Mangofahrer von Pferd getreten

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Hallo Gemeinde.
Gut, ich lebe noch. Aber Helm sei Dank. Friedie hat mit seinem Bericht Heute den Anfang gemacht. Ich bringe den Ernstfall.
Bin heute Abend Stadtauswärts auf einem Radweg gefahren. Dieser läuft neben einer Landstraße, von einem Grünstreifen getrennt. Mir entgegen kommt eine Frau, die ein Pony führt, auf dem ein kleiner Junge reitet. Der Radweg hat eine Breite von vielleicht 1,70m. Der Gaul ist recht ausladend, die Frau auch, so das es nicht eben viel Platz zum vorbeifahren hat. Ich bin recht langsam auf die Drei zugerollt. Vor den Dreien sogar noch leicht in den Grünstreifen rechts vom Radweg gefahren, um sicher an ihnen vorbeizukommen. Auf Höhe des Ponys, ich denke schon an ihnen vorbeizusein, bekomme ich einen Schlag an die Stirn, Trifte nach rechts ab und komme leicht benebelt im Acker zu stehen. Sogleich geht neben mir das Geschrei los, von wegen zu schnell gefahren, was ist das überhaupt, etc.
Als ich mich wieder einigermassen berappelt habe, merke ich, wie mir was Warmes die Backe runterläuft. Ich schäle mich aus dem Mango und schnautze die Frau an, sie solle erst mal ruhig sein. Dann schaue ich in den Rückspiegel und sehe nur Blut mein Gesicht runterlaufen. Grund war wohl der Gaul, der mein kommen bemerkt und in Panik "gestiegen" ist, als ich auf seiner Höhe war. Den Bub hats aus dem Sattel gehoben, hoffentlich ohne bleibende Schäden. Mich hat entweder der Gaul oder aber der kleine Junge mit Fuß oder Huf erwischt. Klärung der Sache übernahm dann die Polizei. Die Frau hat in ihrer Hilflosigkeit gleich telefoniert, weil wir auch nicht wußten, was mit meiner Stirn los ist. Man hat nur Blut gesehen, exakte Verletzungen waren nicht auszumachen.
Also kamen die Polizisten. Zu Dritt. Eine Begutachtung des Sachverhalts gab der Polizeimeisterin den Grund, mich als den Verursacher des Unfalls auszuweisen. Ich würde wahrscheinlich, also wenn dem Bub was schlimmeres passiert wäre, eine Anzeige wegen "Körperverletzung" bekommen. Mir war das ganze unverständlich, da ja der Gaul das Kind vom Sattel schmiss und nicht ich. Ich habs aber hingenommen, ohne zu diskutieren. Habe Ihr dann noch den Sachverhalt aus meiner Sicht zu Protokoll gegeben.
Zum Mango meinte der eine Polizist nur, das würde er kennen, er fahre selbst Rennrad und Radwege wären dann wohl doch zu gefährlich. Ich habe ihm erklärt, das ich auf der Landstraße nicht fahren darf und auch nicht will, da die Autos auf diesem Abschnitt mit über 100 km/h unterwegs sind. Achselzucken beiderseits.
Einen Zeugen hatten wir übrigens auch. Ein netter Mann, der das ganze aus seinem Firmenbus beobachtet hat und promt zurückfuhr, um nach dem rechten zu schauen.

Werde morgen zum Arzt gehen wegen eines Attestes (Wichtig! Sagt der Polizist). Die Wunde ist doch nicht so groß wie gedacht, nur mein Schädel brummt gewaltig und ist geschwollen (direkt überm Auge und am Wochenende ist Verkaufsoffen. Mein Chef wird sich freuen- mit ner Vogelscheuche im Verkauf...). Die 25 km nach dem Crash liefen aber noch zu gut, so das ich Schäden an der Hirnsubstanz ausschliessen kann.

Habe natürlich etwas gegoogelt und hier und da gelesen, Pferde dürften nicht auf Rad und Gehwegen unterwegs sein.Ist aber wohl in jedem Bundesland anders geregelt. Es gibt da auch Urteile die eine Mitschuld eines Radfahrers ergeben, der wegen eines Pferdes gestürtzt ist. Das ganze ist mir momentan noch zu viel Beamtendeutsch.
Möchte mich noch mal etwas schlau machen diesbezüglich. Vielleicht kann mir ja auch jemand von Euch was genaueres dazu sagen.
Viele Grüße
Oliver
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Oliver,
kenne das Problem .....ich wurde auch erstmal angeschnauzt
Hallo Freunde,
Als ich heute in Alling langsam um eine nichteinsehbare Kurve fuhr, weil ich schon ahnte Idea Und ich dann die 3.jungen Frauen, führend ihre Pferde, die ganze Fahrbahn benützend sah,
hatte ich schon ein ungutes Gefühl Rolling Eyes
Ich wollte rufen "Vorsicht" aber ich tats nicht, weil ich weiß, wie Pferde scheuen. Hätte ich es dochmal lieber gemacht.
Das Pferd scheute, schlug aus. Mein Abstand war sehr groß, weil ich von der Gefahr wüßte, hätte aber schnell klein werden können
Falls ich nochmal in so eine Situation komme, bleib ich stehn und warte bis die Pferde die Fahrbahn verlassen haben
Gruß, Klaus
Dieser von mir geschriebene Beitrag stamt aus dem www.liegeradforum.net
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Gemeinde.
Gut, ich lebe noch.
Na ein Glück!

Eine Begutachtung des Sachverhalts gab der Polizeimeisterin den Grund, mich als den Verursacher des Unfalls auszuweisen. Ich würde wahrscheinlich, also wenn dem Bub was schlimmeres passiert wäre, eine Anzeige wegen "Körperverletzung" bekommen.

Die gute Frau Polizeimeisterin sollte sich lieber auf ihre Arbeit konzentrieren, statt sich als Richterin und Staatsanwältin zu versuchen. Paß auf, daß da im Unfallprotokoll kein Mist landet. Solltest du irgend was unterschreiben?

Vielleicht solltest du das mal im http://www.verkehrsportal.de/ als Frage reinstellen.

Grüße,
André
 
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AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Oliver,

gut, daß Dir nicht mehr passiert ist!

Wenn Du in irgendeiner Form eine Rechtsschutzversicherung hast (ADFC?, der ADAC - ich weiß, dies ist ein VM-Forum - bietet seinen Mitgliedern eine Rechtsberatung pro Jahr gratis), geh zum Anwalt, ansonsten überlege Dir, ob sich das nciht sowieso lohnt. Wenn stimmt, daß Pferde auf dem Radweg nichts verloren haben (und ich denke, ein Stöbern in der StVO lohnt sich hier ebenfalls), dann hast Du Anspruch auf Schadenersatz (Anwaltskosten) und Schmerzensgeld. Die gute Dame hätte ja auch mit ihrem Pony anhalten können, um Dich vorbeizulassen.
Übrignes kann ggf. auch Dein Chef Schadenersatzansprüche gegen die Dame geltend machen, wenn Du wegen Deiner Verletzung (Aussehen) als Verkäufer ausfällst, und vielleicht hat er ja einen Anwalt, der den ersten Termin aus Kulanz gratis macht?
Oder frag mal Deine Haftpflichtversicherung, so Du eine hast, denn ggf. würde die in die Pflicht genommen und unterstützt Dich vielleicht schon vorher mit einem Anwalt oder so.

Wir sind nun mal in Deutschland, und da geht vieles leider nicht ohne :mad:
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Olek,
erstmal gut, dass offenbar nichts wesentliches kaputt gegangen ist.
Vermutlich wirst Du Dich jetzt mit ein wenig Verkehrsjuristerei beschäftigen dürfen, denn

1) Wird Mama sich bzw. ihren Sohn als den geschädigten ansehen und Anzeige erstatten bzw. klagen..
2)Solltest Du diese Möglichkeit auch in Erwägung ziehen, denn Du bist verletzt worden und hast halt Glück gehabt.

Es wird zu prüfen sein, ob dieses Pferd überhaupt auf dem Radweg sein durfte.
Du bist mit einem Fahrrad auf dem Radweg gefahren und ausgewichen-dafür gibt es ja auch einen Zeugen..und Du sollst den Unfall verursacht haben ?
M.W. haben Pferde auf dem Radweg nichts zu suchen, es gibt aber manchmal Vereinbarungen mit dem Träger (Kreis, Gemeinde, Land..) und örtlichen Reitvereinen, dass Pferde auf dem angrenzenden Grünstreifen reiten dürfen.
Bei uns gibt es genau diese Situation an einem Radweg an der Kreisstraße.
Seit es diese Regelung gibt, benutze ich den Radweg nicht mehr, sondern die Straße. Ist dort jetzt viel zu gefährlich und ich komme nicht voran (ich habe halt auch gemerkt, dass die Biester völlig ausflippen, wenn ich mit dem Quest ankam) wenn ich ständig anhalten und aussteigen muss, damit die Pferde mich als Menschen erkennen.
Pferde und Velomobil geht GAR NICHT zusammen.
Viel Glück und erzähl mal wie es weiterging.
Bernd
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Gemeinde.

Möchte mich noch mal etwas schlau machen diesbezüglich. Vielleicht kann mir ja auch jemand von Euch was genaueres dazu sagen.
Viele Grüße
Oliver

Hallo Oliver,

wir sind auch Pferdehalter und Liegeradfahrer - insofern kann ich schon mal etwas aus eigener Erfahrung sagen:

a) Nicht Du, sondern das Pferd hat jemanden verletzt

b) Haften muss der Halter des Pferdes, das normalerweise haftpflichtversichert ist (wenn alles ordnungsgemäß läuft)

c) Nicht Du, sondern die Pferdeführerin kennt das Pferd und muss auf Vorkommnisse dieser Art vorbereitet sein. Ein Pferd scheut oftmals vor allem, was es nicht kennt (Plastiktüte, Inline-Skater, usw.)

d) Die Pferdeführerin hätte mit ihrem Pony ausweichen müssen, da Radwege für Fußgänger und Radfahrer in erster Linie ausgewiesen sind. Wenn es ein landwirtschaftlicher Weg war, haben beide Parteien das Recht, diesen zu nutzen.

e) Das Pony scheint häufiger zu scheuen und zu steigen. In der Regel weicht ein Pferde dem Angstauslöser durch seitliches Manöver aus, d.h. es versucht dem Objekt aus dem Weg zu gehen. Pferde, die gerne scheuen, sind im öffentlichen Verkehr nicht tragbar und sollten auf Wald- und Feldwegen langsam an alle Eindrücke aus dem Umfeld gewöhnt werden.

f) Wegen Körperverletzung kannst Du nicht angezeigt werden, weil nicht Du oder Dein Velomobil, sondern das Pferd das Kind abgeworfen hat. Es haftet auch hier der Halter, der sich offensichtlich der Tragweite seines Handelns nicht bewußt war.

g) Die Pferdeführerin hätte nicht nur mit dem Pferd ausweichen bzw. stehen bleiben müssen. Sie hätten das Kind absteigen lassen müssen, weil sie mit dem Scheuen des Pferdes rechnen mußte.

In Zukunft bietet sich folgendes Verhalten für Velomobilfahrer an:

a) Langsam heranfahren und das Tier beobachten.

b) Wenn ein Pferd unruhig wird, dann sollte der VM-Fahrer besser anhalten bzw. einen größeren Abstand zum Pferd einhalten. Den Pferdeführer ansprechen, damit das Pferd merkt, dass im VM ein Mensch sitzt.

c) Den Pferdeführer eventuell fragen, wie man sich verhalten soll

d) Den Pferdeführer bitten, mit dem Pferd anzuhalten bzw. einen größeren Abstand zu wahren und bei Gefahr die reitende Person absteigen zu lassen.

Du solltest auf jeden Fall einen Anwalt aufsuchen, deinen Fall genau schildern und protokollieren lassen. Wenn die Polizei eine Strafanzeige wegen Körperverletzung zusendet, bist Du schon einmal auf das Schlimmste vorbereitet.

Freundliche Grüße
Arnold

c)
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Oliver,

wir sind auch Pferdehalter und Liegeradfahrer - insofern kann ich schon mal etwas aus eigener Erfahrung sagen:

b) Haften muss der Halter des Pferdes, das normalerweise haftpflichtversichert ist (wenn alles ordnungsgemäß läuft)
mit Pferden ist es wie mit Hunden - es gilts soviel ich weiß die Gefährdungshaftung - soll heißen es muss keine Schuld des Halters vorliegen, er haftet dennoch für Schäden seines Tieres!

Sollte bei dir eine Schuld vorliegen, muss das der Halter des Pferdes explizit beweisen können.

Ach ja, für die Frau Polizistin, die bestimmt gerne als Kind auch auf einem Hottehü gesessn hat gilt auch bestimmt Befangenheit ;-)

c) Nicht Du, sondern die Pferdeführerin kennt das Pferd und muss auf Vorkommnisse dieser Art vorbereitet sein. Ein Pferd scheut oftmals vor allem, was es nicht kennt (Plastiktüte, Inline-Skater, usw.)
stimmt ...
d) Die Pferdeführerin hätte mit ihrem Pony ausweichen müssen, da Radwege für Fußgänger und Radfahrer in erster Linie ausgewiesen sind. Wenn es ein landwirtschaftlicher Weg war, haben beide Parteien das Recht, diesen zu nutzen.
Ja, das solltest du prüfen... - dennoch gilt weiterhin die Gefährdungshaftung!
e) Das Pony scheint häufiger zu scheuen und zu steigen. In der Regel weicht ein Pferde dem Angstauslöser durch seitliches Manöver aus, d.h. es versucht dem Objekt aus dem Weg zu gehen. Pferde, die gerne scheuen, sind im öffentlichen Verkehr nicht tragbar und sollten auf Wald- und Feldwegen langsam an alle Eindrücke aus dem Umfeld gewöhnt werden.
ist das so mit dem Scheuen??? Ist aber auch egal - der Halter hat dafür zu sorgen, dasser sein Vieh unter Kontrolle hat!
f) Wegen Körperverletzung kannst Du nicht angezeigt werden, weil nicht Du oder Dein Velomobil, sondern das Pferd das Kind abgeworfen hat. Es haftet auch hier der Halter, der sich offensichtlich der Tragweite seines Handelns nicht bewußt war.
Na ja, diesen Zusammenhang würde ich so jetzt aber nicht sehen. Hast du das Tier mit einer nicht zugelassenen Hupe erschreckt und kann die Frau das beweisen ist es Körperverletzung - mittelbar.
In Zukunft bietet sich folgendes Verhalten für Velomobilfahrer an:

a) Langsam heranfahren und das Tier beobachten.

b) Wenn ein Pferd unruhig wird, dann sollte der VM-Fahrer besser anhalten bzw. einen größeren Abstand zum Pferd einhalten. Den Pferdeführer ansprechen, damit das Pferd merkt, dass im VM ein Mensch sitzt.

c) Den Pferdeführer eventuell fragen, wie man sich verhalten soll

d) Den Pferdeführer bitten, mit dem Pferd anzuhalten bzw. einen größeren Abstand zu wahren und bei Gefahr die reitende Person absteigen zu lassen.

Du solltest auf jeden Fall einen Anwalt aufsuchen, deinen Fall genau schildern und protokollieren lassen. Wenn die Polizei eine Strafanzeige wegen Körperverletzung zusendet, bist Du schon einmal auf das Schlimmste vorbereitet.

Freundliche Grüße
Arnold

c)

besser wär das wohl so, ja....

Gruß
martin
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Pferde und Velomobil geht GAR NICHT zusammen.

Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Pferde scheinen nicht zu vertehen, dass sich geduckt anschleichende Wölfe mit Signalfarben tarnen. Da hilft nur gaaaanz langsam tun und beruhigend reden. Zumindest, wenn der Weg nicht seeehr breit ist.

Gut, dass nicht mehr passiert ist. Ein Hufschlag ist kein Spaß...

Viele Grüße,
Martin
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Guten Morgen.
Danke erstmal für die jetzt schon so zahlreichen positiven Meinungen. Das läst mich doch ein wenig ruhiger werden.
Solltest du irgend was unterschreiben?
Grüße,
André
Unterschrieben habe ich gestern lediglich die von mir geschilderte Unfallsituation. Ansonsten gabs nur einen Beleg zum Personalienaustausch in die Hand, auf dem auch meine zu erwartende Anzeige vermerkt ist.
Im Grunde bin ich ja auch nur froh, dass die Sache so glimpflich abgelaufen ist. Dem Jungen ist Augenscheinlich nichts passiert... Vielleicht war der Schreck größer... man wird sehen.
Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass dieser Vorfall gestern der erste meines Lebens war, in dem die Polizei verwickelt wurde. Deshalb auch mein Unwissen.
Gruß
Oliver
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Hallo Oliver,
wollte auch noch mein Bedauern ausdrücken.
Arnold hat ganz gut beschrieben, wie man sich am besten Pferden nähert.
Ich fahre an keinem mehr vorbei, ohne daß ich sicher bin, daß ich registriert geworden bin.

Gruß Friedie
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Guten Morgen.

Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass dieser Vorfall gestern der erste meines Lebens war, in dem die Polizei verwickelt wurde. Deshalb auch mein Unwissen.
Gruß
Oliver

Hallo Oliver,

wenn das Pferd gestiegen ist, könnte eventuell der Steigbügel deinen Kopf verletzt haben. Wenn das Pferd einen Hubabdruck in seinem Gesicht hinterlassen hätte, wärest Du im Augenblick eher auf einer Intensivstation zu finden.

Solltest Du eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalten, wäre es nicht schlecht, wenn Du schon einmal vorher - pro forma - eine Anzeige gegen die Pferdeführerin wegen Körperverletzung bei der Polizei einreichen würdest (aber bitte vorher eine Beratung beim Rechtsanwalt einholen - ist häufig auch kostenlos).

Eine weitere Frage stellt sich: falls der Junge mit seinen Eltern eine medizinische Untersuchung machen läßt, werden auch noch Schadensersatzforderungen an Dich gestellt werden. Die Krankenkasse der Eltern wird sich melden. Um diesem Sachverhalt vorzubeugen, solltest Du der Polizei mitgeteilt haben, ob der Junge ordnungsgemäß mit Reitkleidung versehen war: Reithelm und Wirbelsäulen- und Brustschutz!

Freundliche Grüße und gute Besserung
Arnold
 
AW: Mangofahrer von Pferd erschlagen

Hallo Oliver,

Guten Morgen.
Unterschrieben habe ich gestern lediglich die von mir geschilderte Unfallsituation. Ansonsten gabs nur einen Beleg zum Personalienaustausch in die Hand, auf dem auch meine zu erwartende Anzeige vermerkt ist.
Hast du eine Durchschrift des Unfallprotokolls? (Ich weiß gar nicht, ob man sowas normalerweise bekommt, das letzte mal, wo ich in einen Verkehrsunfall verwickelt war, ist bestimmt 15 Jahre her). Immerhin standst du vermutlich unter Schock (du schriebst ja selbst, daß du leicht benommen warst). Da finde ich es immer bedenklich, Aussagen zu machen.
Weißt du, ob die Pferdeführerin auch mit einer Anzeige zu rechnen hat?
Im Grunde bin ich ja auch nur froh, dass die Sache so glimpflich abgelaufen ist. Dem Jungen ist Augenscheinlich nichts passiert... Vielleicht war der Schreck größer... man wird sehen.
Hoffen wir das Beste. Vergiss nicht, zum Arzt zu gehen.
Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass dieser Vorfall gestern der erste meines Lebens war, in dem die Polizei verwickelt wurde. Deshalb auch mein Unwissen.
Ist doch keine Schande. Aber so, wie du es geschildert hast, finde ich es schon recht merkwürdig, daß du der Verursacher sein sollst. Du hast ja das Pferd nicht angefahren, sondern vermutlich hat das Pferd dich getreten.

Falls du eine Rechtsschutzversicherung hast, solltest du die vielleicht mal kontaktieren um zu klären, zu welchem Vorgehen sie dir raten würden.

Grüße,
André

PS: Denke daran, daß das Internet öffentlicher Raum ist. Laß dich nicht zu Aussagen hinreißen, die für dich belastend ausgelegt werden könnten.
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Angesichts des Wirkprinzips des Helmes frage ich mich, wie das mit der blutenden Wunde am Kopf zusammenpaßt.

Ich hab mich schon gefragt, wieso so lange kein Kommentar von dir dazu kommt... :D

Aber interessant wärs schon zu erfahren, in welchem Zustand sich der Helm befindet und ob er überhaupt beteiligt war.

Viele Grüße,
Martin
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Hallo Oliver,

zunächst mal: gut, das es so glimpflich abgelaufen ist.

Um allen Eventualitäten vorzubeugen, würde ich den Fall schon mal deiner Privathaftpflichtversicherung melden.

Falls dir von den Eltern des Jungen etwas angehängt werden sollte, ist die Versicherung dazu da, entweder berechtigte finanzielle Ansprüche gegen dich zu begleichen oder unberechtigte abzuwehren!

Verkehrsrechtschutzversicherung hilft dir nur bei der Schuldfrage.
Wenn die Polizistin dich aber schon als den Verursacher angibt, wird es schwierig, das zu widerlegen.
Erinnere mich da an einen Fall meines Bruders (Radler gg. Radler, bei der der andere Radler ohne direkte Einwirkung (kein Kontakt) zu Fall kam und das meinem Bruder in die Schuhe geschoben hat, der gerade links abgebogen ist. Keine Zeugen, anhand der Bremsspur (die übrigens rechts der Fahrlinie meines Bruders vorbeiging!) des Verunfallten theoretisch möglich aber nicht von der Logik, weil mein Bruder es hinter sich hat krachen hören (statt neben sich, wenn er damit zu tun gehabt hätte), als er schon abgebogen war. Ergebnis nur aufgrund des Polizeiprotokolls: mein Bruder bekam die Schuld, nicht ordnungsgemäß abgebogen zu sein.
Weil er sie nicht widerlegen konnte (wie auch?): Bußgeldbescheid wegen O-wi. Widerspruch wurde abgewiesen.

Soviel zu "in dubio pro reo".:mad:
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Hallo Oliver,

ich kann dir leider nichts zu rechtlichen Dingen sagen.

Kann aber auch von Pferden-Begegnungen berichten:

Selten ignorieren mich die Pferde, oft schauen sie interessiert, ab und zu gehen sie (auf der Koppel) beim Vorbeifahren in die Flucht.

Auf einem Radweg fahre ich gaaanz langsam heran, bleibe in gehöriger Entfernung STEHEN, bis es dem Pferdeführer schon peinlich wird, dass er mich so lange aufhält. Ganz klar versuche ICH jegliche Aktion zu vermeiden, jede Handlung soll vom Pferdeführer aus gehen. Dann fühle ich mich "rechtlich" und tatsächlich sicherer.
Erst wenn ich extra aufgefordert werde weiterzufahren, tue ich das. Normalerweise mit einem echten Dankeschön begleitet.

Einmal haben wir uns richtug Zeit gelassen, da wurde das Pferd vom Führer an das stehende Cab-Bike vorsichtig herangeführt, sollte sich damit vertraut machen. Das war für alle Beteiligten gut und führt zu mehr Achtung im Verhältnis Radfahrer/Reiter.

In einem Waldstück habe ich einmal in grösserer Entfernung (500m ?) eine Gruppe von Reitern getroffen. Ich war mit sehr hohem Tempo auf dem kurvigen Weg unterwegs, als wir uns nach der letzten Kurve erst sahen. Ich habe sofort extrem heruntergebremst und bin dann stehengeblieben, als ich sah, dass die 3 Pferde woanders hinwollten als ihre Reiter.
Die Situation schien einigermassen in Ordnung zu sein, ich bin aber trotzdem in sehr grosser Entfernung stehen geblieben. Da sah ich plötzlich, wie dann ein Pferd "durchging" und eine 12jährige Reiterin im Wald abwarf.
Es hat sich dann später erst herausgestellt, dass Gott-sei-dank nichts Schlimmes passiert ist.

Ich habe mir so meine Gedanken gemacht: Darf man überhaupt ein Pferd auf öffentlichen Wegen führen, wenn man das Pferd nicht unter Kontrolle halten kann. "Kann" das überhaupt eine 12jährige?

Ich war froh, dass ich mein GPS mitlaufen lief. Im Rechtsstreitfall hätte ich später auf den Meter genau angeben können, wo ich wie schnell war, wo ich und wann ich stand, und wie weit das vom Reiterabwurfort weg war. Da aber nichts mehr "nachgekommen" ist, ist offensichtlich nichts weiter passiert.

Ich habe seitdem NOCH grösseren Respekt vor diesen Tieren. Und verhalte mich so defensiv wie es nur geht. Am besten (so denke ich), ist einfach stehenbleiben. Ich bilde mir ein: Wer nichts tut, tut hier auch nichts falsches.
Soll doch der Reiter schauen, wie sich die Situation auflösen lässt.

Gut, dass dir nichts schlimmeres passiert ist. Ich würde keinesfalls irgend eine Teilschuld anerkennen sondern in die Offensive gehen. Nochmals meine Frage (an Arnold?) gibt es denn irgendeine Form von "Prüfung", nach deren Bewältigung man ein Pferd auf öffentlichen Wegen reiten darf?
Oder darf sich jedes Kind "einfach so" mit seinem Spielzeug "Pony" in der Öffentlichkeit bewegen, solange ältere Aufsichtspersonen dabei sind?

Peter N.
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Hallo Oliver,


Gut, dass dir nichts schlimmeres passiert ist. Ich würde keinesfalls irgend eine Teilschuld anerkennen sondern in die Offensive gehen. Nochmals meine Frage (an Arnold?) gibt es denn irgendeine Form von "Prüfung", nach deren Bewältigung man ein Pferd auf öffentlichen Wegen reiten darf?
Oder darf sich jedes Kind "einfach so" mit seinem Spielzeug "Pony" in der Öffentlichkeit bewegen, solange ältere Aufsichtspersonen dabei sind?

Peter N.

Hallo Peter,

aus versicherungsrechtlichen Gründen hat man in der Reitausbildung das Reiterabzeichen eingeführt. Führer von Kutschen sollten ebenfalls über eine Ausbildung verfügen.

Es ist tatsächlich möglich, dass sich jeder auf ein Spielzeug "Pferd" setzen und reiten darf. Wer allerdings am öffentlichen Verkehr teilnimmt, hat jedoch eine Haftungspflicht bei Unfällen.

Grundsätzlich sollte jeder Pferdebesitzer seine Tiere versichert haben (Tierhaftpflichtversicherung). Ein Eintrag, dass die Tiere nicht nur vom Eigentümer, sondern auch von anderen Personen geritten werden, ist notwendig. Ansonsten haftet der jeweilige Reiter persönlich.

Reiter mit einer ordnungsgemäßen Ausbildung und dem Besitz von Reiterabzeichen sind zwar nicht von der Haftung im Schadensfall ausgeschlossen, können aber nachweisen, dass sie ein Pferd bei öffentlichen Veranstaltungen, im Rahmen von Reittouren auf öffentlichen Wegen und Straßen oder sonstigen Einsätzen ordnungsgemäß führen, leiten und reiten können.

Im Schadensfall muss eine Tierhaftpflichtversicherung oder eine andere Versicherung nicht unbedingt haften, wenn der Nachweis einer erlaubten Reitbeteiligung nicht (für Reiter, die nicht die Pferdebesitzer sind) mit einer Ausbildung verbunden war.

Reitführer und Reitausbilder nehmen überwiegend nur verkehrssichere Tier bei Ausritten mit. Privatpersonen trauen sich häufig Reitausflüge im öffentlichen Verkehrsraum zu, die sie lieber unterlassen sollten.

Wir haben im Augenblick 3 Pferde auf unsere Pferdekoppel: 2 Pferde sind 100% verkehrssicher und reagieren bei Ausritten weder auf das Vorbeifahren eines Zuges noch auf Traktoren oder auf - für Pferde - undefinierbare Objekte. Das Pensionspferd jedoch reagiert sensibel und wird deshalb von seiner Besitzerin nur auf landwirtschaftlichen Wegen geritten. Bei Straßenüberquerungen oder Begegnungen mit Fahrzeugen bleibt ihr nur das Absteigen. :rolleyes:

Freundliche Grüße
Arnold
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

In einem Waldstück habe ich einmal in grösserer Entfernung (500m ?) eine Gruppe von Reitern getroffen. Ich war mit sehr hohem Tempo auf dem kurvigen Weg unterwegs, als wir uns nach der letzten Kurve erst sahen. Ich habe sofort extrem heruntergebremst...

Hallo Peter,
diese Situationen sind mir aus meiner Mtb-Praxis zu Hauf bekannt. Ich fahre jetzt seit gut 20 Jahren auf Feld- und Waldwegen. Ich habe fast jedes Wochenende begegnungen mit Pferden, da in meiner Region an jeder Ecke Reiter zu Hause sind.
Das zusammentreffen mit Pferden lief bis dato immer sehr gut. Ich habe vielleicht Glück gehabt und bin immer auf nette, gelassene Pferde gestoßen.

Es ist mir jetzt natürlich klar geworden, das 1. ein VM kein Mtb ist und von Pferden ganz anders wahrgenommen wird und 2. ein Radweg parallel einer stark befahrenen Landstraße wahrscheinlich bei Pferden noch mehr Stresssituationen hervorruft als ein ruhiger Waldweg.
(Man wird so alt wie keine Kuh und lernt immer noch dazu.)

Meine Unfallgegnerin bestätigte mir dies auch mit der Bemerkung, dass wohl das auffällige Gelb des VM bei ihrem Pferd den Reiz ausgelöst habe. Es sei sonst nie Nervös bei Fahrradfahrern.

Grüße
Oliver
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Hallo,

Es ist mir jetzt natürlich klar geworden, das 1. ein VM kein MTB ist

Das scheint mir sehr viel auszumachen. Auch Liegeräder sind für Pferde meist unbekannte Objekte. Und man darf nicht vergessen, dass Pferde Tiere sind, denen es noch im Blut steckt, vor Raubtieren wegzurennen. Und wenn etwas so ähnlich aussieht, wie ein Raubtier...

Aber immer noch besser, als wenn Pferde selbst Raubtiere wären. Dann würden sie Liegeräder und Velomobile fressen wollen :eek: :eek:

Gruß
Andreas
 
AW: Mangofahrer von Pferd getreten

Hallo Peter,

Meine Unfallgegnerin bestätigte mir dies auch mit der Bemerkung, dass wohl das auffällige Gelb des VM bei ihrem Pferd den Reiz ausgelöst habe. Es sei sonst nie Nervös bei Fahrradfahrern.

Grüße
Oliver

Hallo Oliver,

die Pferdeführerin o. -besitzerin hat leider keine besonderen Kenntnisse über Pferde. Meines Wissens können Pferde keine Farben erkennen, deshalb ist es egal ob das VM blau, weiß, gelb, grün, schwarz oder rot ist.

Ausschlaggebend wird beim Pferd die ungewohnte Form gewesen sein.

Lass Dir also keinen Bären aufbinden. Es lag nicht am VM und auch nicht an der Farbe: Das Pferd ist zu sensibel und sein Verhalten ist im öffentlichen Verkehr schlichtweg unberechenbar - auch nicht auf einem Radweg.

Freundliche Grüße
Arnold
 
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