kompakter Kurzlieger

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Hallo allerseits,

für eine längere Radtour hab ich mir einen kompakten Kurzlieger zusammengelötet, den ich hier mal vorstellen möchte.

Da die Anreise mit dem Flixbus erfolgen sollte, ist das Rad teilzerlegt und gefaltet in einem Karton unterzubringen.

Der Sitz ist eine selbsttragende Einheit und nur an zwei Punkten mit dem Rahmen verbunden.

Hinten wird mit einem Gummidämpfer gefedert. Die Schwinge lässt sich zum verpacken nach vorn klappen.

Vom Auspacken des Kartons bis zum reisefertigen Rad hat es dann am Busbahnhof in Barcelona fast eine Stunde gedauert. Hier gibt es sicherlich noch Verbesserungspotential.
 
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Willkommen im Forum und Glückwunsch zu Deiner Konstruktion. Zeig dich noch ein paar Bilder vom fahrbereiten Rad ohne Gepäck.

Gruß

Fetzer
 
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auch von mir gratulation zu deinem lieger !
ich denke, dass bei teilbaren liegerädern generell modelle mit vorderradantrieb den vorteil haben, dass der antrieb sich nur auf eine komponente beschränkt, z.b. bei knicklenkern oder wie hier beim munzo:
http://www.fastfwd.nl/index.php?id=12
gute fahrt ! gruß bernhard
 
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Hier noch ein par Fotos von der Schwingenlagerung und Sitzbefestigung.
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IMG_1558341269626.JPEG
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[DOUBLEPOST=1558342055][/DOUBLEPOST]Das Umklappen der Schwinge zum Verpacken geht relativ schnell. Die Kette lässt sich bei einer Nabenschaltung einfach seitlich abnehmen. Die Kettenrohre werden gelöst und soweit nach vorn geschoben, das sie nicht mehr über den Rahmen hinausstehen. Das Befestigen des Sitzes ist ist der Punkt, der beim Zusammenbau zeitaufwendig ist.
 
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Die ersten Defekte sind auch schon da.
1. Die Abstützung für die Rückenlehne beschädigt die Bremsleitung. Irgendwann wird die undicht. Meine Idee hier ist den anderen Anschluss zu benutzen. Das sollte der Fahrradhändler hier vor Ort in Alcaniz hinbekommen.

2. die untere Aluschiene ist der Belastung nicht gewachsen und hat auf beiden Seiten Risse bekommen. Einen Baumarkt zum Nachkaufen eines stärkeren Profiels hat die Google Suche erst einmal nicht ausgespuckt. Warscheinlich werde ich mein Glück in einer der Autowerkstätten probieren, die ich auf dem Weg schon gesehen habe.
 
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Ich könnte mir vorstellen, dass der andere Anschluss ein Abgang für die Kopplung mit einer weiteren Bremse ist. Da wird kein Ventil drin sein?
Dann kannst Du den Anschluss wechseln, bekommt sicher jeder MountainbikeLaden hin.
Gute Reise, wo gehts lang, in groben Zügen (oder mit Track?)?
Gruß Krischan
 
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Nach inzwischen ca. 2300 km hat sich die Kette etwas gelängt. Der zugegeben etwas zu kurze Verstellbereich ist nahezu ausgereizt. Ein kürzen der Kette um ein Glied aber noch nicht möglich.
Die Idee Einfach ein Ritzel mit mehr Zähnen zu verwenden scheitert bisher an den spanischen Fahrradwerkstätten. Die in Deutschland sehr übliche Nabenschaltung ist hier annähernd unbekannt. Bisher hat nur ein Händler angeboten zu bestellen konnte aber keine Lieferung für den nächsten Tag garantieren. Mehrere Tage auf ein eigentlich billiges und triviales Teil zu warten kommt aktuell nicht in Frage.

Grund für den Exotestatus der Nabenschaltung hier ist meiner Ansicht nach die Nutzung des Fahrrades in Spanien nahezu ausschließlich als Sporterät. Wartungsarme Alltagsräder haben hier neben den allgegenwärtigen Rennrädern und MTB echten Seltenheitswert.

Der Austausch der eigentlich sehr gängigen Schimano Scheibenbremsbeläge ist ebenfalls gescheitert weil diese nicht auf Lager ware. Abhilfe hat dann der lokale China Markt geboten.
 
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Ein Ritzel für die Nabenschaltung habe ich inzwischen in Lissabon bekommen. Der aus Amsterdam zurückgekehrte Mechaniker hatte zwar nur ein zu breites 22er Ritzel aber das wurde kurzerhand mit dem Winkelschleifer schmaler gemacht.

Dafür ärgert mich die Scheibenbremse schon wieder. Beim Werkstatbesuch heute wurde diagnostiziert, dass die Hydraulikflüssigkeit ausgetauscht werden muss. Die Flüssigkeit ist kohlschwartz und funktioniert deshalb scheinbar nicht mehr. Jetzt hoffe ich das die Arbeiten morgen nicht noch weitere Probleme bringen. Das ist inzwischen der 2. Werkstattermin wegen der Bremse. Und jeweils 15€ und ein verlorener Tag. Mit einer mechanischen Scheibenbremse währe das nicht pasiert.

Die Bremse ist bei den kurvigen Abfahrten in Andalusien ordentlich strapaziert worden. Dabei sicherlich auch ordentlich heiß geworden. Hat hier normales Hydrauliköl längere Standzeiten als die Shimano Flüssigkeit?
 
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normales Hydrauliköl längere Standzeiten als die Shimano Flüssigkeit
Das könnte ich mir allein wegen des Preises schon vorstellen... Deshalb ist das nix für Shimamo :p
Ich benutze nichts anderes, als Hydrauliköl. Das blaue Zeug wird aber kaum anders sein, es wirkt ebenfalls sehr ölig.
Hier gibt es bestimmt einen Faden dazu...
Gruß Krischan, und gute Weiterreise
 
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Die relativ schlechten Straßen und Kopfsteibpflasterwege in Portugal waren wohl zu viel für den hinteren Reifen. Das Rad ist ziemlich hecklastig gebaut. Ein 1,4" breiter Reifen kommt da bei ca 125 kg Gesamtgewicht an seine Grenzen. Der Reifen ist am Übergang zur Felge aufgerissen.
IMG_20190819_185208.jpg
 
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Nachdem die Tour jetzt vorbei ist, hier mal eine kurze Zusammenfassung wie sich das Rad geschlagen hat.

1. Den Umstand nur eine 7 Gang Nabenschaltung verbaut zu haben hab ich bitter bereut. Mein Erfahrungshorizont war hier der Niederrein. Die 244% gegenüber 300%, bei Schimano 8 Gang, vom langsamsten zum schnellsten Gang waren defenitiv zu wenig.

Bei 20" eine Nabenschaltung zu verwenden halte ich aber für die richtige Entscheidung. An einem anderen Rad, mit Kettenschaltung hatte ich einen irren Kettenverschleiß, weil der Umwerfer bei 20" so tief hängt, das er zu viel Schmutz einsammelt.

2. Die 180 mm Scheibenbremse Hinten war das mindeste, womit man hier in Spanien unterwegs sein sollte. Währe die mechanisch und nicht hydraulisch gewesen hätte ich mir einiges an Ärger mit Reparaturen erspart.

3. Durch die nur 1,5" breiten Reifen konnte ich in Portugall einige Sandige Schotterwege nicht fahren. Gerade bei der Hecklastigen Konstruktion währe hier von Anfang an 1,75" breit besser gewesen.

Insgesammt hat das Rad, dafür das es mit heißer Nadel gestrikt war, seinen Dienst gut getan und wird sicher auch Zuhause weiter als kompaktes Altagsrad im Einsatz sein.
 
B

BeateN

Das ist interessant. Ich dachte eigentlich auch, dass man mit einer Nabenschaltung besser dran wäre.
 
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