Kettenlauf Effizienz

Im Zugtrum sind die Krafte am grossten, und deswegen ist dort auch das grosste Potenzial an Verlustquellen. Das bedeutet aber nicht das im Leertrum gar nichts passiert. Es ist eben viel weniger, und realistisch ist dort wenig Verbesserungspotenzial zu erwarten. Der Zugtrum sollte immer Priorität kriegen wenn eins der Beide optimal verlaufen kann. Komplett vernachlassigen sollte man es aber nicht. Eine schleifendes vermutztes Kettenrohr im Leertrum frisst auch einiges z.b.
 
90 RPM, eine Umlenkrolle? Welche Last? Sieht nach einem anderen Zusammenhang aus.
Das sind Werte* und Screenshots aus Hambinis Keramik- vs Stahl-Kugellager Blog-Artikel der Tretlager-Kugellager in Größe 6806 (30x42x7mm).

Die kleinen 8mm und 10mm Kugellager in unseren Umlenkrollen werden eher geringere Verlusste als 30mm Kugellager aufweisen.

*ich hatte vor ein paar Jahren mal 2-3 Stunden auf den Seiten der Kugellagerhersteller verbracht um echte Wattwerte zur Effizient von Kugellagern zu recherchieren und die Angabe von "bis zu 40% höhere Effizenz von SKF E2 Explorer Kugellagern" einordnen zu können. Leider hab ich dann den Browser mit dutzenden offenen Seiten und PDFs geschlossen, ohne mir die Links und PDFs zu speichern. Alles was davon bei mir im Hinterkopf blieb war: Kugellager in "unseren Größen" fressen pro Kugellager <0,2W an Widerstand. Also das gleiche was in dem Blogartikel von Hambini steht
 
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Das sind Werte* und Screenshots aus Hambinis Keramik- vs Stahl-Kugellager Blog-Artikel der Tretlager-Kugellager in Größe 6806 (30x42x7mm).

Die kleinen 8mm und 10mm Kugellager in unseren Umlenkrollen werden eher geringere Verlusste als 30mm Kugellager aufweisen.

*ich hatte vor ein paar Jahren mal 2-3 Stunden auf den Seiten der Kugellagerhersteller verbracht um echte Wattwerte zur Effizient von Kugellagern zu recherchieren und die Angabe von "bis zu 40% höhere Effizenz von SKF E2 Explorer Kugellagern" einordnen zu können. Leider hab ich dann den Browser mit dutzenden offenen Seiten und PDFs geschlossen, ohne mir die Links und PDFs zu speichern. Alles was davon bei mir im Hinterkopf blieb war: Kugellager in "unseren Größen" fressen pro Kugellager <0,2W an Widerstand. Also das gleiche was in dem Blogartikel von Hambini steht
Ich hab die Rechnung für @francescorusso 's Radlager gemacht (bei SKF) und danach das Lagerfett ausgewählt. Da waren 900 RPM angedacht. Das waren natürlich offene Lager, zwecks eigener Fettfüllung. Ich weiss die Wattwerte nicht mehr, aber die Werte für Gummidichtungen waren katastrophal.
 
Ich hab die Rechnung für @francescorusso 's Radlager gemacht (bei SKF) und danach das Lagerfett ausgewählt. Da waren 900 RPM angedacht. Das waren natürlich offene Lager, zwecks eigener Fettfüllung. Ich weiss die Wattwerte nicht mehr, aber die Werte für Gummidichtungen waren katastrophal.
Hmm...

Wär mal interessant zu testen, wie lang es in der Praxis braucht bis die Dichtscheiben sich eingelaufen haben. Wenn man ein altes gedichtetes Kugellager tauscht, läuft es sehr merklich leichter als das neue.
 
waren 900 RPM angedacht.
Das ist ja auch 10x so viel, wie 90 RPM und macht dann entsprechend mehr Verlust.

Bei SKF gibt's jetzt ein schönes Online-Tool, einfach Lager auswählen, Daten eingeben und dann hast du Ergebnisse. Kann man auch mehrere vergleichen. Am Rechner geht es besser und ist übersichtlicher. Reibung und CO2 Emission müsste relevant sein.

 
Hallo, ich habe mal 3 von den tollen Keramiklager Umlenkrollen bei meinem Sohn eingebaut. Dabei den Kettentunnel am Milan etwas nach rechts erweitert, sodass die Kettenlinie für die kleinen Ritzel besser wird. Die Umlenkrollen hinten können sich jetzt ca 2cm bewegen.
Mein Sohn will keine Rohre im Milan haben, weil er die nicht pflegt.
Die Rolle vorne bei der rücklaufenden Kette hat nicht funktioniert, wenn die bei einem Schlagloch etwas aus den Zähnen rutscht, dann geht die oft falsch in die narrow wide Zähne rein. Da ist jetzt eine mit normalen Zähne montiert.
Hinten ist die rücklaufende Kette über eine zahnlose Rolle geführt.
Nach ca. 20 Kettenabwürfen funktioniert das jetzt.
Eine 2 Umlenkrollenlösung vorne hat bei uns mit den 2 Ginkgorollen nicht funktioniert.
Die Bastelei war toll, ob man da viel von merkt weiss ich nicht.
Liebe Grüße Wolfram
 
witzig: ein netter Arbeits-Kollege schwärmt immer von seinem Riemen-antrieb; die Effizienz sei viel besser verglichen mit Antrieb durch Kette......
Ich fahre den Riemen seit 2012 - zuerst am MTB langjährig und irgendwann dann auch am Straßenrad. Aus dem Motiv der Wartungsarmut, was gerade am MTB auch voll zutrifft. Denn, die Verschmutzung der Kette führt dann auch schnell bei dieser zu einem erheblich schlechteren Wirkungsgrad, wie bekannt sein dürfte. Mittlerweile seit Jahren auch am Stadtrad, wo er ebenso sehr gute Dienste leistet. Allerdings, was den Wirkungsgrad betrifft, mache ich mir keine Illusionen. Zumal ich auch baugleiche Straßenräder habe, die sowohl vom Gesamtgewicht wie auch der Bereifung sehr ähnlich sind (Gewicht, Bereifung) und da ist schon ohne irgendein Messinstrument sofort feststellbar, dass der Ketten-/Riemenumlauf erheblich unterschiedlich ist, was den erforderlichen Kraftaufwand betrifft. Der Riemen muss ordentlich eingefahren sein (gut 15.000 km), die Riemenscheiben detto und es bedarf mind. Raumtemperatur (20°C), dass sich diese Widerstände näherungsweise angleichen. Sonst eben nicht. Die Riemenvorspannung zu reduzieren (weniger als Gates vorschreibt) bringt ebenso einen leichteren Umlauf. Ebenso fällt mir auf, dass große Riemenscheiben (ich fahre am Straßenrad 70Z. vorne - die größte) merklich mehr Umlaufwiderstand erzeugen als kleine (50-55Z. habe ich am MTB). Ansonsten ist immer der Kettentrieb leichter umlaufend - ausser die Kette ist komplett verdreckt vielleicht, aber nciht mal dann so wirklich. Ohne das jetzt mit Messinstrumenten nachgemessen zu haben - alleine vom Gefühl in der Hand heraus gesagt.
Ein weiterer Nachteil ist, das bei zu hoher Riemenvorspannung das rechte Wälzlager im Tretlager recht schnell ex geht - das habe ich seitdem ich Riemen fahre, schon an mehreren Rädern erleben müssen.
Sowohl Ketten- wie auch Riementrieb sind von der Kettenline perfekt zueinander ausgerichtet und der Versatz zwischen Kurbel und Rohloff-Ritzel beträgt < 1mm. Daran kann es kaum liegen demnach.
Auch meine Tretlager sind an den Straßenrädern ident - 6806-2Z Type mit Radialwellendichtringen gedichtet, die klarerweise auch etwas mehr Widerstand liefern, aber eben hinreichend dicht sind.
Am MTB, wo das Thema Verschmutzung wesentlich evidenter ist als auf der Straße, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Effizienz schmutzbedingt höher sein mag, als auf der Straße bzw. unter optimalen Bedingungen.

Jedoch, wie auch meine Posts vermuten lassen, bin ich nicht verblendet von einem Produkt oder einer Antriebsform - in dem fall den Riemen. Wie alles im Leben hat dieser eben Vorteile (Wartungsarmut, Langlebigkeit, Laufruhe) wie auch Nachteile (schlechterer Wirkungsgrad, höheres Gesamtgewicht)
Am Ende muss jeder selbst wissen, was jeweils besser ist. Dies lässt sich auch nur erfahren im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach bald 100.000 km mit Riemen auf der Straße und dem Kettenantrieb im Vergleich dazu, würde ich es am sportlichen Fahrrad nicht wieder montieren, denn die Kette ist hinreichend gut. Die bereits in Verwendung befindlichen Riemenantriebe am Straßenrad werde ich zu ende fahren, bis die Verschleißgrenze erreicht/überschritten ist und dann auf Kette wechseln bzw. ein Rad mit Riemen belassen für Ausfahrten, die doch etwas schmutziger (Winter, Übergangszeit, Regen) sind. Aber, die Vorteile des Riemens kommen am klassischen Straßenrad nicht zur Geltung.
Hmm...

Wär mal interessant zu testen, wie lang es in der Praxis braucht bis die Dichtscheiben sich eingelaufen haben. Wenn man ein altes gedichtetes Kugellager tauscht, läuft es sehr merklich leichter als das neue.
Bei Naben kann ich sagen, dass nach ein paar Tausend Kilometern sich diese fix eingelaufen haben.
 
Jedoch, wie auch meine Posts vermuten lassen, bin ich nicht verblendet von einem Produkt oder einer Antriebsform - in dem fall den Riemen. Wie alles im Leben hat dieser eben Vorteile (Wartungsarmut, Langlebigkeit, Laufruhe) wie auch Nachteile (schlechterer Wirkungsgrad, höheres Gesamtgewicht)
Ich kenne ein paar Leute die Zahnriemen fahren und sehr zufrieden sind. Und schlechterer Wirkungsgrad sowie höheres Gesamtgewicht spielen kaum eine Rolle sobald ein Motor dabei ist. Die Standzeit ist deutlich höher und praktisch keine Wartung oder Nachspannen notwendig. Für den Otto-Normal-Fahrradfahrer genau was gebraucht wird.

Dann sehe ich aber auch solche Erfahrungen:

Vor 2 Tagen hatte ich auch einen Bericht gefunden von einem Reiseradler dem der Zahnriemen kaputt gegangen ist und kurz darauf auch sein Ersatzriemen. Der hat auf Kette zurückgerüstet.
 
Ich kenne ein paar Leute die Zahnriemen fahren und sehr zufrieden sind. Und schlechterer Wirkungsgrad sowie höheres Gesamtgewicht spielen kaum eine Rolle sobald ein Motor dabei ist. Die Standzeit ist deutlich höher und praktisch keine Wartung oder Nachspannen notwendig. Für den Otto-Normal-Fahrradfahrer genau was gebraucht wird.
Natürlich ist bei einem Motoreinsatz das Thema Wirkungsgrad faktisch irrelevant. Weil, ob da 20-30 Watt im Riemen hängen bleiben, interessiert kaum einen E-Bike Fahrer. Aber beim normalen Rad, welches auch sportlich genutzt wird (keine Wettkämpfe) ist das dann doch ein wenig relevanter.
Wie ich ausführlich darlegte, fahre ich ja selbst seit langem auch Riemen an verschiedenen Rädern und bin per se nicht unzufrieden damit. Möchte aber trotzdem auch über die "Schattenseiten" sprechen dürfen/können bzw. diese mitteilen.:)
 
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