Kommentare zum Velomobil

Gestern hat uns ein Kind auf einem E-Roller verfolgt - mindestens 45km/h - an einer Bodenwelle, hab ich abgebremst und es kam die Frage: 'Ist das elektronisch?' Als ich verneinte verlor der Junge schlagartig das Interesse: 'Das ist ja Scheiße'
Mit diesem legalen Trick verblüffst du Polizisten wenn sie dich mit 45 km/h ohne Nummernschild erwischen.
 
aber die Geschwindigkeit mit der das Kind da unterwegs war...
... nicht umsonst gibt es massenhaft Unfälle mit diesen versicherungspflichtigen Spielzeugen, da wird ständig zu zweit oder dritt gefahren, dabei am besten noch am Telefon gespielt etc... und 45 km/h klingt, wenn das Ding auch so kleine Rädchen und keinen echten Sitz hatte, nach illegalem Tuning und könnte noch schneller zu dem führen was mein LKW-Fahrlehrer immer als "natürliche Auslese" bezeichnet hat.

Aber um beim Thema zu bleiben, ich habe mal wieder gesammelt...
Im Zuge des demografischen Wandels kommen erstmal zwei ältere Damen zu Wort:

Vor der Physio-Praxis will ich gerade wieder einsteigen, da kommt eine ältere Dame - noch recht fit - mit dem Up angerollt und meinte
"So was könnte ich vielleicht auch bald brauchen!"
Ich habe dann erstmal erklärt dass das einsteigen der Knackpunkt sein könnte und ein Trike vielleicht geeigneter wäre.
Darauf schwang sie gleich versuchsweise ein Bein über den Süllrand und hielt sich mit einer Hand - zum Glück nicht wirklich - an meiner filigranen Lichtkanone fest :eek: ... ging alles gut, nettes Gespräch...

Die nächste traf ich in einer verkehrsberuhigten Zone mit vielen Geschäften, ich will einsteigen, sie kommt mit dem Rollator angewackelt, und meint
"So was hätte ich auch gerne!"
War sicher eher scherzhaft gemeint, aber sehr nett, von mir wieder der Verweis auf besser geeignete Trikes und Sesselräder, kurzes nettes Gespräch.

Dann ein junger Mann auf einem Up den ich im Nachbarort auf der Hauptstrasse überholt habe, da ist eh nur Tempo 30.
Kurz darauf die Baustellenampel, natürlich mal wieder rot, ich muss halten, vor mir noch zwei Autos.
Er holt wieder auf, hält neben mir an und fragt
"Wie nennt man denn Ihr Gefährt?"
So zielgerichtet kam in all den Jahren noch niemand auf den Punkt!
Habe ich ihm natürlich gerne verraten, nicht ohne Hinweis auf das Forum und die Vorteile in Sachen Geschwindigkeit und Wetterschutz.
Ampel grün...

Den Vogel abgeschossen hat aber die eine Verkäuferin in der Zentrale einer kleineren Bäckereikette in einem anderen Nachbarort, die haben dort eine riesige Glasfront, deshalb sah sie das VM gut und fragte mit todernstem Gesicht:
"Ist das so eine Art Bob?"
Das sind so die Momente in denen auch mir erst mal die Worte fehlen...
Habe natürlich erklärt dass es ein Liegefahrrad ist, Trikes ohne Karosserie hatte sie wohl schon gesehen.
Aber einen Bob vor dem Laden bei um die 30°C, der ohne Hilfsmittel dorthin gekommen ist, vermutlich noch nicht :X3: ...
 
Ja. Und? :sneaky:

sommerbob-labi.jpg
zielankunft.jpg


https://blog.berchtesgadener-land.com/2012/04/12/bobfahren-im-sommer/
 
Mein neuer Bürogenosse hat es in der letzten Wochen zwei Mal in diese Hitparade geschafft:
Ich hatte ihn abends auf dem Weg nach Haus überholt und mit den Worten "bis morgen" gegrüßt.
Am folgenden Morgen hörte ich nur:
a) wie nennt man das?
b) wie cool ist das !?! (war mehr Aussage und Frage zusammen)

Letzte Woche fast dieselbe Situation, nur jagte ich gerade ein S-Pedelec und begann zu überholen, wir beide ballerten dabei an ihm vorbei.
Am folgenden Morgen hörte ich dann:
Das ist nicht fair! Ich habe ein E-Bike gekauft und hatte gestern dennoch das Gefühl ich wäre - verglichen mit Euch - eine Wand.
 
Denn Elektro-Motoren gab es ja noch nicht ...
Öhm...
...So entwickelte Jacobi bereits 1834 den ersten praxistauglichen Elektromotor in Potsdam und stattete 1838 in Sankt Petersburg ein zwölf Personen fassendes Boot mit dem von ihm entwickelten 220 Watt starken Motor aus, was somit zugleich die erste Anwendung eines Elektromotors in der Praxis darstellte.

Die heute üblichen Fahrrad-Elektroantriebe (Getriebe-Nabenmotor, Direktdrive-Nabenmotor, Tretlagermotor, Reibradantrieb) wurden bereits vor 1900 patentiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute war es dann wieder so weit: Eigentlich nur zwei Worte, aber das Wie und Warum war das Entscheidende.
Aber fahren wir von vorne an.

Ich bin auf dem Weg zum Kölner Stammtisch. Schönes Wetter, warm, kurz vor dem Ziel im Stadtteil Nippes rolle ich auf die vorvorletzte rote Ampel zu, hinter der es eine sanfte Steigung mit Tempo 30 hoch und danach über die Innere Kanalstraße geht.

Ein halbes Dutzend Autos steht schon da – viel Platz und ein Schutzstreifen rechts, Aufstellzone ganz vorne. Genervt von einigen völlig unnötigen Überholmanövern auf dem Weg hierhin packt es mich, und ich mache, was ich mir sonst eigentlich verkneife: Ich rolle rechts an den Autos vorbei und pfusche mich vorne in die Aufstellzone, links neben zwei aufrechte Fahrer, die ich mit einem kurzen Sprint schnell hinter mir lassen sollte. Ich weiß, dass ich trotz der leichten Steigung die 30 schnell erreiche, dann die folgende Ampel grüne Welle bekommt und jedes Auto, das mich hier jemals mit 40 oder so überholt hat, eben genau an dieser Ampel wieder zum Bremsklotz wird.

Kurz warten, es wird grün, ich stiefel los. Erster, Dritter, Fünfter – und die Autos im linken Spiegel werden kleiner. Aber was ist das? Im rechten Spiegel sehe und spüre ich fast den Atem eines Zweiradlers, der mühelos und fast unbewegt mithält und mir an der Hinterachse klebt. Unbewegt, weil die spargelhaften Beine nur unwesentlich dicker als die massive Steuersäule dieses surrenden Kleinkraftrollers sind. Mir war nicht bewusst, dass die so saumäßig abgehen.

Kurzer Check aufs Wahoo: Watt sind rot. Das bedeutet 600 plus. Und das schon seit einigen Sekunden. Was muss, das muss. Die Wade brennt, weiter über 600 W den Rest der Steigung, 30 längst überschritten, und ich flutsche exakt mit Grün über die Linie – so knapp war das noch nie.

Diese Roller sind ja eine Laune der Natur.
Eine ähnliche Laune, die in früheren Zeitaltern zu einem lachsgelben, storchenbeinigen Vogel mit dämlichem Schnabel geführt hat, den man uns in einer Auffangstation für Flamingos mal mit „er ist nicht der Einstein der Vögel" charakterisiert hat.

So sind sind diese rollerfahrenden Zeitgenossen quasi die Flamingos der Großstadt. Genauso storchenbeinig, genauso unnütz und manchmal etwas lästig. Zum Glück machen sie nicht so viel Lärm.
Und genau so einen hatte ich gerade versägt. Dachte ich jedenfalls. Denn beim zufälligen Blick in den Spiegel sehe ich, dass er immer noch wenige Meter hinter mir klebt wie eine Zecke auf Steroiden.

Aber die Innere Kanalstraße naht. Rote Ampel. Das ist Gesetz. Minuten Wartezeit, also rolle ich aus, etwas linksseitlich, weil ich damit rechne, dass mich dieser rollende Flamingo alsbald rechts überholen wird. Und das tut er. Ohne Problem. Ohne Wimpernzucken und ohne Ehre. Auf der Sliplane (ohne Ampel).
Doch dann kommt er: der Todesstoß. Vermutlich noch als Kompliment gemeint, aber in diesem Augenblick ist es der coup de grâce von jemandem, der mit Spazierstock statt Degen zum Duell geht. Und während er vorbeirollt und ich mich innerlich auf den Moment vorbereite, kommt es auch schon:

„Geht guuut!"

Ja. Danke. Ich Dich auch. :rolleyes:
 
Heute war es dann wieder so weit: Eigentlich nur zwei Worte, aber das Wie und Warum war das Entscheidende.
Aber fahren wir von vorne an.

Ich bin auf dem Weg zum Kölner Stammtisch. Schönes Wetter, warm, kurz vor dem Ziel im Stadtteil Nippes rolle ich auf die vorvorletzte rote Ampel zu, hinter der es eine sanfte Steigung mit Tempo 30 hoch und danach über die Innere Kanalstraße geht.

Ein halbes Dutzend Autos steht schon da – viel Platz und ein Schutzstreifen rechts, Aufstellzone ganz vorne. Genervt von einigen völlig unnötigen Überholmanövern auf dem Weg hierhin packt es mich, und ich mache, was ich mir sonst eigentlich verkneife: Ich rolle rechts an den Autos vorbei und pfusche mich vorne in die Aufstellzone, links neben zwei aufrechte Fahrer, die ich mit einem kurzen Sprint schnell hinter mir lassen sollte. Ich weiß, dass ich trotz der leichten Steigung die 30 schnell erreiche, dann die folgende Ampel grüne Welle bekommt und jedes Auto, das mich hier jemals mit 40 oder so überholt hat, eben genau an dieser Ampel wieder zum Bremsklotz wird.

Kurz warten, es wird grün, ich stiefel los. Erster, Dritter, Fünfter – und die Autos im linken Spiegel werden kleiner. Aber was ist das? Im rechten Spiegel sehe und spüre ich fast den Atem eines Zweiradlers, der mühelos und fast unbewegt mithält und mir an der Hinterachse klebt. Unbewegt, weil die spargelhaften Beine nur unwesentlich dicker als die massive Steuersäule dieses surrenden Kleinkraftrollers sind. Mir war nicht bewusst, dass die so saumäßig abgehen.

Kurzer Check aufs Wahoo: Watt sind rot. Das bedeutet 600 plus. Und das schon seit einigen Sekunden. Was muss, das muss. Die Wade brennt, weiter über 600 W den Rest der Steigung, 30 längst überschritten, und ich flutsche exakt mit Grün über die Linie – so knapp war das noch nie.

Diese Roller sind ja eine Laune der Natur.
Eine ähnliche Laune, die in früheren Zeitaltern zu einem lachsgelben, storchenbeinigen Vogel mit dämlichem Schnabel geführt hat, den man uns in einer Auffangstation für Flamingos mal mit „er ist nicht der Einstein der Vögel" charakterisiert hat.

So sind sind diese rollerfahrenden Zeitgenossen quasi die Flamingos der Großstadt. Genauso storchenbeinig, genauso unnütz und manchmal etwas lästig. Zum Glück machen sie nicht so viel Lärm.
Und genau so einen hatte ich gerade versägt. Dachte ich jedenfalls. Denn beim zufälligen Blick in den Spiegel sehe ich, dass er immer noch wenige Meter hinter mir klebt wie eine Zecke auf Steroiden.

Aber die Innere Kanalstraße naht. Rote Ampel. Das ist Gesetz. Minuten Wartezeit, also rolle ich aus, etwas linksseitlich, weil ich damit rechne, dass mich dieser rollende Flamingo alsbald rechts überholen wird. Und das tut er. Ohne Problem. Ohne Wimpernzucken und ohne Ehre. Auf der Sliplane (ohne Ampel).
Doch dann kommt er: der Todesstoß. Vermutlich noch als Kompliment gemeint, aber in diesem Augenblick ist es der coup de grâce von jemandem, der mit Spazierstock statt Degen zum Duell geht. Und während er vorbeirollt und ich mich innerlich auf den Moment vorbereite, kommt es auch schon:

„Geht guuut!"

Ja. Danke. Ich Dich auch. :rolleyes:
Der Rollerfahrer hat bestimmt sein Akku fast leer gezogen nur um mit dir mit zu halten:ROFLMAO:
 
Die U-Bahnbaustelle in Köln hat seit kurzem meine Straße (Pendelweg) verschluckt.
Ich muss einen Umweg über den Verteilerkreis nehmen:
viele volle Autospuren, immerhin ein schmaler, aber leerer Radweg.

Gestern radelte vor mir ein Pärchen (hintereinander). Als der Weg breiter wurde, blieben die beiden am Rand stehen.
Die Frau drehte sich um und rief zu mir: wie süß!
Ich bedankte mich und fuhr mit dem kleinen bunten Dreirad + Kinderwimpel langsam vorbei.

Später am Heimhügel (bis 6% Steigung) kriecht der Milan mit max. 10 km/h hoch:
Ein etwa 10 Jahre alter Junge auf einem MTB und mit vollem Integral-Radhelm setzte sich neben mich und fragte begeistert:
ist das elektrisch?
Ich: Nein, man muss strampeln.
Junge: Wirklich? - Ja!
Seine Enttäuschung war groß und er drehte sofort ab.
 
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