Kurbels Flevobike

Währenddessen hat das Airbike den Wechsel der Reifen auf Michelin Wild Run‘r bekommen und es folgt noch die Ausstattung mit Licht.
Nachdem ich durch geschicktere Ausnutzung des Schuppenvolumens das Airbike so hineinstellen konnte, dass es gut erreichbar vorne steht, und mit dem IQ XL Highbeam ein zeitgemäßes Licht installiert ist, fahre ich seit wenigen Wochen das Airbike testweise im Alltag.

Einige Anpassungen an der Rückenstütze habe ich auch machen müssen, weil meine Brustwirbelsäule die recht lokale Auflage nicht mochte.
Da gab es anscheinend bei späteren Exemplaren auch etwas längere Auflagen, an denen ich mich nun bei meinen Versuchen orientiert habe, und es ist jetzt wesentlich besser. Die frei nach vorne schwenkende Rückenstütze hat mich beim hinsetzen immer irritiert, da habe ich jetzt eine Aufrichtverhinderungskordel ergänzt.

Das aktuelle Provisorium mit Teilen eines geopferten GfK-Sitzes wird vielleicht noch durch etwas weniger hemdsärmeliges ersetzt. Andererseits haben auch andere Provisorien bei mir Jahre überdauert.

Was immer noch etwas ungewohnt ist, das Becken liegt höher als beim Flevobike (insbesondere meinem, nach den Umbauten). Bei dem im Vergleich zum FB flacheren Oberkörperwinkel, den ich beim Fahren sehr angenehm finde, ist für mich ungelenken Hampelmann das Aufrichten zum Aufstehen vom Airbike für erstaunlich schwierig. Ebenso ist es beim Hinlegen so, dass ich mich mit dem Oberkörper das letzte Stück fallen lassen muss, im Vertrauen, dass da schon früh genug die Lehne kommt und mich auffängt.

Nun finde ich das Fahren mit den Wild Run'r 35-559 bei niederen Drücken sehr komfortabel, aber dann rollen sie nicht mehr so leicht. Vermutlich, weil die Lauffläche relativ dick und steif ist. Der geringe Druck führt aber dazu, dass man trotz fehlender Federung am Rad eben entspannt über alle Untergründe hinweg gleitet.

Die Neugier hat mich jetzt dazu getrieben, die sündhaft teuren Naches Pass TC 26x1.8 (44-559) extralight und passende Vittoria Latex 26x1.7--2.3 zu bestellen. Die Naches Pass sind wirklich dünn, auch auf der Lauffläche. Ich gehe aber davon aus, dass das beim beabsichtigten niedrigem Druck auch kein Problem ist.

Es wird sich zeigen, ob das hält, was ich mir davon Verspeche, nämlich trotz sehr geringer Drücke akzeptabel niedrigen Rollwiderstand.
Ich erwarte, dass bei dem geringen Druck und der geringen nötigen Dehnung des Schlauchs Nachpumpen nicht so schrecklich oft nötig wird.
Die Montage war jedenfalls ein Spaziergang, und sie laufen direkt rund.

Die erste Testfahrt fühlte sich gut an, aber das ist ja fast immer so, wenn man neues teures Zeug probiert. ;)

Edit: Fürs Protokoll, nominell ist der Wild Run'r 35-559, er hatte aber bei mir auf dem Airbike hinten ca. 39 mm, auf einer Felge mit, ich meine 25 mm Maulweite. Der Naches Pass, nominell 44-559 (obwohl die angegeben 1,8 Zoll eher sogar 46 mm wären), hat dort ca. 42 mm.
Witzgerweise sind also die Reifen auf dem Papier 9 mm von einander weg, aber bei mir am Rad dann doch nur 3 mm.

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Hatte ich ja mal als "lässt sich relativ einfach und angenehm fahren" für mich abgespeichert.
Ja und nein. Ich kann mir gut vorstellen, dass es ohne Vorerfahrung einfacher zu fahren ist, als das Flevobike. Mit Flevobike-Erfahrung ist es einerseits einfach, mit dem Airbike loszufahren, da man Knicklenkung ja schon kennt, aber man ist vom Flevobike gewohnt, dass es immerzu in eine Kurve fallen möchte, und dass man es also konstant davon abhalten muss, wenn man geradeaus will.

Wenn das Flevobike dann aber mal in der Kurve ist, dann ist es da glücklich, und alles ist easy. Und beim Airbike ist das nicht so, das möchte von sich aus gerne geradeaus, aber in enge Kurven muss man es ein bisschen zwingen.

Allerdings kann das auch dadurch bedingt sein, dass bei meinem Airbike das Gummielement, das die Lenkung zur Mitte hin zieht härter ist, als wenn es neu ist. Ich habe ja noch kein anderes Airbike gefahren.

Jedenfalls erscheint mir das Airbike ein paar km/h schneller als mein Flevobike. Ich denke, so 2 bis 3 km/h mehr bei den typischen Geschwindigkeiten, die ich hier so fahre. Da wo es mit dem FB 22 km/h sind, da sehe ich beim AB eher 24 bis 25 km/h. Und nach oben raus haben ich das Gefühl, dass sich das AB irgendwie sicherer anfühlt als das FB, obwohl ich mit dem FB viel mehr Fahrerfahrung habe.
 
das Airbike fällt etwas träger in die Kurve, als das Flevo, aber es fällt auf jeden Fall eher in die Kurve, als es geradeaus fährt. Es muss am Gummi liegen.
Gruß Krischan
 
aber man ist vom Flevobike gewohnt, dass es immerzu in eine Kurve fallen möchte, und dass man es also konstant davon abhalten muss, wenn man geradeaus will
Genau. Das war meine erste Erkenntnis nach Probieren eines Flevos mit nur Python-Training
Wenn das Flevobike dann aber mal in der Kurve ist, dann ist es da glücklich, und alles ist easy. Und beim Airbike ist das nicht so, das möchte von sich aus gerne geradeaus, aber in enge Kurven muss man es ein bisschen zwingen.
Das klingt eigentlich mehr nach Python.
Man kommt beim Airbike aber nicht mit den Händen auf den Boden im Stand, oder?
Das ist beim Lernen anfangs beim Python angenehm - die geringe "Fallhöhe".
Und später, dass man sich beim Stop nicht immer ausklicken muss, sondern zur Not einfach mit der Hand auf der Fahrbahn abstützen kann.
 
Meine Erfarungen mit den Wildrunner sind das sie auch mit 4-5 bar noch sehr komfortabel sind, eben weil sie recht breit sind im vergleich zur Angabe. Und die Laufflache ist zwar dick, die Flanken aber nicht.
Die Naches Pass hatt dachte ich kein Pannenschutz.
 
Meine Erfarungen mit den Wildrunner sind das sie auch mit 4-5 bar noch sehr komfortabel sind, eben weil sie recht breit sind im vergleich zur Angabe.
Wenn ich hier bei mir in der Straße über die ollen Tonklinker hoppel, dann sind mir mit den Wild Run'r auch 4 bar zuviel. ;)
Und die Laufflache ist zwar dick, die Flanken aber nicht.
Stimmt, ich will auch die Wild Run'r nicht schlechtreden, sie sind für den Preis sehr feine Reifen.
Die Naches Pass hatt dachte ich kein Pannenschutz.
Wird sich zeigen. Hier in der Gegend habe ich das Gefühl, dass es ohne geht.

Damals in Aachen hätte ich mich sowas nicht getraut.
 
Ich fahre mittlerweile auch viel lieber airbike als mit dem flevo racer.
Der racer mit dem Akku vorne über dem Rad ist aber nicht das Problem.
Das Airbike hat erstmal einen deutlich kleineren Weg für die Füße zum Boden was es viel weniger beschwerlich macht beim Anhalten und anfahren.
Ich habe ein gefedertes Airbike mit 47er Reifen und dem originalen Gurtsitz.
Der Fahrkomfort was die Federung angeht ist um Welten besser als beim Racer mit den 35er Trennscheiben und dem Schalensitz mit dem stark eingeschränkten Sichtfeld nach hinten. Auf dem halbhohen Gurtzsitz kann man den Oberkörper immerhin etwas drehen was beim Schalensitz hingegen recht schwierig ist.
Ausserdem ist es vom Fahrgefühl dem up deutlich näher als der Racer mit seiner tretlagerüberhöhung und der mindestgeschwindigkeit von 10kmh wobei das Airbike auch noch bei 7kmh manövriert werden kann was bei Steigungen sehr von Vorteil ist.

Deshalb bin ich gerade mit dem Umbau des E-Antriebs am Airbike beschäftigt, da ich dieses zum Reiserad mit dem xiongda 2-Gang Hinterrad-Nabenmotor umbauen möchte.
Der bisherige angebaute gboost Antrieb ist dafür leider nicht tauglich, da zu schwach am Berg und das Problem mit dem durchrutschen bei Nässe konnte ich nicht lösen, da der Montagewinkel beim Airbike nicht der Vorschrift entspricht.
Ich habe noch nie ein solch komfortables 2- Rad gefahren wie das Airbike .....allerdings ist das unübliche absteigen vom Sitz tatsächlich ein Wermutstropfen den man leider schlucken muss........
 
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Habe festgestellt, dass zumindest zum Teil das in die Kurve Fallen (Edit: Blöd ausgedrückt. Also gemeint ist der Umstand, dass man es ein bisschen zum Einlenken in die Kurve zwingen muss, bei engen langsamen Kurven, damit es nicht bei einen größeren Kurvenradius bleibt und infolgedessen in die Kurve hinein kippt) bei meinem Airbike daher kommt, dass bei stärkerem Lenkeinschlag der Lenker von der Rohrpolsterung so stark reibt, dass es den Lenkeinschlag bremst.
Da werde ich ggf. mal nach einer etwas dünneren Rohrisolierung als Ersatz schauen. Ist alles recht eng da, und ein paar Millimeter machen eine Menge aus. Es liegt also tatsächlich vielleicht nicht am alten Gummielement.

Langsamfahren ist tatsächlich mit dem Airbike recht gut möglich. Wie weit herunter, kann ich aber noch nicht beurteilen.

Gestern bin ich einmal wieder mit dem Flevobike zur Arbeit gefahren. Lustige Erfahrung, ich habe die ersten 200 m gebraucht, um mich wieder an das Verhalten zu gewöhnen, dann war wieder alles normal.
Habe ich aber so ähnlich auch beim Wechsel zwischen wochenlangem Fahren mit Gazelle und dann Brompton, und wieder Gazelle gehabt.

Brompton ist twitchy, Gazelle das Gegenteil. Ähnlich verhält es sich zwischen Flevobike und Airbike.

Die dünnwandigen Naches Pass mit Latex und sehr niedrigem Druck bewähren sich beim Fahren sehr gut. Der Fahrkomfort ist so gut, dass in mir kein Wunsch nach einer zusätzlichen Federung aufkommt. Und ich kenne schließlich die besonders doofen Stellen auf meinem Arbeitsweg.

Ich überlege allerdings, ob auch dem Airbike eine Rohloff mal ganz gut stehen könnte.
 
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Habe festgestellt, dass zumindest zum Teil das in die Kurve Fallen [ ... ] bei meinem Airbike daher kommt, dass bei stärkerem Lenkeinschlag der Lenker von der Rohrpolsterung so stark reibt, dass es den Lenkeinschlag bremst.
Da werde ich ggf. mal nach einer etwas dünneren Rohrisolierung als Ersatz schauen. Ist alles recht eng da, und ein paar Millimeter machen eine Menge aus. Es liegt also tatsächlich vielleicht nicht am alten Gummielement.
Heuteabend habe ich also die originalen Polsterschaumrollen durch dünnere Rohrisolierung ersetzt. Jetzt reibt der Lenker bei engem Lenkeinschlag nicht mehr am Polster, und plötzlich ist bei langsamen und engen Kurven das Fahrverhalten viel berechenbarer und besser beherrschbar. Keine Überraschung, aber schön zu wissen, dass ich nicht einfach nur zu doof war, mich auf das im Detail andere Fahrverhalten zu adaptieren. :giggle:

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