LR MBB mit verstellbarer Rahmengeometrie und Federung

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Hallo Nürnberger,
das sieht im CAD chic aus. Ich hoffe, Du willst ehrliche Meinungen hören. Mir ist nicht klar, wofür Du dieses Liegerad konstruierst. Schnell fahren, gemütlich reisen, viel/wenig Zuladung, Es gab schonmal ein, zwei verstellbare Liegeradgeometrien, von denen eine superschwer und die andere wackelig war. Willst Du etwas Schnelles, dann in steif und mit steilem Lenkwinkel und ohne die Verstellgelenke.
Die Gelenke und dünn konstruierten Streben sind die Hauptschwachpunkte, die stark wechselnde Fahrgeometrie rechne ich auch dazu.
In "aufrechter Position" liegt der Schwerpunkt zu weit über dem Vorderrad und mit zuviel Last auf dem Vorderrad und der Gabel. Ich bezweifle, dass sich das gut fährt und bremst.
Bevor Du von dem Dargestellten wirklich etwas zusammenschweißen kannst, fehlen aber noch eine Menge Details. Vielleicht hast Du einfach Spaß am Konstruieren.
Ich bevorzuge mehrere Räder für verschiedene Zwecke. Die "eierlegende Wollmilchsau"-Konstruktion gibt es wohl ebensowenig wie das "Perpetuum mobile". Sorry und
Grüße, Antoine
 
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einmal Längenverstllung der unteren Hinterradstrebe, einmal Sitzneigung finde ich überschaubar, aber ob die sich ändernde Geometrie am Steuerkopf gut funktioniert? Die Idee find' ich gut, das könnte man sogar zum Klapprad erweitern.
 
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Ich möchte eine Randonneuse für lange Strecken mit wenig Gepäck. Aber auch ein Alltagsrad mit Federrung und guter Übersicht.

Steifigkeit im Antrieb sollte bei dieser Konstruktion wohl gegeben sein. Wenn der Hinterbau etwas weich geraten sollte unterstützt das nur die geplante Polymerfederrung.

Natürlich habe ich geschaut wie die Anderen das machen und in der untersten Position ist der Steuerrohrwinkel ein bisschen flacher als beim Cruzbike Venedetta. Das heisst es wird noch etwas mehr geradeaus wollen. Meine Erfahrung sagt, dass ein steilerer Steuerrohrwinkel das Rad hippeliger macht, dann sitzt man aber auch aufrecht und kann besser balancieren.

Vermutlich ist die aufrechte Sitzhaltung etwas übertrieben, aber auch da ist noch ein Nachlauf von 35 mm gegeben. Bremsen wird schwierig das ist uns allen vom Aufrechtrad her bekannt. Es gibt beim Vorderradantrieb durchaus Situationen wo man nicht genug Gewicht vorne haben kann.

Ich möchte das mit der Verstellung so handhaben wie bei meinem momentanen Sitz. Bei dem kann ich wärend der Fahrt die Neigung verstellen, was ich auch ständig nutze.

Natürlich sind noch viele Details offen. Das lasse ich aber gerne beim Bauen auf mich zukommen. Die Grundsätzliche Richtung, denke ich, passt aber schon.
 
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Den üblichen Faustregeln nach verstellt sich das in mehrfacher Hinsicht in die jeweils günstige Richtung: Großer Nachlauf sorgt bei hohem Tempo für guten Geradeauslauf, flaches Steuerrohr sorgt v.a. in Verbindung mit viel Vorderradlast allerdings bei niedrigem Tempo für Hineindrehen in Kurven, bergauf braucht's viel Vorderradlast. Aber wahrscheinlich ist ja zum Schnellfahren die flache Position da und zum Langsam- und Bergauffahren die steile. Beim Vergleich mit den Cruzbikes schau vielleicht nochmal genauer auf den Nachlauf.

Auf jeden Fall finde ich die Idee spannend! (y)

Viele Grüße,
Stefan
 
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Hol dir zwei Räder!
,

und hab dann bei jeder Ausfahrt ein Supportfahrzeug dabei um nach 200km das Rad zu wechseln, wenn ich mal anderst sitzen möchte.


wirds wohl nicht werden, aber immerhin danke für den hinweis. Es sind nur ein paar kleine details zu ändern

MBB Geklappt.jpg


schau vielleicht nochmal genauer auf den Nachlauf

MBB vergleich.jpg

Wo kann es mich beim zusammenbruzzeln erwischen?

Hinterbau, Kettenstreben und Sitzgestell sind 15 x 1,5 mm, Nahtlos, geplant, das kann ich hier kriegen. Der Hinterbau und die Sitzstreben sind Nadelgelagert. Die Zugstrebe mit der Spindel wird an Gelenkköpfen hängen. Das Rahmenrohr ist 40x20x2 mm, das liegt beim Schlosser so rum.
 
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nimm lieber nicht 2mm, du ärgerst dich nur schwarz wegen des Gewichts. Wahrscheinlich hat dir der Schlosser auch erzählt, unter 2mm gibt es gar keine 4Kant-Rohre:sleep:. 40x20x1,5 kriegst du in jedem besser sortierten Baumarkt.
Ich finde übrigens deinen Übergang vom Steuerrohr zum Hauptrohr etwas schwach dimensioniert. Wenn ich eine Torsionskraft wäre, würde ich mich genau dort festbeißen...
 
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@Nemberch: ich habe genau die abgebildete Uralt-Vendetta, und die würde ich nicht als Vorbild nehmen wollen. Das Teil ist nicht so laufruhig, daß man damit ein Brevet fahren wollte, sondern braucht ständige Aufmerksamkeit, ist auch sehr wendig. Zusammen mit Deinem geplanten, vermutlich eher nicht torsionssteifen Hinterbau wird das mit Sicherheit abenteuerlich zu fahren sein. Das habe ich mit meinem Vendetta-artigen Eigenbau mit einem aus einer Vorderradgabel gebauten Hinterbau erfahren.
Neuere Vendettas haben einen längeren Radstand (das abgebildete hat etwa 1045mm, neuere etwa 10cm mehr), damit dürften sie mehr Gewicht auf das Vorderrad bringen.
Ich würde eine feste Rahmengeometrie in stabiler Bauweise vorschlagen, damit das Rad beim Fahren kein Eigenleben führt. Dazu eine Sitzverstellung, das sollte völlig genügen.
 
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Übergang vom Steuerrohr zum Hauptrohr

Hab ich auch schon darüber nachgedacht, werd ich berücksichtigen. Danke


ist auch sehr wendig

Das heisst Radstand verlängern und Steuerwinkel noch flacher machen?


eher nicht torsionssteifen Hinterbau

Da am Hinterrad keine Antriebskräfte wirken, gibt es dort auch keine Torisionskräfte. Da müsste man nochmal genauer Überlegen warum sich dein Eigenbau so komisch fahren hat lassen.


Sitzverstellung, das sollte völlig genügen

Hab ich ja jetzt schon. reicht mir aber nicht aus, da sich der Körperöffnungswinkel immer mit ändert.
 
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Das heisst Radstand verlängern und Steuerwinkel noch flacher machen?
Tja, wenn es wendig sein soll, würde ich nicht über die 72° und 5cm Nachlauf hinausgehen, für Langstrecke würde ich mich an den französischen Eigenbauten orientieren. Die haben durch Versuche eine taugliche Geometrie bei 55 - 60° und gut 100cm Nachlauf bei einem Radstand von 120-125cm gefunden.
Die Geometrie der Vendetta ist halt identisch mit Straßen-Aufrechträdern, weil ursprünglich nur Umrüstkits für solche Räder verkauft wurden. Mit mehr Radstand kann man das wohl beruhigen, echtes Freihändigfahren gibt es damit kaum.
Bin gespannt, ob Du die Geometrien in einem Rad unterbringst.
Da am Hinterrad keine Antriebskräfte wirken, gibt es dort auch keine Torisionskräfte.
Mußt Du wohl ausprobieren, wie weit es Dir das Hinterrad verdreht.
 
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So, jetzt habe ich gebruzzelt und gebastelt und habe mal so die Idee von meiner Randonneuse.
Besetzt Unten.JPG

Leer Unten .JPG

Besetzt Oben .JPG

Leer Oben .JPG
Fahren lässt sie sich gut, ist allerdings nicht so wendig wie das Airbike. Ich konnte nach ca. einer halben Stunde schon den Lenker loslassen. Gefahrene Höchstgeschwindigkeit, geschätzt so um die 35 km/h, war nichts komisch. Am Berg mit Airbike maximal Steigung bedarf es deutlich weniger Balancieraufwand.

Am Freitag war sie mit beim Liegeradstammtisch. So ca. neun Liegeradler wollten sie fahren und es ist allen gelungen.
 
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Gestern war Matthias mit 150 kg Körpergewicht drauf gesessen. Fahren wollte er nicht. Vielleicht auch besser so. Wenn er hingefallen wäre hätten wir warscheinlich einen Kran gebraucht.
 
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Sehr nett!
Ich glaub' ich muss mal, wenn ich das nächste Mal in Regensburg bin, weiter nach Nemberch fahren...

Gruß, Harald
 
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Das Airbike hat einen sehr flachen Steuerwinkel von 50 Grad. Das knickt bei langsamer Fahrt immer unter dir weg und will nicht gerade aus. Man muss immer kurz antreten um es wieder einzufangen. Ich habe mich schon mit anderen Airbike Fahrern unterhalten, die sehen das genauso.
Das MBB hat in der aufrechten Position einen Steuerwinkel von 80 Grad, steht also relativ stabil wie ein Rennrad und fährt sich so viel ruhiger.
 
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