Wart ihr schon mal in einer Firma tätig, die euch gar nicht gut getan hat?
Ich bin aus der Firma, die ich speziell meine, mit einem ausgewachsenen Burnout raus. Oder, um es genauer auszudrücken: massiv unter Druck gesetzt einfach ersetzt worden, nachdem ich nicht mehr funktioniert habe, obwohl ich da acht Jahre war. Mein Nachfolger wiederum war nach etwas mehr als einem Jahr ebenfalls schon verschlissen.
Es gab viele Problem-Ursachen.
Von meiner Seite waren es unter anderem der nicht diagnostizierte Autismus und die daraus resultierende Selbstunsicherheit.
Das Gesamtpaket führte letztlich dazu, dass ich ein ausgewachsenes Talent dafür hatte, bei fast allen Bewerbungen zu scheitern, ohne daraus einen Grund erkennen zu können, und damit auch, von dieser Firma wegzukommen.
Firmenseitig gab es aber aus meiner Sicht sehr viel mehr Probleme.
- Ständiger Zeitdruck,
- teilweise dilettantische Planungen der Führungsriege,
- aber kein Einbeziehen in Planungen trotz Fachwissen,
- Unfreundlichkeit gepaart mit Herablassung,
- unterdurchschnittliche Bezahlung,
- Bildung von eingeschworenen Grüppchen innerhalb der Firma
sind nur eine grobe Zusammenfassung der vielen Makel.
Ich war auch nicht der einzige, der da mit einem Burnout raus ist.
Bei dem Werkstattpersonal habe ich irgendwann aufgegeben mir die Namen zu merken, so oft wechselten die.
Warum ich das jetzt in den Freu-Faden schreibe?
Ihr könnt euch denken, wenn man so viele Jahre in so einer Firma verbracht hat, dass man die nie so ganz aus den Augen verliert.
Vor ein paar Jahren fiel mir auf, dass die ihren Namen geändert hatten, aufgrund einer Kooperation mit einer größeren Firma. Deren ursprünglicher Name taucht zwar noch auf, aber erst an 2. Stelle.
Heute habe ich nach längerer Zeit mal wieder nachgesehen.
Völlig überrascht habe ich festgestellt, dass von der Gründungsfamilie gar keiner mehr als Person auf der Homepage auftaucht, was sehr ungewöhnlich ist. Hängt aber vielleicht damit zusammen, dass diese Personen -natürlich bisher in Führungsposten- vor allem damit auffielen, dass jeder von denen mit großem Auto ankam, aber immer nur halbtags anwesend waren.
Stattdessen wird einer der ehemaligen Projektleiter jetzt als Geschäftsführer genannt.
Fachlich durchaus eine gute Wahl.
Aber: Das ist das Problem, wieso ich mich freue, dass ich da nicht mehr bin.
Der Typ ist ein absoluter Choleriker, der auch noch davon überzeugt ist, andere durch seine Wutanfälle zur Arbeit motivieren zu müssen, äußerst ungeduldig, zusätzlich Kontrollfreak und einer, der anderen vorauseilend im Detail vorschreibt, wie sie was zu erledigen haben.
Ich habe mal erleben dürfen, wie der seine Frau behandelt. Diese kurze Szene habe ich auch nach weit über zehn Jahren trotz des Burnouts immer noch klar im Kopf, wie der Wüterich die ganz offenbar verunsicherte Ehefrau im Beisein anderer belehrt.
Mann, bin ich froh, dass ich da raus bin.