Kugelkopf/Gelenkkopf an Lenkung ausgeschlagen im Alleweder 6

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Guten Tag zusammen,

an meinem alten Alleweder 6 ist auf der linken Seite ein Kugelkopf oder Gelenkkopf ausgeschlagen und hat Spiel.
Früher konnte ich mich auf das handwerkliche Geschick meines Mannes verlassen, welcher leider verstorben ist.

Daher folgende dumme Fragen an euch:

Reicht es nur den Kugelkopf oder Gelenkkopf zu tauschen oder besser gleich alle auf der Seite oder sogar auf beiden Seiten zur Sicherheit?
Reicht es mir zu merken wie viele Umdrehungen ich benötigt habe beim Abschrauben, um Kugelkopf oder Gelenkkopf wieder korrekt anzuschrauben und per Kontermutter zu sichern, um nichts bei der Spur zu verstellen?

Ich bin nun knapp über 14000 Kilometer nach dem letzten Austausch (durch meinen Mann) gefahren.

Ersatzteile habe ich glaube ich von allem hier genug zu liegen.
Männer sind halt Jäger und Sammler - so auch meiner damals. ;-)

Entschuldigt bitte die dummen Fragen oder falschen Bennenungen von Teilen, wegen Unwissenheit, aber irgendwie muss ich mir hier am (manchmal gefühlten) "Ende der Welt" selbst helfen und bei Akkurad ist auch noch Wochen niemand per Mail oder Telefon erreichbar.

Vielen lieben Danke und viele Grüße,
Nicole
 
Wenn Du die neuen Kugelköpfe da hast und keine neuen bestellen musst, wechsel genau den einen defekten aus. Die Haltbarkeit von Lagern ist extrem unterschiedlich. Da liegt bei gleicher Belastung schnell mal ein Faktor drei drin. Einige verschleißen also schnell, andere halten ewig. Man kann auch alle gleichzeitig neu machen, muss aber nicht sein. Schau sie Dir alle an, bewerte, ob da irgendeiner auffällig ist, also Spiel hat oder arg korrodiert, und gut ist. Sowas kann man regelmäßig mal machen, geht ja schnell und die Kugelköpfe kosten ein paar Euro.

Und ja, merk Dir die Umdrehungen beim Abschrauben und nimm dieselbe Anzahl beim Draufschrauben. Parallel kannst Du auch das lichte Maß zwischen beiden Gelenkköpfen messen und dann versuchen, das wieder so ähnlich wie möglich einzustellen. Da reicht ein Zollstock.

Die Spurstangen, also die Bauteile der Lenkung haben glaube ich M6 Gewinde. Da ist eine Umdrehung ein Millimeter, eine halbe Umdrehung entsprechen 0,5mm. So genau kann man da entsprechend einstellen. Die Stangen zur Positzionierung der Achse haben glaube ich M8, also eine Steigung von 1,25mm. Entsprechend kann man das aus 0,625mm genau einstellen.

Viel Erfolg!

Hier ist, by the way, gut beschrieben, wie man die Spur einstellt. Die Sicherungsstifte der Kugelköpfe kennst Du? Und wie man die Gelenk aus- und einbaut ist Dir auch klar?
 
Zuletzt bearbeitet:
Und ja, merk Dir die Umdrehungen beim Abschrauben und nimm dieselbe Anzahl beim Draufschrauben.
Ich mache es häufig so, dass ich die Kontermutter nur ganz leicht löse, aber am Platz lasse und dort auch mit einer Hand festhalte (damit sie sich nicht von alleine verdreht).
Dann schraube ich den neuen Kopf wieder genau so weit, dass ich an der Kontermutter bin und habe es etwa auf eine halbe Umdrehung wieder da, wo es war.
Beide Gelenkköpfe sollten natürlich exakt der gleiche Typ sein.

Für eine grobe Reparatur reicht das, wenn Du es am Ende ganz genau mit der Spur haben willst, führt nichts um Messen der Spur (unter Belastung) oder noch besser Ausrolltest.
Der braucht allerdings je nach Location, Fahrzeug und Routine zwischen 30 und 60 Minuten, weil man x mal immer die gleiche Strecke abrollen muss und dann Veränderungen an der Spur macht.
 
Wenn Du die neuen Kugelköpfe da hast und keine neuen bestellen musst, wechsel genau den einen defekten aus
Perfekt!

Die Haltbarkeit von Lagern ist extrem unterschiedlich. Da liegt bei gleicher Belastung schnell mal ein Faktor drei drin. Einige verschleißen also schnell, andere halten ewig.
Das war mir so nicht bewußt.
Aber jetzt nach längerer Überlegung - klar. Sie werden ja auch unterschiedlich belastet und lbefinden an unterschiedlich geschützten Stellen.

Und ja, merk Dir die Umdrehungen beim Abschrauben und nimm dieselbe Anzahl beim Draufschrauben. Parallel kannst Du auch das lichte Maß zwischen beiden Gelenkköpfen messen und dann versuchen, das wieder so ähnlich wie möglich einzustellen.
Ich mache es häufig so, dass ich die Kontermutter nur ganz leicht löse, aber am Platz lasse und dort auch mit einer Hand festhalte (damit sie sich nicht von alleine verdreht).
Dann schraube ich den neuen Kopf wieder genau so weit, dass ich an der Kontermutter bin und habe es etwa auf eine halbe Umdrehung wieder da, wo es war.
Beide Gelenkköpfe sollten natürlich exakt der gleiche Typ sein.
Ganz herzlichen Dank für die nachvollziehbaren Erklärungen.
Das werde ich dann mals so machen, beachten und umsetzen. Hört sich ja gar nicht so tragisch an.

Die Spur werde ich dann mal beobachten und ggf. den Ausrolltest machen. Meine Reifen vorne müssen eh Ende Winter runter und neue drauf. Bis dahin sehe ich ja, ob sich noch viel Gummi abradiert.

Die Spurstangen, also die Bauteile der Lenkung haben glaube ich M6 Gewinde. Da ist eine Umdrehung ein Millimeter, eine halbe Umdrehung entsprechen 0,5mm. So genau kann man da entsprechend einstellen. Die Stangen zur Positzionierung der Achse haben glaube ich M8, also eine Steigung von 1,25mm. Entsprechend kann man das aus 0,625mm genau einstellen.
Sehr schön erklärt.
Das werde ich mir mal notieren, da ich sonst den Tipp nie wieder finde. Danke.
Danke sehr.

Die Sicherungsstifte der Kugelköpfe kennst Du?
Ja. hab schon Erfahrung damit sammeln können. ;)

Und wie man die Gelenk aus- und einbaut ist Dir auch klar?
Nein. Aber Kontermutter lösen, Gelenk abschrauben?
Gibt es da was, was ich beachten sollte und ich nicht weiß?

Für eine grobe Reparatur reicht das, wenn Du es am Ende ganz genau mit der Spur haben willst, führt nichts um Messen der Spur (unter Belastung) oder noch besser Ausrolltest.
Erstmal nur grob reparieren.
Wenn benötigt und neue Reifen rauf dürfen, dann werde ich auf jden Fall den Ausrolltest machen. Hab dazu hier im Forum auch schon Threads gefunden.

@Leoligt : Kann man bei dir so eine Spurmesslehre käuflich erwerben? Auf der Homepage von Alligt konnte ich dazu nichts finden.
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Sind evtl. noch die Maße dieser Spurmesslehre bekannt und dürfen veröffentlicht werden? Dann könnte ich mir, als Projekt, ja auch sowas selbst zusammen bauen.

Vielen Dank an alles für eure hilfreichen Tipps, Kommentare und Bemerkungen.

Ich berichte in einigen Wochen, wie es gelaufen ist.

Viele liebe Grüße und Danke nochmals,
Nicole
 
Ich habe kein Spurmesslehre zu kaufen. Sollte ±85 cm am Innenseite sein.

Jedes Hilfsmittel, mit dem eine zuverlässige Messung durchgeführt werden kann, ist in Ordnung.
Messen Sie also auf die Felge auf gleicher Höhe links und rechts sowie vorne und hinten. Und zwar so, dass Sie die Zahlen nicht zu schnell durcheinanderbringen. Deshalb habe ich 4 Messpunkte. Aber ein Lineal mit 2 Messpunkten ist auch in Ordnung.
 
Ich habe kein Spurmesslehre zu kaufen.
Sehr schade.

Sollte ±85 cm am Innenseite sein.
Ich werde dann mein Alleweder und die benötigten Maße vorne selbst nachmessen und mir sowas selbst nachbauen.
Sollte ja nicht so schwierig sein und ggf. kann der Bauer um die Ecke mir die Stäbe für die "Höhenpunkte" auch direkt auf das Profil schweißen.

Wieder ein kleines Projekt für schlechte Tage und "kinderfrei". (y)
Mal schauen was draus wird. ;)

Jedes Hilfsmittel, mit dem eine zuverlässige Messung durchgeführt werden kann, ist in Ordnung.
Messen Sie also auf die Felge auf gleicher Höhe links und rechts sowie vorne und hinten.

Vielen Dank @Leoligt für deine Antwort und Tipps.

Viele liebe Grüße,
Nicole
 
Die Spur werde ich dann mal beobachten und ggf. den Ausrolltest machen. Meine Reifen vorne müssen eh Ende Winter runter und neue drauf. Bis dahin sehe ich ja, ob sich noch viel Gummi abradiert.
Wenn die Reifen stark verschleissen, ist die Spur wirklich sehr weit verstellt.
Es gibt aber rund um das Optimum noch einen Bereich, wo der Verschleiss in Grenzen bleibt, man aber trotzdem einige Watt unnötig tritt.
 
Wenn die Reifen stark verschleissen, ist die Spur wirklich sehr weit verstellt.
Meine jetzigen haben auch rund 14k Kilometer gehalten.
Ich könnte sie auch noch von rechts nach links und von links nach rechts gegentauschen, um wirklich Material und Geld zu schonen.
Ich denke, dass ist bei dem extremen Sturz der Räder des Allweders mehr wie nur akzeptabel und ich besser auf Nummer sicher gehe, um nicht mit meinem Kind im ströhmenden Regen mit einem Platten da stehe, nur weil ich zu geizig und sparsam war.

Es gibt aber rund um das Optimum noch einen Bereich
..., der aber für das Alleweder mit seinem E-Antrieb unscheinbar und daher irrelevant ist. ;)
 
Wenn die Reifen 14.000 k gehalten haben, ist die Spur schon gut eingestellt. Dann muss es nur so werden wie es war.
Genau. Dann würde ich es vorher mal umdrehen und möglichst genau (Maßband / "Zollstock" reicht) vorne und hinten an den Felgen die Spur messen (die Reifen können leicht eiern.
Also z. B. Außenkante-Außenkante Felge ganz vorne dicht am Unterboden und hinten dicht am Unterboden - muss reproduzierbar sein - möglichst auf einen Millimeter!

Und dann kannst Du nach dem Wechsel das noch mal überprüfen und korrigieren.
Wenn man einmal ein gutes Setting hat und die Spurmaße in dieser Weise kennt, kann man sich lästige Ausrolltests sparen und das schnell in der "Werkstatt" prüfen und justieren.
 
Also z. B. Außenkante-Außenkante Felge ganz vorne dicht am Unterboden und hinten dicht am Unterboden - muss reproduzierbar sein - möglichst auf einen Millimeter!

Und dann kannst Du nach dem Wechsel das noch mal überprüfen und korrigieren.
Wenn man einmal ein gutes Setting hat und die Spurmaße in dieser Weise kennt, kann man sich lästige Ausrolltests sparen und das schnell in der "Werkstatt" prüfen und justieren.
Das ist ein extrem guter Tipp.
Ich werde das Alleweder am Samstag mal ausmessen und ggf. auch die Felge dabei etwas drehen. Kann ja sein, daß sie eine Unwucht hat.

Danke. Super Idee! (y)
 
Seit 2022 ein wenig mehr als 38.000 km
10.000km im Jahr ... wow (y)
Das A6 zeigt mal wieder was es kann. ;)

Ich habe bei meiner Kiste (Sunrider2 = gleiche Vorderachse wie Alleweder 6) nach ca 55.000km die Gelenkköpfe gewechselt ... dann aber alle komplett mit Kugeln.
Ich denke, dass wird bei dir auch reichen, zumal meine Kisten ein wenig schneller laufen und höhere Belastungen haben.
;)

Ich werde das Alleweder am Samstag mal ausmessen und ggf. auch die Felge dabei etwas drehen. Kann ja sein, daß sie eine Unwucht hat.
Bj 22 ... d.h. du wirst die Komposit-Felgen haben.
Die laufen grade oder sind kaputt.
Aber messen schadet auch nicht.

---

Ich habe aber trotzdem ein wenig Bauchschmerzen, weil es um die Vorderachse geht.
Verätst du uns in welcher Gegend du wohnst?
Vielleicht hast du einen Schrauber in der Nähe, der dir ein paar Tips geben kann.

Gruß Jörg
 
etwas OT vielleicht:
Die Spurstangen, also die Bauteile der Lenkung haben glaube ich M6 Gewinde. Da ist eine Umdrehung ein Millimeter, eine halbe Umdrehung entsprechen 0,5mm. So genau kann man da entsprechend einstellen. Die Stangen zur Positzionierung der Achse haben glaube ich M8, also eine Steigung von 1,25mm. Entsprechend kann man das aus 0,625mm genau einstellen.
etwas OT vielleicht:
Das gilt aber nur für Kugelköpfe mit Duchgangsbohrung für Schrauben, oder? denn mit "festem" Gewindestift/bolzen musst Du ja zwingend immer eine Umdrehung maechen.
 
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Das gilt aber nur für Kugelköpfe mit Duchgangsbohrung für Schrauben, oder? denn mit "festem" Gewindestift/bolzen musst Du ja zwingend immer eine Umdrehung maechen.
Genau, man kann nur auf eine Umdrehung genau einstellen.
Der einzustellende Wert liegt dann zwischen zwei möglichen
Stellungen und damit maximal die Hälfte der Steigung.

Mathematik und so .... :)
 
What? eine ganze Umdrehung ist doch eine Steigung? Wieso soll das die Hälfte sein? Bitte um genauere Erklärung, vielleicht habe ich ein Brett vor dem Kopf?
 
M6 = 1 mm pro Umdrehung.

Offene Gelenkköpfe: 0,5 mm Granularität (weil halbe Umdrehung möglich)
Gelenkköpfe, einseitig geschlossen mit Gewindezapfen: 1 mm Granularität (weil 1 komplette Umdrehung nötig)
 
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