Kabellose Elektro-Schaltung: Archer D1x

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Hallo,
wie hier angekündigt, habe ich mir ja die D1x bestellt.

Mittlerweile ist sie angekommen...
hier hab ich mich mal an einem Unboxing-Video versucht:


Anleitung: siehe Video (Pausen-Knopf hilfreich ;) )

Gewichte der Komponenten: siehe Video

Erster Eindruck:
  • die Komponenten/Gehäuse fühlen sich haltbar an
  • die Taster - ich fürchtete ja, dass das irgendwelche Folientaster sind, so komisch wie die ausschauen - haben aber einen Weg und einen leichten Druckpunkt, klicken auch
    ergonomisch hätte man aber wahrscheinlich noch was besseres finden können, also die Anordnung und Knopfform
  • das Gehäuse des Shifters ist steif und fest - auch mit aller Kraft daran gedreht und gebogen knarzt da nix
  • der Shifter ist nicht zerlegbar, das Gehäuse ist verklebt
  • Spaltmaße: ein Smartphone sollte man hier nicht als Maßstab anlegen


Zweiter Eindruck:
am Video oben sieht man paar Detailfotos vom Deckel

Beim Befüllen es Shifters mit den Akkus fällt auf: mit Finger Deckel zuhalten reicht nicht, auch fest reicht nicht
man muss ihn tatsächlich verschrauben, damit die Kontakte "Kontakt" bekommen (Strom wird vom Gehäusedeckel über Schleifer ans Gehäuse weitergeleitet
scheint eine enge Toleranz zu sein - ob das auch nach 10.000 Erschütterungen dann noch passt? (ist aber nur so eine Frage ins Blaue geschossen, vielleicht passt das eh super)

aber: nach dem Rausdrehen der Schraube und Akku Einsetzen: ich kriegte die Schraube nicht wieder eingedreht..
dachte schon ich hätte das Gewinde der Buchse zerstört - es liegen aber Ersatzschrauben bei -> damit gings dann...
ich weiß nicht, ob es die beste Entscheidung war 1,5mm Schrauben an so einem Teil zu verbauen..
hätten es nicht wenigstens 2mm Schrauben sein können ?
würde ich mich sicherer Fühlen

Pairen des Gerätes
mit dem Controller (in Anleitung: "Remote" genannt)
das Funktionierte eigentlich ganz einfach - und sollte nun nie wieder nötig sein

Smartphone-App:
siehe mein zweites Video:



PROBLEME:

man merkts schon im Video zur Smartphone-App -->
da stimmt was nicht
die App zeigt zwar das Gerät an, man kann sich scheinbar auch damit verbinden - aber egal was man macht: keine REaktion vom Gerät

und:
?

WAS HAT ES MIT DEM STÄNDIGEN VOR-und-ZURÜCK - Fahren auf sich ?


man sieht: man kann es durch Zug am Bowdenzug-Kabel unterbinden, abbrechen
das ist auch keine Gewalt-Aktion - die Schaltwerksfeder zieht später stärker an dem Kabel als ich es mit 2 Fingern jeh machen könnte

das Drücken der Knöpfe bleibt (fast) ohne Reaktion:
Verbunden ist die "Remote" - zu erkennen, da bei jedem Druck das Lämpchen kurz rot aufleuchtet (am Video schlecht zu sehen, weil gleichzeitig auch immer grün blinkt)

und ab und zu: wenn ich das Teil per Zug am Kabel gestoppt habe, lässt es sich mit einem Tastendruck (aber nur gelegentlich) wieder in diesen Vor-Zurück-Modus versetzen


ich werde den Verkäufer kontaktieren - ob ich was falsch mache, oder aber: ob die Einheit defekt ist

EDIT:
Gerade folgende info im FAQ auf der Homepage gelesen:
The motor sounds like it’s freaking out.
The motor of the D1x is tuned to operate under tension. So if you fire up the shifter without having a cable connected to a derailleur the motor can oscillate a bit. Give the shifter cable a little tug and it should settle back down. The oscillation is not necessarily an indication that there’s a problem with the shifter.
https://www.archercomponents.com/faq/


vielleicht muss ich tatsächlich erstmal ein Schaltwerk anhängen
dachte aber - weil beim Setup von "nicht angezogenem Bowdenzug-Kabel am Schaltwerk" gesprochen wurde (und das laut Anleitung wichtig ist um kleinsten Gang mal zu finden)
dass es auch ohne Schaltwerk funktionieren müsste

werde das noch testen


Einsatz im Velomobil
Gedanken dazu in einem nächsten Posting
 
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Meine Gedanken zum Einsatz im VM (in meinem VM):

  • WIE montiere ich den Controller (Remote) an meinem Panzerhebel? Und zwar so, dass er
    a) beim Treten nicht stört
    b) gut erreichbar ist
    c) meine Hände am Panzerhebel nicht stört

  • wenn ich den Shifter hinten an der Schwinge montiere wie vorgeschlagen (mit möglihst kurzem Bowdenzug)
    a) wie schalte ich ihn bequem ein und aus (aus dauert ja 7 Sekunden !)
    b) wie sehe ich die LED ? - die sehe ich ja eben nicht wenn ich den Shifter hinten im VM verbaue - vonwegen Status und Akkustandskontrolle
    c) wie wechsel ich mit dieser fuzi-Schraube den Akku
    also montieren an der Unterseite der Schwinge wird eher nix
    ich könnte Bowdenzug etwas länger machen und das Teil weiter vorne hinlegen (ansich muss der Shifter ja nirgends befestigt werden, die Spannung des Kabels im Bowdenzug ist ja allein durch die Bowdenzughülle gegeben)

  • Wie lange hält der Akku ?
    die Designentscheidung auswechselbare Standardakkus zu verwenden ist ansich ja gut... (einfaches Mitführen einer Reserve)
    beim VM kann der Akkuwechsel allerdings umständlich werden (zumal mit dieser Winzig-Schraube)
    da wäre mir eine USB-Ladebuchse sehr Recht gewesen
    da hätte man ein USB-Verlängerungskabel anstecken können um jederzeit mal ne Powerbank dranzuhängen (idealerweise auch wärend des Betriebes)

  • Akkulaufzeit:
    In low power mode you can expect approximately 50+ hours of runtime. With Low Power Mode turned off you can expect about 30+ hours of life. The life of the system varies based on the number of shifts that you do during a ride.
    30 Stunden - das ist unter Umständen bei einer längeren Tour am WE verbraucht

  • verklebtes Gehäuse: Stablitätsmässig wahrscheinlich gute Entscheidung - für mich finde ich es schade.. wäre es aufschraubbar, wäre es viel einfacher eine externe Stromversorgung vorzusehen und auch den Ein-Aus-Schalter an eine gut zugängliche Stelle vorne am Radkasten zu verlegen
    So kann ich das Gehäuse wahrscheinlich nicht ohne Schäden zu verursachen aufmachen







 
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Könnte das Teil auch ne Rohloff schalten? Kann man die Kabelzuglänge einstellen? Dann müßte man ggf nur noch eine Rückstellfeder einbauen? mmh Neugierig
 
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könnte es - ist genau dafür gemacht: gegen eine Federkraft zu schalten..
aber Achtung: derzeit "nur" 12 Gänge
für Rohloff: schau dir mal die an - die kann bis zu 20 Gänge schalten
 
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UND SIE FUNKTIONIERT DOCH !!

der Hinweis aus der FAQ von der Homepage hat dann dann geholfen.
Warum man sowas nicht in die beiliegende Anleitung schreibt ?

Vermutet hatte ich es sogar - und durch ziehen am Kabel konnte das Oszillieren auch gestoppt werden. Aber es stellt sich keine weitere Funktion ein.
Es muss scheinbar tatsächlich konstant ein Zug auf dem Bowdenzugkabel sein.

Jedenfalls: Testweise ein altes Schaltwerk montiert, eigenen Bowdenzug verwendet (falls ich die Schaltung doch noch zurückschicken sollte) -
und es funktioniert.

2 Videos:
Geschwindigkeit
wie schnell schaltet es sich?
die Schaltung ist nicht so schnell wie eine auf Federspannung stehende Kettenschaltung beim runterrasseln der Ritzel per FEderkraft
Positiv: Tastendrucke werden sich gemerkt! Mann muss also nicht auf beenden des SChaltvorganges warten, sondern gibt einfach seine Eingabe und die Schaltung macht dann



Überschalten / Overshift
hier noch eine Zeitlupen-Studie gemacht (4x Slowmo), da sieht man wie beim Schalten auf größere Ritzel kurz "überschaltet" wird


testen werde ich sie mal im Fujin (dafür muss ich die alte Schaltung noch nichtmal abbauen, nur das Kabel hinten aushängen)
Evo-K ist im MOment ja leider Baustelle
 
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schau dir mal die an - die kann bis zu 20 Gänge schalten
...und hat einen eingebauten USB-Charging-Port!
Durch den abnehmbaren Batteriekasten dürfte es zudem möglich sein ohne Eingriff ins Gerät die Akkubox zu verlegen oder das Ding an einen anderen Akku zu koppeln.
 
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Es muss scheinbar tatsächlich konstant ein Zug auf dem Bowdenzugkabel sein.
dann dürfte sie eigentlich nicht mit der Rohloff funktionieren, die hat ja keinen gegenzug/Federrückstellkraft ..... mmh
X shiffter scheint auch nach diesem Prinzip zu arbeiten....
Um ne Rohloff zu schalten müßte doch eigentlich ein Steppermotor reichen den man umpolen kann, bräuchte dann nur noch eine adäquate Scheibe, die den Schaltweg entsprechend umsetzt. grübel
 
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...und hat einen eingebauten USB-Charging-Port!
Durch den abnehmbaren Batteriekasten dürfte es zudem möglich sein ohne Eingriff ins Gerät die Akkubox zu verlegen oder das Ding an einen anderen Akku zu koppeln.
ja, hab ich auch gesehen..
UND: wenn man auf den Bildern schaut, scheint der Akku nur über 2 Pins verbunden zu sein (plus-Minus nehme ich an) -->
da könnte man wohl einfach einen externen Akku anlöten

bei der D1X fällt mir auf:
40g für die beiden Akkuzellen mit 900mAh (6 Gramm jeh Wh)

bei externem Akku könnte ich 2x 18650er nehmen: das wären dann 90g (also 50g mehr) für dann aber 3500mAh (3,5 Gramm jeh Wh)

also hätte bei 50g Mehrgewicht fast 4fache Laufzeit der Schaltung

mich juckts in den Finger die XShifter auch noch zu bestellen um gegenzutesten...
[DOUBLEPOST=1552382411][/DOUBLEPOST]
dann dürfte sie eigentlich nicht mit der Rohloff funktionieren, die hat ja keinen gegenzug/Federrückstellkraft
meine Antwort galt deinem ersten Posting wo du schriebst: "Dann müßte man ggf nur noch eine Rückstellfeder einbauen?"
also ja: Rückstellfeder wäre nötig
 
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also ja: Rückstellfeder wäre nötig
hast natürlich recht, die Rückstellfeder schaltet dann natürlich rückwärts/Vorwärts je nach dem auf welchen Zug das teil liegt. Der Kaffee war heute morgen noch nicht durchgelaufen ;).
Aber was halten denn die Mittleser von einem Steppermotor? Sicherlicht kein Leichtgewicht, aber was verbauen die Xshiffter denn als Antrieb? Was mit Schnecke??. Da braucht es ja schon was an Zug um die Schaltung zu bewegen?
 
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also im D1X (siehe Video) ist eine Spindel verbaut

wennst dir wegen Genauigkeit sorgen machst, schau dir das Video zur XShifter an:

und Gewicht: siehe Video: 132g - find ich akzeptabel

also wenn man mit Bowdenzüge gegenrechnet - ich glaube kommt man inkl. Akkus auf vielleicht 100-150g Mehrgewicht für alles
 
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Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe. Man ersetzt einen(!) Bowdenzug durch eine Funkstrecke, Bedien-Nupsis und Aktorik, oder? Wozu ist das System eigentlich da?
 
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Hallo @Beinarbeit habe auch so ein ähnliches System, allerdings mit Kabel statt Funk und von Shimano für eine 3-Gang-Nabe mit Rückwärtsgang.
Vorteile sind:
- einfache Platzierung der Schalter (=„Nubsis“)
- kein Wasser in den Zügen

Bei einer Schaltung hinten+vorn kommt noch die Programmierbarkeit dazu. (Ein Taster für 2 Schaltungen)

Die Funkgeschichte kann es auch für aufgeräumte Klappräder interessant machen, bei denen die Züge oft beim Klappen stören.
 
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Meine Gedanken zum Einsatz im VM (in meinem VM):
a) wie schalte ich ihn bequem ein und aus (aus dauert ja 7 Sekunden !)
Wenn du eh mit dem Gedanken an einen grösseren Akku spielst:
Schau mal ob der Archer 1DX rumzickt wenn du ihm einfach den Strom abdrehst.
Da könntest du das Ding schlicht mit einem günstig plazierten Schalter ausschalten.

Plazier den Schalter aber so, das du ihn auch vom Sitz aus bedienen kannst! ;)
 
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Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe. Man ersetzt einen(!) Bowdenzug durch eine Funkstrecke, Bedien-Nupsis und Aktorik, oder? Wozu ist das System eigentlich da?
ich werde heute Abend noch mehr schreiben..
hab jetzt 130km damit gefahren...
positives wie negatives
heute Abend
 
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Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe. Man ersetzt einen(!) Bowdenzug durch eine Funkstrecke, {…}
nein, hast du nicht richtig verstanden..:sneaky:
es ist sogar noch schlimmer...:eek:
man ersetzt nicht einen Bowdenzug, (es gibt weiterhin einen Bowdenzug, nur ist er kürzer) - es kommt nur die Funkstrecke noch dazu
 
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Und Du ersetzt schwergewichtige Dreh- oder Shiftergriffe durch minimalistische, gewichtssparende Taster. Das hebt sich recht gut auf, gerade in Verbindung mit den kürzeren Zughüllen und Zügen (am Liegerad teils beachtlicher Länge).

Viele Grüße
Wolf
 
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Akkulaufzeit: laut Anleitung 30+ Stunden (50 im Power-Safe-Modus)

130km - sagen wir 20km/h ===> 7h Laufzeit
plus 2h Spielen
plus 1-2h leer laufen da ich nicht ausschalte sondern Schaltung alleine ausschalten lasse
10 Stunden... --> und die App zeigt mir an, dass von 5 Akkustrichen nur noch 2 übrig sind
also auf 30+ Stunden komme ich nicht (ich schalte aber auch sehr viel um immer maximal effizient unterwegs zu sein)

ich würde sagen: alle 200km (Alltagsstrecke) Akku-Nachladen angesagt..
(bei langen Touren Überland werden wohl auch 300-400km gehen, da man da nicht alle paar Sekunden schalten muss)


7 Sekunden Ausschalten:
weniger ein Problem als gedacht..
1/3 der Zeit schalte ich sie aus...
aber meist stell ichs Rad einfach ab - die Schaltung schaltet sich nach Minuten nicht-schaltens von alleine aus

Einstellen:
geht mit der App super-flott... ohne sich die Finger schmutzig zu machen...
selbst mit dem Fujin (Lowracer) ohne Fahrradmontageständer unterwegs mit Gepäck ist ein komplettes Neusetup mit Einlernen aller Ritzelpositionen in 2 Minuten erledigt
Feinjustage kann man dann wärend des Fahrens mit Handy am Bauch / Handyhalterung noch für jedes Ritzel machen


P O S I T I V Fahreindrücke:
es schaltet sich leise.. man hört zwar den Motor...
aber wenn ich mit Kopfhöhrer Fahre höre ich vom Motor gar nix...
bei der mechanischen Schaltung hört man die Klickerei der Indexierung der SChalthebel - und das lauter und weiter

Präzision und Schaltsicherheit:
das ist schon ne Freude!
man gewöhnt sich auch an das einfache Antippen des Tasters statt der kräftigen Armbewegung bei mechanischem Gripshifter (was so streng gehen kann, dass man bei Regen Probleme kriegt)



N E G A T I V E Fahreindrücke:

an vorderster Front zu nennen: die langsame Schaltgeschwindigkeit (vor allem mit SRAM-Schaltwerk mit 1:1 Schaltkabelzugübersetzung)
mir war nicht klar, dass es mich doch derart stören würde!
hier ein Video:

jetzt könnte man meinen: so schlimm ist das doch nicht.. ob der Gangwechsel jetzt 0,5 Sekunden oder 0,3Sekunden dauert - das kostet doch keine Zeit
tja.. hier hole ich mal etwas aus:

* schalten um 1 Ritzel oder 2 Ritzel ist nicht so das Hauptproblem... allerdings stört es bei 2 Ritzel auf einmal (und bei zügiger Fahrweise ist das die Regel) doch schon sehr
ich hab mir eine Schalttechnik angewöhnt, wo ich beim kräftigen Beschleunigen mit einem Bruchteil einer Sekunde "Druck rausnehmen" schalten kann...
ich schalte IMMER LASTFREI - deshalb ist Druckrausnehmen wichtig...
aber ich time das automatisch so, dass vom Lastrausnehmen in der Beschleunigung kaum etwas zu merken ist

das geht mit der Schaltung - und SRAM 1:1 - so nicht mehr...
hier muss ich definitiv spürbar pausieren

DEUTLICH schlimmer wird es aber beim Schalten über mehrere Ritzel (oder alle 9 Ritzel) hinweg!
bei meinem mechanischem SChaltwerk kann man grob sagen: SChaltvorgänge: ob 2 Ritzel oder 5 Ritzel auf einmal -> dauern im Prinzip immer gleich lang (Bruchteil einer Sekunde)
mit der Elektroschaltung dauern aber Schaltvorgänge über mehr Ritzel hinweg auch länger

das Bedeutet bei meinem Treten muss ich mir bei der mechanischen Schaltung über das Timing wenig Gedanken machen, ich nehme für 0,4-Sekunden Druck raus und das passt für 1 Ritzel oder 3 Ritzel oder 5 Ritzel die geschaltet werden

bei der elektrischen Schaltung muss ich mitdenken, wieviele Gänge ich jetzt auf einmal schalte, weil der Schaltvorgang dann entweder 0,5 Sekunden oder 1,5 Sekunden oder 3 Sekunden oder 4 Sekunden lang dauert
und das ist ein "Hacker" im Tretfluss - der noch dazu jeweils verschieden lang ausfällt

meiner Meinung nach "addieren" sich hier zu den langsamen Schaltzeiten ndere Effekte negativ:

Schaltzeit = Dauer des Schaltwerkes den Weg zu fahren + Dauer die die KEtte braucht dem SChaltwerk über die Ritzel zu folgen

bei der mechanischen Schaltung ist der erste Wert unglaublich schnell...

wie wirkt sich die Schaltgeschwinidigkeit nun in der Praxis aus ?
* Unterbrechung des Tretflusses
bei der mechanischen GripShift-Schaltung kurz Teil des Kurbelkreises DRuck rausnehmen, Bruchteil einer Sekunde später kann man schon wieder voll reinhämmern
bei der elektrischen Schaltung muss man oft mehrere Kurbelumdrehungen lang den Druck rausnehmen...


gemessenes Hardcore-Zahlenbeispiel beim Schalten über alle Ritzel:
mechanische Schaltung: 0,6 Sekunden --> bei 20km/h also 3 Meter Fahrstrecke bzw. nichtmal eine Kurbelumdrehung
elektrische Schaltung mit SRAM 1:1: 5,2 Sekunden --> 20km/h also 29 Meter Fahrstrecke bzw. 8 Kurbelumdrehungen lang

man schaltet nun eh nicht ständig vom kleinsten in einem Ruck aufs größte Ritzel (oder gar umgekehrt)
aber auch bei geringeren Schaltweiten hat das bei mir dazu geführt, dass ich mich die ersten 50+ km
oft "verschätzt" habe...
der Schaltvorgang nicht rechtzeitig beendet wurde... und ich dann an einer Ampel stehe mit zu hohem Gang und nicht richtig eingelegtem Gang

bzw. die Schaltung Geräusche von sich gibt (weil ich ungewollt unter Last schalte), weil der Schaltvorgang noch nicht beendet ist, und ich schon wieder mit Druck reinsteigen will

das es mich doch derart stört hätte ich nicht gedacht

es führte dazu dass meine erste Ausfahrt (40km 2mal quer durch die Stadt, 2 Termine) sich langsamer und deutlich weniger spritzig anfühlte, da ich "Rücksicht" auf die langsamen SChaltvorgänge nehmen musste

das brutale Hochbeschleunigen mit 800Watt nach einer Ampel, mit Formel-1-ähnlichen Schaltvorgängen... zack-zack-zack, hoher Kadenz jenseits der 100, viel Druck und nur minimalem kurzem super getimetem Druckrausnehmen funktionierte so nicht..

weil plötzlich mehrere Sekunden Schaltzeit sich hinzuaddieren - Beschleunigen mit Druck fühlt sich abgehakt an


mit Viel Druck trotzdem lautlos druckfrei und schnell schalten - was ich als gute Schalttechnik des FAhrers erachte, funktioniert sooo nicht mehr

für die Freundin die das mit dem Druckrausnehmen beim Schalten nicht versteht is egal...
für Mountainbiker die im GElände auch ständig mit Druck schalten weils die Schaltungen ja können, wohl auch

DESHALB:
dachte ich mir: wie schauts denn aus mit Shimano 1:2 Übersetzungsverhältnis?

hier mein Testaufbau (Danielas Rad musste dafür mal kurz herhalten):

schon beim Programmieren sieht man, dass man statt ca. 80 Einheiten Sprungweite nun mit ca. 40 pro Ritzel auskommt
und wie ihr am Video sehen könnt: tatsächlich sind die Schaltzeiten nun deutlich besser, quasi (fast) halbiert

im Vergleich zu einer Dura Ace Di2 R9150 (Shift Speed Test) Schaltung jetzt gleich schnell

gefahren bin ich so noch nicht... aber ich denke, dass damit zwar meine eingelernte Schaltmethodik trotzdem nicht 100% funktionieren wird,
aber es deutlich besser sein wird

auch hab ich nach 100km gemerkt, dass ich mich auf die Schaltung einstelle, und es mich weniger stark stört (bin aber die letzten km auch nicht mehr in der Stadt mit vielen AMpelsprints gefahren)
an die SChaltgeschwindigkeit mit Shimano 1:2 könnte ich mich wahrscheinlich durchaus gut gewöhnen

zum Vergleich hier nach Rückbau die Schaltung an meinem Fujin, damit man versteht was schnelles Schalten bedeutet und warum ich wegen Schaltgeschwindigkeit jammere:

von groß auf kleines Ritzel nicht so wichtig...
aber von klein auf groß kommt bei mir so doch schon öfters im STadtbetrieb vor:
ich komme mit hohem Gang und 40km/h an eine Kreuzung.. bremse scharf runter.. die letzten 2-3m des Ausrollens ziehe oder "reiße" ich die Kette dann noch Drucklos mit letzter Pedalumdrehung hoch aufs größte Ritzel

mit der langsamen SRAM-1:1 Schaltung muss ich das schon 20-30 Meter vorher machen


hier noch ein Video wo ich alle 3 Schaltungen - nur kurz - verglichen habe (bezüglich Schaltzeiten)


also ihr seht - soviel wie ich geschrieben habe - Schaltgeschwindigkeit (Systembedingt, trifft so alle elektrische Schaltungen)
ist für mich das Hauptproblem...
WEIL: da geht's nicht um das Handling beim Ein/Ausschalten für 5 Sekunden vor/nach der Fahrt
oder um den Batteriewechsel alle paar Wochen

nein, da geht's wirklich um jeden einzelnen Schaltvorgang, wie der abläuft
aber gilt für mich! - für manch anderen, vielleicht gemütlicheren Tourenradfahrer ist das überhaupt kein Problem

Erfahrungen beim Rückbau auf Gripshifter:
hab gleich Gelegenheit genutzt und neuen Shimano Road-Shift-Cabel-Set verbaut.. läuft leicht
und trotzdem war bissal rumjustieren nötig, bis endlich das SChalten von
vorletztem Ritzel aufs große Ritzel UND ABER AUCH - ohne Schwung - das schalten vom 2.kleinsten aufs kleinste Ritzel klappte...
da ist wenig Spielraum dass das passt.. und wenns in 3 Wochen 20Grad wärmer ist wird's wohl wieder nicht genau passen..

auch hab ich 2-3 Stellen wo die Schaltung nicht perfekt schaltet (liegt vielleicht an den selbst zusammengewürfelten Ritzeln), wo ich überschalten muss
bzw. 2 Ritzel runterschalte, um dann gleich wieder eines raufzuschalten weils anders nicht will...
ist nicht tragisch: ist mir vorher gar nicht mehr aufgefallen, da automatisiert.. auch schalte ich fast immer auch automatisch mit "overshifting" - also Grifshift kurz minimal mehr drehen als die Rasterung vorgibt und nach SChaltvorgang wieder lockerlassen
erst jetzt wo ich darauf achte merke ich, wie unperfekt meine Schaltung arbeitet, wieviel ich automatisch unterbewusst ausgleiche

da hat die elektronische Schaltung klar einen Vorteil !!!! und hab sie hier direkt gleich vermisste was die Schaltpräzision angeht


gleich geht's noch weiter mit Finale
 
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Danke für Deine Entdecker- und Tester-Initiative und den ausführlichen Bericht. :) - Das hat Spaß gemacht (also mir beim Lesen ;-)).
Sehr kurzes zusammengefasstes Fazit "für mich":
Das Ding ist ein brauchbarer Ersatz für den liegeradtypisch langen und potentiell ungenau schaltenden Schaltzug nach hinten; für Leute, die a) nicht maximal knackig mehrere Gänge auf einmal schalten wollen und b) eher für Shimano als für SRAM.
Das ist insofern schade, als dass an vielen Liegerädern bewusst SRAM wegen des längeren Seilwegs bevorzugt wird, weil der längere Seilweg im mechnischen Fall die Genauigkeit erhöht. Trotzdem werden natürlich auch viele Räder herstellerseitig mit Shimano ausgeliefert.

Ich habe im Frühjahr 2017 ein Rad von Shimano 10-fach mechanisch Ultegra auf SRAM eTap (11-fach) umgestellt. Und was ich vorher auch nicht soooo erwartet hätte: das ist richtig, richtig gut. So sind zum Beispiel auch Schaltsprünge über mehrere Ritzel in beide Richtungen schnell und exakt. Der für mich wichtigste Unterschied ist allerdings der zwischen "Knöppsche" und Lenkerendschalthebel. Das bringt bei langen Fahrzeiten doch erheblich Entspannung für die Hände und außerdem muss man fürs Schalten nicht umgreifen (bessere Radkontrolle bei Schaltvorgängen).
 
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Ergonomie der Remote
man kann sie an diese Matchmaker montieren...
3 Stufen wie man sie montieren kann - und um 180° gedreht
also man hat paar Möglichkeiten

was mir aber fehlt wäre noch die Möglichkeit sie im Winkel zu verdrehen...

tatsächlich ist es für MEIN Hirn komplizierter sich zu merken welcher der 2 Knöpfe rauf und runter zu schalten ist
ich muss nämlich - wegen der Ergonomie - beide Knöpfe mit einem Finger bedienen (bei mir Zeigefinger) und somit den Finger umsetzen
ein GRipshifter ist da intuitiver
es wäre auch intuitiver, wenn ich Zeigefinger für einen Knopf und Mittelfinger für anderen Knopf verwenden könnte..
dann wäre kein Fingerumsetzen nötig - und die Geschichte wäre auch intuitiver

so ist es: Rauf wie Runterschaltne ist DRuck mit Zeigefinger... ABER WO ?
sonst wäre es: Rauf ist Zeigefinger, runter ist MIttelfinger…
das wäre intuitiver

da mein Mitttelfinger länger ist als der Zeigefinger, würde ich aber die Remote eben etwas verdrehen müssen, was mit der Halterung jetzt so nicht möglich ist

ist Jammern auf hohem Niveau.. nach 100km macht man sich auch keine Gedanken mehr welcher Knopf wofür nötig ist

Größe:
dadurch dass das Teil Funk ist, und Batterie an Bord haben muss, hat es eine gewisse größe…
als Kabelversion mit Akku sonstwo könnte es am Lenker kleiner ausfallen, was Positionierung erleichtern würde


eine negativ-Episode will ich aber auch noch schildern - Ausfahrt am Sonntag...

VERLUST DES PAIRINGS !!!

nach ca. 1km komme ich an - die einzige Ampel hier - vorher beim hinrollen noch etwas runtergeschaltet..
nach 30 Sekunden wird's grün, ich fahr los und bieg ab... will schalten - tut sich nix...
mehrmals probiert... nix

also rechts rangefahren..
Schaltung leuchtet und blinkt, "Remote" ebenfalls - also Strom ist da..
also Shifter ausgeschaltet
Remote hat keinen Ausschalter, schaltet sich nach 10 Sekunden ohne Shifter von alleine aus

Shifter wieder ein -> immer noch nix...
also mit dem Smartphone verbunden
Vermutung, das das Pairing "irgendwie" im laufenden Betrieb verloren gegangen ist...
also neu Pairen..

shifter in den Pairmodus per Smartphone gesetzt = beim nächsten Einschalten wartet er auf zu pairende GEräte…

gesagt getan: shifter ausgeschaltet, wieder eingeschaltet - orange Lampe signalisiert: Pairingmodus..

nur: es klappte nicht!
warum ?
die Remote war schuld! zum Pairen muss ich die einschalten (langer Tastendruck), nur: das ging nicht, weil ich sie nicht ausschalten konnte !!
mehrmals versucht, auch 3 Minuten lang gewartet...

obwohl Shifter aus war, schaltete sich die Remote nicht aus !
sie blieb immer an, weshalb das Pairing nicht durchgeführt werden konnte..

also: Batterie rausnehmen !!
Multitool aus der Tasche gezogen.. aber - hahaha - der kleinste IMbus am Multitool ist ein 2er-Imbus...
die Schraube am Deckel - das hab ich schon weiter vorne als zu klein angemerkt weil filigran - ist eine 1,5er Imbus-Schraube

also bin ich - zurück 3km - wieder heimgeradelt.. Smartphone am Bauch um per Smartphone schalten zu können
um IMbus zu holen..

dann kurz Akku raus, neu rein - Pairing hat dann sofort funktioniert - und seit dem weitere 50km fehlerfrei


vonwegen FUNK: nicht eine Sekunde war FUNK für mich Beweggrund die Schaltung zu probieren.. wird als der Benefit rausgestrichen...
mir ziemlich wurscht.. ein dünnes, selbst ablängbares Kabel wäre mir lieber gewesen

aber die Schaltung wollte ich ja wegen Schaltpräzision, nicht wegen Funk
 
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Wieso schreibst Du Inbus (Innensechskantschraube Bauer und Schaurte) mit M - und dann noch groß?

Bzgl.
ich muss nämlich - wegen der Ergonomie - beide Knöpfe mit einem Finger bedienen (bei mir Zeigefinger) und somit den Finger umsetzen
ein GRipshifter ist da intuitiver
Ein 3D-gedrucktes Aufsatzteil mit Kipphebel könnte helfen.. dann nur noch hin- und her hebeln, um in die gewünschte Richtung zu schalten.
dann kurz Akku raus, neu rein - Pairing hat dann sofort funktioniert - und seit dem weitere 50km fehlerfrei
vonwegen FUNK: nicht eine Sekunde war FUNK für mich Beweggrund die Schaltung zu probieren.. wird als der Benefit rausgestrichen...
mir ziemlich wurscht.. ein dünnes, selbst ablängbares Kabel wäre mir lieber gewesen
Kannst ja immer noch haben.. SMD-Bauteil oder -Platinchen mit Boardnetzspannung => ~4V DC einpflanzen, zwei dünne Drähte zum Eingang des Wandlers, irgendwo ans Boardnetz anklemmen.. wenn dann Pairing fehlschlägt: einen Steckverbinder raus, wieder rein, fertig. Keine 30h/15h/vielleicht auch nur 5h nach ein paar Monaten im Frost Akkulaufzeit mit Aufladen verschiedenster Mini-Akkus..

Viele Grüße
Wolf
 
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