HeiSchu-MBB-Ideen

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Der Aufbau des MBB-Liegers auf Basis des Kuawara-Rahmens nimmt Gestalt an. Die Sitzhöhe wird bei für mich hohen 60 cm liegen, die Tretlagerhöhe bei 70 cm, die Lehnenneigung bei 55°. Bilder folgen, wenn das alles fertig ist.
Etwas Probleme habe ich noch mit den Bremsen des Rades: Hinten ist eine U-Brake mit vergleichsweise schlechter Bremswirkung und es gibt keine Sockel für V-Brakes. Früher gab es wohl mal von Magura Adapter, die man für Rahmen ohne Anlötsockel verwenden konnte. Die Zeiten sind aber wohl vorbei. Da bleibt wohl nur die Roller-Brake als Alternative. Das wiederum schließt aus, dass ich mir hinten einen NaDy mit 15x100er Steckachse montiere.
Am Vorderrad gibt es eine V-Brake an einer 20"-Gabel mit 26"-Bereifung. Das hat zur Folge, dass das Biegemoment, das auf die Gabel beim Bremsen wirkt, deutlich größer ist als bei einer 20"-Bereifung.
Soweit der Stand der Dinge.
 
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Und nun die ersten Bilder, obwohl das Rad noch nicht Fahrbereit ist:
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Weder der Rahmen, noch die 20-Zoll-Gabel und auch nicht die verbaute Schwinge wurden bei der Anpassung besägt, verbogen oder gebohrt. Anders beim Sitz: Der wurde seitlich beschnitten und aus der Sitzfläche wurde, um die gebogene Vorderkante zu erhalten, ein Teil herausgeschnitten (siehe Bild 4 mit ausgetrenntem Reststück). Für die Änderung der Lehnenneigung müsste die hölzerne Halterung zwischen Sitzlehne und Rahmen angepasst werden. Kein Problem, bin halt Tischler, und die Metabo-Tischkreissäge hat ihren festen Platz in der (Fahrrad)-Werkstatt. Die Sitzmontage ist so stabil, dass sich eine Abstützung nach unten zum Tretlagergehäuse erübrigt. Es bleibt viel Platz für Taschenhalterungen und Gepäck.
Das Halterohr für die Vorbau-Schwinge habe ich länger gelassen, damit man das Tretlager auch passend für lange Haxen einstellen kann Zur Zeit paßt es für 83 cm Innenbeinlänge. Und damit das mit dem langen Rohr nicht zu blöd aussieht, habe ich vorne eine Lampe drapiert; das Auge fährt mit.
Die Befestigung der Schwinge an der Gabel werde ich wohl noch mal verbessern müssen, denn augenblicklich könnte die Klemmung an der Schwinge im Fahrbetrieb nach unten rutschen. Damit sich die Kette beim Schalten ungehindert über das Ritzpaket bewegen kann, war es notwendig, den Schraubenkopf der M10-Schraube abzuschrägen (s. Bild 7).
Das Hinterrad hat eine Alu-Schraubkranz-Nabe, die ich bei beibehaltener Einspannbreite mittig zentriert habe.
Den Lenker habe ich gewählt, weil ich gerade nichts passenders habe. Auch einige Teile für die Schaltung und natürlich die Klingel! fehlen noch. Dann kann es losgehen und auch ich kann dann endlich fundiert an den MBB-Diskussionen teilnehmen! Spannen wird es, wie ich mit der Sitzhöhe klarkomme.
 
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Take a seat, please!
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Und das Rad fällt, auf dem Ständer stehend, nicht einmal um:
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Aber gefahren wurde es noch nicht, weil die Schalthebel für die 3x9-Schaltung noch fehlen. Und allein mit schnellem Gang will ich das Fahrenlernen mit diesem Rad nicht versucen. Gebrauchte Trigger-Schalter aber sind ersteigert und müssen hier nur noch ankommen, wohl erst nach Weihnachten. Auch zwei Hinterrad-Schutzbleche und ein Gepäckträger werden noch montiert.
Der 24-Zoll-Rahmen ist völlig unverändert, die Gabel allerdings habe ich gegen eine 20-Zoll-Gabel mit langem Ahead-Schaft ersetzt. Die Einspannbreite der Stahlgabel musste dabei von 100 auf 115 mm geweitet werden, da sonst die Hinteradnabe mit Zahnkranzritzel nicht funktionsfähig hineingepasst hätte. Die Kupplung der Gabel mit der ehemaligen Hinterrad-Schwinge wurde gegenüber der Ausführung an meinem vorherigen Kuhawara-MBB modifiziert und hält nun auch kritischen Blicken stand?
Wenn sich zweifelsfrei erwiesen hat, dass der Gabelschaft um das überstehende Ende gekürzt werden kann, geschieht auch das.
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Den Sitz des zwischendurch versuchten Umbaus eines grün-weißen 24-Zoll-Mixterades konnte ich wenig verändert übernehmen. Er ist in diesem Rahmen aber deutlich tiefer positioniert. Insgesamt gefällt mir die Sitzposition mit dem umgedrehten Standard-Lenker mit Hörnchen - bisher nur im Stand getestet - sehr. Allerdings drückt die Oberkante der Lehne, obwohl extra abgerundet. Sollte das auch beim Fahren so sein, werde ich die Lehne verlängern, z. B. indem ich die Lehne durch horizontale Trennschnitte in waagerechte Bretter aufteile und die Lehne damit nach oben strecke
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Da ich die Hinterrad-Einspannbreite des Alu-Rahmens nicht durch Zusammendrücken ändern wollte, habe ich einen 15-mm-Steckachsen-Nabendynamo eingebaut, mit auf 135 mm geänderter Einspannbreite:
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Ein Zwischendurch-Produkt ist die unten gezeigte Lampenhalterung. Meine Kettenblattschrauben waren zeitweise nicht auffindbar, da habe ich die Montage der Lampe an der Schwingenhalterung vorgezogen.
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Die Gabel dieses MBBs, die ich vom Fahrradhersteller Schauff bezogen habe, ist das bislang einzige verbaute Neuteil. Doch auch das wäre vermeidbar gewesen, hätte ich etwas früher die Idee gehabt, die Originalgabel des Rades zu verwenden, indem ich dem Schaft eine mit Innenhüse angelötete Verlängerung hätte verpassen lassen und die Gabel auf 135 mm geweitet hätte. Bei einer solchen Weitung habe ich jedoch Bedenken, dass sie als Kaltverformung unbeschadet möglich ist. Es wäre jedoch einen Versuch wert und hätte dann den großen Vorteil, dass man den Abstand von der Vorderachse zum Tretlager optimal und variabel gestalten könnte.
Was würdet ihr davon halten, die Einspannbreite einer 24-Zoll-Stahlgabel kaltverformt von 100 auf 135 mm zu weiten???
 
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Ist schwer zu sagen. Kommt auf das Material an. Mit 28 Zoll hab' ich das auch schon gemacht - Langzeiterfahrungen über viele Kilometer und Jahre fehlen mir da allerdings. Irgendjemand meinte mal, dass die auf die Gabel wirkenden Kräfte bei MBB stark überschätzt würden. Aber beim Bremsen
bleibt sich's ja gleich. Wer weiß...
Wenn Du eine Gabel hast - probier's einfach aus. Bei 20 Zoll hätte ich größere Vorbehalte.

LG Holger
 
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Eine 28er Gabel würde ich auch ohne Bedenken soweit aufbiegen, bei 20 oder 24 sind die Holme wesentlich kürzer und damit wirds auch schwieriger...
 
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Das Aufbiegen selbst ist nicht so das Problem. Ich habe das mit Hilfe von Muttern auf einer Gewindestange bewerkstelligt. Meine Frage dabei ist, wieweit die Stabilität der Gabel dabei beeinträchtigt wird. Ist vermutlich jedoch so allgemein nicht zu beantworten.
Um die 20"-Gabel von 100 auf 115 mm aufzuweiten, musste ich für die bleibende Verformung auf ca. 125 - 130 mm aufbiegen.
 
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Hallo,
zu recht hat @Krischan angemahnt, für meine MBB-Entwicklungen einen eigenen Faden anzulegen. Und damit dabei nicht verloren geht, wer mit welchem Faden die Geburtshelfer meiner Ideen und Plagiate ist, folgen in der zeitlichen Reihenfolge meiner Forums-Lektüre die wesentlichsten drei Fäden:

(1) https://www.velomobilforum.de/forum/index.php?threads/liegeraeder-mit-fitnessmehrfachfunktion.60532/
(2) https://www.velomobilforum.de/forum/index.php?threads/faltrad-mbb-a-la-cruzbike.59784/
(3) https://www.velomobilforum.de/forum...tellbarer-rahmengeometrie-und-federung.44810/

Erwähnt sei, dass die ersten sieben Beiträge dieses Fadens in engem Kontakt und inspiriert von @einrad (siehe Faden (2)) entstanden sind. Inzwischen habe ich auch den Faden (3) von @Nemberch noch mal komplett gelesen und bin immer noch bei dem Versuch, die Mechanik, dieser sehr innovativen und mir wegweisend erscheinenden Konstruktion nachzuvollziehen . So könnte es durchaus sein, dass bei der Realisierung meines nächsten Projekts dann doch ein "Lebkuchen-MBB" á la @Nemberch herauskommt.
 
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anempfohlen, höchstens...

Und das stimmt auch nur bezüglich der Querkräfte in Bezug zur Rotationsebene der Laufräder, in Fahrbahnebene aber unterscheiden sich Ein- und Mehrspurer darin, wenn überhaupt, nur unwesentlich.
Gruß, Heiner
Hallo Heiko,
meine Empfehlung: Bau ein Mbb, quick and dirty.
@bienebello s, @Dan s und andere Räder sind doch so genial einfach zusammengeschmissen, das geht an einem Wochenende. Dei perfektes Mbb wird eh erst beim dritten Versuch gut. Die Bedeutung eines steifen Hecks ist beim Einspurer marginal, das merkst Du, wenn Du ein Eigenes hast und es ne Weile gefahren bist. Wichtig wird die Schwingenlagerung für den Anhängerbetrieb, dafür gibts hier aber wirksamere und einfacher beschriebene Möglichkeiten.
Gibt es schon eine Skizze?
Gruß Krischan
 
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Hallo Bernd,
ich, Heiner, bin's schon wieder, nachdem ich meine ersten Skizzen nach Deinem MBB-Konzept erstellt habe. Das sieht mit gutem Grund Deiner wiederauferstandenen Rostbraunen sehr ähnlich. Was soll man auch machen, wenn man ein so überzeugendes Konzept vorgehalten bekommt! Meine Änderungen betreffen vor allem die Abmessungen. Mit 1,76 m bin ich wohl deutlich kleiner als Du und muss sehen, dass ich mit dem Sitz möglichst niedrig bleibe. Dafür bin ich etwas mehr in die Länge gegangen. Ich hätte wegen der größeren Reifenauswahl erst probiert, es mit 26-Zoll-Bereifung zu versuchen, aber das wäre doch sehr sehr knapp geworden. Zur Rahmenverstellung plane ich, eine Talje ("Flaschenzug" sagt der Nichtsegler dazu) einzusetzen. Da muss ich dann noch mal rechnen, damit die Übersetzung ausreicht, die Talje einhand während der Fahrt zu bedienen. Die Leine der Talje wird auf einer Curry-Klemme belegt Das Ganze wird dann auch wie bei Dir mit einer Federung kombiniert. Einiges arbeiten muss ich noch an den Details. Du hattest geschrieben, dass Du für die Lagerung der bewglichen Streben Nadellager verwendet hast. Magst Du dazu sagen, wie Du das gestaltet hast?
Mein Rahmenrohr soll nach Möglichkeit ein möglichst dickes Rundrohr, vielleicht von einem Spenderrad, werden. Für die Anschusstellen der Streben plane ich, quer in die neutrale Phase des Hauprohres Löcher zu bohren und Rohrbuchsen einschweißen zu lassen. Wie dann die Lagerung im Einzelnen aussieht, ist mangels einer überzeugenden Lösung noch nicht entschieden.
Ich sehe, dass ich noch so einige Tipps von Dir und Anderen brauchen kann. Ich werde nichts übereilen und eher anderes erledigen, als unausgegorene Konstruktionen zu versuchen. Kommt Zeit, kommt Rat!

Schönen Gruß aus dem verregneten Lübeck!
Heiner
 
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möglichst dickes Rundrohr
bekommst Du bei Tennant, da kann man bis zur Lieferung im Februar noch aufstocken (Sammelbestellung CrMo).
Die Leine der Talje wird auf einer Curry-Klemme belegt Das Ganze wird dann auch wie bei Dir mit einer Federung kombiniert
Wie Johannes das genial beim Sedan gelöst hast, kennst Du? Ansonsten ist die Verstellung mit Knarre gut, weil stufenlos und ruckfrei während der Fahrt zu bewerkstelligen. Da gibts am Sedan auch eine Lösung.
Gruß Krischan
 
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Auch wenn's auf's erste komisch klingt:
Ein kleiner Getriebemotor macht das auch ganz gut und kann selbsthemmend ausgelegt sein.

Ob man das will ist aber nicht nur technisch beantwortbar, sondern wohl auch eine Stil/Designfrage.
 
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Das Sedan kennt Heiko, und ja, die Schnurfederung meine ich, aber es gibt natürlich schon eine Weiter(...)wicklung, weiß grad nicht wo.
Rohre hier, Du kannst direkt über deren Suchmaske bestellen, oder anrufen, wenn Du Dich entschieden hast und weißt, was Du willst, nette Leute. Ich fahre zum Abholen hin und kann für Dich bis Osnabrück(Bramsche) mitnehmen.
Gruß Krischan
 
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Dass bei der Verstellung der Nachlauf an den Steuerwinkel gekoppelt ist (je flacher der Winkel, desto mehr), macht die Verstellung ja nur halb universell.
 
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ist richtig. Man kann einfach weiterfahren. Nachlauf ist ein theoretischer Wert, der über Fahrtauglichkeit klassischer Rahmengeometrien Anhaltspunkte geben kann. Deshalb ist das Python rechnerisch nicht fahrbar, realiter aber sehr wohl.
Wir drehen uns nicht nur in diesem Faden im Kreis, Nachlauf, Gabelverdinxunk und was alle noch.
Bauen mit einigermaßen erprobten Maßen, fahren, Erkenntnisse gewinnen, verbessert neu bauen, usw.
Gruß Krischan, schon wieder übers Stöckchen gesprungen o_O
 
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