Kaufberatung schnelles aerodynamisches einpuriges Liegerad

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Habe mich schon etwas umgeschaut, leider gibt es immer sehr viele Meinungen und ich komme im Moment nicht weiter. Einige Links aus anderen Foren sind nicht mehr gültig und bei mir in der Umgebung finde ich erst mal nichts gebrauchtes, wird dann wohl was neues werden.

Habe noch keine Erfahrung mit Liegeräder, pendle öfter 45 km mit dem Rennrad, komme in der Ebene so auf 27 km/h Schnitt und kann die 30 km/h auch eine Zeit lang halten. Ich denke mir, daß mit etwas Training mit dem Liegerad noch einiges mehr drin ist, da die aufrechtere Sitzposition beim Rennrad aerodynamisch einschränkt. Rennrad-Unterlenker nach den Frühstück ist aber meist ungemütlich. Es sind ein paar Abschnitte mit guter Schotterpiste dabei und bei Aspalt viele Schlaglöcher oder Wurzeln, deshalb suche ich einfach gefedert oder auch doppelt. Bei Bedarf sollte etwas Gepäck Platz haben und ich möchte auch mal eine Aero-Verkleidung ausprobieren. Evtl. mach ich mir auch einen Hilfsmotor dran bis 25 km/h, weil es ein paar steile Stücke gibt und ich beruflich mit E-Bikes zu tun habe. Gewicht spielt dann dabei nicht so eine große Rolle, eher Stabilität.
Habe schon 9 Räder, ich hätte gern was zum heizen und Strecke machen, war auch mit Rad-Anhänger schon länger im Urlaub unterwegs. Ich bastle auch viel an den Rädern und habe Spaß daran.
Alu oder Stahl (kein Carbon), mit BSA Tretlager. Schutzbleche werde ich auch montieren, weil ich bei jedem Wetter fahre. Rahmen-Qualität wäre auch wichtig, weil ich schon 5-10.000 km im Jahr fahre. Wieviel mit dem Liegerad, weiß ich noch nicht. Komponenten kann ich selber austauschen.

Wie weit ich bisher gekommen bin:
  • Lenker oben, weil besseres Handling und aerodynamischer (auch wenn es mir optisch unten besser gefällt).
  • Nazca Fuego klingt mal vielversprechend (aber nicht mehr bestellbar) oder Flux konnte ich öfter rauslesen. HP Speedmaschin ist mir wohl zu langsam.
  • Velomobil wäre natürlich noch sinnvoller, sind mir aber etwas zu sperrig, sichteingeschränkt und zu teuer. Vielleicht später mal.
  • Ich weiß jeder hat seine Präferenzen und testen wäre sinnvoll, aber ohne Liegerad-Erfahrung kann ich wenig beurteilen.

Meine Daten: 172 cm, 65 kg, Innenbeinlänge ca. 80 cm

Gibt es vielleicht auch jemand im Raum Innsbruck, der mich mal Probe fahren lassen könnte.
Habe diesen Beitrag schon ein paar mal durch: https://www.velomobilforum.de/forum...n-liegeraeder-die-es-so-zu-kaufen-gibt.49793/

Danke schon mal
 
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Du hast ganz schön viele Wünsche.
pendle öfter 45 km mit dem Rennrad, komme in der Ebene so auf 27 km/h Schnitt und kann die 30 km/h auch eine Zeit lang halten. Ich denke mir, daß mit etwas Training mit dem Liegerad noch einiges mehr drin ist
Damit es spürbar schneller als mit dem Rennrad wird, musst du dich schon bei den ganz schnellen Liegerädern umschauen. Und da gibt es wenige, die auch auf Schotter oder schlechten Straßen was taugen, weil die sehr schmale Reifen haben (also wie Rennrad, aber kleines Vorderrad). Vielleicht wäre dann ein Highracer nicht falsch – auch relativ schnell, aber durch die großen Räder besser geeignet.
 
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Rennrad-Unterlenker nach den Frühstück ist aber meist ungemütlich. Es sind ein paar Abschnitte mit guter Schotterpiste dabei und bei Aspalt viele Schlaglöcher oder Wurzeln, deshalb suche ich einfach gefedert oder auch doppelt.
Moin,
also gefedert ist zumeist nicht sportlich und auch nicht schnell.

Allerdings sind für schnelle Liegeräder auch Schotterpisten und Schlaglochpisten nix!
Ich weiss nicht wie lang/schlimm diese schlechten Strecken sind, aber für mich wäre das nahe am Ausschlusskriterium.
Wassergebundene Decke geht mit der Lieger ist aber auch nicht das was man sich wünscht.

Ich denke mal erwarte kannst du bei der Lieger so in den Bereich eines Triathlonbikes zu kommen.
Erst wenn die Straße gut ist , dann rennt die Kiste, ist so meine Erfahrung....
 
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Danke für die schnellen Rückmeldungen, die Schotterpisten sind gut. Bei Schlaglöchern steh ich eben kurz auf beim Rennrad. Ich bin etwas verunsichert, was für ein Liegerad spricht, wenn ein Triathlonbike ähnlich schnell ist. Ich hätte gedacht ein Liegerad ist schneller.

Also was in dieser Richtung:
Gaucho 28 Highracer oder Flux S 900 – Obenlenker oder S Comp 26. Was wäre denn noch schneller?
Ich merke schon, Federung ist nicht sonderlich förderlich…
 
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Eine mögliche Federung kann (und sollte) vorne und hinten sperrbar gestaltet sein.
Damit bleibt dann nur der Gewichtsnachteil, der Dir anscheinend nicht so wichtig ist.

Gerade, weil man nicht aufstehen kann, finde ich die Federung für Deine Anforderungen relevant.
Für meine frühere Pendelstrecke war die Fahrzeit mit dem Rennrad und mit Liegerad genau gleich.
23 km Strecke mit 200 Höhenmetern.
Das Rennrad war bergauf deutlich schneller, das Liegerad bergab und in der Ebene.

...testen wäre sinnvoll, aber ohne Liegerad-Erfahrung kann ich wenig beurteilen.
Genau so geht's wohl jedem am Anfang.
Probieren ist am Anfang wohl immer notwendig. Dies mit einem neuen Rad zu tun ist halt der teure Weg. Gebraucht geht diese Phase deutlich günstiger, weil die gebrauchten Räder dann meist doch ein recht stabiles Preisniveau haben.

Welche Art von Rad? Ich würde an Deiner Stelle Richtung High Racer von den diversen Herstellern suchen.
Federung und Geschwindigkeit werden ein wenig im Widerspruch bleiben.
Da musst Du dann halt selbst entscheiden, was das wichtigere ist und ein wenig Erfahrung sammeln.
 
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was für ein Liegerad spricht, wenn ein Triathlonbike ähnlich schnell ist.
Dies hängt eben von der Strecke ab, auf guter / flacher Strecke ist ein Triathlonbike deutlich schneller als ein Rennrad.
Ein ähnlich starker Fahrer vorausgesetzt bin ich dort aber mit meinem Birk Comet nochmals deutlich schneller unterwegs (ist aber Carbon und nur bedingt Schotter geeignet), von einem Velomobil ganz zu schweigen. Wenn aber viele Höhenmeter und auch Gravel ins Spiel kommen dann kann ein Gravelbike die bessere Wahl darstellen und schneller sein als Triathlonrad oder Rennliege. Ohne mehr über deine Strecke zu wissen ist guter Rat schwierig.
Dann sind Liegeräder meist viel bequemer als Rennräder, für mich ein bedeutender Vorteil, auch wenn für viele RRfahrer ihre Velos ausreichend komfortabel sind. Andere machen deshalb einfach keine Touren über 50km... Ähnlich schnell dafür bequemer und potentiell auch länger unterwegs hat seinen Reiz.

Zu den von dir schon aufgeführten Rädern würde ich noch ein Wolf AT2 oder ein Cruzbike Vendetta in Betrachtung ziehen.
Der Wolf taugt besser für Schotter aufgrund der breiten Reifen, ist aufgrund der steileren Sitzposition aber etwas langsamer auf gutem Asphalt, das Vendetta ist aufgrund (relativ) schmaler Reifen nur eingeschränkt Schottertauglich.

Mit Speedmachine oder auch S900 wirst du vermutlich eher etwas langsamer unterwegs sein als mit einem Rennrad.
Sind meist eher als Tourenfahrräder denn als Rennradersatz aufgebaut (Gewicht kostet beim beschleunigen und an Steigungen).
 
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Also bei Wurzeln und Schlaglöchern würde ich kein ungefedertes Liegerad fahren wollen, bzw. wenn ungefedert, dann nur eines mit Netzsitz.
Dann springt bei solch harten Schlägen gerne mal die Kette ab.
Einen Highracer würde ich bei Deiner Körpergröße nicht unbedingt empfehlen, das müsstest Du vorher ausprobieren.

Ein S-Comp 26 könnte funktionieren, ist aber auch nicht soviel schneller als ein Rennrad in der Ebene.
Mit leichter Heckverkleidung, schmalem Lenker und schnellen Reifen könnte man es aber noch tunen.


Gruß,
Mark
 
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Danke für die schnellen Rückmeldungen, die Schotterpisten sind gut. Bei Schlaglöchern steh ich eben kurz auf beim Rennrad. Ich bin etwas verunsichert, was für ein Liegerad spricht, wenn ein Triathlonbike ähnlich schnell ist. Ich hätte gedacht ein Liegerad ist schneller.
Zum Straßenzustand:
  • Wenn es tiefe Schlaglöcher sind, über die man mit einem Rennrad hüpft, dann hilft eine gute Federung, weil man damit einfach drüberbügeln kann. Wenn es aber nur wenige Stellen sind, dann lohnt sich das vielleicht nicht.
  • Wenn es lange Stücke mit rauem Untergrund sind (in der Art wie Kopfsteinpflaster), dann macht das mit dem Liegerad deshalb keinen Spaß, weil die Wirbelsäule weniger wegfedert und die Vibrationen direkt am Kopf landen. Bei diesen hochfrequenten Erschütterungen helfen eher große und breitere Reifen.
Stell dir einfach vor: Rennrad fahren, aber aufstehen und Gewichtsverlagerung verboten.

Zur Geschwindigkeit: Wie @Spaceballs schon geschrieben hat, ist der Vorteil beim Liegerad, dass man eine Geschwindigkeit wie mit Triathlonlenker (bzw. wie im Windschatten einer Rennradgruppe) erreichen kann, aber mit bequemer Sitzhaltung und deshalb gerade auf Langstrecken viel länger durchhält. Willst du deutlich schneller sein, führt kein Weg am Velomobil vorbei.

Aber je schneller das Fahrrad, desto mehr gilt: schnell wirst du nicht durch eine hohe Höchstgeschwindigkeit, sondern weil du eine halbwegs schnelle Reisegeschwindigkeit sehr lange halten kannst. Jedes Hindernis bremst umso mehr aus, je schneller du bist. Schnelle Straßen sind deshalb wichtiger.
 
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Das Vendetta ist aus Carbon… soweit ich das sehe auf der Webseite. Es gibt aber auch Bilder aus Alu. Wolf AT2 sieht langsam aus…
Velomo Hi-Fly / Hi-Liner gibt es auch mit Federung hab ich gesehen
 
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Mit Speedmachine oder auch S900 wirst du vermutlich eher etwas langsamer unterwegs sein als mit einem Rennrad.
Ich habe ja nur ein S600, aber das ist so schnell wie mein ZR (warum auch immer) trotz Vollausstattung (Schutzbleche, Ständer, Gepäckträger, NaDy). Damit bin ich schneller als fast alle RR-Fahrer auf meiner Strecke und auch schneller als mit dem MTB mit eher schmalen Straßenreifen.

Daher glaube ich, dass man mit dem S900 doch schneller als mit dem RR unterwegs ist.
 

Jag

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Mein Fuego hat eine Federung, und trotzdem hab ich mir überlegt, wo ich lang fahre (will sagen, wo die Straßen gut sind). Ein ungefedertes Liegerad kann ich mir nicht vorstellen, dass man daran Freude hat. Ich würde viel eher ein vollgefedertes LR empfehlen. Es muss doch möglich sein, die Federung antriebsneutral zu gestalten, oder?
Geschwindigkeit mit meinem Fuego: Ich bin da gerollt, wo die Rennradler ständig gekurbelt haben. Auf einer für mich eher selten gefahrenen Streckenlänge (also nicht gut trainiert) von 160 km bin ich im Hochsommer so einen 27iger Schnitt gefahren. Mit dem Up bin ich die gesamte Strecke nur ein einziges Mal gefahren und dann nie wieder, mit einem 16 Schnitt.
Beim Umstieg vom Up auf LR ist mir aufgefallen, wieviel Energie ich einsparre, weil ich nicht mehr meinen Oberkörper abstützen muss und den Kopf nach hinten strecken muss.
Speedmachine und Fuego hatte ich mir vor meinem Kauf ausgeliehen und bin damit in etwa den selben Schnitt gefahren. Speedmachine wippte aber unangenehm.
Mein Milan SL hat keine Hinterradfederung, dafür aber eine Feder, die die Lehne abstützt. Im Allgemeinen empfinde ich den SL deutlich komfortabler als das Fuego. Aber es gibt eine Strecke, wo ich nicht mehr lang fahre, weil ich dort mit 20 langschleichen würde, während ich beim Fuego das Tempo dort nicht reduziert habe, sondern nur den Rücken von der Lehne genommen habe, damit die Stöße nicht mehr an den Kopf weitergeleitet werden.
 
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Warum muss es denn immer schneller sein? Die fehlende zeit läst sich durch früheres Starten ausgleichen. Der Komfort des Liegerades aber lässt sich egal wie man es anstellt mit dem eines Rennrades nicht vergleichen.
 
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Ich liebe Geschwindigkeit… Es geht nicht um Zeitdruck, hab ich normal nicht. Es ist schon ein Adrenalin-Unterschied ob man 25 oder 40 km/h fährt. Ausserdem kann ich mit der selben Kraft bei Touren eine längere Strecke machen.

Übrigens Wahnsinn, wie schnell hier Antworten eintrudeln. Vielen Dank!
 
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der HiFly wird leider nicht mehr produziert, von den 25Stk. die es in Deutschland gibt, wird man auch eher selten einen auf dem Gebrauchtmarkt finden.
Aber für deine Größe, Gewicht und Strecke wäre er ideal, denn das sind auch meine Bedingungen gewesen, als ich den HiFly entworfen habe. Wellige Gegend, 10% Schotter/Waldweg, Sommer wie Winter, 2x28" trotz nur 1,73m Körpergröße. Das Rad ist ein guter Kompromiss, langsamer als z.B. ein RazzFazz Race, aber bedeutend schneller als eine "Speed"machine. Reisegeschwindigkeit lag in der Regel ca. 5km/h oberhalb vom Rennrad.

Kannst ja mal auf meinen Stravaccount schauen. In den Jahren 2015-2017 bin ich alle möglichen Räder gefahren und das viel : https://www.strava.com/athletes/9005102
 
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Darf ich noch ein LR in den Raum werfen: TOXY-ZR oder TT mit Hochlenker. Sind halt wieder kleine Reifen…
Warum werden LR wie das HiFly eingestellt?
 
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Zum Toxy ZR gibt es hier Für- und Wider-Meinungen, aber auch die hilfreichen praktischen Er-fahr-ungen:

Gruß Michael
 
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