Michelin Radial

Beim Motorrad hießen die früher bei Metzeler MBS Reifen, also "Metzeler Belt System", Das waren übliche Diagonalreifen mit einem Gürtel unter der Lauffläche um bei hohen Geschwindigkeiten die Dehnung des Reifens zu verhindern.

Genau sowas brauchen wir auch für minimalen Rollwiderstand. Dann müssten aber auch die Vulkanisationsformen angepasst werden, weg vom runden Fahrradreifen hin zum flachen Velomobilreifen. Das wird teuer. Trotzdem könnten sich Anfragen an die Entwicklungen von Conti und Michelin lohnen, habt ihr vermutlich schon gemacht. So teuer sind Prototypenformen aus Aluminium auch nicht, die Reifen werden eh von hand gewickelt, da kann man jede beliebige Karkasse herstellen. Muss nur einer machen. Wenn man sich dafür mit "Weltrekord" schmücken kann, lohnt das.

Ich "kenne" den früheren Leiter der Continental Reifenentwickling, "Burki", der hat eine schlechte Rock Band und den trifft man gelegentlich wild geschminkt in abgerockten Schuppen, wusste immer nicht, dass das der Entwicklungschef ist. Burki, also Burkard Wies, ist jetzt bei "„Innovationen und angewandte Reifenforschung“. Der ist ziemlich offen für allen Mist.

Hier findet sich seine universitäre Emailadresse. Vielleicht bekommt man sowas als Diplomarbeit durch "Reibungsoptimierter radialer Velomobilreifen". Anschreiben lohnt auf jedem Fall! Oder man geht über linkedin. Man kann Richtung Lastenräder argumentieren, das immer mehr Dreiräder im Verkehr sind, die auch angepasste Reifen brauchen. Mit einem Velomobil Gürtelreifen könnte man Rekorde brechen, für die Serie könnte man reibungsoptimierte Cargoreifen andenken. Er muss das ja auch irgendwie bei Conti verkaufen und durchbringen.
 
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Trotzdem könnten sich Anfragen an die Entwicklungen von Conti und Michelin lohnen, habt ihr vermutlich schon gemacht.
Vor 3 Jahren hatte Helge vom Velowerk da was angedeutet. Aber es bestand da wohl auch ein Zusammenhang mit den Erlkönigen, die er noch nicht verkauft hatte.

Drauf zu warten ist sicherlich müßig und wenn man mit einfachen Maßnahmen abgefahrene Reifen Rowi-mäßig verbessern kann, ist das ja auch schonmal ein Fortschritt.
 
Drauf zu warten ist sicherlich müßig
Das ist klar, sowas kommt nicht von alleine. Man muss aktiv die Leute ansprechen und ihnen zuerst klar machen, wo ihr Benefit liegt. Da kann man ein paar Punkte anbringen- Ich hab es oben noch ergänzt,, gerade Cargoräder könnten reibungsoptimierte Reifen gut gebrauchen. Ist jetzt nicht der riesige Markt, aber er wird wachsen. Er sollte ja auch nur ein bisschen Geld frei gegen und daraus irgend ein kleines Projekt machen. Bekommt man ein paar Studienarbeiten mit hin. Der erste muss simulieren, der zweite Prototypen bauen, der dritte messen. Oder so ...
 
@Rotkaeppchen Post von weiter oben:
Bei einem Radialreifen verlaufen die Fäden der Karkasse senkrecht zur Fahrtrichtung. Entscheidend für den Leichtlauf ist aber ein längsverlaufender Gürtel aus Aramid (Kevlar) oder noch effektiver aus Stahlcord, welcher das Dehnen der Kakasse in Längsrichtung einschränkt und auch für die typisch flache Lauffläche bei Autoreifen sorgt. Den "Radialreifen" (eher ein Verkaufs-Gäg) von Schwalbe fehlt hingegen dieser Gürtel, weswegen er sich evtl. besser dem rauhen Geläuf anpassen kann.
 
Den "Radialreifen" (eher ein Verkaufs-Gäg) von Schwalbe fehlt hingegen dieser Gürtel, weswegen er sich evtl. besser dem rauhen Geläuf anpassen kann.
Die Scherzkekse haben nur eine 90° Gewebelage? Das ist in der Tat nicht, was wir brauchen, ich schrieb es ja schon weiter oben. Wie man die Reifen nennt, ist dann ja zweitrangig, wichtig ist der Gürtel, damit die Lauffläche flach wird. Ganz toll ist bei sowas das Bridgestone Verfahren, einen Faden als Gürtel stoßlos um die Karkasse zu wickeln.

Ich hab mit Reifenentwicklung nix am Hut. Das ist für mich alles Voodoo. Ob nun eine 90° radial Lage oder zwei diagonale unter dem Gürtel besser sind? Keine Ahnung. Und wie gut man das heute rechnen kann, kann ich auch schwer beurteilen.
 
Die Scherzkekse haben nur eine 90° Gewebelage?

Nicht mal das. Rechts ist "radial":
Radial_Vergleich_Karkasse_1920x1920.png
 
@carbono Diese Radialreifen habe ich aus den Lagerbeständen von einem Eco Marathon Team. War nicht einfach sie zu bekommen und aktuell sind sie noch geliehen, was sich aber ändern wird. Es sind gut gelagerte aus 2009. Hans hat noch einige im Keller und hat sie mir auch angeboten, ich habe jetzt aber schon diese gehabt. Gibt es deinen Prüfstand noch bzw. hast du noch Interesse an dem Thema? Bei diesen Reifen wird ja eine starke Geschwindigkeitsabhängigkeit von Crr berichtet.
Meinen behelfsmässigen "Prüfstand" habe ich noch. Leider ist die Laufrolle aus Stahl nur ca. 300mm im Durchmesser und nur ca. 30 mm breit, was die max. Reifenbreite auf ca. 45 mm einschränkt. @McElburg hat sich auch mal überlegt, was Grösseres zu bauen. Weiss nicht, ob da noch etwas gegangen ist. Spannend bleibt das Thema allemal - nicht nur für Renn-VMs
Mein Alltags-Pragmatismus geprägt durch rauhe Beläge, Feldwege, Bordsteinkanten hat dazu geführt, dass ich bei meinem 4-Rädle Platz für 50 mm breite Reifen vorgesehen habe. Aus dem BMX Rennbereich gibts da einige breite, rennoptimierte 406er "Finken" (wie wir das bei uns in CH nennen).
 
Wäre wohl schwierig, die grosse Auflast auf der Trommel einseitig zu lagern. Bei meinem Prüfstand brauche ich nur zum Beschleunigen des ca. 30 kg schweren Schwungrades, das gleichzeitig auch Lauffläche ist, einen Motor (meine Bohrmaschine) und messe dann den Geschwindigkeitsverlauf beim Ausrollen. Hab eher an 3 22 mm dicke, auf 800 mm ausgerundete und dann zusammengeklebte MDF-Platten (ca. 100.- EUR) gedacht oder als Luxusvariante aus Sperrholz (ca. 500.- EUR).
 
Bei Nutzung von bestehenden Karkassen muss das Ziel sein, die Laufflächen mit einem geeigneten Gürtel zu umgeben und sie dadurch deutlich abzuflachen. Nur so gelingt es, die nach dem Aufpumpen notwendige Vorspannung zu erzeugen, die verhindert, dass der Gummi beim Abrollen längs walken kann und dadurch Reibung entsteht.
 
Ich denke dass so eine zweiseitig gelagerte Rolle mit der Hebelkonstruktion zum Belasten vom Rad schon sehr genaue Ergebnisse liefert. Vielleicht baue ich mir auch mal so einen Prüfstand. Oder wärst du bereit, einen Reifen von mir zu testen, sobald ich etwas vorzeigbares habe @carbono?

Bei Nutzung von bestehenden Karkassen muss das Ziel sein, die Laufflächen mit einem geeigneten Gürtel zu umgeben und sie dadurch deutlich abzuflachen. Nur so gelingt es, die nach dem Aufpumpen notwendige Vorspannung zu erzeugen, die verhindert, dass der Gummi beim Abrollen längs walken kann und dadurch Reibung entsteht.
Bei meinem Prototypen hatte ich genau das gemacht. Lauffläche und Pannenschutz abgetragen und einen selbst hergestellten Gürtel aufgelegt. Der Gürtel muss dabei sehr flach sein, exakt die richtige Länge haben und nahtlos sein. Der Reifen hat dann einen kleineren Aussendurchmesser und ist Flach. Man kann das mit einem Spanngurt selbst ausprobieren und wird dabei merken dass es nicht einfach ist ein rund laufendes Konstrukt herzustellen.


So sieht das aus wenn der eingebaute Pro One mit Gürtel am Fahrzeug ohne Auflast auf dem Boden steht. (Habe das Bild etwas bearbeitet weil es zu dunkel war.)
1788342339116.png
Das hier ist ein normaler Pro One mit Spanngurt. auch schon etwas Flach aber der Spanngurt ist zu weich.
1788341893200.png
 
Schaffst Du es, diese Gürtel irgendwie leicht zu gummieren und mit dem abgedrehten Reifen zu vulkanisieren? Das wäre je echt der Hit, wenn das signifikante Vorteile brächte, Wenn man solche Ergebnisse an Burkard Wies senden würde, bekäme man zumindest, wenn das nicht in sein Themengebiet passt, einen Ansprechpartner aus der Entwicklung der Fahrradreifen. Es hat keinen Sinn da über Messen und Marketing zu gehen. Man braucht die Entscheider der Entwicklung mit eigenem Budget. Und wenn das bei Dir schon etwas bringt, was hat man erst von einem darauf ausgelegtem Reifen aus einer angepassten Form. Ich drücke Euch die Daumen, dass das zu messbaren Ergebnissen führt!
 
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Falls @carbono seinen Teststand wieder in Betrieb nähme :sneaky: , so würde ich auch noch 5 Reifen zum Vergleich bereitstellen.
Urban 42mm (als Basis), SX-R 42mm, SX-R 47mm, Veloce 45mm, Veloce 48mm, sprich die angesprochene schnelle BMX Fraction...
 
Könnte mir schon verstellen da wieder aktiv zu werden. Müsste mich aber zuerst wieder etwas einarbeiten - auch in die Garage, wo das Teil lagert :). Die Erfassung des Geschwindigkeitsverlauf habe ich damals mit einem Garmin GPS gemacht und die Daten dann nach Excel eingelesen. Heute würde man wohl eher einen Datenlogger, Raspberry Pi oder Arduino dafür verwenden. Hab gehört, dass @Spaceballs Familienangehörige habe, die ziemlich fit in der Sparte sind. :cool: Evtl. wäre auch @Gear7Lover für so ein Elektronik-Projekt zu begeistern?
 
Zu bedenken gebe ich noch, dass der Asphalt einen riesigen Einfluss hat. Ideal sind die glatten Holzbahnen der Radrennbahn, Rennstecken haben oft Asphalt, den ich mit "sieht aus wie zusammengesinterte Walnüsse" beschreibe. Aldenhoven wird als Autoteststrecke vermutlich auch rauher und gröber als übliche Straßen sein. Das kann Ergebnisse auf Rollprüfständen erheblich verzerren. Wenn man das irgendwie schafft, wären unterschiedliche Oberflächen toll, Gerade Gürtelreifen, die nicht in jede Vertiefung im Asphalt eintauchen sondern mehr über den "Bergen"abrollen" sollten erheblich Vorteile bringen.
 
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Austauschbare Oberflächen auf schnelldrehenden Rollen wären zwar realitätsnäher, sind aber ziemlich schwierig zu realisieren. Auch Bycycling Rolling Resistance hat deshalb fix nur eine - aus geriffeltem Alublech. Absolute Aussagen zum Crr und vergleichende Aussagen zwischen Messungen auf verschiedenen Prüfständen sind höchstens dann zulässig, wenn man jeweils immer denselben Reifen(-Typ) als Referenz mittesten kann. Der allermeiste Widerstand entsteht allerdings durch die Reibung der Gewebelagen in der Karkasse und das Walken des umgebenden Gummis auch bei ganz ebener Unterlage. Ein gut rollender Reifen wird auch auf rauher Unterlage einen schlechten schlagen.
 
Motor mit Frequenzumrichter und ein Strommessgerät. Zur Not ginge auch ein E-Bike Nabenmotor mit feinem Potentiometer statt Gasgriff. Dann musst halt die Geschwindigkeit per Trial und Error einregeln.
 
Diese Radialreifen habe ich aus den Lagerbeständen von einem Eco Marathon Team
Die Reifen kommen übrigens von mir. Wie an diesem durchgebremsten Exemplar zu sehen, verbrennt die Faser des Gürtels, wenn man sie anzündet => scheint also aus Baumwolle zu sein.
13195.jpg

13208.jpg
Laut unseren Auspendelversuchen auf Asphalt (logischerweise bei niedriger Geschwindigkeit) sind die Radialreifen sogar minimal effizienter als die 35er Blue Flange.
 
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