HR Geräusche in Kurven / Radkasten anpassen

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Es kann vorkommen, dass in Kurven schabende Geräusche am Hinterrad zu bemerken sind.

Der Radkasten ist nie perfekt, bzw kann sich mit der Zeit auch leicht ändern. Ich hatte das vor drei Jahren nach Auslieferung und in den letzten 2-3 Monaten wieder verstärkt. Es kommt davon dass die Speichen (oft in Linkskurve) gegen Stellen am Radkasten kommen.
Bei mir an der Nabe und auch kurz hinter der zweiten Kreuzung
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Der Blick in den Radkasten bestätigt dies nochmals:
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Was man braucht: Männerföhn und Garagenlegoklötze, HR-Abzieher und etwas Zeit und Geduld
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In meinen Fall war der Radkasten zu weit nach innen, musste also Richtung Kassette gedrückt werden.
Um zu vermeiden, dass er letztendlich gegen die Kassette drück nahm ich zwei Holzstücke die zusammen die Höhe der Kassette und Freilauf haben (etwas weniger, da Freilauf in den Radkasten ragt) und brachte die mit einen Keil auf Position ohne den Radkasten nach innen zu drücken.

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Danach dann Holzstücke auf die abgeschabten Stellen im Radkasten und die dann mit Druck auf Position bringen um die besagten Stellen nach unten zu bringen.

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Dann um das Holz vom Radkasten aus das Carbon-Harz-Gewebe erwärmen. Auch von der anderen Seite. Anschließend warten.
Wenn sich die erwärmten Stellen wieder kalt anfühlen, Holz entfernen, Rad einfädeln, zur Probe drehen. Gegebenenfalls wiederholen.
Falls zufrieden, alles einbauen und Testfahrt nicht vergessen.
 
Das kann sogar auch bei einem neuen Velomobil passieren. Das Carbon ist ziemlich dünn und verformt sich scheinbar leicht. Ich musste schon viel zu oft auf Männerföhne und Garagenlegos zurückgreifen. Am besten fand ich es, als ich mir auf Tour einen Männerföhn ausleihen musste, um einen schleifenden Radkasten zu reparieren. Irgendwo in Telfs gibt es einen netten Kerl mit einem Männerföhn, der mir den Urlaub gerettet hat.
 
@Cars10 in dem Fall hätte ich mir Radausbau und den ganzen Zirkus gespart.
Einfach ein paar Leisten zwischen Speichen und Radkasten, vorsichtig erwärmen und abkühlen lassen.
Das sollte reichen.

PS: Hast Du auch mal das Schwingenlager kontrolliert?
Bei meinem A9.1 ist da so langsam etwas Spiel zu spüren, müsste ich irgendwann mal ran. Geht aber noch.
Kann aber sein, dass das bei Deinen Belgischen Straßenbelägen schon weiter ist.
 
Bei mir war im A9 die Federung zu tief eingestellt (Karosserie zu tief). Mit der Einfedrung durch das Körpergewicht und seitliche Belastung in der Kurve berührten die Speichen dann leicht den Radkasten.
Daß das A9 hinten zu tief war ist mir selber leider nicht aufgefallen.:cautious:
 
I've had similar problems in the past with my Quest. The first time was due to a cracked aluminium frame. The second time was worn swinging arm bushing and the third time was worn wheel bearings. Best of luck.
 
PS: Hast Du auch mal das Schwingenlager kontrolliert?
Das hier? Sieht abgenutzt aus ... ist Außenseite.
Wenn ich das Heck ganz leicht nach rechts und links bewege, dann hört es sich an als laufe man über einen alten Holzfußboden ...
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Bei VMW bin ich zwar fündig geworden, aber nicht schlauer. Ich vermute mal es ist ein IGUS Lager, aber welches?
Sollte die #14 sein
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Ich möchte hier auch Mal erwähnen, wie schnell ich Infos aus Rumänien bekomme :). Die Buchse zu tauschen ist nicht einfach die alte raus, neue rein. Evtl. geht das sogar, aber dann hat man evtl. gleich wieder spiel, weil es nicht richtig fluchtet. Hier wie es richtig get:
Die alte muss raus. Dann wird eine eingedrückt, die nach innen Übermaß hat. Dann wird alles links und rechts geschliffen, sodass nix über steht. und jetzt kommts: die Schwinge wird in einem Richtwerkzeug eingespannt, sodass alles fluchtet und dann wird das zu kleine Loch der Buchse auf die richtige größe aufgebohrt mit einer großen Ständerbohrmaschine. So kann man gewährleisten, dass alles exakt fluchtet.
 
sodass alles fluchtet und dann wird das zu kleine Loch der Buchse auf die richtige größe aufgebohrt mit einer großen Ständerbohrmaschine.
So kann man gewährleisten, dass alles exakt fluchtet.
Könnte ja auch bedeuten, dass es oben in Beitrag #9 nur so aussieht als sei das Verschleiß, aber eigentlich ist es "schief" aufgebohrt, damit es richtig fluchtet. Wie kann ich das heraus finden? Wie testet man korrekt ob die HR-Schwinge Spiel hat oder nicht?
Wie geschrieben, was ich zur Zeit feststelle ist, ein stark laut knarzendes Geräusch wenn ich hinter dem M9 stehe, dass Heck zwischen meinen Beinen habe und das VM leicht nach links und rechts bewege.

Dann wird alles links und rechts geschliffen, sodass nix über steht. und jetzt kommts: die Schwinge wird in einem Richtwerkzeug eingespannt ..
:eek: WTF? Ist das ein auf Maß gebautes spezial Richtwerkzeug nur für Alphas? Kannst/würdest Du das machen @HoVelo ?
Oder soll das heißen, ich muß damit nach VMW? Hat @ChristianW so etwas? Ich wollte im Mai durchs Sauerland ...
Ich glaube kaum, dass einer der beiden Händler in BE das machen wird/will ...
 
Ein bisschen Tolleranzen ist ok. Ich lasse mir die Info des Materials geben und dann mal sehen, ob es eine passende Buchse gibt, die gleich passt. Ich vermute Igludur J, wie bei vielem. Aber mal sehen. Ich habe kein Richtwerkzeug, aber schon eine Idee, wie es ohne gehen könnte ;).

Wie du das Spiel der Schwinge testest: Aufbocken hinten, VM in die linke hand, Schwinge in die rechte Hand und ordentlich nach links/rechts bewegen. Bisschen bewegt es sich meist, aber Spiel merkst du direkt.
 
Wie testet man korrekt ob die HR-Schwinge Spiel hat oder nicht?
Sitz raus, an die Schwinge am Lager packen und wackeln.
Beim A9.2 sitzt das noch ziemlich fest, beim A9.1 hat sich nach den Jahren schon leichtes Axial- und Radialspiel entwickelt.
Muss ich irgendwann mal ran - fährt aber noch und spürt man nicht viel von beim Fahren - auch keine Geräusche.

Ich wüsste auch nicht, was ein
sein sollte.
Meines Wissens nach läuft die Produktion so: In die Schwinge werden zwei Igus-Buchsen eingeklebt oder direkt beim Laminieren in die Form gesetzt. Die haben leichtes Mindemaß, also noch einen zu geringen Durchmesser.
Dann wird am Ende mit einer Reibahle einmal auf das Endmaß gerieben und eingebaut.
Wenn man es gut machen möchte, spannt man die Schwinge in eine Vorrichtung (z. B. auf den Schlitten einer Drehbank), nimmt eine lange Reibahle und spannt die ins Futter und reibt einmal durch beide Buchsen in einem Arbeitsgang. Dann würden die optimal fluchten.
In Real nimmt aber wohl irgendjemand einen Akkuschrauber mit kurzer Reibahle, reibt einmal von links und einmal von rechts und es fluchtet nicht (ist bei mir halt so) - ist aber nicht so wirklich tragisch, gehen die Bolzen halt etwas strammer rein, man hat etwas Verformung an den Lagern, aber fährt trotzdem. ¯\_(ツ)_/¯
 
Ich sehe das wie @panicmechanic: man kann es 100 % machen mit einer langen Reibahle und riesen Vorrichtung - oder man gibt sich etwas Mühe und bekommt es vielleicht sogar besser hin als RO in einer 98 % Lösung.
Und selbst wenn es nicht so dolle fluchtet: dann ist halt etwas Spannung drauf, aber das ist ja kein Uhrwerk, sondern ein Velomobil.
Vermutlich fahren die meisten so mit nicht fluchtenden Bohrungen und merken es gar nicht - das tun nur die Händler/Werkstätten, die die Schwinge mal ausbauen...
 
Wackelproblem bekannt. Mein A7 hatte hinten am Hinterrad 6mm Spiel, sehr tricky bei Seitenwindböen bei hohem Tempo. Die Bohrungen in der Schwinge waren oval. Aus Vollmaterial PA oder PTFE hab ich übermaßige Buchsen gemacht und ein gepresst, mit kurzer Verstellreibahle ausgerieben. Am rechten Lager der Schwinge hab ich inzwischen noch einen längeren Alubolzen gemacht, aus 16mm Igus Gleitstangen, hohlgebohrt mit 6mm Auszugsgemeinde am Ende, um die Führung zu verbessern. Da war auch Bewegung drin. Die Straßen im Vorharz sind auch eher ,Belgisch'. Am WE muss ich die Schraube am Ende der Steckachse nach schweißen, wieder Spiel am Rad. Sie war beim Nachziehen butterweich und ich fühlte gestern Abend eine Einbeulung auf der vorher glatten Fläche, als würde der Gewindestift aus der UScheibe gezogen.. irgendwas is halt immer
 
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