Knicklenker mit VCS (Virtual Center Steering)

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Jedenfalls ist @McElburg s VCS-Knicklenker ja offenbar auch dauerhaft gut zu fahren. Das Konzept mit dem virtuellen Drehpunkt kenne ich von exoprothetischen Anwendungen bei denen es räumlich nicht möglich ist ein Gelenk an die Stelle zu setzen wo es eigentlich hingehört.
So stellt sich die Situation bei Haralds Rad ja auch dar. Wäre das Lenklager dort wo es bei einem TT-Knicklenker üblicherweise ist, dann stünde es bei dem großen Vorderrad genau in der Blickrichtung.
Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass die Verbindung zum Restrahmen um einiges steifer als üblich ist, da die Vordergabel zum Restrahmen keine federnden, seitlichen Pendelbewegungen ausführen kann, wie sie es täte wenn sie nur oben befestigt wäre. Das allein kann schon ein gut gerechtfertigter Grund für eine Konstruktion mit viermal soviel Lagern in der Lenkung sein.

Besonders beachtlich finde ich Haralds Ausdauer im Hinblick auf das frei vor dem Schritt rotierende Vorderrad. Mir wäre das zu gruselig gewesen achttausend Kilometer lang da draufzuschauen. Besonders bei Tempo 90.

Gruß, Sebastian
 
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Das Konzept mit dem virtuellen Drehpunkt kenne ich von exoprothetischen Anwendungen bei denen es räumlich nicht möglich ist ein Gelenk an die Stelle zu setzen wo es eigentlich hingehört.
Das ist es ja gerade, eigentlich gehört das Gelenk in die Hüfte, so ist es auf Höhe der Knie. Vermutlich ist das aber nicht so schlimm wie es scheint, sonst würden nicht so viele TT-Räder rumfahren...
 
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Das ist es ja gerade, eigentlich gehört das Gelenk in die Hüfte, so ist es auf Höhe der Knie. Vermutlich ist das aber nicht so schlimm wie es scheint, sonst würden nicht so viele TT-Räder rumfahren...
Also ich bin ja Flevoanfänger, aber ich finde dass man instinktiv den Hebel von der Pedale zur Tretlagermitte dadurch ausgleicht, dass man das Vorderteil geringfügig Richtung Pedaldruckseite auslenkt.
Mich stört eigentlich beim Flevobike, dass das Vorderrad extrem häufig beim Anfahren durchdreht.
 
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Da Harald mit einem virtuellen Drehpunkt arbeitet, hätte er auch einen echten Knicklenker mit virtuellem Drehpunkt direkt zwischen den Hüftköpfen des Fahrers, oder sogar ein Stück darüber, als Tieflieger realisieren können. Hat er aber nicht.

Die TT-Geometrie scheint also ganz bewusst gewählt worden zu sein.

Gruß, Sebastian
 
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Mich stört eigentlich beim Flevobike, dass das Vorderrad extrem häufig beim Anfahren durchdreht.

Fand ich beim airbike auch immer nervig. Besonders lustig ist das Anfahren am Berg, am Besten auf einem Schotterweg oder mit nassem Herbstlaub drauf ...

Generell würde ich sagen: Wenn Frontantrieb, dann Tieflieger. Bei meinem P3 (Sitzhöhe 30 cm) fallen 63 % des Gesamtgewichts auf das Vorderrads. Das reicht für die meisten Fälle aus.
 
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Hallo Jürgen,

musste lange darüber nachdenken:
... Bei den echten Knicklenkern spürt man auch bei vollem Krafteinsatz keinen Einfluß des Tretens auf die Lenkung. ...
sowie
... Knicklenker werden aus den Schultern heraus gelenkt, ...

Wenn ich das nun richtig interpretiere, sitzt Ihr bei den "echten Knicklenkern" dann wohl quasi auf dem Vorderteil (tatsächlich noch knapp auf dem Heckteil) und benötigt die Schulterfunktion um überhaupt eine Lenkreaktion erzeugen zu können, also lenken zu können. Die Python-Skizze auf deiner homepage legt das nahe:

three.gif



Noch eine Frage zur Phyton:
Ab welcher Geschwindigkeit (bergab...) wird es kritisch, was ist zuverlässig fahrbar. Sicherlich gibt es dazu unterschiedliche Angaben, wo liegt Deine Schwelle?
[DOUBLEPOST=1451942587][/DOUBLEPOST]
...Mir wäre das zu gruselig gewesen achttausend Kilometer lang da draufzuschauen. Besonders bei Tempo 90.
Naja, nach ca. 3000 km habe ich ein kleines Schutzblech im Beinbereich angebracht, die Verbrennungen an Radhose und Innenschenkel waren dann auf Dauer doch lästig.
Lästig ist im Moment nur noch der obere offene Teil des Vorderrades, gerade auf trockenen verschmutzten Wegen, weht einem viel Staub ins Gesicht - man könnte das ändern...

Harald
 
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Lenkeinfluss beim Treten.
Wenn man das Bild von Marc Lesourd 2013 in Monza ansieht, glaube ich nicht das der Lenkeinfluss beim tretten sehr stark ist. Sonst würde er nicht mit den Händen das Oberrohr greifen anstelle des Lenkers.
Auf der Gegengeraden hat er mich in Monza überholt, obwohl ich mit 55km/h unterwegs war. An der WM in Frankreich 2014 ist er im Rennen einen Schnitt von 33.4 km/h gefahren. Da die Strecke einige Höhenmeter hatte vermute ich das er in den Bergabpassagen mit über 60km/h unterwegs war. Marc ist gelegentlich auch hier unterwegs: @kouign How fast can you get - save - down hill with au MBB? How much is the influence in driving straigt when you pedal?

Sein Sitz am Stahl - Kouign Amman ist ebenfalls sehr schmal.

Marc Lesourd Monza 2014.jpeg


Ich würde das VCS so bauen das es - ähnlich wie das Kouign Amman - möglichst wenig vom Vorderrad einkleidet, so dass es ohne Heck immer als Unverkleidet gilt. Mit einem angebauten Heck bist du dann Teilverkleidet. Bei einem Rennen wäre dann sichergestellt, dass du nicht als Vollverkleidet gewertet wirst. Ein solcher Filtzer soll schliesslich auch im Rennen bewegt werden. Ausserdem könnte nach einem Sturz das Rad weiter gefahren und die Verkleidung separat geflickt werden.

Wie gesagt ein sehr schönes Projekt und wenn das VCS wie das Kouign Amman auf unter 8kg wird...
 
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...Das Fazit der Experimente war, dass es nix bringt. Einmal war der Aufwand zu hoch. Die vielen Gelenke brachten zuviel Spiel und Gewicht rein und zum anderen bekommt man einen spürbaren "PIS = pedal induced steering" - Effekt, also genau das was bei TT-Geometrien nervt....

Aufwand, Spiel und Gewicht habe ich im Griff, damit kann ich umgehen. Der PIS-Effekt (klasse Bezeichnung) ist vorhanden, bisweilen konnte ich bei meinen Testfahrten (max. 250 km Etappen) damit leben.
Allerdings fehlt mir noch ein aussagekräftiger Test, der auch zur Leistung des System eine ausreichende Antwort liefern kann (600km@24h).

Warten wie ab...
 
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Also, man sitzt auf dem Hinterteil und die Füße liegen auf dem Vorderteil. Der Sitz ist sozusagen das Widerlager bei der Auslenkung des Vorderteils.

Das P1 war irgendwie gutmütiger und da lag meine vmax bei ca. 60 km/h. Beim P3 ist meine Schwelle bei ca. 50 km/h. Ich bin aber eher ein vorsichtiger Typ. Andere Fahrer, z.B. Dirk Bonné fahren bis 70 km/h. Generell scheinen kleinere Laufräder (20") und ein Lenker hilfreich bei hohen Geschwindigkeiten zu sein.

Gruß,
Jürgen.
 
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...Ich würde das VCS so bauen das es - ähnlich wie das Kouign Amman - möglichst wenig vom Vorderrad einkleidet, so dass es ohne Heck immer als Unverkleidet gilt. Mit einem angebauten Heck bist du dann Teilverkleidet. Bei einem Rennen wäre dann sichergestellt, dass du nicht als Vollverkleidet gewertet wirst....

Da ich nicht ein Fahrzeug für diese Klassifizierung bauen möchte (ich finde diese Klassifizierungen entwicklungshemmend - siehe die damaligen Diskussionen um die Birk Comet) bin ich nicht an die Definition teil-/vollverkleidet gebunden.
Bauen werde ich ein Vehicel für Brevets und Reisen, mit meinen Velomobilerfahrungen, d.h.:
  • Radkästen komplett vorne und hinten (Schmutz und Wasser bleiben fern / nass bleibt man i.d.R. weil die Strasse lange nicht abtrocknet und nicht wegen dem Regen...)
  • Antriebsstrang aussenliegend (im sauberen Bereich, wie im Velomobil)
  • eine teilbare Nabe habe ich entwickelt / hinten und vorne identisch (Räder austauschbar) / Antriebsstrang verbleibt am Rad unangetastet bei Radausbau
  • Minimalfederung mit Cellasto-Elementen
  • Gepäckfach permanent, etc.
Soweit die Idee...
 
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Austauschbare Räder
welchen Vorteil versprichst Du Dir davon?
  • Teilegleichheit (z.B. gleiche Speichen, Schlauch und Reifen auf Reisen)
  • komplettes Ersatzrad fix und fertig in der Reserve
  • Schneller Winterreifenwechsel (heute Slicks, morgen Spikes)
  • Nabensatz einfacher zu fertigen
Mehr Vorteile brauche ich nicht
Harald
 
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Catrike Speed
Hallo Freunde der FWD

this is a very nice project!

To answer "2fast" questions:
- no speed limit downhill (except for survival instinct), I probably reached 100km/h on a few occasions. I leave in the Alps, it's easy!
- at that kind of speeds I can ride without my hands on the handlebar, although I would not recommend it...
- very little influence of pedal steer. During cold winters I commute to work (40km round trip) with my hands in the pockets most of the time.
- it took me about 2 weeks daily practise (about 200km) to master the driving of the speculoos. Suddenly one morning it went straight! I've got a slow brain, so it might be much quicker for you ;)
- uphill, I can manage to climb moderat slopes at ~5km/h without hands. But I find it helpful to use the hands to fine tune direction when the climb is steeper.

To illustrate all this have a look at that video:

Tshüss
Marc
 
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