Brevet HaLaRa - Hamburger Langstrecken Radtouren

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Moin,

yepp. Danke. Zum einen, um während der Wartezeit auf meinen nächsten maßgefertigten Lieger schon mal ein schnelleres Rad als mein Flux unter dem Hntern zu haben, und zum anderen, weil ein Tieflieger besser mit anderen Fahrern/-innen unverkleideter sportlicher (Renn-)Räder harmoniert.
 

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Moin zusammen,

Björn und ich haben am letzten Sonntag das gute Wetter genutzt, um mal an die Stör und wieder zurück zu fahren. Für den Hinweg haben wir uns bis Kiebitzreihe an der Streckenführung des 600ers nach Groningen, danach an der des 400ers von Stefan aus Kiel bzw. der alten Strecke von "Rund Hamburg" von Burkhard Sielaff orientiert:
Tour nach Heiligenstedten und retour
Die Strecke führt auf bzw. entlang von Land- und Kreisstraßen, kleinen Wirtschafts- und Deichwegen. In der Stadt geht die Strecke eigentlich über den "Gazellenkamp", aber der BRouter lässt seltsamerweise eine Verlegung der Route darauf nicht zu.
Wir sind die Runde im Uhrzeigersinn gefahren, da es in der Marsch eher offen ist und der Südwestwind auf diese Weise angenehm schiebt. Der Rückweg bietet durch zahlreiche Knicks mehr Schutz, falls es mal kräftiger bläst. In Quickborn haben wir eine kurze Kuchenpause eingelegt.
Fahrtzeit waren etwa 5 h Netto bzw. 6 h Brutto. Anbei noch ein paar Impressionen von unterwegs. Viel Spaß beim nachfahren.
Gruß
Morten
 

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N'Abend,

wir, d.h. Björn S. und ich, haben gerade mal geschnackt, wie man das für morgen avisierte annehmbare Wetter am besten nutzen könnte und uns überlegt, eine Runde über die Hohe Geest u. Basedow nach Lauenburg zu fahren. Dort würden wir die Elbe überqueren, um anschließend am Elbdeich entlang zurück bis Geesthacht zu fahren, dort wieder die Elbseite zu wechseln um durch die Vier- und Marschlande schließlich nach Hamburg zurück zu gelangen. Startzeit würde später Vormittag werden, sodaß man noch relativ entspannt frühstücken könnte, um dann diese gut 120 Km lange Runde in Angriff zu nehmen. Falls noch jm. Interesse hat, mitzufahren, einfach hier melden oder mich morgen ab 8 Uhr anrufen.
Über weitere Mitfahrende auf dieser sportlichen Tour würden wir uns freuen.
Gruß
Morten
 
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Hallo miteinander,

wer sich, so wie ich, nichts aus Sylvester macht, und das neue Jahr sportlich beginnen möchte, für den/die habe ich folgenden Tourenvorschlag für den Neujahrstag:
-Treffen gegen 07:15 Uhr Bhf. HH-Altona am Gleiskopf vor der Autoverladerampe.
-Fahrt per RE6 um 07:40 Uhr nach Husum
-von dort Rückfahrt auf eigenen Rädern ungefähr so: Husum-HH RR 158Km
Über Begleitung würde ich mich freuen.
Gruß
Morten
 

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Moin zusammen,

hier ein kurzer Bericht von der gestrigen Tour:
-nach der Ankunft in Husum habe ich mich spontan entschieden, noch einen Abstecher zum Wasser zu machen, frei nach dem Motto "wenn man schon mal da ist"... . Der erste Versuch führte mich, auf Grund eines fehlinterpretierten Radwegweisers, an den Aussenhafen, wo ein paar Fischkutter lagen. Der zweite Versuch war erfolgreich, auch wenn das Wetter leider sehr trübe war und den Blick über den Hever stark begrenzte. Zunächst ging es auf kleinen Wirtschaftswegen und Kreisstraßen mal rechts und mal links parallel zur Marschbahn Richtung Süden, um schließlich Koldenbüttel zu erreichen. Die dort auf einer Warft stehende Kirche St. Leonhard entstand um das Jahr 1200 und unter dem Altarraum entsprang eine Süßwasserquelle. Am Zusammenfluß von Treene und Eider passierte ich Friedrichstadt mit seinen pittoresken Grachten und Häusern der dort im 17 Jhdt. u.a. aus den Niederlanden angesiedelten Religionsflüchtlingen. Die "Stadt der Toleranz" ist auf jeden Fall einen ausführlicheren Besuch wert.
Da ich jedoch noch einige Km vor mir hatte, konnte ich nur ein paar flüchtige Eindrücke gewinnen, bevor ich mich wieder auf den Weg machte.
Weiter ging es über die Eider und an ihr entlang, wobei sie sich hinter ihrem Deich versteckt. Mit rund 188 Km war die Eider (bis zum Ende des 19 Jhdt., d.h. bis zum Bau des "NOK"), der längste Fluß in Schleswig-Holstein und ist Teil verschiedener Verbindungen in den Ostseeraum.
Schon bald bog die Route von ihr weg, um via Hennstedt, Osterrade und Tellingstedt zum Nord-Ostsee-Kanal bei Fischerhütte zu führen. Die Geest zwischen Heide und Itzehoe ist durchzogen von zahlreichen Flussniederungen, hat aber auch einige kleine "Hügelchen" zu bieten, die von der Route mitgenommen werden. Interessant zu sehen war es, daß das zur Ausarbeitung der Strecke im BRouter gewählte Profil "RR mit sehr wenig Verkehr" wirklich konsequent abseits von grösseren Straßen verläuft, auch wenn dies bedeutet, einige Abschnitte auf mehr oder weniger guten Doppelspur-Betonbahnen zu radeln. Für RR mit schmalen Reifen waren diese Teilstücke häufig nicht geeignet, selbst ich wurde, trotz der am Wolf montierten Ballonreifen, gut durchgeschüttelt. Die Oberflächen selbst waren jedoch stets befestigt und die reizvolle Landschaft bot eine gewisse Entschädigung für dieses Ungemach. Positiv ist mir auch aufgefallen, das grössere Städtchen, wie z.B. Kellinghusen oder Quickborn, am Rande umgangen wurden. In Brande-Hörnerkirchen konnte man bei Einsetzen der Dämmerung sorgar einen Hauch von Abendsonne zwischen den Wolken erspähen. Über Tangstedt/Pinneberg und Ellerbek ging es schließlich von Nordwesten nach Hamburg hinein und um 19:15 Uhr war ich wieder zuhause. Auch wenn das Wetter nicht unbedingt zum Radeln eingeladen hat, überwog am Ende das gute Gefühl, dennoch ein paar schöne Eindrücke mitgenommen zu haben.

Gruß
Morten
 

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N'Abend,

da daß Wetter für diesen Samstag (08.01.) sonnig zu sein verspricht, und ich gerne mal wieder Richtung Norden fahren möchte, habe ich eine VM-Tour von mir als Inspiration genommen und möchte Euch folgende Tour vorschlagen:
Burgstraße-Segeberger Forst 141 Km
Ich würde gerne spätestens um 09 Uhr starten, als Reisetempo stelle ich mir etwas so um 25 km/h +/- 2-3 Km/h vor.
Frage ist nur, wie herum man die Tour am besten fährt.
Der Wind kommt aus Süden/Südwesten und es soll auf der Strecke im Osten über den Klingberg gehen.
Was meint Ihr dazu bitte?
Dank&Gruß
Morten
 

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Hallo,

bisher sind wir zu zweit und wir werden die Tour morgen gegen den Uhrzeigersinn fahren. Weitere Mitstreiter/-innen sind herzlich willkommen.
 
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Moin,

nachdem ich um kurz nach 09 heute morgen losgekommen bin, führte mich der Weg erstmal Richtung Stadtpark und weiter zum Ohlsdorfer Friedhof, welchen ich dieses Mal jedoch rechts liegen ließ. In Wellingsbüttel bin ich über die Alster auf die Alte Landstrasse gewechselt und sah im Rückspiegel einen RR stetig näher kommen. Da ich glaubte etwas spät dran zu sein, zog ich das Tempo an. Auf dem nun folgenden leichten Anstieg übernahm der RR jedoch die Führung, welche ich erst auf der Abfahrt zur Mellingburgbrücke zurückgewinnen konnte. Dummerweise geriet ich kurz vor dem vereinbarten Treffpunkt mit meinem Mitfahrer in Duvenstedt in einen Stau, der sich hinter einem mit 25 Km/h dahin zuckelnden Radlader gebildet hatte. Letztendlich konnten @loursblanc und ich uns gegen 10 Uhr gemeinsam auf die weitere Strecke zum Klingberg begeben. Nach einer kleinen Pause zum genießen der Aussicht machten wir uns auf die Abfahrt. Der gute Aerodynamik des Lowracers wurde dabei wieder mal recht deutlich demonstriert und ich musste ordentlich kurbeln, damit ich an diesem dranbleiben konnte. Unterwegs begegneten wir immer mal wieder einigen RR, welche ebenfalls das gute Wetter ausnutzten.
Auf dem kurzen Stück entlang der B432 testete ich den Rad-/Fußweg, während sich @loursblanc für die Fahrbahn entschied. Das ging aber ebenfalls ohne Probleme. In Leezen konnten wir zu unserer Erleichterung auf eine ruhige Kreisstraße abbiegen, welche uns nach Wahlstedt brachte. So langsam kämpfte sich die Sonne durch die Wolken und es kam die Idee auf, nachzuschauen ob das Cafe in Heidmühlen geöffnet hat. Die K102 durch die Nordostecke des Segeberger Staatsforst war ein Genuß und die uns passierenden Autos hielten jeweils großzügigen Abstand. Leider ist das Mühlencafé den Winter über geschlossen und wird erst Ende Februar wieder aufmachen. Da wir ausreichend Verpflegung dabei hatten, war das kein großes Manko. Auch die weitere Strecke Richtung Stellbrookmoor und dem Wildpark Eekholt ist wunderschön und wir nutzen die Gelegenheit, um zur (Strecken-)Halbzeit eine Pause zur Stärkung zu machen.
Obwohl die Baustelle auf der K111 in Bad Bramstedt schon gut voran gekommen ist, hatten wir doch noch ein rund 100 m langes Stück mit festem Sand zu passieren. Das ging leidlich. Ein im Ort angesteuerter Bäcker hatte gerade zugemacht, also hieß es auch hier weiterzufahren.
Via Heidmoor ging es zur B4 und anschliessend nach Alveslohe. Dort hätte uns der Track eigentlich nach Ulzburg und Norderstedt geführt.
Nach kurzer Diskussion entschieden wir uns jedoch nach Süden Richtung Quickborn zu radeln, da von dort der Heimweg in den Hamburger Westen noch längere Zeit ohne lästigen Stadtverkehr machbar ist.
In Höhe des Gutes Wulfsmühle trennten sich dann unsere Wege und ich folgte zunächst aus der Erinnerung der Strecke Richtung Ellerbek vom letzten Samstag. Dort verlor ich diese jedoch und landete an der Autobahn-Anschlußstelle Halstenbek-Krupunder.
Nur noch Hauptstraßen zu fahren sagte mir auf keinen Fall zu, daher warf ich irgendwann entnervt die Routing-Funktion meines Navis an, um mich nach Eidelstedt durchschlagen zu können. Kurze Zeit später befand ich mich bereits in vertrautem Gebiet und fand alleine zur Osterstraße bzw. auf der Strecke vom letzten Samstag zurück. Dabei war mir u.a. der zum Wohnhaus ausgebaute Wasserturm in Stellingen mit seiner markanten Silhouette eine gut sichtbare Wegmarke und ich konnte endlich mal bei Tageslicht ein Foto von diesem machen. Der Rest war ein Klacks, nur der Demozug der Impfgegner entlang der Binnenalster bedeutete nochmal, eine parallele Strecke zu finden. Insgesamt bin ich diesmal schneller unterwegs gewesen, merke aber auch, daß ein Tempo von 30 Km/h gegen den Wind mit dem AT2 deutlich anstrengender als z.B. mit dem zuvor gefahrenen Baron ist. Dennoch möchte ich diesen flotten und doch komfortablen Sporttourer nicht mehr missen.
Anbei noch ein paar Eindrücke von der Tour.
Gruß
Morten
 

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Hallo,

08.01.22 es hat 2 Grad Celsius, wir treffen uns am Eiscafé...

start.jpg

Klingenberg:

IMG_1724.jpeg

Ein paar Fahrtaufnahmen....:

IMG_1728.jpeg

Zuerst noch Nasskalt,

IMG_1730.jpeg

dann im Sonnenschein:

IMG_1732.jpeg

IMG_1733.jpeg

Und noch die Adresse des leider bis zum 06.02. geschlossenen Cafés: Click!

Vielen Dank an Morten für die schöne Tour!

Cornelius
 
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Hallo,

was tut man, wenn die zündende Idee für eine Tour auf sich warten lässt? Eine Lösung ist, in seinem Archiv zu graben. Dabei stieß ich auf eine Strecke, die ich eigentlich für die Heimfahrt von der Inspektion meines Reiseliegers in Hannover nach Hamburg entworfen hatte. Da mich damals jedoch mein Laufradbauer netterweise höchstselbst aus der Stadt eskortiert hat, bin ich anders als geplant gefahren.
Beim näheren hinsehen erschien mir dieser Entwurf jedoch zu sehr auf Landstraßen zu verlaufen. Auf der Suche nach Alternativen erinnerte ich mich der Radweit-Webseite, deren Strecken zwar eigentlich für Trekking-/Reiseräder gedacht sind, die aber mit den dicken Reifen am Wolf dennoch gut zu fahren sein dürften. Da eine Digitalisierung nur stellenweise auf GPSies erfolgt ist, habe ich die Route einfach an Hand der Karte im BRouter nachgezeichnet.
Die Anreise nach Hannover erfolgte am Sonntagmorgen per Zug und um kurz vor halb 11 Uhr machte ich mich auf den Weg. Radweit führt einen mit Hilfe von Straßennamenkürzeln auch durch große Städte und das klappt erstaunlich gut.
Nachdem ich den Mittellandkanal, mit 324 Km die längste Wasserstraße Deutschlands von West nach Ost, passiert hatte, ging es durch ruhige Wohnviertel Richtung Norden aus der Stadt. Eigentlich ist die Streckenführung recht eindeutig. Wenn man jedoch, wie ich, der Radverkehrsführung folgt, landet man auch mal woanders, als wo man hin möchte. So lernte ich unfreiwillig die Silberseesiedlung kennen und war darum bemüht, schnell wieder auf meinen Track zurückzukommen. Nachdem man Langenhagen hinter sich gelassen hat, folgt die Route durch Wiesen, kleinen Wäldchen und an Seen vorbei dem Tal der Wietze. Dabei wechseln sich Abschnitte mit Asphalt mit solchen aus (festem) Sand-/Schotter ab.
Kurz vor Bissendorf verlässt man die Wietze, um fortan vorwiegend auf Kreisstraßen parallel zur Heidebahn unterwegs zu sein. Ab Grindau bzw. Schwarmstedt geht es dann parallel zur Leine bzw. Aller, deren Täler übrigens auch eine tolle Verbindung von der Weser bis zum Harz darstellen.
Ab Hodenhagen verläuft der Weg über Betonstraßen und asphaltierte Wirtschaftswege im Bogen nach Walsrode. Eine unangenehme Überraschung bedeutete unterwegs die Überführung über die A27, deren Rampen noch mit Kopfsteinpflaster ausgelegt sind.
Da waren die Ballonreifen am Wolf echt Gold wert, auch wenn man nur langsam drüberweg geholpert ist.
Je näher man Walsrode kam, desto welliger wurde das Gelände.
DIe Durchquerung des Städtchens selbst ist recht unspektakulär und mit Spannung erwartete ich den Anstieg nach passieren des "Weltvogelparks Walsrode". Dieser ist mit rund 4000 Exemplaren aus allen Kontinenten und Klimazonen einer der artenreichsten Zoos weltweit.
Als ich das letzte Mal mit dem Reiselieger hier vorbei gekommen bin, ist es mir nur im allerletzten Gang gelungen, den Hügel zu bezwingen.
Dieses mal war ich komfortable 5 Gänge vom kleinsten Gang entfernt. Die gut 9 Kg Gewichtsdifferenz zwischen dem Wolf und dem Reiselieger haben dabei sicherlich einiges ausgemacht. Insgesamt ist der Alpentourer, wie der Name schon sagt, eher ein "Bergfahrrad".
Passagen mit strammen Gegenwind bremsen einen dagegen etwas stärker aus, als wenn man z.B. auf einem Lieger mit flacher Lehnenneigung und mit Tillerlenker unterwegs wäre. Aber gerade die moderat sportliche Sitzhaltung und der bequeme Spannsitz sind, was einen deutlich komfortabler längere Strecken zurücklegen lässt, ohne das man z.B. eine Kopfstütze oder eine Federung vermissen würde.
Ab Höhe Visselhövede biegt die Route nach Nordosten ab und führt via Neuenkirchen nach Schneverdingen. Dabei hatte ich das ein oder andere "Déjà vu", lagen doch am Wegesrad immer wieder Stationen, bei denen wir auf der anlässlich des Winterpokals von @DeutscherDiesel und @Hardy veranstalteten Ralley die ein oder andere kniffelige Frage beantworten mussten.
Ab Schneverdingen verläuft die Radweitstrecke eigentlich nach Finkenwerder. Daher folgte ich, um zu den Elbbrücken in Hamburgs Osten zu gelangen, nun der Empfehlung von @speedmanager via Wintermoor, Welle, Handeloh, Wörme und Weihe nach Jesteburg.
Auf dem gut ausgebauten Radweg entlang der L213 gelangte ich bis kurz vor Hittfeld, wo ich nach Maschen abbog.
Dieses Mal umging ich jedoch das kleine Hügelchen bei Glüsingen, indem ich den kleinen Wirtschaftswegen Richtung Klärwerk Seevetal folgte. Die Unterquerung der A1 bot nochmal ein paar wenige Meter Kopfsteinpflaster. Am Pulvermühlenteich vorbei stieß ich auf den Rangierbahnhof Maschen und fuhr danach am Seevekanal entlang, um durch Harburg und über Wilhelmsburg nach Hause zu gelangen. Um kurz vor halb Acht Uhr schob ich den Wolf nach rund 175 Km in den Fahrradkeller. Das frühe Aufstehen hatte sich m.M. gelohnt, denn trotz des grauen Himmels und einiger "Huscher" konnte ich wieder mal einige hübsche Ecken in unserem Nachbar-Bundesland erkunden. Anbei noch ein paar Impressionen sowie die Strecke zum nachfahren.

Gruß
Morten
 

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N'Abend Fans langer Strecken,

die (Cyclo)Cross-Saison ist zwar noch nicht ganz zu Ende, aber man kann ja nicht früh genug damit anfangen, sich schon mal auf die kommende Brevet-Saison zu freuen und diese zu planen - das verkürzt die Wartezeit. Folgende Termine stehen demnächst an:

26.02.2022 "Rund um das Dorf Berlin"
Dazu kann Mann/Frau an jedem beliebiebigen Ort auf die Strecke gehen.
Jeder fährt für sich, eigenständig und selbstverantwortlich.
Wer danach in die Wertung auf der HaLaRa Webseite aufgenommen werden möchte, der schicke bitte eine E-Mail mit "Beweisfotos" ausgewählter Orte an Gerald (E-Mail Adresse z.B. unter Menüpunkt "Aktuell" zu finden).
Ich selbst könnte mir vorstellen, z.B. um 08 Uhr morgens in Lentföhrden auf die Runde einzubiegen.
Wir würden uns über möglichst viele Mitfahrende freuen.

05.03.2022 "Brevet Rund um die Schlei"
Auch ein Klassiker und ein guter Ersatz für die leider dieses Jahr ausfallenden Brevets von Stefan ab Kiel.
Bitte findet dazu die Strecke vom letzten Jahr im Anhang.
Ich hoffe, daß wir dann mehr Glück mit dem Wetter haben werden.
Und viell. sind ja auch @Pauli und weitere Fahrer/-innen aus der Region mit dabei.

Allzeit gute Fahrt & viele Grüße
Morten
 

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N'Abend,

Gerald hat noch eine Änderung der Strecke zu "Rund um das Dorf Berlin" geschickt:
Zitat
Moin, moin,

es hat viel Wasser gegeben in der letzten Zeit.
Damit wir bei Pronstorf nicht wieder waten müssen, habe ich den Track auf den ersten 40 km leicht verändert. Ansonsten wie 2020.

RUB wird in diesem Jahr wieder ein Einzelzeitfahren, bei dem das Windschattenfahren nicht kontrolliert wird.

Alle Einzelheiten findet ihr hier: http://halara.audaxclub-sh.de/aktuell/
Zitatende
Seht dazu auch das Foto und den modifizierten Track anbei. Da, wo "die Drei von der Tankstelle" radeln, ist ungefähr die Straße... .
 

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Moin Morten,

leider kann ich dieses Jahr nicht bei Rund um Berlin teilnehmen, wir fahren nach Bremen zum Rollo essen und zurück an dem Datum. Musste aber an die verrückte Tour letztes Jahr denken, mit Schnee und Kälte. Hoffe dieses Jahr wird es besser ;)

LG und viel Spaß!
 
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Hallo zusammen,

da es heute nur noch etwas über eine Woche bis zu "RUB" hin ist, und man bekanntlich nicht ohne weitere Vorbereitung zu einem Brevet starten sollte, bin ich letzten Sonntag erst per Bahn nach Gardelegen in Sachsen-Anhalt gefahren, um anschließend von dort mit dem Lieger nach Hamburg zurückzufahren. Die Hansestadt ist ein beschauliches Örtchen, in dem sich einige architektonische Relikte aus dessen über 900 jährigen Geschichte bis heute erhalten haben. Durch Eingemeindungen ist es übrigens flächenmäßig, nach Berlin und Hamburg, die drittgrößte Stadt Deutschlands.
Nur 1 Km vom Stadtkern entfernt passiert man den Schauplatz eines der abscheulichsten Verbrechen aus den letzten Tagen des 2. Weltkrieges. In der dort gelegenen Feldscheune Isenschnibbe wurden, nur wenige Stunden vor dem Erreichen der Stadt durch amerikanische Verbände, über 1000 KZ-Häftlinge von deren Wachmannschaften und zahlreiche willige Helfer auf grausame Weise ermordet. Wenn man über das Gelände der hier in späteren Jahren angelegten Gedenkstätte wandert und die zahlreichen Grabgelege des Ehrenfriedhofs überblickt, wird einem bewusst, dass es jedem einzelnen von uns obliegt, deren Mahnung zu beherzigen.
Mein nächstes Etappenziel danach war der Ort Kalbe an der Milde und um dorthin zu gelangen bin ich ausnahmsweise mal der von meiner Radkarte empfohlenen Strecke parallel zum bzw. entlang dieses Flüßchens gefolgt. Der Trampelpfad auf letzterem Abschnitt fuhr sich leidlich und war, neben einigen wenigen Metern kurz vor Alt Garge, die einzige Offroad-Passage auf der ganzen Strecke. An einer Flußkreuzung hat man ein paar Bänke aufgestellt, welche, im Zusammenspiel mit dem leise im Hintergrund plätschernden Gewässer, einen beschaulichen Platz für eine Pause ergeben. Die weitere Route folgt der Kontur des ehemaligen Stadtwalls und so gelangt man zu der östlich des Stadtgebietes gelegenen ehemaligen Wasserburg Kalbe. Auch hier sind einige imposante Reste aus deren Vergangenheit zu besichtigen, wobei der frei zugängliche Burgplatz selbst bis heute bewohnt ist. Auf kleinen Land- u. Kreisstraßen ging es nahezu ohne Verkehr parallel zur B71 weiter Richtung Norden.
Kurz vor Zierau/Kalbe erblickt man schon von weitem die aus dem Jahr 1755 stammende Bockwindmühle, die von dem lokalen Mühlenverein gepflegt wird und welche man bei einem der regelmäßigen Tage der offenen Tür besichtigen kann. Hier empfand ich den Kontrast zu ihren im Hintergrund stehenden modernen Schwestern als besonders stark.
In der Gegend um Lüchow finden sich zahlreiche Rundlingsdörfer, wo die dortigen (Bauern-)Häuser einen runden oder ovalen Platz umschließen, auf den einstmals nur ein Zugang führte. Diese Siedlungsform wurde ab der Karolingerzeit planmäßig im (damals) slawischen Grenzgebiet angelegt und findet auch heute noch in Einzelfällen Anwendung. Besonders gefallen hat mir daran, das die Dorfgemeinschaft einen zentral gelegenen Begegnungsort hat und das die Ver- und Entsorgungswege sehr kurz sind.
Auf dem Weg nach Thurau passiert man ein weiteres historisches Relikt, wenn auch diesmal aus der jüngeren Vergangenheit. Hierbei handelt es sich um den "Aufklärungsturm B", welcher in der Zeit des Kalten Krieges zur Überwachung des Luftraums entlang der innerdeutschen Grenze diente. Da ich hier ein Stück zu Fuß ging, um die Durchblutung in meinem linken Fuß wieder anzuregen, konnte ich einen längeren Blick auf dieses Gebäude werfen, welches mich an einen in die Luft stechenden Finger erinnerte.
Ein paar Kilometer vor Dannenberg/Elbe sieht man in der Ferne die markanten Spitzen des die Silhouette der Stadt prägenden Waldemarturms und der St. Johanniskirche. Hier mogelte ich mich jedoch am Ortsrand vorbei, begierig darauf, endlich bei dem im nächsten Örtchen (Hitzacker) gelegenen Bäcker Station machen zu können, um ein paar dringend benötigte Kalorien nachzufüllen.
Zu so später Stunde, es mag kurz nach 16 Uhr gewesen sein, war das Kuchenbuffet zwar schon arg durch Einheimische und hungrige Touris wie mich geplündert, aber es fand sich doch noch das ein oder andere süße Kleingebäck.
Frisch gestärkt machte ich mich bei einsetzender Dämmerung erneut auf den Weg, um die zahlreichen Hügel(chen) der hohen Elbuferstraße in Angriff zu nehmen. Das Wolf&Wolf stellte dabei ein weiteres Mal bravourös seine Kletterfähigkeiten unter Beweis und so konnte ich diesen Abschnitt flugs hinter mich bringen. Bleckede und Hohnstorf flogen im Dunkeln vorbei und erst die auch Nachts beleuchtete Windmühle in Artlenburg weckte mein fotografisches Interesse. Trotz modernster Technik im smarten Mobiltelefon ist es, ohne entsprechende App oder Kamera, garnicht so einfach, hiervon eine vernünftige Aufnahme zu erhalten, die alle Details einfängt bzw. wiedergibt. Naja, seht selbst.
Der Weg entlang des Deiches zur Elbbrücke bei Geesthacht hatte noch einige Längen, aber in den Vier- und Marschlanden angekommen wusste ich, daß es nicht mehr weit bis nach Hause sein würde. Ein abwechslungsreicher Tag bei bestem Wetter fand gegen 22 Uhr, d.h. nach gut 12 3/4 h und rund 212 Km auf dem Rad, seinen erfolgreichen Abschluss. Die Erfahrung, über seine bekannten Reviere hinauszugehen, kann ich nur empfehlen. Anbei noch ein paar Fotos von unterwegs sowie der Track der gefahrenen Strecke. Wer übrigens nicht ganz so weit fahren möchte, der kann ab Dannenberg die Bahn via Lüneburg gen Heimat nehmen.

Bonne route et bon courage!
Morten
 

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Hallo zusammen,

um es vorweg zu nehmen, wir sind bei "RUB" trockenen Fußes wieder ins Ziel gekommen. Wir, daß sind Günther S. und ich gewesen, wobei sich mein Mitfahrer relativ spontan am Freitag Abend bei mir gemeldet und sich auf halbem Weg der Anreise (per AKN, auch ich werde älter) nach Lentföhrden dazugesellt hat. Es war gerade richtig hell geworden, als wir morgens um kurz nach halb Acht aus dem mollig warmen Zug gestiegen sind. Auf den Pfützen war Eis und Günther drängte zum Aufbruch, da es schlicht zu kalt zum herumstehen war. Ausser etwas Rauhreif auf den Brücken waren die Straßen ansonsten aber trocken und es herrschte noch recht wenig Verkehr.
Über Schmalfeld ging es nach Hartenholm, wobei wir zuerst fast an der dortigen Kontrollstelle, der Bäckerei Michely, vorbei gefahren sind. Da uns noch nicht nach einer Rast war, schoss ich nur ein kurzes Foto und weiter ging's. In Todesfelde trafen wir gegen halb 9 Uhr auf das erste Trio von uns entgegen kommenden RRlern, wobei sich dies als Gerald und zwei weitere bekannte Gesichter entpuppte. Ich hatte mich entschieden, die Runde gegen den Uhrzeigersinn zu fahren, da ich so hoffte, möglichst oft solche Begegnungen mit weiteren Teilnehmenden zu erleben.
Hinter Schwissel ging es hinunter ins Travetal und am Wehr der Herrenmühle schäumte der gleichnamige Fluß wild über seine Ufer. Auf dem Weg wieder hinaus könnten wir durch die noch unbelaubten Knicke immer wieder einen Blick auf die Auen rechts und links der Trave erhaschen, welche noch immer grossflächig unter Wasser standen.
Gegen 10 Uhr wollten wir in Westerrade eine erste Pause einlegen. Dazu hatte ich einen Einheimischen angesprochen, der uns bei dem Herumirren im Dorfe begegnete. Zufällig geschah dies an der Absperrung der K95 nach Pronstorf und dieser versicherte uns, daß die Kreisstraße auf Grund der vergangenen Niederschläge weiterhin unpassierbar wäre. Nachdem dies geklärt war und ich ihn nach einem Bäcker fragte, zeigte er auf ein "Lotto"-Schild und meinte, daß dort ein Dorfladen ist. Und tatsächlich, durch diesen glücklichen Umstand fanden wir uns Augenblicke später in einem schnuckeligen kleinen Lädchen wieder, der Konsum, Bäckerei, Fleischerei, Poststelle und Getränkemarkt in einem war und in dem es wie an der Ausflugöffnung im Bienenstock zuging: ein ständiges Kommen und Gehen. Frisch gestärkt und mit einem belebenden Heißgetränk im Magen ging es eine halbe Stunde später weiter. Auf dem Weg Richtung Osten begegneten uns noch eine grössere Gruppe von etwa 1/2 Dutzend RR, ein weiteres Trio und noch der ein oder andere Einzelfahrer. Zwischen Reinsbek und Dissau konnten wir von den Hügeln einen kurzen Blick auf die (Kirch-)Türme von Lübeck in der Ferne werfen, bevor die Strecke Richtung Nordosten abbog.
Die Route führte dann parallel zum Schwartautal Richtung Norden und wir näherten uns dem eigentlichen Start- und Zielort, dem Schloss in Eutin.
Da die Turmuhr bei unserem Eintreffen gerade Mittag schlug, entschieden wir uns zu einer weiteren Rast. Das Schloss geht auf eine mittelalterliche Burganlage aus dem 12 Jhdt. zurück und wurde bis in das 20. Jhdt. hinein bewohnt. Beim Blick auf die Fassaden der einzelnen Gebäude, die Fasaneninsel im Großen Eutiner See und die vorbei flanierenden und radelnden Leute konnte man es in der Sonne schon recht gut aushalten. Leider schlug die Glocke unerbittlich ihren Ton und erinnerte uns daran, daß auch für uns die Zeit (davon)lief. So machten wir uns eine gute halbe Stunde später erneut auf den Weg, diesmal Richtung Westen. Kurz vor Thürk begegnete uns das Trio um Gerald und Co. ein zweites Mal, anscheinend waren diese recht flott unterwegs.
Bei Stadtbek gelangten wir an das südliche Ende des großen Plöner Sees, wo am Nordufer die weiße Silhouette des Plöner Schlosses zu uns herüberblinkte. Auch fand sich dort ein Wegweiser zum Dorf Berlin, welches wir dieses Mal lediglich grossräumig umrundeten.
Die Jahre zuvor hatte uns die Strecke auch durch diesen Ortsteil von Seedorf geführt.
An Dersau vorbei radelten wir nach Wankendorf, wo wir bei der Bäckerei Bosmann einen Kuchenstopp einlegten, der für mich nicht ohne Folgen bleiben sollte. Der Kuchen war jedenfalls lecker.
Hinter Schillsdorf hielt ich das Grummeln im Gedärm nicht länger aus und musste mich spontan hinter einem Knick erleichtern. Der Genuss einer Vanillemilch zu dem Kuchen war eindeutig ein großer Fehler gewesen, da der darin enthaltene Milchzucker eine durchschlagende Wirkung entfaltet hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert ging es via Negenharrie nach Bordesholm. Zu unserem Glück hatte der erwartete Gegenwind auf dem vorangegangenen Abschnitt der Route durch die vielen Zickzackschläge nicht ganz so zum Verdruss geführt, sondern war auch für Günther auf seinem RR problemlos zu meistern. Nun radelten wir in Richtung Südwesten und die immer tiefer stehende Sonne blendete ein wenig. Zwischen Krogaspe und Wasbek begegneten wir noch einmal dem zweiten Trio von RRlern, welches auch die letzte Begegnung mit Teilnehmenden auf der Strecke war.
Ab Enndorf sind wir parallel zur Stör gefahren, welche hier noch ein kleiner Bach ist. Doch die erste Querung selbiger kurz vor Arpsdorf machte deutlich, daß auch dieser Fluß derzeit Hochwasser führte. Die kleine Brücke war zwar trocken, aber auf beiden Seiten war die Stör mehrere Meter über das übliche Bachbett hinausgewachsen. An der nächsten und grösseren Brücke bei Willenscharen hatte die Stör die in den Auen neben der Straße gelegenen Weiden gut zur Hälfte überspült, so daß sich das Vieh im verbliebenen Rest zusammendrängte. Ich war "die paar Hügelchen" unterwegs wohl mit zu viel Nachdruck angegangen, denn ich merkte nun immer stärker ein heftiges Ziehen kurz vor dem linken Knie. Jedesmal, wenn ich nach einem kurzen Stopp wieder weiterfahren wollte, musste ich das Gelenk erst mühsam wieder in Wallung bringen, bevor ich einigermaßen auf Touren kam. Das Wasser der Stör stand inzwischen fast an der Straße.
Mit den letzten Strahlen der Abendsonne erreichten wir Kellinghusen und, nach passieren der Bogenbrücke bei Wittenbergen, sahen wir, daß das Wasser hier fast bis zu den ersten Häusern vom Nachbarort Auufer stand. In der zweiten langen Kurve der L171 verlangte die Natur bei mir nochmal ihr Recht und wir entschieden uns spontan zu einer weiteren kurzen Rast. Diese währte ob des Windes und der Kälte jedoch nicht lange.
Wir hatten beide so langsam genug und waren uns einig, die letzten rund 20 Km bis zum Bahnhof in Lentföhrden möglichst zügig hinter uns zu bringen. Einander in der Führung abwechselnd klappte das auch recht gut und gegen Viertel vor Acht waren wir, nach zwei verfrühten Abbiegemanövern, schließlich wieder an der Bahnstation angelangt, von der wir am Morgen gestartet waren. Insgesamt waren es 206 Km, die wir gemeinsam unter die Räder genommen haben und deren Strecke uns über eine abwechslungsreiche Topographie geführt hat.
Wer übrigens nur Teile davon fahren möchte, der findet z.B. auch in Eutin, Neumünster oder Wrist geeignete Anschlussmöglichkeiten per Bahn.
Anbei noch ein paar Impressionen von unterwegs.

Viele Grüße & allzeit gute Fahrt
Morten
 

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N'Abend zusammen,

leider bin ich letzte Woche arbeitsmäßig etwas "im Stress" gewesen, daher erfolgt dieser Bericht erst jetzt.
Am Wochenende 12./13.03. herrschte Wind aus östlichen Richtungen, für mich also eine Gelegenheit, mal eine "B-Tour" nach Cuxhaven zu radeln.
Sonst ist man ja i.d.R., auf Grund des vorwiegend aus westlicher Richtung kommenden Windes, gezwungen, entweder "gegenan" oder erst per Bahn nach Cuxhaven u. dann zurück zu fahren.
So ging es entspannt zur Fähre an den Hamburger Landungsbrücken, von wo ich mit der HADAG nach Finkenwerder übersetzte. Von dort fuhr ich am Gelände des Airbuswerkes vorbei bis zum Ende des Neßdeiches. Durch Obstplantagen gelangte ich nach Neuenfelde.
Um nicht entlang der stark befahrenen und landschaftlich etwas eintönigen L140, dem sogenannten "Obstmarschenweg", radeln zu müssen, bog ich kurz hinter dem Abzweig nach Rübke nach rechts ab, um auf einer ruhigen Deichstrasse parallel zum Fluss Este zu fahren. Dort wechseln sich mit Schilf bestandene Auen mit Obstplantagen ab. In Hove stösst diese wieder auf die L140, wo selbige die Este auf einer Brücke überquert.
Hinter dem "Königreich-Westermoorender Wettern", einem kleinem Entwässerungskanal, schlug ich mich erneut in die Obstplantagen, um parallel zur L140 weiterzufahren. Dabei kam ich u.a. an der Kirche St. Matthias zu Jork vorbei. Wie bei vielen Kirchen in der Marsch steht auch hier der hölzerne Kirchturm separat, da der Untergrund das Gewicht eines steinernen Turmes nicht so ohne weiteres trägt.
Ganz lässt sich die Benutzung der L140 nicht vermeiden. In Guderhandviertel zweigt die Tour dann schließlich Richtung A26 ab, um kurz vor der Autobahnzufahrt nach rechts in weitere Obstplantagen abzubiegen. Durch diese gelangt man bis kurz vor Stade.
Im Gegensatz zum Track schlage ich mich, nach Überquerung der L111, über einen Sandweg in die Stadt. Am Güterbahnhof vorbei überquerte ich auf einer kleinen Brücke die Schwinge und befand mich auf der Güldensternbastion. Hier kann man die Höhe der ehemaligen Wallanlagen der Stadt noch erahnen und radelt, zusammen mit anderen, verkehrsarm ins Zentrum. Weiter geht es am Stadthafen und am alten Schwedenspeicher vorbei, einem Provianthaus der Schwedischen Garnison aus dem 17. Jhdt.. Wir verlassen Stade Richtung Schölisch und Gross-Sterneberg.
Den Radweg entlang der K62 nach Engelschoff sollte man, wenn einem sein Material lieb ist, ignorieren. Auch der Rad-/Fußweg entlang der L113 nach Großenwörden ist nicht wirklich toll. Zum Glück endet das Elend bald danach und auf der nur wenig befahrenen Landstraße rollt es dafür um so besser. So kamen mir hier zahlreiche Renn- und andere Radler/-innen mit "Kind und Kegel" entgegen. Am Achthöfener Deich passiert man eine Turmwindmühle ohne Kappe und Flügel. Bei Oberndorf quert der Track die Oste und das kleine Örtchen liegt verträumt an ihrem Ufer. Hier lädt ein überdachter Pausenplatz zur Rast ein. Kurz vor dem Bahnhof Wingst geht es erneut rechts ab, von wo die Route weiter durch die Felder nach Cadenberge führt. Hinter der Schützenstrasse findet sich rechter Hand der "Kiebitzmarkt", ebenfalls im Gebäude einer ehemaligen Turmwindmühle.
Weitere Versorgungsmöglichkeiten liegen direkt am Wegesrand, bevor man sich, nach Querung der B73, erneut in die Felder, Wiesen und Auen schlägt. Auf dem Weg nach Osterbruch überquert man den Hadelner Kanal. Dieser wurde Mitte des 19. Jhdts. erbaut, um zum einen das dortige Sietland zu entwässern, zum anderen, um eine Binnenverbindung für den Frachtverkehr zwischen Elbe und Weser zu schaffen. Da der Kanal nicht mehr offiziell bewirtschaftet wird, dürften die eingeschränkten Maße in Bezug auf Tiefgang und lichte Höhe nur noch die Nutzung durch Sport- und Motorboote erlauben. Früher, d.h. bis in die 50er/60er Jahre, waren hierauf auch Schuten und kleine Kümos unterwegs.
Kurz vor dem Fluss Medem, fast schon in Sichtweite von Otterndorf, geht es links ab. Auf einer Weide tummelte sich eine große Herde Schafe in weiß und braun mit zahlreichen Lämmern. Auf der K9 geht es via Lüdingworth der Küste entgegen. Dabei passiert man rechter Hand erneut eine gut erhaltene Mühle, die ehemalige Bullen- bzw. Steffensmühle, welche heutzutage auf den schönen Namen "Betty" getauft worden ist.
Im Zickzack nähert man sich dem Ziel in Cuxhaven, wobei die Route entlang der Aussenbezirke bzw. dem Stadtrand entlang führt. Kurz vor dem Stadtteil Döse geht es durch ein Wohnviertel Richtung Deich und ins Kurgebiet. Dieser Hochwasserschutzanlage folgte ich nun, um am Ende
hinauf zur Krone zu gelangen, wo sich mir ein weiter Ausblick auf die Mündung der Elbe und das dort gelegene Wahrzeichen der Stadt, die Kugelbake, bot. Mit einer Prise Seeluft in der Nase machte ich mich anschließend auf den Weg zum Bahnhof, um den Zug gen Heimat zu nehmen. Anbei noch ein paar Eindrücke von unterwegs sowie der Track zum nachfahren. Für die ca. 126 Km habe ich mir rund 8 h Zeit gelassen.
 

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