Liegerad als Ausdauersport bei Rückenproblemen

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Radfahren jeder Art ist ein super Ausdauertraining, da sind wir uns natürlich alle einig. Rückenprobleme sind aber auch immer speziell, „sich melden“ kann alles zwischen zwickt a bisserl und kurz vor Kollaps meinen. Ist mangelnde. Mobilisierung und schwacher Core ursächlich, und man kann da Verbesserung erreichen, ist Liegerad möglicherweise nicht ideal als Sport, jedenfalls wäre dann Rad- und Coretraining in den Alltag zu integrieren. Wenn man die Zeit hat, natürlich super. Je nach Schwere des „sich meldens“ würde ich entweder zu einem Liegerad Fachhändler oder einem auch orthopädisch kompetenten Händler gehen. Auf der Spezi gibts beides. Rwd
 
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My two cents:
Ich (rheumageplagt) finde Netzsitze hervorragend, gerade wenn man "Rücken" hat. Die Schalensitze sehen zwar schnittiger aus und irgendwie so aus, als seien sie gesünder, "orthopädischer", was auch immer. Aber im Netztsitz hat man einen guten Halt, kann aber trotzdem die Sitzposition immer mal wieder leicht variieren, was meinem Rücken zumindest sehr gut tut.

Eine Kopfstütze hat mir am Anfang gefehlt. Nach kurzer Zeit hatte sich aber die Nackenmuskulatur dran angepasst und ich vermisse sie jetzt gar nicht mehr. Aber das hängt sicherlich von der eigenen Körpergröße und dem Sitzwinkel ab. (Ich sitze relativ aufrecht.)

Ein Trike erfordert keine Eingewöhnungszeit, hat was für sich.

Und noch eine ganz andere Idee, sosehr ich ja meine Liegen mag: Aber als Ausdauertraining bei Rücken-/Gelenkproblemen empfehle ich den Tretroller. Damit kommst Du viel schneller in einen Bereich rein, der sich nach Sport anfühlt. Zusätzlich zur Rückenmuskulatur werden bei entsprechender Fahrweise die Bauchmuskeln unerwartet stark trainiert. Eine gute Bauchmuskulatur ist bei Rückenproblemen die halbe Miete.
Das Liegerad ist bei mir komfortables Transportmittel von A nach B, den Tretroller nehme ich, wenn ich Sport machen will.
 
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Was vielleicht noch einzuwerfen ist: wenn du mit einem Trike schnell um Kurven flitzen willst, musst du dich je schneller desto doller nach innen lehnen. Das Trike bleibt ja in der Horizontalen bzw. das innere Kurverad wird von den in der Kurve wirkenden Kräften nach oben gehoben. Deswegen hat man doch durchaus Bewegung im unteren Rücken. Spielt keine Rolle, wenn man gemütlich fährt. Beim Einspurer legt sich das ganze System in die Kurve und du bist fest mit dem Sitz verbunden.
 
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Was vielleicht noch einzuwerfen ist: wenn du mit einem Trike schnell um Kurven flitzen willst, musst du dich je schneller desto doller nach innen lehnen. Das Trike bleibt ja in der Horizontalen bzw. das innere Kurverad wird von den in der Kurve wirkenden Kräften nach oben gehoben. Deswegen hat man doch durchaus Bewegung im unteren Rücken. Spielt keine Rolle, wenn man gemütlich fährt. Beim Einspurer legt sich das ganze System in die Kurve und du bist fest mit dem Sitz verbunden.
Das bedingt allerdings das man fest im Sitz sitzt. Aus gesundheitlichen Gründen war das bei mir eine Weile nicht gegeben. Der Netzsitz war da auch wenig förderlich. Auf dem Schalensitz trat das Dilemma dann zu Tage. Inzwischen wurde es mittel gezielten Übungen beseitigt.
 
Ausprobieren werde ich in jedem Fall vor einem Kauf! Aktuell spiele ich mit dem Gedanken nach dem “Testen” tatsächlich ein günstiges gebrauchtes zuzulegen damit ich erstmal in die Richtung einer Gewöhnung komme, eine Weiterentwicklung kann danach immer noch erfolgen (Anpassung, Wechsel auf anderen Typ etc.). Ob aus dem Netz oder vom Händler, da werde ich in den nächsten Wochen mal die Augen offen halten und mich insgesamt mal umsehen. Zu Händlern und zu Onlineplattformen haben mir ja schon einige von Euch konkrete Adressen gegeben. Danke an dieser Stelle!

Falls Du auch in's kalte Wasser springst: auf marktplaats gibt es derzeit ein Wizzard für EUR 200, ein Hurricane für EUR 300, ...:
Die habe ich gesehen, das Thema mit der Größe ist mir dann direkt aufgefallen, da hier u.a. 175cm angegeben waren.

Die Spezi werde ich mir in keinem Fall entgehen lassen.
 
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Ich habe mein Wiesel bei Fahrradspezialitäten in Freiburg gekauft; bei Dominik bist Du gut aufgehoben.
Wenn Du was für deine Rumpfmuskulatur tun möchtest, suche mal im Web nach "bergsteiger übung".
 
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Aktuell spiele ich mit dem Gedanken nach dem “Testen” tatsächlich ein günstiges gebrauchtes zuzulegen damit ich erstmal in die Richtung einer Gewöhnung komme, eine Weiterentwicklung kann danach immer noch erfolgen (Anpassung, Wechsel auf anderen Typ etc.).
klingt gut, aber für die Geschichte mit dem Gleitwirbel (kann ich nicht einschätzen) ist dann doch Expertenrat ein Thema. Auch wenn es erst 'mal eine Investition bedeutet).
 
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Thema mit der Größe ist mir dann direkt aufgefallen, da hier u.a. 175cm angegeben waren.
nur als Beispiel: für mein Chassis wäre ein Wolf&Wolf AT1 mit M-Rahmen und S-Sitz gut. Es muss also passen, für Beine und Oberkörper. Gewisse Korrekturen sind möglich, aber bei Gebrauchten unverhältnismässig teuer (grösserer/Kleinerer Sitz)).
 
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Im Winter ist es doch deutlich frischer als eine Schale.
Dagegen kann eine Isomatte Abhilfe schaffen. Ich schiebe mir im Herbst ein Stück Isomatte in der Sitzfläche zwischen die zwei Netzlagen und wenn es kälter wird auch am Rücken. Hält den Wind ab und isoliert.

Den Vergleich zur Schale kenn ich aber nicht aus Erfahrung.

Ansonsten kann ich @Dondolo auch drei Dinge empfehlen:
1.) Probe fahren
2.) Probe fahren
3.) Probe fahren

Die Fahrzeuge haben so unterschiedliche Charakterisiken im Handling und Sitzkomfort. Das muss man ausprobieren.
Ich persönlich hatte erst ein KMX für drei Stunden unterm Hintern, dann ein paar mal einen Rider, den meine große Tochter bekam, dann für drei Wochen ein Anthrotech für die kleine Tochter. Und dann hatte ich eine Probefahrt im Rahmen eines Gebrauchtangebotes auf einem Greenspeed GTR. Letzteres hat mir so gut gefallen, daß ich habe es mitgenommen habe.

Bei Problemem mit der Halswirbelsäule ist, wie schon erwähnt, eine Federung höchst empfehlenswert!
Ich bin auf meinem ungefederten GTR schon mal gut eine Woche mit akuten Blockierungen in der HWS gefahren. Gar nicht schön, wenn man weiß, daß das nächste Schlagloch wieder so schmerzhaft sein wird, wie das gerade eben. (Aber ich bin auch selber schuld, ich hätte ja auch das Lasti nehmen können, wo ich austehen kann.)
 
klingt gut, aber für die Geschichte mit dem Gleitwirbel (kann ich nicht einschätzen) ist dann doch Expertenrat ein Thema. Auch wenn es erst 'mal eine Investition bedeutet).
Da gebe ich Dir recht, stellt sich nur die Frage inwiefern Radhändler Spezialisten in Rückenleiden sind. Denke das bspw. ein Gleitwirbel, Bandscheibenvorfall oder Rückenschmerzen allgemein bereits im Detail unterschiedliche Lösungen brauchen. Da muss man in erster Linie auf seinen Körper hören.Wenn ein Händler Erfahrungen mit ähnlichen “Problemfällen” gemacht hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einem auch “geholfen” wird.

Das RADieschen (Radhändler) in Freiburg, werde ich sicher zeitnah aufsuchen.
 
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Hi,

ein gutes gebrauchtes Liegerad geht schon von 600 bis 1200 Euro. Da machst nicht falsch wenn Du die bekannten Marken nimmst wie HP Streetmaschine oder gleiches von anderen guten Herstellern... somit gehst Du keine großes Risiko ein wenn Du Dir einfach eines kaufst und es ausprobierst. Mir persönlich hat der neuere 2 Teilig Sitz von HP am besten gepasst... ist aber immer ausprobieren angesagt. Ich würde nicht mit Trike anfangen wegen Preis... und Federungskomfort... Schöne Grüße Jürgen
 
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meine eigenen Erfahrungen mit Netzsitz: bei dem von meinen frühen Eigenbauten (war glaub ich ein sitz ähnlich wie bei älteren anthrotech trikes) war die Abstützung hinten nicht optimal, also die Tendenz beim stärker anlehnen einen Rundrücken zu haben (also von oben geschaut), war da zu stark. Einen strafferen Netzsitz hab ich mal testen dürfen bei einem musashi, der war aber nicht kompatibel mit der Länge meines Rückens=Druckstellen.
Deshalb find ich einen Schalensitz besser, da gibt nix nach und es gibt somit auch keinen Rundrücken (die Bezeichnung ist vielleicht irreführend, ich mein brustrausTarzan als nicht Rundrücken, nicht Rundrücken a la Quasimodo-buckel)
Und ich mag eher flach und mit kopfstütze
 

Dan

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Dann brech ich mal wieder eine Lanze für den Spannsitz!
Wenn die Größe passt super bequem und dennoch ausreichend druckfest um ordentlich reinzutreten, und ermöglicht dabei entsprechende Ausgleichsbewegungen der Muskulatur ohne eine "weiche" Zwischenlage. Auch ein ungefedertes LR ist mit Spannsitz gut fahrbar (auch wenn gröbere Wellen oder Schotter zu "therapeutischem Moussieren" führen (http://www.xn--allesmller-feb.com/audios/Weinkenner-ABC.mp3 M wie...)).
Gerade mit dem MBB hab ich immer das Gefühl das Einzige was eventuell noch besser wäre ist Rückenschwimmen, aber das geht halt nicht 80km über Land.
 
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Liegeräder sind für den Rücken schon OK, aber wenn Du Deinem Rücken wirklich was Gutes tun willst, würde ich empfehlen, mal eine längere Probefahrt auf einem anständigen Tretroller zu machen (z.B. Kickbike Race Max).
 
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Deshalb find ich einen Schalensitz besser, da gibt nix nach
Vom Radius Peer Gynt über ICE Adventure und HP Grashopper und Scorpion war genau das meine Erfahrung mit Netz-Sitzen: nachgebende Energievernichter, bei denen die Bespannung nicht langlebig ist.
Konsequenterweise bin ich nur Schalensitze gefahren (auch hier komme ich richtig gut nur mit dem Buschmeier-Modell (Dalli) und dem von @roland65 (Trike) zurecht).
W&W zeigt, dass man auch Netzsitze ohne diese Nachteile bauen kann. Ich musste mich zur ersten Probefahrt lange überreden lassen, da mir das Konzept des Netzsitzes nicht gefiel, hat sich dann recht schnell als Vorurteil erwiesen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich würde (anders als noch vor 3 Jahren) nicht mehr sagen, dass eine Art von Sitz generell besser, bequemer oder gar schneller ist als der andere. Es kommt auf das Gesamtkonzept des Rades und die Umsetzung an.

Gruß
Christoph
 
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was hat denn doppelwolf soviel anders gemacht am Netzsitz? falls nötig verschieben bevor der Faden in eine ganz andere Richtung abbiegt...
 
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