Karl's Sitzverstellung für Cruzbike V20

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Ruhrgebiet
Inspiriert von @Salaamaleikum und seiner Sitzverstellung (https://www.velomobilforum.de/forum/index.php?threads/sitzverstellung-fuer-cruzbike-v20.63822/), sowie diesem ähnlichen Projekt im Cruzbike Forum (https://forum.cruzbike.com/threads/the-seat-of-the-problem-on-my-new-v20.8182/) arbeite ich nun an meiner eigenen Sitzverstellung für mein Cruzbike, so dass sich der Winkel der Sitzlehne beim Fahren verstellen lässt.
Mein Ziel war, das ganze möglichst einfach zu halten, und ohne maßgefertigte Spezialteile sowie ohne Modifikationen (wie z.B. Löcher) vom Rahmen auszukommen.

Hier ist die erste konzeptuelle Version vom Mechanismus. Der Sitz wurde durchgesägt und mit einem Carbon-Kevlar Scharnier versehen. Als Stütze dient eine Haspe, welche mit einem Gummiseil zum Vorderrad hin gezogen wird, wodurch der Sitz aufgerichtet wird. In die andere Richtung wird die Haspe mit einem Schaltzug gezogen, welcher mit einem kleinen Hebel unterm Sitz bedient wird:

Und heute hab ich damit meine erste Probefahrt gemacht. Der erste Eindruck ist sehr positiv. Die Operation während der Fahrt fühlt sich auf Anhieb einfach und bequem an, und ich komme damit nun Anstiege auf sehr schlechtem Asphalt mit viel losem Zeug von den Bäumen hoch, die vorher kaum fahrbar waren:
 
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Für die Verstärkung der Rückenlehne hab ich vorerst mal diese Platte aus 2 mm dickem 7075 Aluminium genommen. Dabei könnte ich die Platte wohl noch ein ganzes Stück kleiner machen, und müsste sie noch gegen Korrosion schützen.
Alternativ könnte ich auf die Rückenlehne noch ein paar Lagen Carbonfaser auflaminieren, und darüber dann eine 2 mm dicke POM Platte gegen den Abrieb anbringen (oder die dünneren Plastikstreifen die ich aktuell verwende).

Leider hab ich bislang fast keine Erfahrung mit Carbon. Wie viele Lagen sollte ich hier wohl nehmen, um die sehr punktuelle Belastung der Stütze aufzunehmen, damit die Festigkeit in etwa mit dem Alu vergleichbar ist? Oder sollte ich lieber beim Alu bleiben? Die aktuelle Version wirkt zumindest stabil genug, aber mit Carbon könnte ich es wohl noch etwas dünner und leichter machen.
 
super Idee, besonders für lange steile Anstiege...
bei meinem M-Racer und auch bei meinen MBBs mache ich die gleiche Methode ohne verstellbare Lehne = gutes Bauchmuskel Training, aber nicht für längere Strecke von mir durchzuhalten : )
 
Wenn ich den Sitz so bewegen sehe, dann fehlt ihm ziemlich viel Stabilität. Der verwindet sich schon ziemlich viel und die stabilisierende Flansch an der Seite ist durchgesägt. Furchte das es so nicht lange gut geht, eben weil die ganze Oberseite vom Sitz nur von das Scharnier gehalten wird. Der Stutze tragt nur Druckbelastung. Wenn man an die Stelle Druck wo mal die obere Befestigung war, gibt das ganze mehrere cm nach. Das geht nur bedingt, und irgendwann in der nähere Zukunft macht es Knack.

Die Aluplatte verteilt zwar den Druck, aber die ganze Konstruction taugt meiner Meinung nach so nicht.
 
Wenn ich den Sitz so bewegen sehe, dann fehlt ihm ziemlich viel Stabilität.
Das hatte ich vorher auch befürchtet, aber das Fahrgefühl ist ein anderes. Fühlt sich total stabil an und gibt genau den Halt beim Bergauffahren den ich brauche. Auf dem Video vom Fahren sieht man auch nicht dass die Lehne wackelt oder so. Der Sitz wird beim Fahren ja vom Körpergewicht auf den Rahmen gedrückt und ist dadurch viel stabiler, was wenn man ihn leer mit der Hand bewegt.
 
Hab mal so ein Gummi Vibrationsdämfer auseinander gezogen, der ganze 20mm mm Stahlplatte aus / vom Gummi gerissen. Das von waren zwei stuck als Federelement eingesetz an eine obere Sitzbefestigung. Der Sitz war nicht mal getrennt, und trotzdem zerrissen die auftretende Krafte das ganze. Fuhlte sich aus stabil an. War es aber nicht.

Bauchgefuhl sagt mir, das kann so nicht gut gehen, mochte ich wenigstens gesagt haben. Aber es ist dein Experiment. Ohne sehr grosse eingriffe kann ich auch nichts ausdenken um die Konstruktion besser zu machen, ein dicker ausgefuhrtes Scharnier wo die Flanschen der Sitz mit einbezogen werden, ein Schanierkonstruction ahnlich wie bei so ein Holz Gartenstuhl die man falten kann. Könnte ich mir vorstellen.
 
Danke für Dein Feedback. Solche Fragen sind ja berechtigt, und auch der Grund warum ich das hier zeige. Das Carbon-Kevlar Scharnier wurde in der Version von @Salaamaleikum verwendet und hält dort seit mehreren Jahren. Er hat sogar nur die einfache Version von dem Scharnier, während ich die Heavy-Duty Version genommen hab, die noch stärker ist. Dieses Scharnier ist wohl das am meisten belastete Teil in dieser Konstruktion. Wenn das abreist, könnte ich zumindest noch mit dem unteren Sitzteil bis nach Hause fahren.
Also werd ich wohl erstmal probieren, wie lange das so hält.
Konstruktiv habe ich grad auch keine Ideen, wie ich das stabiler machen kann, ohne die Konstruktion viel komplexer und schwerer zu machen.

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Dieses Wochenende bin ich den 400er Brevet von ARA Ruhrgebiet von Dortmund ins Sauerland gefahren, mit 3500 Höhenmetern auf 400 Kilometer. Die Sitzverstellung hat im Wesentlichen sehr gut funktioniert, und das viele Klettern auf dieser Tour deutlich leichter gemacht. Es gibt noch ein paar Detailverbesserungen die mir eingefallen sind, aber das Grundprinzip funktioniert sehr gut.

Wenn der Sitz hochgestellt ist, entsteht ein sehr stabiles Dreieck aus der Sitzlehne und der Haspe welche den Sitz abstützt und den Druck auf die Rückenlehne in den Rahmen ableitet. Damit bekomme ich wesentlich mehr Leistung auf die Pedalen als in der horizontal liegenden Position, weil die Beine in der aufrechten Position nun wie in einer Beinpresse arbeiten können. Ausserdem ist das Herz nun viel höher als die Beine, und das scheint auch einen positiven Einfluss auf die Leistung zu haben.

Ein Nachteil ist, dass ich nun in der aufrechten Position auf den Gesäßmuskeln sitze, was langfristig dort zu Schmerzen führt ("Recumbent-Butt"). Dagegen hilft, öfters die Position zwischen aufrecht und zurückgelehnt zu wechseln, um die Gesäßmuskeln zwischendurch immer mal wieder zu entlasten. Trotzdem hatte ich am Ende der Tour ganz schöne Schmerzen im Po, weil ich das noch nicht gewohnt bin. Aber das war nach einem 400er Brevet mit vielen Höhenmetern. Auf normalen Strecken dürfte das nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Insgesamt bin ich von dieser Sitzverstellung begeistert und will nicht mehr ohne sie fahren.
 
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Auf dem Toxy ZR habe ich ein Polster mit länglichen Löchern untern den Sitzknochen aufgeklebt. Das hilft mir dieses elende Geknete des eigenen Hinters zu erleichtern.
Im DF war bis jetzt noch nichts nötig (ist ein anderer Sitz als der Novosport auf dem ZR, wo mir permanent die rechte Pobacke malträtiert wird) aber bei Sitzen solcher Konstruktion (keine Rippe) habe ich bei anderen schon Löcher in der Fläche unter den Knochen gesehen. Das war auch der Ideengeber letztes Jahr für ein gelochtes Polster.

Ich finde, es lohnt sich da was individuell zu verbessern, denn aufrechteres Sitzen hat definitiv seine guten Seiten.
 
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