ohne Last. Vermutlich wird man davon aber etwas abweichen müssen, wenn man schwer ist. Einigermaßen leichtlaufende Reifen machen ebenfalls einiges aus - dem Scorpion würde ich mindestens sowas wie Conti Contact Speed oder Contact Urban spendieren.

Bergauf gilt: die Masse machts (kaputt). Mit dem leichter gemachten Scorpion komme ich trotz relativ schwergängigen Antriebs bergauf vergleichsweise besser zurecht als mit dem doch merklich schwereren VM. Da hilft wohl nur Gewichtsreduktion durch eifriges Fahren. Vor allem mit höherer Kadenz bergauf...
 
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Tue mich bergauf auch noch schwer. (auch wörtlich, selbst 90kg, Zweirad 19kg / Velomobil 22kg und meist zu viel Gepäck) Es kommt mir auch häufignso vor, als würde bergauf meine Leistung abnehmen. Bilde ich mir wahrscheinlich ein, aber die veränderte Lage könnte auch zu schlechterer Durchblutung der Beine führen. Also vielleicht zum Trainieren Kopf niedrig und Füße hoch, zum bergauf fahren versuchen, etwas aufzurichten. Aber allgemein wie schon gesagt wurde erstmal an die neue Lage und den neuen Bewegungsablauf gewöhnen und trainieren. Und auch wie gesagt die richtige Einstellung finden ist wirklich wichtig. (Vor allem Entfernung des Tretlagers, aber auch Position und Ausrichtung der Füße)
Was mir zur Leistung und auch den Knien hilft, ist tatsächlich ein Achten auf einen "runden Tritt" oder gar "überrund" :LOL:. Also wenn ich ganz bewusst mich nicht nur in das tretende Bein stemme, sondern auch einen Teil der Gegenkraft mit dem zurück kehrenden Bein aufbringe und vor allem bei Waagerechter Kurbel mit dem gestreckten Fuß nach unten bewege und dabei den angezogenen natürlich nach oben. Das ist für viele eine ineffizientere Erbringung von Leistung und ich kann das nicht dauerhaft, aber es erhöht sich die erbrachte Arbeit pro Kurbelumdrehung und nicht diengesamte Arbeit muss von den Knien getragen werden. Das hilft mir vor allem, wenn ich nicht mehr weiter runter schalten kann (oder an kurzen Anstiegen den Gang halten will) Könnte zu meinem ovalen Kettenblatt am Kurzlieger besonders gut passen, weil das aus dem geringeren Drehmoment an der Kurbel bei waagerechter Stellung trotzdem brauchbaren Zug an der Kette macht und ich weniger Zeit in dieser Position verbringe.

Und dann natürlich die Klassiker: Systemgewicht verringern wo es geht, Leistung erhöhen (nach Möglichkeit natürlich die vom Menschen, ohne Zusatz eines Motors) und Verluste im Kettenantrieb, Reifen und Lagern minimieren. Bei gebrauchtem Fahrzeug kann man auch mal irgendwo was haben, was mal wieder gepflegt werden müsste. (Drehen die Räder gut? Ist die Kette und die Kettenrohre und Umlenkrollen sauber, rostfrei und korrekt geschniert? Ist das Öl in der Schaltnabe frisch genug?) Reifenwahl und Spurkontrolle wurden ja auch schon behandelt.

Fällt mir am Ende noch ein und ich weiß auf die Schnelle nicht, wo ich es am besten einfügen könnte:
- Schauen, ob du überhitzt. Auf dem Liegerad ist der Rücken schlecht gekühlt und bergauf geht einem der Fahrtwind verloren. Also vielleicht mal vor dem Anstieg Jake ausziehen oder sich mit etwas Wasser begießen, wenn es das Wetter zulässt.
- Atmung überprüfen. Ich muss aufndem Sitz aufpassen, dass ich auf Dauer wirklich tief atme. Ist vielleicht ein Problem, dass meine Schultern nicht perfekt in den Sitz passen oder so. Gerade wenn man sich dann beim schweren treten in den Sitz stemmt, könnte das verursachen, dass man den Rumpf verkrampft und nur noch flach atmen kann. Also gerade falls die Schultern etwas nach vorne gerollt sind, mal den mittleren Rücken aus dem Sitz drücken und sich ganz gerade machen und bewusst tief durchatmen. (Und natürlich heißt es, soll man vor allem durch den Bauch atmen. Da sind kürzere Kurbeln für mich besser, weil bei langen Kurbeln die Oberschenkel in den Bauch drücken.)
 
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Ich hatte anfangs auch ein paar Schwierigkeiten (denen ich mir aber im Vorfeld bewusst war) und es gab drei Lösungen:

Sitzposition, Sitzposition und Sitzposition.

Klingt komisch, ist aber so. Auf den ersten Touren hatte ich Werkzeug für die Schnellverstellung des Rahmens meines Hase Lepus dabei (um den Abstand zu Tretlager variieren zu können), der Sitz hat einen Schnellspanner. Ich habe so ca. alle 10-15 Minuten angehalten und etwas verändert, um die optimale Position zu finden - teilweise millimeterweise. Anfangs auch deutlich aufrechtere Sitzposition als jetzt - ich merkte mit der Zeit, dass ich unbewusst beim aufrechten Sitz nach vorne/unten rutschte, was nichts damit zu tun hatte, dass der Sitz keinen Halt gab, sondern dies offensichtlich die bessere Sitzposition war. Mittlerweile steht er so tief/schräg, wie ich vorher rutschte, und passt wie angegossen. Fühlt sich im Stand manchmal zu flach an, aber sobald ich Pedaliere past alles.

Ich merke es, wenn ich andere als meine Standard-Fahrradschuhe trage (keine speziellen Radschuhe, ich fahre auch keine Klickpedale, aber ich trage im Normalfall immer dieselben Sportschuhe beim Fahren) - der geringe Unterschied in der Dicke der Sohlen macht sich bei mir schon deutlich bemerkbar und die Fahrt unbequemer. Alles im erträglichen Rahmen, aber diese wenigen Millimeter geben mir halt schon das Signal, nicht optimal zu sitzen.

Knieschmerzen hatte ich nur, wenn das Tretlager zu weit weg war. Ansonsten fehlte am Anfang die Bauch- und Rückenmuskulatur, die es zum Liegerad-/-trikefahren braucht - da arbeiten ganz andere Muskelgruppen zusammen als auf einem Up. Das merkte ich deutlich an Muskelkater im Bauchbereich nach Touren. Das ist mittlerweile Geschichte und zu meiner eigenen Überaschung zeigt sich recht deutlich der Ansatz eines "Sixpack", wo sich die 51 Jahre vorher keines zeigen wollte, egal, welchen Sport ich gemacht habe. Und das, obwohl teilweise wetterbedingt (ja, ich bin Schönwetterfahrer, ich geb's zu) durchaus schonmal 7-10 Tage Pausen zwischen Touren oder Arbeitspendelfahrten liegen. Nach den 40 km-Touren war ich anfangs fühlbar müde, heute könnte ich locker auch das doppelte fahren oder noch mehr - das Liegetrikefahren empfinde ich überhaupt nicht mehr als anstrengend, im Gegenteil, am Ende fühle ich ich körperlich wie geistig immer echt gut.

Mein Rat daher: Ausführlich verschiedene Sitzpositionen austesten, gerne nur für kurze Streckenabschnitte, um wirklich direkt vergleichen zu können. Dabei immer nur EINEN Parameter gleichzeitig ändern, denn sondt weiß man nicht, was eine Verbesserung oder Verschlechterung bewirkt hat. Also entweder Abstand Tretlager zum Sitz ändern, oder Schräge vom Sitz ändern, oder Pedalarmlänge ändern. Bei letzterem finde ich verstellbare Kurbelarmverkürzer (gibts z.B. bei Hasebikes, diese funktionieren natürlich auch an allen anderen Kurbelarmen) sehr praktisch. Stufenlos millimeterweise justierbar kann man so die optimale Kurbelarmlänge für sich selber herausfinden. Ist sie einmal optimiert ggf. Kurbelarme in der gewünschten Länge montieren oder halt die Verkürzer in dieser Position belassen, wenn man mit der Optik leben kann.

Muskulatur kommt von ganz alleine. Ich habe NICHT bewusst trainiert, sondern bin einfach gefahren, Touren mit ca. 30 - 40 km Länge und wenn ich zur Arbeit gependelt bin morgens und abends knapp 10 km. Also nichts überwältigendes, und trotzdem stellt sich der Erfolg relativ zügig ein. Trittfrequenz anfangs bei müden 60, mittlerweile 75-80 als persönlichen "Sweet Spot" für mich herausgearbeitet. Das war das Einzige, auf das ich bewusst geachtet habe, denn zuerst fühlte sich das "komisch" an. Mittlerweile brauche ich den Kadenzsensor eigentlich nicht mehr, denn dieser Bereich ist nun genau der, der sich richtig anfühlt. Ich strebe hier noch etwas mehr an, würde gerne 85-90 als Standard erreichen und bin mir sicher, dass das mit der Zeit auch machbar ist, ohne es über das Knie zu brechen.

Lange Rede, kurzer Sinn: An Sitzposition feilen, durchaus im Detail, auf Trittfrequenz achten (und ggf. langsam steigern), Geduld haben und dem Körper Zeit geben, sich umzugewöhnen. Das geht nicht von heute auf morgen. Wenn das erstmal alles passt gibt's kaum noch was Schöneres.
 
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Erstmal ein freudiges Hallo! Ich bin neu hier im Forum und seit Samstag stolzer Besitzer eines gebrauchten HPV Scorpion fs26 mit Rohloff-Schaltung. Ich fahre außerdem noch ein normales S-Pedelec.
Aber das das so anstrengend ist, hätte ich nicht vermutet. Bei uns im schwäbischen Oberland gibt es doch den ein oder anderen Hügel mit etwa 4-7% Steigung. Die packe ich nur im ersten Gang mit geschmeidigen 5 km/h...an größere Steigungen ist gar nicht zu denken.
Evtl. bist Du vom Pedelec etwas "verwöhnt". Anfangs verbrätst Du vielleicht auch relativ viel Muskelkraft, nur um die Füße um den Pedalkreis herumzuführen. Mit der Gewöhnung an den Bewegungsablauf (und mit Klickpedalen) steigt dann auch dein körperlicher "Wirkungsgrad".
Klar ich bin mit knapp zwei Zentnern nicht gerade der Leichteste, das zieht einen am Berg schon Richtung Tal.
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Ein bisschen können die Kurbeln damit zu tun haben, v.a. wenn Du eh schon bei zu niedrigen Drehzahlen herumhungerst. Achte auch mal darauf, ob Du einen Rundrücken machst. Im Zweifel eher leicht anspannen und den Bauch aus dem Sitz heben. Naja, nicht wirklich rausheben, aber zumindest darauf achten, dass die Kraft der Beine hauptsächlich im Becken abgestützt wird und nicht auf Höhe des Bauchnabels.
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Wenn bei Dir selber oder in der Umgebung etwas Erfahrung mit GFK-Arbeiten vorhanden ist, sollte das gehen. Wichtig ist, dass der Lagenaufbau auf der Rückseite Druckkräfte aufnehmen kann.
 

Reinhard

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Ich glaub, wir sollten erst mal stoppen mit den Kommentaren, damit der OP 'ne Chance hat zu antworten ... ;).
 
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Ein Problem hast du erst, wenn du bergauf dauernd von anderen Liegerädern überholt wirst. Ich vermute, das ist nicht Fall. ;)

Gewicht rächt sich bergauf doppelt. Erstens bist du langsamer und zweitens leidest du länger. Im liegen leidet es sich auch nicht besser. :LOL: Auf meinen Abendrunden kann ich mit meinem Liegerad jedenfalls nicht so viele Hügel fahren, wie früher mit dem Rennrad.

Dass die Mehrheit hier im Forum in Gegenden wohnen, wo eine Bodenwelle schon Berg genannt wird, könnte ein Zeichen sein, dass Liegeräder generell bergauf nicht so toll sind. Wen kümmerts? :cool:
 
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