Hase Evo Steps - Verschleiß?

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Hallo zusammen,

im November 2020 habe ich mir eine lange ersparten Traum erfüllt und mir ein Hase EVO Steps mit Rohloff-Nabeund SON-Nabendynamo geleistet. Gedacht ist das Trike für mdRzA - tägliche Pendelstrecke 32 km einfach - und für Radreisen. Aktueller Kilometerstand ist derzeit ca. 4.500 km. Etwas irritiert bin ich über all die Reparaturen, die ich bei diesem neuen Rad inzwischen hatte.... damit habe ich nicht gerechnet.

ca. 2.000 km - Austausch des Lenkungslagers. Die Kugeln waren total verdreckt, Lenkung extrem schwergängig.
ca. 4.000 km - Austausch der Nutensteine im Differential. Das hat sich durch unregelmäßige Geräusche beim Fahren bemerkbar gemacht. Anscheinend ist Dreck unter den Gummibalg gekommen.
ca. 4.400 km - gebrochener Stab im Spannsitz....

Wenn das so weitergeht ist das für mich das falsche Rad. Im normalen Bürobetrieb würde ich 300 km in der Woche fahren, dann wäre ich ca. alle 2 Monate mit Verschleißreparaturen dabei. Der Fachhändler meinte bisher nur "Ich weiß ja nicht, was Sie mit dem Rad machen".

Die Antwort ist einfach: fahren. Viel und relativ schnell. Ist das ein Problem?
Meine Pendelstrecke führt über asphaltierte & betonierte Wirtschaftswege, durch ortschaften undca. 500 m Landstraße. Ein Teilstück von ca. 200 m ist mit gras bewachsener Feldweg. Abwärts lasse ich es laufen (Spitze ca. 46 km/h), auf der Ebene fahre ich 26 -30 km/h je nach Tagesleistung. Motorunterstützung nehme ich am Berg, ECO oder manchmal Normal, Hoch so gut wie nie. Wartung und Kundendienst werden beim Händler nach Vorgabe von Hase gemacht. Zugelassen ist das Rad für 140 kg, ich selbst wiege unter 90 kg. Da kann ich die Ursache also auch nicht finden.

Ich habe hier noch ein Brompton für den Kombiverkehr mit S-Bahn, ein Focus-MTB und ein Azub Tricon. Kugellager mussten noch an keinem meiner Räder getauscht werden. Der Spannsitz am Tricon ist seit Jahren im Gebrauch, das Rad hat mindestens 10.000 km Laufleistung. Außer einem Nasenring, Schaltzug, Ketten und deren Schutzrohren habe ich an diesem Rad noch keine Reparaturen gehabt.

Hat jemand Erfahrung mit dem EVO Steps? Habe ich ein Montags- oder Freitagsmodell erwischt? Oder ist das bei anderen ähnlich? Liegt das an meiner Nutzung, fahre ich zuviel? Oder sollte ich die Werkstatt wechseln? Oder das Trike zurückgeben, ist es meinen Anforderungen nicht gewachsen? Mit welchem Rad könnte ich dann durch das "Land der 1.000 Hügel" pendeln?

Ich bin gespannt auf Eure Einschätzung....
Uwe
 
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Ein Teilstück von ca. 200 m ist mit gras bewachsener Feldweg.
Wenn du nicht gerade ein Kettwiesel Cross fährst (du schreibst nur Evo Steps, das können drei verschiedene Hasebikes sein, das Cross aber eigentlich nicht, da es eine Kettenschaltung und keine Rohloff hat) sind solche Wege suboptimal.

Trotzdem klingen deine Probleme nach "Montagsrad", finde ich. Meine Frau fährt ein 2020er Lepus Steps, ich ein altes Lepus Comfort, beide machen keine Probleme.
 
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Wenn du nicht gerade ein Kettwiesel Cross fährst (du schreibst nur Evo Steps, das können drei verschiedene Hasebikes sein, das Cross aber eigentlich nicht, da es eine Kettenschaltung und keine Rohloff hat) sind solche Wege suboptimal.

Trotzdem klingen deine Probleme nach "Montagsrad", finde ich. Meine Frau fährt ein 2020er Lepus Steps, ich ein altes Lepus Comfort, beide machen keine Probleme.
Du meinst, das kurze Stück Grasweg kann nicht der Grund sein? Natürlich versuche ich, mein SUV-Trike nur auf guten Wegen zu fahren.... ist natürlich kein Cross. Danke für deine Rückmeldung.
Uwe
 
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Doch, das Grasstück kann durchaus der Grund sein, denn gerade die Mittelgrünstreifenwege sind echt doof - durch die Bauweise des Kettwiesel hängt der Antriebsstrang ja genau im Grün und man sieht nicht, was man sich da alles an Dreck reinfährt. Da könnte zumindest der Schmutz im Differenzial her sein. Auch sitzt die Lenkung beim Kettwiesel ja unter dem Rahmen und nicht wie bei unseren Lepus (wie heisst eigentlich die Mehrzahl? Lepusse? Lepi?) darüber, also sind auch hier die Lager anfälliger für Schmutz.

Ich fahre, wenn sich solche Wege nicht vermeiden lassen, a) sehr langsam dort und b) möglichst so, dass lieber die Hinterräder links und rechts durch's Grün hoppeln, der Antriebsstrang aber über dem freien Weg ist. Das ist zwar unbequemer, aber vermeidet eben das "Dreck einfahren".

Für das Problem am Sitz sehe ich aber im Grünstreifen nicht den Grund.
 
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Hi uhai
Also das ist blöd wenn du dafür immer in die Werkstatt musst.
Aber sonst finde ich das nicht so schlimm.

Wenn du die Vorderbremse benutzt geht das gut aufs Lenkkopflager , du musst dann ab und zu schaun ob dein Lenkkopflager kein Spiel hat. Wenn es Spiel hat wird es halt immer mehr und der Dreck kann gut ins Lager gelangen.
Lenkkopflager einstellen ist wirklich simpel.

Mit deinem Sitz weiß ich leider auch nicht weiter, aber ich lasse mich nie wie ein Sack in den Sitz plumpsen das hilft ;)

Und hier kannst du meine Kiste sehen wo alles aufgelistet ist was so nach 13000km gemacht wurde.
https://www.velomobilforum.de/forum/index.php?threads/kettwiesel-evo-steps.63409/

Und das hier KLICK hilft deinem Differential.
 
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denn gerade die Mittelgrünstreifenwege sind echt doof - durch die Bauweise des Kettwiesel hängt der Antriebsstrang ja genau im Grün und man sieht nicht, was man sich da alles an Dreck reinfährt
Hallo in die Runde,
@uhai hat geschrieben eine Rohloff Schaltnabe an seinem EVO-Steps zu besitzen, diese habe ich auch.
Da hängt nichts.
Ich fahre auf meiner täglichen Therapierunde (40-50 Km) problemlos durch Wald und Wiesen.
Übrigens habe ich mein Stahlwiesel, auch keine Probleme gehabt, von 2003-2015 und dann an meine Tochter weitergegeben, mit vielen tausenden Km.
Mein neues Kettwiesel EVO hat auch schon wieder einige tausend Km auf dem Display.
Ich bin als gelernter Mechaniker in der glücklichen Lage viele Serviceaufgaben aus dem Rollstuhl zu bewältigen. Beide Kettwiesel haben selten ein Werkstattbesuch gehabt.
LG Norbert
 
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Hallo,
ich hatte mich auf den Titel bezogen, wo Hase mit Anfälligkeit bzw. Verschleiß betitelt worden ist.
Ich hatte nur meine Langjährige zufriedene Erfahrungen geschildert.
N.
 
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Seit etwas über 4.000 km habe ich den textilen Spritzschutz unter dem Sitz. Der deckt das Lenkerlager und die Schaltnabe ab. Ich denke, das müsste als Schutz ausreichen.
Allerdings nicht für das Differential. Dort sind Gummibalgs (stimmt das so?) verbaut, die evtl. nicht dicht genug schließen?

Ich bin im Moment unsicher, ob ich das Evo nicht besser zurückgebe... wenn es ein Montagsmodell ist, dann müssten die Ausfälle ja irgendwann aufhören. Es freut mich, das meine Erfahrungen wohl nicht typisch sind....

Und etwas Schraubererfahrung habe ich, eine Mechanikerausbildung noch nicht. Das könnte ich in meinem Ruhestand ja noch machen....
 
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Ich lese seit Jahren hier im Forum von Fahrer die an ihren Fahrzeugen montieren, ob diese alle eine spezielle Ausbildung besitzen kann ich nicht beurteilen. Anscheinet „Learning bei Doing“ man müßte nur machen, so lernt man sein Fahrzeug besser kennen, ob Velomobil, Trike, Liegerad.
Frohes schrauben
Norbert
 
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Ich bin im Moment unsicher, ob ich das Evo nicht besser zurückgebe...
Dies hielte ich für keine gute Idee, das Rad hat jetzt seine Schwachstellen nach Auslieferung gezeigt und diese wurden behoben. Da andere diese speziellen negativen Erfahrungen so mit deinem Modell nicht gemacht haben, scheint es kein grundsätzliches Problem zu sein und letztendlich: irgendwas ist immer!

Sofern ich keine Flitzekiste für geleckten Asphalt unter dem Hintern habe erwarte ich von jedem Fahrrad, dass es Feldwege locker weg steckt. Permanent im Alltag über Schlaglochpisten ist sicherlich auf Dauer ein KO-Kriterium, aber Feldwege, ob asphaltiert, geschottert oder begraster Dreck, das gehört zum Alltag.
 
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hat geschrieben eine Rohloff Schaltnabe an seinem EVO-Steps zu besitzen, diese habe ich auch.
Da hängt nichts.
Ich meinte das mit dem "hängen" nicht wörtlich. :sneaky:

Hier in der Nähe gibt es Stück Radweg mit "Grünmittelstreifen", bei dem sind die geschotterten Anteile links und rechts neben dem Grün vielleicht 20 cm breit und das Grün gute 40 cm, dabei ist es im Sommer ebenso hoch. Ist aber ein offizieller Radweg, ein Abschnitt der "Fietsallee Nordkanal", die von den Niederlanden bis an den Rhein reicht. Wenn man da lang fährt steht das Grün in der Mitte stellenweise höher als sie 20-Zoll-Hinterräder, die Sekundärkette hinten und die Schaltnabe "hängen" daher mittendrin. So meinte ich das.
 
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Seit etwas über 4.000 km habe ich den textilen Spritzschutz unter dem Sitz. Der deckt das Lenkerlager und die Schaltnabe ab. Ich denke, das müsste als Schutz ausreichen.
Könntest du mir das mit ein paar Bildern mal zeigen.
Ich habe heute gemerkt wie mein Sitz von unten und auch an der Lehne durchgeweicht wurde.
Das Drehgelenk vom Unterlenker hat auch jede Menge Dreck abbekommen.
Meine Nabe ist durch den Spritzschutz nur mäßig naß geworden. :)


Edit:
Falls es dieser Spritzschutz hier vom Klimax ist, ist die Frage natürlich schon beantwortet ;)
Bildschirmfoto 2021-09-15 um 20.47.45.png

Bildschirmfoto 2021-09-15 um 20.52.42.png
 
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Sorry, bin gerade beruflich etwas "abgelenkt"...

also bisher habe ich die Schäden bezahlt, weil ich keinen Bock auf Rumgestreite hatte. Waren aber auch nur ein paar euro für die Teile.... den sitz habe ich beim Händler noch nicht als Mangel gemeldet.

Fahrradmechaniker ist sicher noch besser, aber ein wenig schrauben kann ich. Insgesamt haben wir hier 5 MTBs, 3 Liegetrikes, ein Faltrad und bis vor ein paar Jahren noch einen Kinderhänger und ein Add-Bike. Das meiste kann ich selbst....

Die Strecke bin ich auch schon mit dem Tricon gefahren, das mindestens 10.000 km durchgehalten hat. Ketten und Schutzrohr getauscht, sonst nur eine Unterlegscheibe mit Nase. Alles andere ist original. Nur nicht so regelmäßig. Sonst mit Faltrad & S-Bahn, also nicht vergleichbar. Aber mein Brompton hat im Jahr auch ca. 5.000 km durchgehalten.

@Mudgius:
So habe ich das noch gar nicht betrachtet....
@Steinwiesel:
Das sieht schon ähnlich aus, meiner ist nur etwas anders von der Form. und ich habe den unterhalb des Rahmens angebracht, so dass alle Schalt- und Bremszüge, Rahmen und Lager von unten abgedeckt sind. Deshalb ärgert mich das Kugellager auch... Ich will ja nichts unterstellen, aber wenn die Fachwerkstatt beim 300 km-Kundendienst die Lager überprüft hätte, hätte da meiner Ansicht nach nichts reinkommen können....

Alles muss man selber machen.....
 
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