witzig: ein netter Arbeits-Kollege schwärmt immer von seinem Riemen-antrieb; die Effizienz sei viel besser verglichen mit Antrieb durch Kette......
Ich fahre den Riemen seit 2012 - zuerst am MTB langjährig und irgendwann dann auch am Straßenrad. Aus dem Motiv der Wartungsarmut, was gerade am MTB auch voll zutrifft. Denn, die Verschmutzung der Kette führt dann auch schnell bei dieser zu einem erheblich schlechteren Wirkungsgrad, wie bekannt sein dürfte. Mittlerweile seit Jahren auch am Stadtrad, wo er ebenso sehr gute Dienste leistet. Allerdings, was den Wirkungsgrad betrifft, mache ich mir keine Illusionen. Zumal ich auch baugleiche Straßenräder habe, die sowohl vom Gesamtgewicht wie auch der Bereifung sehr ähnlich sind (Gewicht, Bereifung) und da ist schon ohne irgendein Messinstrument sofort feststellbar, dass der Ketten-/Riemenumlauf erheblich unterschiedlich ist, was den erforderlichen Kraftaufwand betrifft. Der Riemen muss ordentlich eingefahren sein (gut 15.000 km), die Riemenscheiben detto und es bedarf mind. Raumtemperatur (20°C), dass sich diese Widerstände näherungsweise angleichen. Sonst eben nicht. Die Riemenvorspannung zu reduzieren (weniger als Gates vorschreibt) bringt ebenso einen leichteren Umlauf. Ebenso fällt mir auf, dass große Riemenscheiben (ich fahre am Straßenrad 70Z. vorne - die größte) merklich mehr Umlaufwiderstand erzeugen als kleine (50-55Z. habe ich am MTB). Ansonsten ist immer der Kettentrieb leichter umlaufend - ausser die Kette ist komplett verdreckt vielleicht, aber nciht mal dann so wirklich. Ohne das jetzt mit Messinstrumenten nachgemessen zu haben - alleine vom Gefühl in der Hand heraus gesagt.
Ein weiterer Nachteil ist, das bei zu hoher Riemenvorspannung das rechte Wälzlager im Tretlager recht schnell ex geht - das habe ich seitdem ich Riemen fahre, schon an mehreren Rädern erleben müssen.
Sowohl Ketten- wie auch Riementrieb sind von der Kettenline perfekt zueinander ausgerichtet und der Versatz zwischen Kurbel und Rohloff-Ritzel beträgt < 1mm. Daran kann es kaum liegen demnach.
Auch
meine Tretlager sind an den Straßenrädern ident - 6806-2Z Type mit Radialwellendichtringen gedichtet, die klarerweise auch etwas mehr Widerstand liefern, aber eben hinreichend dicht sind.
Am MTB, wo das Thema Verschmutzung wesentlich evidenter ist als auf der Straße, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Effizienz schmutzbedingt höher sein mag, als auf der Straße bzw. unter optimalen Bedingungen.
Jedoch, wie auch meine Posts vermuten lassen, bin ich nicht verblendet von einem Produkt oder einer Antriebsform - in dem fall den Riemen. Wie alles im Leben hat dieser eben Vorteile (Wartungsarmut, Langlebigkeit, Laufruhe) wie auch Nachteile (schlechterer Wirkungsgrad, höheres Gesamtgewicht)
Am Ende muss jeder selbst wissen, was jeweils besser ist. Dies lässt sich auch nur erfahren im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach bald 100.000 km mit Riemen auf der Straße und dem Kettenantrieb im Vergleich dazu, würde ich es am sportlichen Fahrrad nicht wieder montieren, denn die Kette ist hinreichend gut. Die bereits in Verwendung befindlichen Riemenantriebe am Straßenrad werde ich zu ende fahren, bis die Verschleißgrenze erreicht/überschritten ist und dann auf Kette wechseln bzw. ein Rad mit Riemen belassen für Ausfahrten, die doch etwas schmutziger (Winter, Übergangszeit, Regen) sind. Aber, die Vorteile des Riemens kommen am klassischen Straßenrad nicht zur Geltung.
Hmm...
Wär mal interessant zu testen, wie lang es in der Praxis braucht bis die Dichtscheiben sich eingelaufen haben. Wenn man ein altes gedichtetes Kugellager tauscht, läuft es sehr merklich leichter als das neue.
Bei Naben kann ich sagen, dass nach ein paar Tausend Kilometern sich diese fix eingelaufen haben.