Meine Windcheetah

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Nachdem ich mich von meinem letzten Trike (Catrike Speed) kurz nach dem Erwerb meines ersten VM (Velayo) ca. 2012 getrennt hatte, fehlte mir dann irgendwann doch was.
Damals war der Grund (so dachte ich), neben einem einspurigen Liegerad und einem dreirädrigen Velomobil nicht auch noch ein offenes Dreirad zu benötigen (heute sage ich nur: pff … :sneaky:).

Nunja, das ganze hatte aber keine besonders hohe Priorität, da ich mit den beiden anderen Rädern auch gut klarkam - das Liegerad für Radtouren mit Leuten, die auch andere Liegeräder oder gar normale „Hochräder“ fahren, das VM hauptsächlich zum Pendeln zur Arbeit oder für Touren und Treffen mit weiteren Velomobilpiloten.

Bei einem solchen Treffen vor ca. einem Jahr unterhielt ich mich mit einem netten Mitforisten (wir trafen uns bereits öfter bei manch schöner Tour) und er erwähnte, dass er noch eine Windcheetah (sofortiges „Salatblattohr“ meinerseits :)) habe, die er eigentlich kaum noch fahren würde. Ich so: „wenn Du die mal veräußern willst ….“

Dieses Jahr war es dann so weit: wir trafen uns bei ihm, drehten eine Runde (er auf seiner Liege, ich auf der Windcheetah) und einigten uns kurze Zeit später.

So weit so gut … nunja, jeder, der dieses Trike kennt, weiß auch: eine Windcheetah muss passen… . Denn, der Ausleger ist NICHT verstellbar. Mir wurde zwar bereits während der Probefahrt klar, dass meine Beine ein klein wenig zu kurz waren, aber ich hielt es erst mal für marginal und mit ggfs. einer weiteren Unterfütterung der Sitzmatte zu justieren oder … zur Not halt kürzere Kurbeln besorgen. Das entpuppte sich dann als doch nicht ganz so trivial. Es sind bereits 155mm Kurbeln verbaut, so dass 145 oder besser 135mm angesagt sein müssten. Bei meiner Suche stellte ich schnell fest: wird schwierig. Natürlich weiß ich auch, dass man seine Kurbeln kürzen lassen bzw. ein weiteres Gewinde reinschneiden kann - sogar hier im Forum wird das ja angeboten. Ich habe mich allerdings erst mal dafür entschieden, mir solche Kurbelverkürzer, die man quasi als Adapter auf der Kurbel montiert, zu besorgen, auch um zu sehen, ob es das ist. Was soll ich sagen …: JEIN. Diese Verkürzer lassen sich auf 2 Reduzierlängen nutzen, die erste verkürzt auf ca. 132mm und die zweite sogar auf ca. 112mm. Mit der 132iger kann ich jetzt fahren, es gingen auch bereits erste Strecken von 60km, ohne nennenswerte Beschwerden zu bekommen. Die 112er kann man natürlich vergessen - da strampele ich ohne eine echte Hebelwirkung.

Das Ende vom Lied wird aber wohl sein, dass das alles nicht optimal ist, sondern der Ausleger am besten verkürzt wird und ich bei der Kurbellänge wieder auf 155 gehe. Ich denke, dieser Hebel bringt mir deutlich mehr bei vernünftigem Abstand zu den Pedalen - übrigens fahre ich im DF 155mm und beim Midracer 170mm.

Die eigentlich naheliegendere Idee, mit einer Sitzverstellung was auszurichten, kann ich leider vergessen, da dieser bereits fast am weitestmöglichen vorderen Punkt angebracht ist und ich den Tiller auch jetzt schon dicht am … äh im … Schritt habe - also keine gute Idee :cool:

Ganz egal, Spaß macht es jetzt schon (die Windcheetah ist einfach der Hammer) und ich habe auch schon vorgefühlt, wo ich die Auslegervberkürzung machen (lassen) kann.

Anbei schon mal ein paar erste Bilder. Ich werde hier berichten über den weiteren Verlauf. Der Umbau eilt ja jetzt erst mal nicht, da ich bereits fahren kann. Mehrtägige Touren mit 100km+ am Tag werde ich aber mit Sicherheit erst nach erfolgtem Umbau machen.


Viele Grüße
Stefan
 

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Jack-Lee

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Warum verschiebst du den Sitz nicht etwas nach vorn? Die Schellen zu dessen Befestigung sind doch nur geklemmt.
 
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Windcheetah sind tolle Trike-Diven, ich fahre auch eine (Baujahr 1993). Macht Spass, kann ich aber nicht dauernd fahren :)
 

Jack-Lee

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Oh, das mit dem Tiller hab ich tatsächlich überlesen. Bzw. hats mein Hirn ignoriert, weil ja erst gesagt wurde "Mit Sitzmatte weiter nach vorn kommen", was ja genau das gleiche wäre, wie den Sitz ansich weiter vor bringen.
 
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Oh, das mit dem Tiller hab ich tatsächlich überlesen. Bzw. hats mein Hirn ignoriert, weil ja erst gesagt wurde "Mit Sitzmatte weiter nach vorn kommen", was ja genau das gleiche wäre, wie den Sitz ansich weiter vor bringen.
Ja, mein Fehler: kommt davon, wenn man alle Erkenntnisse der letzten Wochen in einen Text schreibt. Woher sollst Du dann wissen, wann ich welche Gedanken dazu hatte. Im Originalzustand war der Tiller ja weit genug weg - da dachte ich noch an die Sitzmatte. Nach Nutzung der Kurbelverkürzer und sogar Modifikation meiner Schuhe, um die Cleats noch etwas weiter nach vorne zu bringen, registrierte ich dann: weiter dann jetzt doch nicht bitte :cool:
 
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Bezüglich Auslegerverkürzung: ich gehe davon aus, dass das Rahmenrohr in dieser "Verbindung" geklebt ist. Weiß jemand, ob ich dazu mehr Details irgendwoher bekomme? Die Firmen (sowohl Original als auch AVD, die die "Wiederauflage" produziert hatten) gibt es ja wohl nicht mehr.
 
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Bezüglich Auslegerverkürzung: ich gehe davon aus, dass das Rahmenrohr in dieser "Verbindung" geklebt ist. Weiß jemand, ob ich dazu mehr Details irgendwoher bekomme? Die Firmen (sowohl Original als auch AVD, die die "Wiederauflage" produziert hatten) gibt es ja wohl nicht mehr.
In diesem Artikel ist mehrfach vom Kleben die Rede. Ist wohl die einzige Möglichkeit, Gußteile und Rohre aus verschiedenen Materialien zu verbinden.
So eine Verbindung dürfte mit der Heißluftpistole und Zug/Drehung lösbar sein, verbinden wird mit einem guten Zweikomponentenkleber auch gehen. Irgendjemand muß das mal probieren...
 
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So, jetzt will ich doch nochmal berichten, wie das ganze weiterging.

Irgendwann im August habe ich mich mit 2 Freunden getroffen, die ihre Hilfe, oder besser die Durchführung, der Windcheetah-Ausleger-Modifikation angeboten hatten.

Zum Thema, der Rahmen sei geklebt innerhalb der Gussteile, wurden wir schnell eines besseren belehrt.

Nachdem sich unter Verwendung des Heißluftföhns nichts, aber auch so gar nichts tat, dachten wir zunächst: ok, sägen wir erst mal ab und holen den Rest dann mit weiteren Werkzeugen da raus.

Aber, abgeschnitten sah es dann so aus:
IMG_EF449E9F4140-12.jpeg

Also, äh … nix mit Klebung. Der Rahmen ist komplett ein Teil…. Schluck !

Nun musste Plan B ran: es wurde ein „Schnüffelstück“ entworfen, der Ausleger gekürzt und geschlitzt, so dass das neue Innenrohr per Gelenkbolzenschellen daran geklemmt und somit befestigt werden konnte:
IMG_EF449E9F4140-7.jpeg

Dieses Innenrohr bestand zunächst aus Vollmaterial, welches zur Gewichtsreduzierung nochmal eine Kernbohrung erhielt und wurde auf einer Drehbank entsprechend passend gefertigt.

So weit so gut. Als dieses Teil fertig war und auch die Schellen am Start, trafen wir uns wieder, um die Endmontage vorzunehmen.

Die größte Herausforderung war nun zunächst, das „Schnüffelstück“ in das „Trike-Ende“ zu treiben, denn das sollte (bzw. mußte) auf der Trike-Seite eine Presspassung werden.

Bevor wir uns final getraut haben, das Teil reinzuhauen, immer wieder ein paar „Mü“ abgeschmirgelt, bis wir der Meinung waren, jetzt muss es passen. Denn, wenn nicht, hätten wir es auch nie wieder rausbekommen. Das Problem war ja, dass bei einer Presspassung das Innenrohr nicht wirklich schmaler ist, als der Innendurchmnesser des Trike-Rohrs, auf dass sich dieses (ist ja aus Alu) etwas dehnt und somit einfach fest bleibt. Innerhalb der Gussverbindung dehnt sich da natürlich nicht wirklich viel … :oops:

Zunächst mit einem Holz zwischen Hammer und Innenrohr versucht. Das Holz war aber zu weich. Dann hatte einer die zündende Idee und nahm den Abschleppadapter aus seinem Auto - das passte perfekt und tat exakt seinen Job. Damit konnten wir das Teil mit dem Hammer „reintrimmen“:
IMG_3191.JPG

Das hält jetzt übrigens bombenfest und ich finde, das finale Ergebnis kann sich auch sehen lassen:
IMG_3178.jpeg

Beim Abmessen, wieviel wir eigentlich wegnehmen wollten, hatten wir übrigens 90mm festgestellt!!! Also haben wir den Ausleger sogar um 110mm verkürzt, um noch etwas Spiel (in beide Richtungen - ist ja jetzt verstellbar) zu haben. Zunächst dann final auf 90mm eingestellt und damit bin ich dann auch erst mal eine Zeit gefahren. Ging eigentlich ganz gut, war aber fast schon etwas zu viel und außerdem stieß ich nun etwas mit den Oberschenkeln an den Lenker. Mittlerweile habe ich den Ausleger um weitere 20mm rausgezogen, so dass die Auslegerverkürzung nur noch 70mm beträgt. Das ist jetzt perfekt!
 

spreehertie

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Moin schpochtsfreund,

die Klebestelle wird zwischen Rahmenrohr und Innenlagergehäuse, wie bei allen andern Muffen, sein. Ist das Rohr dort ovalisiert?

Gruß
Felix

PS: Die Schlauchschellenschrauben würde ich noch etwas kürzen.
 
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