"Liegeradfahrer verkomplizieren das Alltägliche zum Individuellen" - Süddeutsche Zeitung

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Der Autor blafaselphilosophiert - ausgehend vom 5G-Standard - über die Autoantenne im Laufe der Zeit rum um dann urplötzlich bei den "Signalwimpeln heutiger Liegeradfahrer" zu landen. Einerseits ist mir dieser Artikel ja ziemlich wurscht, andererseits finde ich diesen an den Haaren herbeigezogenen Seitenhieb aber auch komplett unnötig, eigentlich sogar unverschämt. Was ficht den Typ bloß an?

https://www.sueddeutsche.de/politik/autos-nichts-tanzt-mehr-1.4600292 - sogar noch auf Seite 1 :eek:
 
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Der von Dir genannte Seitenhieb ist mir nicht verständlich. Jedes einzelne Wort enthält einen lexikalischen Sinn, aber eine sinnvolle Gesamtaussage kann ich nicht erkennen. Erinnert mich an "Drei Mal grün ist Donnerstag und nachts ists kälter als draußen."
Wahrscheinlich wollte sich der Schreiber einfach durch Provokation profilieren, egal ob irgendwie sinnbehaftet oder nicht. Lassen wir ihn den langen und breiten Strom vergessenswerter journalistischer Seifenblasenschreibe hinabdriften, bis er sich irgendwo zusammen mit leeren Waschmittelflaschen, Coladosen etc. im moderigen Astwerk am flachen Rand verfängt und versinkt...
 
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Vergleichbar vielleicht mit den Signalwimpeln heutiger Liegeradfahrer, die ja auch gerne das Alltägliche zum Individuellen verkomplizieren.
Ich bin jetzt aber noch einmal dran: Wenn ich mir eine gesellschaftliche Aufgabe wie die Suche nach einem individuellen Beitrag gegen den Klimawandel entgegenzuwirken zu eigen mache, dann muss ich Fragen zur Umsetzung definieren, mir erst das nötige Wissen erarbeiten und individuelle Lösungen suchen. Diese Aktivität kann mangels Übung als kompliziert erlebt werden, ein Prozess gemäß dem alten Spruch "Technische Entwicklung geht vom Primitiven zum Komplizierten zum durchdacht Einfachen" und die Vermutung liegt nahe, dass sich mangelnde Eigenerfahrung dieser Prozesse schriftlich manifestieren kann.- Je nach Position auch in einem öffentlichkeitswirksamen Medium.
Ein weiterer Grund, Phänomene wie Liegeräder oder VM als "kompliziert" und vermutlich auch befremdlich zu erleben, mag im mangelnden Verständnis dessen liegen, was ihnen als Zielsetzung und Umsetzungsgedanken zugrunde liegt (meine Vermutungen zu den Gründen der genannten Äußerung des Kolumnisten der SZ gehen genau in diese Richtung): Logisch, dass ein Liegetrike mit Ackermannsteuerung samt Lenkgestänge, drei statt zwei Rädern, Schalensitz statt Sattel etc. "komplizierter" wirkt als ein klassisches Upright mit Diamantrahmen. Wenn allerdings die dahinterstehende Überlegung, ein komfortables, schnelles Sportgerät mit schneller Nachrüstungsmöglichkeit zum Witterungsschutz bis hin zum Ausbau als ganzjahrestaugliches VM zu schaffen, begriffen wird, dann ist ein Trike oder verwandt Einspurlieger oder VM die ganz klare, unkomplizierte Lösung.
Dann sollte man sich aber auch über Carbonfullies etc. als "kompliziert" mokieren.

Wenn ich unter meinen persönlichen Antworten auf Fragen zur Sichtbarkeit alternativer Fahrzeuge bereits existente Lösungen wie Signalwimpel als sinnvoll erachte und das durch mein Handeln vertrete, ist das keine "Verkomplizierung des Alltäglichen zum Individuellen", sondern Pragmatismus als Ergebnis eigener Aktivität. Wenn ich das in meinen verbalen Äußerungen wie diesen hier verfechte, mag das je nach Empathie des Wahrnehmenden kompliziert und aufgebauscht wirken, ist aber auf jeden Fall besser als sich mokierende Tatenlosigkeit.

Die gelassene Selbstverständlichkeit tritt mit dem Alltag ein und dann ist auch die "Verkomplizierung" weg.
Klassische Beispiele sind ist in meinen Augen die VM-Pioniere wie Carl-Georg Rasmussen (Leitra) und Bart Verhees samt seinen Nachfolgern von Flevobike / Velomobiel.nl, die in großer Natürlichkeit und Bescheidenheit auftreten: Ein Velomobil mag zuerst als komplizierte und spektakulär unorthodoxe Lösung für ein alltägliches Problem (witterungsunabhängige Fortbewegung ohne Fremdenergie) wirken, führt aber auf lange Sicht zu einem Technologiesprung, deren Anstöße als Pionierleistungen irgendwann selbstverständlich in den Alltag eingeflossen sein werden.
 
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"Wenn ich mir eine gesellschaftliche Aufgabe wie die Suche nach einem individuellen Beitrag gegen den Klimawandel zu eigen mache..."
Muss natürlich so heißen, das vorher nicht gelöschte "entgegenzuwirken" macht durch mangelnde Sorgfalt beim Editieren den Satz unsinnig!
Der Autor der SZ-Kolumne ging möglicherweise auch von der formalen Ähnlichkeit eines Signalwimpels zu einer Autoantenne aus und sieht daher in Liegeradfahrern das ökologische Pendant zu den Bauernporschebastlern. Assoziativ verständlich, aber unsinnig.
Ich habe meinen letzten Beitrag einfach mal an der anderweitigen Interpretationsmöglichkeit der Äußerungen des Kolumnisten aufgehängt und als Anlass genommen, daran entlang weiterzudenken.
 
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https://www.sueddeutsche.de/politik/autos-nichts-tanzt-mehr-1.4600292:
Die Verzierung durch einen Fuchsschwanz an der Spitze einer hoch in der Luft tanzenden Antenne war das Signal, dass das tiefergelegte Fahrzeug zwei Meter darunter eine Fahrerin, aber doch meistens einen Fahrer transportierte, der seinem Auto viel Freizeit widmete. Vergleichbar vielleicht mit den Signalwimpeln heutiger Liegeradfahrer, die ja auch gerne das Alltägliche zum Individuellen verkomplizieren.
Was ist denn jetzt so schlimm an diesem Bild?
Das ein unbewimpeltes Liegerad eigentlich etwas ganz Alltägliches ist?
Ich habe immer gedacht, genau das sei Teil des kollektiven Traums hier?
Verstehe einer die Liegeradfahrer....
 
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Lasst den armen David in Ruhe -

Jedes Mal, wenn er sich besonders pfiffige Texte aus dem Restalkohol des Vorabends quetschte, was ihn ebenso jedes Mal in selbstgefälligem Rezitieren zu wollüstig-fordernden Schreien: "Süße, ist das nicht geil...?" hinriss, verließ ihn die geliebte Jury...

Bei der Ersten war es ein Manta-, bei der Zweiten ein Sportwagen- und bei der Dritten ein Liegeradfahrer.

So sind seine Liebesleben vom Fuchsschwanz über eine blanke Antenne bis hin zum Wimpel entfleucht, bevor sie sich erfüllen konnten. Wenn so etwas den Alltag nicht verkompliziert....
 
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Ich muss irgendein übles Karma mit dem Herrn Pfeifer haben, mir gehen seine Verkettungen nicht ein:
Es gab den synthetischen Fuchsschwanz auch an Bonanzarädern und er war dort wie am Bauernporsche vor allem sinnlos, aber cool und trendy.
Eine Signalflagge am VM oder LR ist meines Erlebens uncool und wird, weil aerodynamisch bremsend, kaum wirklich gerne gefahren, aber dem hoffentlich verständlichen Bestreben geschuldet, auf möglichst einfache Art die Überlebenschancen im Straßenverkehr zu erhöhen. Also ein völlig anderer Ansatz und keine "Verkomplizierung des Alltäglichen zum Individuellen": Rein in den Fahrradladen, für 7 €ier und umpfzig eine Flagge für ein Kinderrad gekauft, an die Hinterradnabe geklemmt und fertig. Weder individuell noch kompliziert. Der Satz ist einfach nur ein aus dem textlichen Kontext herausfallender assoziativer Seitenhieb auf eine Menschengruppe, die der Kolumnist aus vermutlich nur ihm bekannten Gründen abwerten möchte.

Der beste Standpunkt dazu dürfte der hier sein:
 
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Die Formulierung ist einfach nur ein assoziativer Seitenhieb auf eine Menschengruppe, die der Kolumnist aus nicht näher bekannten Gründen abwerten möchte.
Hey, abwerten ist trendy und cool, denn damit verbündet sich einer mit all jenen, welche den Puck ebenfalls nicht sehen, und das sind nicht wenige! Nennt sich auch "Populismus".
 
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Zum technischen Verständnis des Autors:
[QUOTE"]"Tod der Haifisch-Antenne". So bezeichnet man jene Sendeverstärkung[/QUOTE]
Was ist denn so die typsiche Sendeleistung einer Autoantenne?:whistle:
 
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Ich dachte immer, "Populismus" käme vom lateinischen "populus", d.h. Pappel - was darauf schließen lässt, dass diese Leute öfter mal ein Brett vor dem Kopf haben... :whistle:
Eher nicht: Pappelholz ist leicht, weich und verwittert schnell. Da allerdings das Brett vor dem Kopf erfahrungsgemäß mit dem Alter eher zu- als abnimmt, gehe ich von Eichenholz aus, das hin und wieder noch etwas verstärkt wird...
 
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Eher nicht: Pappelholz ist leicht, weich und verwittert schnell. Da allerdings das Brett vor dem Kopf erfahrungsgemäß mit dem Alter eher zu- als abnimmt, gehe ich von Eichenholz aus, das hin und wieder noch etwas verstärkt wird...
Aus Pappelholz wäre es dann eher ein "Fake bread" ? :whistle:
(womit wir wieder beim Populismus wären...)

Grüßlis
Luise
 
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