Mit dem Wohnanhänger von Midu ins tibetische Hochland Qinghai's

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Kundu, 16.08.2019 um 10:48 Uhr.

  1. Kundu

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    Hallo :)

    Für ein (Wohn-)Velomobil hat's diesmal nicht gereicht, also eig. ganz falsch hier im Forum. Nachdem ich mit meinem Wohnanhänger nun aber schon seit 36 Reisetagen, davon 24 Fahrtage unterwegs bin, dachte ich poste ich hier doch einmal ein paar Infos und vorallem Fotos des Entstehungsprozesses.

    Gebaut habe ich den Anhänger in Südwest-China im Wuyi-Dorf (武邑村) welches zur Kleinstadt Yinjie (寅街镇) gehört, welche widerum zu der etwas größeren und sehr schönen Stadt Midu (弥渡县) gehört, welche ca. 70-80 km von der Touristenstadt 大理 (Dali) entfernt ist und von der es nur gute 300km bis Kunming (昆明), der Haupstadt der Südwestlichsten Provinz Chinas, nämlich Yunnan (云南省) ist.
    Der Bauprozess, inkl. teils zeitaufwendigem Einkauf fast aller Teile hat ziemlich genau einen Monat gedauert.

    Ausgangspunkt meiner Reise war besagte Stadt Midu, Ziel der Reise ist das extrem dünn besiedelte tibetische Hochland der chin. Provinz Qinghai, in welche ich bereits seit Jahren reisen will.

    Natürlich wäre ich mit einem Zelt deutlich schneller unterwegs, schon in früheren Reisen war ich jedoch dass allabendliche Zeltaufbauen und vor allem das Abbauen am nächsten Morgen satt und bin daher durchaus bereit (deutlich) langsamer zu reisen. Auch das ständige packen, schnüren,... des Gepäcks finde ich unausstehlich.
    Außerdem finde ich es sehr gut zu wissen, auch tagsüber, sollte das Wetter in Höhen von teils deutlich über 4000m ungemütlich werden - Regen, Hagel, Wind, Minusgrade - einen Zufluchtsort zu haben.

    Das Internet, insbesondere Youtube ist voll mit Wohnanhängern. Die meisten scheinen mir für solch eine Reise, auf der es gilt viel Gepäck mitzunehmen, sehr viele Höhenmeter zu überwinden und auch mal einige zehn oder gar einige hundert km Schotterstraßen am Stück zu überwinden eher ungeeignet. Käuflich wäre hier ohnehin keiner gewesen.
    Bislang hat sich meine Konstruktion bewährt und ich bin auch relativ zufrieden damit. Trotzdem habe ich nat. mittlerweile eine sehr lange Liste mit Sachen, die ich beim nächsten Mal besser machen würde.
    Würde man das ganze kommerziell vertreiben wollen müsste die Verarbeitung nat. teils deutlich sorgfältiger ausgeführt werden, teils andere Materialien gewählt werden. Für mich persönlich ist das überwiegend ok so.

    Ursprünglich war gedacht, den ganzen Rahmen aus Eukalyptus-Multiplex-Holz zu bauen.
    Das war aber nicht nur sehr schwer zu kaufen, sondern zudem ziemlich schlechter Qualität und ziemlich schwer bei geringer Biegesteifigkeit um nicht zu sagen total wabbelig.
    Daher ist im Endeffekt nur der untere Rahmenteil aus Holz, der obere Teil aus Edelstahl (welchem auch immer), überwiegend 0,4mm Wandstärke. Nur aus besagtem Edelstahl hätte ich sicherlich deutlich Masse einsparen können. Bin aber auch ganz froh, mich auf Schotterstraßen nicht nur auf die Punktschweissstellen verlassen zu müssen.

    Ziel war es, den ganzen Anhänger in nur wenigen Wochen zu bauen. Daher musste ich einige erhebliche Vereinfachungen vornehmen, dazu gehören unter anderem:
    - keine Federung
    - trotz zu erwartender Minusgerade und Kondenswasserproblematik nur einwandig
    - keine Demontierbarkeit für Transportzwecke, was Holzschrauben und vorallem viel Flüssigkleber ermöglichte

    Aber vorerst genug der Worte, hier ein paar Fotos des Entstehungsprozesses. Das Internet hinter der Great Firewall wird von Jahr zu Jahr und teilweise von Monat zu Monat unerträglicher, ich hoffe, mir gelingt der Upload.


    recht rudimentärer Holzkauf:
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    Stahlkauf
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    Aluplättchen für die Radaufnahme, leider einen mm zu dünn, so dass auf die Achsen noch Unterlegscheiben müssen:
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    Erste Holzkonstrktion. Schon relativ biegesteif, jedoch noch extrem anfällig für Torsion.
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    Ganz ohne Bambus gings nach meiner Bambusmobilerfahrung nat. nicht. Allerdings frisch geernteter, also nicht ausreichend getrockneter und nur für das seitliche, nach unten geöffnete Schuhregal. Außerdem ohne umständliche Faser-Harz-Verbindungen sondern ganz simpel mit Duct-Tape und Flüssigkleber verbunden, siehe späteren Post.
    IMG_20190621_145011.jpg

    Und so sah es dann nach Schweißen aus, wobei ich netterweise Hilfe hatte.
    IMG_20190622_192724.jpg

    Und so nach Lackieren. Der Srpühlack für die Stahlkonstruktion war denke ich ok. Die rote Farbe fürs Holz jedoch war ein großer Fehler und hat auch noch nach einem Monat bestialisch gestunken.
    IMG_20190624_180056.jpg


    Fortsetzung folgt...
     
  2. Kundu

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    Die erste Minitestfahrt verlief erstaunlich positiv. Bis auf den auf die Schnelle festgebundenen Klappdeckel klapperte nichts, Schlaglöcher und Straßenunebenheiten wurden, wohl durch die Länge und die weit hinten liegenden Räder, gut weggesteckt :)

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    Nach langer Recherche und sehr nettem Mailwechsel mit einem der Inhaber hatte ich mich bereits im Vorfeld für die Kupplung von Radical Design entschieden, diese aus den Niederlanden nach Deutschland schicken lassen und selbst nach China mitgenommen (Made in Taiwan...).
    Nach wie vor erscheint diese gut und simpel. Mich stört aus Prinzip etwas, dass der anhängerseitige aus Plastik ist, habe auf Anraten des Inhabers jedoch noch eine als Ersatz dabei. Bislang ist zum Glück nicht abzusehen, dass ich diese brauchen werde. Schön ist zudem, dass ich in Linkskurven quasi auf der Stelle wenden kann und die Kupplung den Winkel nicht beschränkt. Wenn ich rechts gehalten habe und dann umkehren will ist das sehr praktisch.
    Trotzdem würde ich sie für einen Anhänger solcher Masse und Stützlast eher nicht wieder verwenden. Zum einen habe ich tatsächlich noch immer etwas Bedenken was die Dauerfestigkeit der V2A M10 Schraube anbelangt, vor allem aber, und das liegt weniger an der Kupplung an sich, ist die einseitige Einleitung der nicht unerheblichen Kräfte (Schlagloch, Vollbremsung) in den (Alu-)Fahrradhinterbau einfach suboptimal. Auf nasser, glatter Straße spürte ich sogar einmal deutlich, wie das Hinterrad nach rechts gedrückt wurde. Auch den Schnellspanenr sehe ich als eine Schwachstelle an.
    Durch ein Vorziehen der Anhängerräder ließe sich die Stützlast nat. etwas verringern. Grundsätzlich ist eine gewisse Stützlast aber durchaus förderlich, um einem Blockieren des Hinterrades entgegenzuwirken, denke ich.
    Beidseitige Kupplungen für mehrspurige Anhänger gibt es meines Wissens nach nicht fertig zu kaufen. Beim nächsten Mal würde ich daher etwas selber bauen, z.B. auf Basis einer auch nicht billigen Bob Yak-Kupplung.

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    Die Deichsel habe ich später noch zweimal nachbessern lassen, das Prinzip ist aber geblieben.


    Extra aus Deutschland mitgebracht habe ich Backpapier, um mit der tollen Spureinstellmethode @tüfti 's eben die Spur exakt einzustellen. Die Löcher im Holz sind daher extra zu groß gebohrt um die mit Unterlegscheiben variabler Anzahl aufgeschraubten Aluplättchen verschieben und im Winkel verändern zu können.
    Damit habe ich faste einen vollen Tag verbracht, Videos aufgenommen um deren Standbilder in aller Ruhe analysieren zu können, den Anhänger extra noch mit Wasserkanister und Stahlträgern belastet - nur leider ohne jeglichen Erfolg, das Backpapier hat sich kein bisschen bewegt, auch nicht bei absichtlich verstellter Spur. Vlt konnte ich sie nicht genug verstellen? Nat. auch nicht so definiert, wie bei einer Gewinde-Spurstange.
    Wie dem auch sei, der Anhänger rollte ja auch so prächtig und ich habe es dann doch auf die klassie Augenmaßmethode gemacht. Bislang stelle ich an den Anhängereifen auch keinen besonderen Verschleiß fest. Ein fader Beigeschmack bleibt aber.
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    Die Liegefläche und den Gepäckraum habe ich mit Gurten geflochten. Das war ein ziemlicher Aufwand und ich musste auch den Rahmen dafür noch verstärken, da ich sehr straff flechten musste, um nicht allzu sehr auf den Diagonalstreben im Unterboden aufzuliegen.
    Ich habe meine durchaus ausführlichen Massen-Messungen und überhaupt fast alle Notizen und Skizzen auf Papier angefertigt, bislang nicht digitalisiert und auch nicht mitgenommen. Ich wage mich aber zu erinnern, dass der Gurt (ohne Rahmenversteifung und ohne Schrauben) insgesamt ca. ein kg. wiegt. Grob überschlagen kam ich bei einem Lattenrost aus Holz glaube ich auf ca. 8kg und auch aus 1x2cm Edelstahl oder gar 2x2cm bei 4mm Wandstärke wäre das deutlich schwerer geworden. Der Aufwand hat sich also gelohnt.
    Gegenüber Stoff besteht zudem der große Vorteil, dass man z.B. zum Wasseraufwischen durchfassen kann.

    Die Größe der Einstiegsöffnung hatte ich schon in Deutschland mit Pappkartons und Klettband unterm Tisch evaluiert. Luxus ist's sicherlich nicht direkt, für mich aber ausreichend.

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    Die Verkleidung habe ich wie bereits beim Bambusmobil aus Isomatten, wohl PU-Schaum, gemacht.
    Finde ich auch persönlich nicht sonderlich schön, hat aber einfach unschlagbare Materialeigenschaften: wasserdicht, soweit ich weiß UV-beständig, wärmeisolierend und dazu unschlagbar leicht.
    Die Verarbeitung ist ok, schneiden ist nat. leicht, fürs Kleben hätte mir ein anderer Kleber die Arbeit sicherlich deutlich vereinfacht.

    Wegen der im Oktober zu erwartenden Minusgrade habe ich mich für 12mm Stärke empfohlen.
    Nach einer groben Überschlagsrechnung kam ich bei 100W eigener Wärmeleistung auf ca. 4,5K höherer Innentemperatur gegenüber außen. Ohne dass ich ein Außenthermometer habe würde ich mittlerweile sagen, dass das in etwa hinkommt. Noch wichtiger ist aber sicherlich die Windstille im Innern.

    Besonders wichtig um die elendige Kramerei zu verringern sind zudem möglichst viele Innentaschen/Fächer, hier aus Stoff mit abermals rudimentären Mitteln selbst angezeichnet und dann mit Nähmaschine nähen lassen. Das können nicht genug sein, die 3+3+2 = 8 Fächer sind aber schon einmal sehr gut, zudem ich von den Seitenfächern auch noch den Platz dahinter nutzen kann.

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    Hier noch ein paar Fotos vom damaligen Zwischenstand.
    Ich konnte, jetzt leider nicht mehr, siehe weiter unten, den Deckel sogar komplett aufklappen um unter freiem Himmel zu schlafen.

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    Für die erste und einzige richtige Testfahrt hatte ich mir um das ganze nen bisschen spannender zu gestalten zwei große Wasserkanister mitgenommen, jeweils ca. 20kg. Das entspricht auch in etwa meiner jetzigen, je nach Nahrungs- und Wassermitnahme natürlich variablen, Gepäckmasse:

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    Die Testfahrt verlief völlig reibungsfrei. Abgesehen davon, dass es ordentlich reinregnete, was nicht sonderlich verwunderlich war, da das Dach noch nicht fertig war.
     
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  6. Kundu

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    Wie bereits vorweg genommen *konnte* ich den Deckel so schön aufklappen, jetzt aber leider nicht mehr.
    Beim Dichtigkeitstest mit dem dicken Wasserschlauch lief es im geschlossenen Zustand leider ordentlich rein. In erster Linie, weil sich in der Plane, es diente ein aufgeschnittenes Scooter-Regencape (mutmaßlich PVC!? Stand nicht drauf), eine Blase bildete und die Plane nicht ganz dicht war. Im geöffneten Zustand lief (fast?) nichts rein, da das Wasser ablaufen konnte.
    Nat. hätte man das ändern können, durch eine ordentliche Überlappung des Deckels und andere Plane. Dafür hatte ich aber nicht die Zeit bzw. war nicht gewillt sie mir zu nehmen, da das meine Abreise verzögert hätte.

    Ich wollte ohnehin einen robusten Anhänger, der auch Sturm und Starkregen standhält. In Anbetracht der kurzen Zeit, die ich mir für den Bau genommen habe, war das ganze einfach Unfug. Die Idee war schön, aber zu komplex. Hat mich locker ne Woche gekostet mit all dem Falten, Klettband,... und entsprechend geärgert. Kurzum, innerhalb nur weniger Stunden habe ich das ganze dann auf ca. 1/3 Höhe fixiert und fest zugeklebt.
    Hätte ich das gleich so gemacht, wäre der Anhänger nat. etwas aerodynamischer, leichter und robuster geworden. Da ich aber bislang fast nie in der Ebene fahre, entweder bergauf oder bergab, ist zumindest die Aerodynamik ohnehin nicht so wichtig.

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    Wie ebenso bereits erwähnt musste ich die Deichsel noch einmal nachbessern lassen. Das 38x38mm Vierkantrohr war bei 0,4mm Wandstärke zwar schön leicht, aber leider nicht ausreichend knickfest.
    Zum Trost hatte ich dafür immerhin meinen bislang besten Schweißer in China gefunden, sieht doch fast aus wie ne Raupe :) Und bei der Wandstärke ist das ja wirklich nicht ganz einfach.
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    Schon beim Bau hatte ich keine Lust das Schuhregal zu bauen. Da ich aber die dreckigen Schuhe nicht mit dem restlichen Gepäck zusammen tun wollte, was das unbedingt notwendig. Allerdings baute ich nur eins.
    Schnell wurde mir bei der Fahrt aber klar, was ich zuvor schon geahnt hatte. Mein weiteres Paar Schuhe, wasserdichte, warme Wanderschuhe bringen mir auch bei Eiseskälte und Regen wenig, wenn sie ganz unten im Gepäckfach irgendwo verstaut sind.
    Schweren Herzens habe ich mich also unterwegs mit einfachen Mitteln daran gemacht, ein weiteres Regal zu bauen. Beide Regale sind unten offen bzw. vergittert, damit Wasser ablaufen kann und zumindest etwas Lüftung möglich ist.
    Nicht nur wegen meiner Lustlosigkeit sondern auch wegen der Regenzeit hat der Bau über eine Woche gedauert. Seitdem es fertig ist scheint fast durchgehend die Sonne :whistle::)

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    Ein weiterer Aspekt ist, dass ich so zumindest etwas mehr Platz in meinem Gepäckraum habe.
    Da ich durchaus viel Gepäck habe empfinde ich dieses noch immer als zu klein. Um gar nicht mehr kramen zu müssen müsste es noch deutlich größer sein und in mehere Fächer unterteilt sein. Zum Polstern sollte keine Kleidung dienen, die man nämlich auch mal spontan braucht und die jeden Tag variiert (saubere wird zu dreckiger, landet in nem anderen Beutel,...). Besser wäre, dafür Schaumstoff zu nehmen, wofür man nat. ordentlich Platz bräuchte.
    Auch wären weitere "Schuhregale", also unten offene Fächer z.B. für nasse Regenkleidung gut.
    Wie gesagt habe ich meine Skizzen nicht dabei. Wenn mich nichts täuscht sollte der Gepäckraum innen aber ca. eine Grundfläche von 63x60cm haben und in der Höhe linear von 25 auf 45cm ansteigen.
    Das entspräche einem Volumen von 6,3×6×3,5 = 132,3 Litern. Hinzu kommt, dass der geflochtene Boden noch etwas nachgibt und der Isomattendeckel sich etwas wölben kann.

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    und so sieht das beim liegen/schlafen aus :) In diesem Fall mit geschlossenem Dachfenster, geschlossen durch den leicht durchhängenden mit Klettband befestigten Isomatten deckel.

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  8. Kundu

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    Ich kann nicht mehr editieren. Meine aber PE-Schaum, nicht PU-Schaum. Ist aber ohne Spekulation.

    Soviel zum Anhängerbau, das sollte wohl vorerst reichen :D

    Hier noch ein paar Impressionen der bisherigen Fahrt:

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    Kurz noch zu meiner Route:
    Diese führte mich von Midu (弥度) über die klassische und extrem hässliche, stark befahrene, staubige und stinkende Touristen- und Fabrikroute über Lijiang (丽江) nach Shangrila (香格里拉). Die erste Woche war dementsprechend ziemlich sch****.
    Danach wurde es besser, es kehrten aber auch stets stark befahrene Touristenabschnitte wieder, die sich über hunderte kilometer hinziehen können. Wenn in China ein Gebiet für den Tourismus "entwickelt" wird ist das für mich verloren. Zeitweise habe ich unter 100 PKWs 74 SUVs gezählt. Der Rest der PKWs waren auch überwiegend Luxusautos. Dazu unzählige Reisebusse. Schön ist das nicht. (Und ja, ich weiß dass auch ich Tourist bin, trotzdem nicht schön. Außerdem ist mein Fahrstil weniger gefährlich.)

    Von Shangrila ging es weiter, teils, d.h. unter anderem gute 70km am Stück, über Schotter nach Xiangcheng (乡城), von dort nach Litang (理塘), laut Wikipedia angeblich eine der höchstgelegenen Städte der Welt.
    Vorgestern bin ich angekommen in Ganzi (甘孜) in der Provinz Sichuan.
    Von Xinlong (新龙) nach Ganzi war bislang meine einzige Tagesetappe von über 100km. Da Anhänger, Fahrrad und Gepäck zusammen ca. 90kg wiegen war das bei 1127hm durchaus ziemlich anstrengend. Sonst mache ich das nicht sondern fahre bewusst gemählich, ich sehe das ganze mehr als Wellness/Erholungsurlaub und bleibe daher, so es sich anbietet, auch gerne mal etliche Tage an einer Stelle. Eine Lehre aus früheren Radtouren, bei denen ich mir fast immer zu viel vorgenommen hatte, insbesondere im Gebirge.
    Pro Fahrtag habe ich daher nach 1.147km gerade einmal einen Schnitt von 47,8km.
    Gerade hier im VM-Forum wirkt das nat. sehr wenig. Nach 14.134 Höhenmetern bzw. 589 Höhenmetern pro Fahrtag reicht mir das aber durchaus und es könnte sogar noch weniger werden mit der Zeit.
    Auch habe ich erst nach 5 Nächten Pause in einem Hostel in Litang (meine ersten Reisenächte außerhalb meines Anhängers), das Gefühl, dass meine Kondition endlich etwas besser wird. Könnte aber ruhig noch deutlich besser werden finde ich :ROFLMAO:

    Kurz vor Ganzi tauchten dann auch die ersten Schneeberge auf, d.h. die ersten Berge (teils deutlich) über 5000m, die auch jetzt im Sommer noch Schnee haben :)

    Weiter geht es nach ncoh etwas Pause hier nach Westen Richtung Yushu (玉树), also quasi dem lang ersehnten Eintritt in die Provinz Qinghai. Dort plane ich dann in hoffentlich wirklich abgelegene Gebiete zu kommen, bevor ich entlang der Tibeteisenbahn (Bundesstraße 109) wohl über Golmud in die Provinzhauptstadt Xining fahren werde, die mich nicht reizt, ich aber als (vorläufiges) Ende meiner Reise anvisiere.

    IMG_2019_08_14-13_52_46.jpg IMG_2019_08_15-16_27_58.jpg IMG_2019_08_15-16_30_26.jpg IMG_2019_08_15-16_43_22.jpg IMG_2019_08_15-18_05_55.jpg


    So, das sollte nun wohl reichen für heute :whistle:
     
  10. Kundu

    Kundu

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    "reine Spekulation."

    Und im Titel ist auch ein "nach" zu viel. War vlt doch etwas hektisch, dass alles auf einmal nieder zu schreiben. (n)
     
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  11. Archetyp

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    Ich sage für diesen ungewöhnlichen Reisebericht einfach mal
    谢谢
    (Für nicht chinesisch sprechende: xiè xie, auf deutsch Danke)!
     
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  12. labella-baron

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    Das ist ja irre (y)

    Was du in den letzten sieben Jahren an auch handwerkliche Entwicklung genommen hast - Respekt!

    Ich wünsche dir alles Gute für die weiteren Herausforderungen der Reise :):):)
     
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  13. Kundu

    Kundu

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    Danke, danke :)
    Gleich gehts nach 4 Tagen Pause in Ganzi weiter Richtung Yushu (玉树).

    War ja eig. in erster Linie als Vorstellung des Anhängers gedacht, ggf. als Inspiration für vergleichbare Projekte.
    Weiß nicht, inwiefern ein Reisebericht hier gewünscht ist. So viel will ich ohnehin nicht schreiben, bin ja schließlich im Urlaub :sneaky:
     


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