LR Mein erstes Zweirad

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Servus,

hier die aktuelle Version meiner Berechnungstabelle.
Hab ein paar Tippfehler/Denkfehler bei den Formeln ausgemerzt.

http://www.fileuploadx.de/378774

Ich habe in der "Template"-Version mal die 3 typischen Rohre eingegeben. Das 4. (oben rechts) ist ein Kastenrahmen aus Holz.
Als Auflast wird 75kg*5g in der Mitte der Biegebalken angenommen und das bei einem "Radstand" (Abstand der Aufnahmen) von einem Meter.

Bei dem Alurohr (unten Links) weiß man z.B. vom Baron, das das ohne Verstärkungen trotzdem einreist. Die Dehngrenze ist zwar erst bei ca. 250N/mm² aber selbst 150N/mm² sind z.B. an Schweißnähten zu viel.
Das typische "Flevorohr" (40x40x1,5) aus ST37 ist mit 330N/mm² bei 5g schon weit über der Dehngrenze und würde sich schon verformen und 3,25mm Federweg is auch nicht die Wucht.
Beim 50x1,5er Stahlrohr aus ST52 (recht viele Selbstbauten) siehts eng aus (Dehngrenze 325N/mm²) aber das wird halten. Die Steintrikes mit 50x1 sind unterdimensioniert.
Nur die Gewichte..
Flevorohr : 1,82kg/m
Stahlrundrohr : 1,80kg/m
Alurohr : 1,21kg/m
Holzkastenprofil : 0,25kg/m (ohne Eckleisten)

Beim Holz muss man beachten das die Schubfestigkeit meist nur 1/3-1/2 der Zugfestigkeit erreicht. Man muss also die auf Schub beanspruchte Wandstärke mind. doppeln. Das macht aber kaum 50g/m aus.

Gruß,
Patrick
 
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Hallo,

Das typische "Flevorohr" (40x40x1,5) aus ST37 ist mit 330N/mm² bei 5g schon weit über der Dehngrenze und würde sich schon verformen und 3,25mm Federweg is auch nicht die Wucht.
Beim 50x1,5er Stahlrohr aus ST52 (recht viele Selbstbauten) siehts eng aus (Dehngrenze 325N/mm²) aber das wird halten. Die Steintrikes mit 50x1 sind unterdimensioniert.
die Praxis zeigt, dass deine Belastungsannahmen falsch sind, weder von den Steinis, noch den Zoxen (nicht einmal von den LL Varianten!), den Anthros oder den Flevos liegen Berichte von gehäuften Rahmenbrüchen/-verzug vor. :p

Auch beim Baron sehe ich das Problem eher in der Dauerschwelllast durch den Kettenzug als in der Stoßbelatung durch Schlaglöcher.

viele Grüße

Christoph
 
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Servus,

warum sind meine Annahmen falsch?!
Wann bitte treten denn im normalen Fahrtbetrieb 5g auf? Da kippt doch de rRadler vom Radl. Deshalb halten die Rahmen auch und deshalb soll der Rahmen auch darauf dimensioniert sein.
Man sieht nur das Carbon/Holz extrem leicht geht.

Gruß,
Patrick

PS. der Boron riss auf der Unterseite in der Biegung vor dem Steuerrohr. Das sieht nicht sehr nach Kettenzug aus...
 
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warum sind meine Annahmen falsch?!
Wann bitte treten denn im normalen Fahrtbetrieb 5g auf? Da kippt doch der Radler vom Radl. Deshalb halten die Rahmen auch und deshalb soll der Rahmen auch darauf dimensioniert sein.
Die Antwort hast du dir schon selbst gegeben. 5g sind zu hoch angesetzt. Deswegen ist dieser Satz von dir:

Die Steintrikes mit 50x1 sind unterdimensioniert.
falsch. Die sind richtig dimensioniert, aber deine Lastannahmen sind zu hoch.

viele Grüße

Christoph
 
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Wenn man arg drunter geht, gibts z.B. deutlich eher Dauerschwingbrüche. Auch ist es nicht schön wenn man mit seinem ungefederten Renner mit 50 in ne Huckel rauscht und einem der Rahmen verbiegt..

Gruß,
Patrick
 
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Wenn man arg drunter geht, gibts z.B. deutlich eher Dauerschwingbrüche.
weder bei Steinis, Flevos noch bei Zoxen (auch den LL Varianten) treten häufig Rahmenschäden auf... auch nicht bei denen die wirklich viel gefahren werden wie das Evij von iqual oder das ZOX26LL von Jörg Basler oder das ZOX20 von Fabian Jessen, oder das ZOX20 von Christian Aschenberg, das unter einer Bülk versteckt war. Ich habe auch noch keinen Liegerradrahmen gesehen, der in der Mitte (Biegebalkenmodell mit 2 Lagern) durchgebrochen ist. Hast du sowas schon gesehen? Wenn nicht rechnest du vielleicht für den falschen kritischen Querschnitt (und mit zu hohen Lastannahmen :p, wie die Praxis zeigt).


Auch ist es nicht schön wenn man mit seinem ungefederten Renner mit 50 in ne Huckel rauscht und einem der Rahmen verbiegt..
Das hat mein Dalli mit seinem 55 x X Rohr letzens zum Glück problemlos überstanden. :p Ich mach es trotzdem nicht nochmal!

viele Grüße

Christoph
 
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Noch mal zu dem Bild von dem Riss im Baron Rahmen, 4 posts weiter oben; ich hatte mich in dem thread, aus dem das Bild stammt ja schon mal geäußert:
Diesen speziellen Fall kann man mMn nicht zur Beurteilung der Rahmenkonstruktion heranziehen. Die Rissstelle ist vorm Reißen wohl amateurhaft bearbeitet worden, wahrscheinlich auch nachgeschweißt.
Durch das Nachschweißen an sich kann uU zum einen Festigkeit aus dem Material genommen worden sein (und das nicht zu knapp, kann ich aber mangels Info nur vermuten) und zum anderen sind durch die schlechte Ausführung der Schweißnaht neben dieser durch Kerbwirkungen wohl erhebliche Spannungsspitzen aufgetreten, und das kann gerade bei Alu schon einen riesigen Unterschied machen. Man sieht, wie schnell z.B. Klebeband reißt, sobald am Rand nur eine winzige Kerbe ist.

Aber auch frische Baron Rahmen sollen ja anfangs "öfters" an ähnlicher Stelle gerissen sein, und wurden dann ab Werk verstärkt. Sobald auch Handarbeit im Spiel ist, kommt man mit Konstrukteursverstand beim Entwurf und anschließendem trial and error wahrscheinlich besser zum Optimum als mit reiner Rechnerei.

Grüße
 
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Servus,

welche Lasten soll ich denn annehmen?
Wenn ich mit 5g rechne komme ich dennoch auf Sitze unter 500g und Rahmen unter 2000g. Meinen Highracerrahmen (1,82kg) musste ich aber dank bescheidener Verleimung wieder einstampfen :mad:
 
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Hallo,

welche Lasten soll ich denn annehmen?
Wie wäre es mit "reverse engineering"? Du nimmst z.B. an das 40x40x1,5 der vorgegeben Last entspricht. Da es für leichte Fahrer wie dich LL-Varianten vom ZOX gibt dürfte beim Flevorohr eine große Sicherheit vorliegen, also kannst du bei deinen Entwürfen mit der neuen Lastannahme ruhig mit Sicherheit 1 oder sogar etwas kleiner arbeiten.

ABER: Wie du ja sicher schon gemerkt hast, sind reale Bauteile komplexer (Beulfestigkeit... bei sehr dünnwändigen Bauteilen, mehrachsige Spannungszustände...) als ein Balkenmodell und haben mehr Randbedingungen (Materialverfügbarkeit, Klebflächengrößen, Verarbeitbarkeit, Anschlussmaße, Ergonomie...) so dass die Rechnung nur einen sehr groben Richtwert liefert. Der nur für einen Materialwechsel, z.B. von Stahl auf Holz, interessant ist um die ein Gefühl für die benötigten Dimensionen und Materialstärken zu bekommen.

viele Grüße

Christoph
 
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So zur Abschätzung:

40x40x1,5 ist ZOX-"Standard", die leichteren Versionen haben meines Wissens 40x30x1,5mm.
Und werden nur bis max. 80kg Körpergewicht empfohlen.

Mein zweiter Eigenbau besteht eben aus 40x30x1,5 und ich bringe etwa 82-85kg (ohne Kleidung) auf die Waage.
Der Rahmen flext ganz ordentlich, ist bestimmt für manchen beim Treten "zu weich", aber auch ohne Federung spürbar komfortabel und er hält mich bis jetzt seit 5000km aus.

Das macht aber auch nur Stahl mit, denke ich.

Peter N.,


der heute still und heimlich seinen 3. Selbstbau angefangen hat.
Soll (m)ein "Rennrad" werden, nicht ganz so schlimm schwer wie mein 2. Selbstbau mit Beleuchtung, Schutzblechen und Packtaschen.
 
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Aber Wetterfester Lack auf Holz geht so:

1. Leinoelgrundierung(fuer geizige Halboel), danach "Fusselnbrechen"

2. Fuellern mit Tungbaum-Leinoelabkochung, in die Flaeche mit dem Polierballen Glasmehl fuer einen lichten Holzglanz-Grund, oder um die Maserung gut herrauszuarbeiten Bims-mehl einreiben. Danach die Schichten 3,4,5,6 Tungbaum-Leinoel mit dem Pinsel oder Spritzpistole, im 4Stundentakt. Wer einen Perlmutter-Effektglanz wuenscht gibt in die 3.Schicht 3%feinschuppiges Muskovit(Glimmermehl)(sog. Cinoiserie-Grund). insgesammt mindesten 50g/m2 pro Schicht. Danach muss der Lack 8-10 Stunden, besser 24, ruhen, indirektes Sonnenlicht ist ausdruecklich erwuenscht, (kein Glas dazwischen).

3. Die Politur .... Am einfachsten Petersburger-Pianolack(Sandarak, Schellack, Leaechenterpentin, Mastix, Lavendel, Camperoel, heiss in Spiritus aufschaeumen) mit dem Polierballen, bis zur gewuenschen Glanzstufe aufpolieren. Jede Schicht 36Stunden im indirektem Sonnenlicht durchhaerten lassen.

4. Nun, wenn es gar "Geschirrspuehlmaschinenfest" werden soll, und wer wirklich eine Pinselpolitur beherrscht(ueben,ueben,ueben) als letztes 4-8 hauchzahrte Schichten Urushi-Lack.
( Die Japanischen und cinesischen "Lack-Geschirre" bestehen aus Holz oder die einfacheren gar aus Pappmache, und sind durch den Urushi-Lack leztendlich Alltagstauglich, sogar regelrecht Geschirrspuehlmaschinenfest. :p

Hallo Matthias,

ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Zutaten noch ein paar Prozent-oder Mengenangaben hinzufügen könntest sowie die passenden handwerklichen Tipps zum Vermischen. Wird Glasmehl bzw. Muskovit gleich in die frisch aufgetragene Lasur gerieben? Warum nicht das Ganze vorm Auftragen auf der Marmorplatte mit dem Glasläufer anreiben?

Hast Du ein Foto von so einem Flügelklappmechanismus?

Gruß
Holli

p.s. eigentlich gehört der Beitrag ja in den "Holzrahmen-thread"...
 

mbi03

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Hallo Holli.
Hallo Matthias,

ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du den Zutaten noch ein paar Prozent-oder Mengenangaben hinzufügen könntest sowie die passenden handwerklichen Tipps zum Vermischen.
Sonnenblumenoel-Firnis:
Eine saubere alte Bratpfanne, die mann niemals mehr fuer Nahrungsmittel nimmt !!!!
Einen Backpinsel aus gaspelltem Bambus, oder auch aus Silkon ....
Eine einzelne regelbare Kochplatte ... aber ein "Sandbett" mit Spiritusbrenner tut es(bei mir) auch ...

Das Sonnenblumenoel 5mm hoch in die Pfanne geben und ca 8 Stunden, es darf nicht rauchen aber sollte ueber 220° warm sein.
Das muss man immermal langsam ruehren, es muss Sauerstoff aufnehmen, darf aber keine Haut bilden .... anfangs muss man wenig rueren ...
1-2x in der Sunde, zum Ende alle 5minuten ... wenn es beginn dicker zu werden, und untergeruerte Blaeschen sich ettliche Skunden kalten koenne
kommt 1%Bleimennige und 1%gemahlene Umbra dazu, nun heist es aufmerksam ruehren, die Kunst besteht darin, es kurz VOR dem Gelieren vom Feuer zu nehmen.

Dieser Firnis ist das Geheimniss ostlicher Oel und Oltempera-Malerei, besonders die russischen Ikonen haben Ihren hellen Glanz davon.
Wenn man Sonnenblumenoel heftig auswintert, also ab in den Gefreirkuehler, wieder Raus, wieder rein 10-20x richtig durchfrieren lassen .... ballen sich die "Gilbstoffe" die einen hoehern "Schmelzpunkt" haben nach und nach zusammen und setzen sich als Flocken unten ab, und man gewinnt so ein sehr gilbarmes Oel, das auch hellstblaue Pigmente nicht vergruene laest(wie beim Canaletto, das billige Preussischblau im Himmel).

Dieser Firniss untescheidet sich etwas vom Leinoelfirnis ... er trocknet zwar flott auf bleibt aber danach laenger weich ...
Und er riecht mitunter, in seiner Trockenphase, manchmal, es liegt wohl am "Rohstoff" etwas nach ranziger Pommesbude ... also fuer draussen O.K. fuer Schraenke von Innen, oder Innenraeume eher nicht, ohne vorherige Tests ...

Nach dem Abstehen im Schraubdeckelglas(bitte kalt durch ein Sieb einfuellen) sammeln sich die Pignente unten, und man hat oben einen sehr bleiarmen Firnis. Der Bodensatz eignet sich gut als Zaunlasur, aber wegen der Mennige, nicht fuer Kinderspielzeuge, und Kuechenausruestung.

Wer Probleme mit der Mennige hat kann auch ein "bleifreies Fertigsikkativ" benutzen das enthaelt aber Kobaltblau, und ist nichts fuer jmanden der schon eine Jeans-Knopf-Kraetze hat, der sollte unbedingt beim Firniskochen Handschuhe tragen. Dieses Sikkativ trocknet aber nicht ganz so schnell, und die Farben altern (nach Jahrhunderten) intensiver.

Leinoelfirnis ist Duennfluessiger, haertet schneller, altert schneller, und ist ausgehaertet nicht schlagzaeh,
Sonnenblumenfirnis braucht lange, um eine vollharte Oberflaeche zu bilden ist Schlagzaeh, glaenzt auch ohne Politur wunderbar ...

Leinoelfirnis kocht man nach dem selben Rezept, allerdings muss man weniger ruehren, und ein gelieren ist nicht zu erwarten ....
Aber Leinoel ist teuer, und "Reiner Leinoelfirnis" (das zeugs aus dem Baumarkt ist zu 60% synthetisch) ist sehr Teuer.
Eine weitere Alternative ist Walnussoel, der Firnis daraus ist Matt und glaenzt garnicht(fuer die Moebelretauration, oder gelaugte und geoelte Weicholzmoebel)

Diese Mischungen sind alle nicht ewig haltbar, man macht sich nur soviel wie man braucht ... das Zeugs aus der Fabrik enthaelt Mittel zur Stabilisierung, bei manchen, besonders naturlichen Pigmenten macht das aber Probleme, und sorgt mitunter fuer schlechten Geruch, der mit Orangen und Nelkenoel uebertuecht wird. Manchmal ist aber leider das Parfum eher weg als der Stink ...

Aber man kann ja "Reinen Leinoelfirnis" und eine halbe/halbe Leinoel Tungoel-Abkochung, fertig bei Kraemer kaufen.
"Reines-Tungoel" kauft man z.B. bei Dick bitte kein preiswertes Holzoel kaufen das sind Mischungen aus "Irgendwas" vorwiegend Alkydharz, das mal neben einer ganzen Reihe natuerlicher Ole gelegen hat.

Sikkativierter Leinoel-Firnis oder auch Sonnenblumenfirnis, wird durch den Zusatz von Tungbaumoel erheblich beschleunigt. Nach 4-6h Staubtrocken, nach 24h Handhabungssicher, nach 2-3Tagen ueberstreichbar ... kein Vergleich mit nichtsikkativiertem Leinoelfirnis, der auch mal 6Wochen braucht.


Tungoelhaltige Lacke:
Firnis und Tungoel, fuer 1-3 Tage, mischen und auf 200°C 1h halten abkuehlen und durch ein Sieb geben ... fuer Aussen 1% Muskovit, fein vermalener Glimmer, das geht ganz gut im Porzelan-Moerser.

Bootslack mit UV/Schutz:
1x Glasmehl feiner 20My
1x Glimmer feiner 20My
2x Kolophonium
7x Tungoel
7xFirnis


Nach der Zubereitung, auch die anderen Rezepte bei Bedarf parfuemieren.
weniger 0,5% Orangenoel
weniger 0,2% Nelkenoel

Kalt mischen, und 1Stunde langsam bis auf 200°C erhitzen damit eventuelle Terpentin-Reste (ohne Flamme bitte) abziehen koennen, und heiss gut durchruehren und abgekuelt durch ein feines Sieb streichen.

Ansonsten
Fuer Innern:
3x reines Chinesisches Tung-Oel
10x Firnis

Fuer aussen:
1xMuskovit <29My
5x Tungoel
10x Firnis

Halboel ist Firnis mit mindestens 50% Terpentin ... gutes Balsamterpentin ist hier aber Oversizet , billiger Pinselreiniger(Testbenzin) langt vollstaendig.

Reines Tungoel, ist sehr derber, rauer holperiger Lack, die Chinesen nehmen es anstelle von Teer mit Schwefelbluete Bleiweiss und Kalkmehl um ihre Dschunken zu streichen, oder ohne Pigment, um Koerbe aus gespaltenem Bambus Wasserdicht zu machen.
Auch die Hasubote macher Cinesischer Meeresnomaden, sind nur aus gespaltenem Bambus geflochten und mit Tugoel gedichtet.


Wird Glasmehl bzw. Muskovit gleich in die frisch aufgetragene Lasur gerieben? Warum nicht das Ganze vorm Auftragen auf der Marmorplatte mit dem Glasläufer anreiben?
Ja wenn Du das anreiben gut beherrschst, allerdings beschleunigen sowaohl Bims als auch Glas die haertung deutlich ... fuer 1m^2 brauchst Du maximal einen Teeloeffel, und Du musst flott sein, nach 1Stunde hast Du Wackelpudding.

Nach dem Fusselbrechen streiche ich duenn und zuegig die erste Lackschicht, dann nehme ich feinst vermalenes Glasmehl, oder Bimsmehl, oder Glimmermehl, je nach gewunschtem Effekt in einen Salzstreuer, bestreue damit die Flaeche, und reibe die Flaeche mit einem Polierballen in kleinen Kreisen ab, so wandert das Mehl in die Poren, und fuellt diese aus, mehr als 2x braucht man das selten.

Bims toent die Poren dunkel,
Glas bringet einen "Eisigen Schimmer",
Glimmer macht einen lichten hellen Glanz,
sehr viel Glimmer in verschiedenen Koernungen >10>30My macht in mehreren Schichten Perlmutterglanz, In der Reisslacktechnit und Farbig hast Du das sicherlich schon mal als "Musikistrumentenlack" gesehen.

Hast Du ein Foto von so einem Flügelklappmechanismus?
den hatte ich doch schon gepostet ??
ich grab mal ... aber vom PDA aus ist's grad schlecht.

mfG
Matthias

p.s. eigentlich gehört der Beitrag ja in den "Holzrahmen-thread"...
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