Komfort bei ungefederten Liegen

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Moin, ich bin dieses Jahr einige Brevets mit dem Normalrad gefahren und sah immer wieder Liegeradler und Velomobilisten, die ebenfalls die langen Strecken fuhren. Teils langsamer, teils schneller. Die meisten waren ungefedert und mit schmalen Rennradreifen unterwegs.

Ich selbst fahre eine Speedmachine und denke mir, dass es mir ganz schön ins Gebein krachen würde, wenn ich die Landstraßen und Radwege ohne Federung fahren würde.

Wie machen die High-/Mid-/Lowracer unter euch das? Was empfindet ihr, wie polstert ihr euch gegen Schlaglöcher, Wurzelwege, etc. ab?

Ich würde gern einen Highracer fahren, bin aber eben skeptisch, dass es irgendwann weh tut.

Ist der Unterschied zwischen einem Highracer und einer Speedmachine geschwindigkeitsmäßig wirklich so groß? Hat jemand Vergleichswerte, z.B. für ein 200er oder 400er Brevet?

Bei M5 steht, dass man mit 250 Watt auf dem Highracer rund 48 km/h Durchschnittsgeschwindigkeiten fahren kann. Wieviel wäre das mit der Speedmachine? Vergleichbar wäre die SpM wohl mit dem M5 20/26, für das ein Schnitt von 39 km/h für 250 Watt angegeben wird.

Macht das wirklich so viel aus? Wow...
 
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Die meisten waren ungefedert und mit schmalen Rennradreifen unterwegs.
"Schmal" ist relativ. Die meisten Brevet-Fahrer, die ich kenne, fahren mind. 28 mm breite Reifen. Es gibt aber halt - wie bei den aufrechten Rädern auch - Gabeln und insbesondere Hinterbauten, die recht enge Grenzen für die Reifen setzen.

"Wir" machen das genau wie andere Radfahrende auch. Wenn keine komfortableren und gleichzeitig schnellen Reifen ins Rad passen, dann ertragen "wir" es halt und kennen es bestenfalls gar nicht anders ;-)
Ich würde gern einen Highracer fahren, bin aber eben skeptisch, dass es irgendwann weh tut.
Das bleibt bei gleichem Reifenmaß *immer* bequemer als aufrecht. :)

Ist der Unterschied zwischen einem Highracer und einer Speedmachine geschwindigkeitsmäßig wirklich so groß?
Bei einer nicht höchstspeziell getunten Speedmachine ist der Unterschied mind. genau so groß wie zwischen aufrechten Trekkingrad und aufrechten Rennrad. Dennoch gibt es auch immer wieder Menschen, die eine Speedmachine o.ä. über Brevet-Distanzen fahren. Die geforderten Durchschnittsgeschwindigkeiten sind ja durchaus erreichbar; ... aber klar, mit einem schnellen Rad geht es halt einfacher oder schneller.

Bei M5 steht, dass man mit 250 Watt auf dem Highracer rund 48 km/h Durchschnittsgeschwindigkeiten fahren kann.
Wenn ich mich recht entsinne, steht da, dass man bei optimaler Fahrbahndecke (Radbahn :)) mit 250 W 48 km/h fahren kann. Von *Durchschnittsleistung* bei *Durchschnittsgeschwindigkeit* im öffentlichen Straßenverkehr auf wechselnden Untergründen steht da *nichts*. Lass Dich von diesen Werten nicht auf die falsche Fährte locken.

Ich würde gern einen Highracer fahren, bin aber eben skeptisch, dass es irgendwann weh tut.
Fahre die unterschiedlichen Liege-Rennrad-Konzepte zur Probe oder entscheide Dich für eins und fahr es mal eine "Saison". Die Gebrauchtpreise für die verbreiteteren Stick-Bikes (Bacchetta und Konsorten) sind recht stabil; Verluste beim Wiederverkauf halten sich in Grenzen.

Macht das wirklich so viel aus? Wow...
Ich weiß, warum ich kein Flux C-500 (o.ä.) mehr fahre, sondern Zox 26 Low und Troytec :)

-Andreas,
schnelle Räder für schlappe Fahrer :)

P.S.: Brevet-Geschwindigkeit wird in den Pausen gemacht ...
 
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This. Muss man ausprobieren. Ich für meinen Teil würde, wenn es um Bequemlichkeit geht, auf den meisten Strecken eine ungefederte Liege einem gefederten Up vorziehen.
 
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dass es mir ganz schön ins Gebein krachen würde, wenn ich die Landstraßen und Radwege ohne Federung fahren würde.
Es gibt schlechte Landstraßen und gute, es gibt schlechte Radwege und nicht ganz so schlechte. Du kannst nicht davon ausgehen, dass ein ungefedertes Liegerad gleich bockhart ist. Die Rahmen flexen schon immer ein wenig, das eine Modell mehr, das andere weniger.

Klar ist, dass man mit Vollfederung schon ganz anders fährt als ohne. Ich bin vor einigen Jahren von einem Grasshopper fx auf den Lowracer Optima Baron umgestiegen. Fährt man ungefedert, liest man die Fahrbahn ganz anders und weicht Unebenheiten eher aus, statt drüber zu bügeln.
 
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Es gibt auch Unterschiede zwischen ungefederten Liegerädern. Befindet sich die Sitzschale fast über der Hinterradnabe, ist dies sehr unangenehm bei schlechten Straßen. Je weiter sich die Sitzschale von der Nabe entfernt, desto erträglicher wird es. Meine Erfahrungen gründen sich auf einem Aeroprojekt L2 und einem Effendi. Der Komfortunterschied war beträchtlich!
Getunt kann die SPM durchaus sehr schnell sein, kommt aber an die Qualität von Rennsemmeln (RazzFazz) nicht ran. Das kann sich aber bei sehr schlechten Straßen auch wieder relativieren. Am Besten, man hat mehrere Räder zur Auswahl. Die kann man aber auch nicht auf einmal fahren:p.
Häns
 
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Mit meinem Baron welchen ich als bretthart empfinde, wenn man das Hinterrad mal auf den Asphalt fallen lässt, habe ich garkeine Probleme mit Stössen die in den Rücken übertragen werden oder sonstiges. Bei Schienen wo ich weiss das dort derbe Stösse kommen, schwing ich meine Körpermitte nach oben, dadurch das ich mich mit den Schultern in den Sitz drücke. Dadurch nimmt man viel Gewicht für einen Moment von den Rädern. Das mach ich aber aus Materialschonungsgründen, nicht weil es unangenehm für den Rücken ist.
 
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Bei Schienen wo ich weiss das dort derbe Stösse kommen, schwing ich meine Körpermitte nach oben, dadurch das ich mich mit den Schultern in den Sitz drücke. Dadurch nimmt man viel Gewicht für einen Moment von den Rädern. Das mach ich aber aus Materialschonungsgründen, nicht weil es unangenehm für den Rücken ist.
Diese Methode habe ich noch nicht verstanden, ich mache es eher genau umgekehrt: Wenn ich weiß, dass ich über ein Hindernis fahren muss, lehne ich mich leicht nach vorn, so dass ich beim Überfahren nicht mehr mit den Schultern auf dem Sitz liege und der Stoß nicht direkt in den Oberkörper & Kopf geleitet wird.
Das hilft mir zumindest ganz gut, ansonsten versteht jeder Jeck unter Komfort etwas Anderes, da hilft wie eigentlich immer bei solchen Fragestellungen nur Ausprobieren der verschiedenen Konzepte.


Gruß,
Mark
 
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Ich fahre FlevoRacer mit Heckfederung. Ab 42 (Jahre) gehts nicht ohne. Der Luftdämpfer an Stelle des Gummiblocks kam rechtzeitig zum 50sten. Ein Quantensprung zur rechten Zeit.
Der direkte Frontantrieb beim Mbb mit winzigen Kraftverlusten im Verältnis zu Heckantrieben ist genial, und in der Heckfederung geht kaum Antriebskraft verloren, herrlich.
schnelle Räder für [faule] Fahrer :)
Ich kann mich nur anschließen...
Gruß Krischan
 
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Hi,

ich fahre ein Fujin SL2 Einspurer (leicht, schnell, ungefedert) und ein Scorpion Trike (vergleichsweise schwer, gemütlich zu fahren ung vollgefederg).

Beide erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Mit dem Fujin würde ich tendenziell schlecht Straßen meiden, da dauerhaftes Geholper den Fahrspaß mindert und das Rad auch auf solchen sehr schlechten Straßen sein Geschwindigkeitspotential nicht auschschöpfen kann. Leichte Belagznebenheiten wie z. B. Asphaltflicken kann der leicht flexende Rahmen aber gut "schlucken". Ob ein ungefedertes Rad das richtige für Dich ist, hängt aber auch sehr stark vom Einsatzzweck ab.

Stehen maximaler Komfort, Tauglichkeit auf ALLEN wegen und Straßen (also auch Wald- und Feldwege sowie Kopfsteinpflaster) im Fokus, wäre ein gefedertes Rad eher die erste Wahl.

Stehen dagegen Schnelligkeit und Sportlichkeit in Deinem Fokus, dann wäre ein leichtes, ungefedertes Rad eher für Dich geeignet.

Grüße:
Tüddel
 
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Tauglichkeit auf ALLEN wegen und Straßen (also auch Wald- und Feldwege sowie Kopfsteinpflaster) im Fokus, wäre ein gefedertes Rad eher die erste Wahl.
Gibt es Liegeräder, die für unbefestigte Wege taugen? Klar, lang kommt man immer, aber doch eher in Schrittgeschwindigkeit, oder?
 
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Stehen maximaler Komfort, Tauglichkeit auf ALLEN wegen und Straßen (also auch Wald- und Feldwege sowie Kopfsteinpflaster) im Fokus, wäre ein gefedertes Rad eher die erste Wahl.
Meine Wahl war genau aus diesem Grund das AT1 von Wolf&Wolf (ohne Federung).
Christiane hat mehr Probleme mit kleinen Stößen und Gerüttel als ich und ist nach einigen (nicht zuf) Versuchen mit gefederten Rädern dann beim AT1 gelandet. Die Kombi aus Netzzsitz und Vollfettpuschen schluckt kleine Stöße besser als ein Dämpfer.
Ihren Scorpion "die Sänfte" gibt sie dennoch nicht her.
Stehen dagegen Schnelligkeit und Sportlichkeit in Deinem Fokus, dann wäre ein leichtes, ungefedertes Rad eher für Dich geeignet.
Absolut. Daher tut sich Christiane auch noch etwas schwer damit, ihr leicht gedoptes Zox 26 LL zu verkaufen.
Gibt es Liegeräder, die für unbefestigte Wege taugen? Klar, lang kommt man immer, aber doch eher in Schrittgeschwindigkeit, oder?
Neudeutsch "Gravel"? Solang man irgendeinen Reifen um 50mm draufbekommt, sehe ich da kein Problem. Klar, ein MTB wird eine Liege nie, aber Waldwege gehen bei entsprechendem Setup recht zügig.

Gruß
Christoph
 
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Eine allgemeingültige Antwort ist hier nicht möglich, zu unterschiedlich die individuellen Bedingungen und Wahrnehmungen.

An der WM in Frankreich machten wir im 3 StundenRennen mit vielen Abschnitten mit rauhem Asphalt die Beobachtungen:

- unter solchen ("Alltags"-) Bedingungen rollen breitere Reifen (z.B. G-One) besser als die üblicherweise (auf gutem Asphalt) schnelleren schmalen Rennradreifen (wie One oder Conti TT).

- Eine Heckfederung kann Komfort und abschnittsweise die mögliche Geschwindigkeit verbessern (weniger Risiko Hüpfen Hinterbau in schnellen Kurven)

- Eine Frontfederung bringt zusätzlich eher wenig bei eher hohen "Kosten" (Effizienz / Gewicht)

Ein schnelles Brevetrad wäre für mich entsprechend heck- oder ungefedert und mit relativ breiten Reifen aufgebaut.

Mit breiten Reifen denke ich an mindestens 32mm bei 622er Rädern oder 40mm bei 406.

Diese empfinde ich auch als pannensicherer / robuster als die schmalen Dackelschneider.

Sitzwinkel bevorzuge ich etwas steiler für eine bessere Übersicht, insboseondere auch in der Nacht / bei schlechten Verhältnissen, Sitzhöhe finde ich dagegen eher sekundär.
 
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Wenn man so wie du @joeyyy , Brevets fährt, ist ein Highracer mit der Möglichkeit für 28-32 mm breite 622er Räder und 'nem leichten Carbonrahmen genau richtig, um schnell und bequem unterwegs zu sein. Wenn du dich hier etwas umguckst, wirst du das auch schon selbst rausgefunden haben. Diese Art von Rädern ist aber eher für Leute mit langen Beinen. Falls diese nicht vorhanden sind, kannst du mit der Laufradgröße auf 584 runter gehen und kommst immer noch in den Genuß, schnelle und tubeless Reifen fahren zu können.
 
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Wow, vielen Dank für die vielen Antworten. Ich werde dann über den Winter mal auf die Suche nach einem gebrauchten Highracer gehen, der mindestens 32mm Reifen auf 622er Rädern aufnehmen kann. Die M5 stechen mir schon länger ins Auge - vor allem in der Carbon Ausführung.

Dass die Vorderradfederung nicht viel bringt, hab ich auch schon fest gestellt. Allerdings ist sie auf schlechter Wegstrecke bergab (im Wald oder auf Schotterwegen), wenn ich eher im Sitzen auf der Liege fahre, ganz angenehm und vermittelt mir ein höheres Gefühl der Fahrsicherheit. Gut, auf Brevets gibt es das eher selten.
 
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Ich würde aber tatsächlich auch mal den Wolf testen. Mein Herzblatt hat sowohl Speedmachine und Wolf und der Unterschied ist riesig. Gefühlt sehr schnell, gut am Berg und ziemlich komfortabel bei gleichzeitig nicht extrem geringem, aber ziemlich kleinem Gewicht. Kann vermutlich nicht ganz mit ner Carbonrennsemmel mithalten, aber ich schätze, der Unterschied zwischen SPM und Wolf ist größer als der vom Wolf zu einer Rennsemmel.
 
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Wie soll den da so ein riesiger Unterschied zustande kommen? Kannst du mal genauer werden? Vielleicht wären Bilder von den beiden Rädern auch hilfreich. Häns
 
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Wie soll den da so ein riesiger Unterschied zustande kommen?
Bei der SPM fällt mir spontan ein:
  • geringere Rahmensteifigkeit,
  • Kettenführung (Rolle und Leertrum) nicht optimal,
  • Frontfederung
  • Heckfederung (zumal nicht antriebsneutral)
  • (es gibt Modelle mit Untenlenkung)
Gruß
Christoph
 
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