Wenigstens konnte ich an den beiden letzten Inliner-Terminen auf Walldürn dieses Jahr teilnehmen. Beide lagen in den hiesigen Sommerferien und mein Eindruck war, dass sie gut besucht waren. Jetzt diese Woche mussten sogar eine Handvoll Autos auf der Wiese parken, weil der eigentliche Parkplatz am Fliegerstübchen voll war. Ich fand's aber wieder sehr entspannend, Walldürn und Stress, das passt nicht zusammen. Viele Familien, viele Kinder, dafür sind diese Termine ja auch gemacht. Ein Grundschulkind auf einem Roller oder so rief mir später auf der Landebahn zu, was für ein cooles Rad das sei. Freute mich natürlich, für eine gute Antwort war ich aber noch etwas außer Puste vom Zwischensprint zuvor, hoffe aber, mein Kopfnicken und Winken im Vorbeifahren kamen an. Und wie in den letzten Jahren: angepasst im großen Abstand an den Kiddys vorbei fahren und niemanden schrecken. Während eines Abends hier gibt es normalerweise genügend Lücken auf der Strecke, wo man mal für ein paar hundert Meter schnell fahren kann. Intervaltraining.
Ich wollte die Termine hauptsächlich nutzen, um nach dem
Hockenheimring letztens das Trike weiter zu testen und kleinere Änderungen auszuprobieren. Das Trike war mir ja zu laut. Ich bekam es zwar etwas leiser hin, aber völlig zufriedenstellend war das noch nicht. Bei der genauen Analyse des Antriebsstranges bemerkte ich nach Hockenheim etwas, was mir schon vor drei Jahren beim Kauf dieses Second-Hand-Trikes hätte auffallen müssen. Statt mit den Augen prüfte ich den Zugtrum dieses mal mit der Hand, alles anfassen und an allem rütteln. Dem Gaul ins Maul fassen, die kleine hintere Leitrolle, die ansonsten immer unscheinbar aber gut aussah, hin und her zerren, besser spät als nie.
So ein Sechskantlager hatte ich nicht erwartet, vielleicht war die Mutter mal als Spacer gedacht gewesen, dann würde aber der Kettenrohrhalter nicht mehr dazu passen, so wie er gebogen ist. Etwas komisches Puzzle das. Was auch immer.
Ich hatte noch eine ähnliche Leitrolle zu liegen und montierte sie probeweise im Keller, selbst auf dem improvisierten Rollentrainer hörte ich schon den Unterschied. Ich bestellte sofort eine besser geeignete Leitrolle, und diese konnte ich jetzt erstmal auf Walldürn im Fahren testen. Was ein Unterschied! Die Antriebsgeräusche werden ja durch die Motorradabdeckung (Resonanzboden) hinterm Sitz nochmal verstärkt. Aber mit der neuen Leitrolle klingt das alles wunderschön, wie ein Bienenstock im Sommer, der von hunderten kleiner Flügel ventiliert wird, um mal ein etwas blumenfreudiges Bild zu verwenden. Herrlich. Ich denke, ich habe das Trike diese Woche zum ersten mal so gehört, wie es klingen sollte und möchte. Und dennoch. Bei der Analyse des Antriebs kam ich immer mehr zu dem Schluss, dass die Kettenführung mit Rollen und Rohren für ein Renn-Trike überbestimmt ist. Da könnte einiges an Rohr weg, wenn die Kette auch nochmals zwei andere Leitrollen bekäme. Lieferung dürfte nächste Woche ankommen. Spannend. - Die weiteren nach Hockenheim geplanten Änderungen sind alle gemacht (neues Alu-Rohr für die Kopfstütze gebogen, zweiten Flaschengepäckträger auf Antriebsseite montiert, Winkelscheiben der Klemmung der Motorradabdeckung spitzer geschliffen). Neue Gesamtgeräuschbewertung aber erst nach Überarbeitung des Antriebs.
Auf einem dieser Zwischensprints konnte ich bei Gegenwind (Windsack am Flugplatz) auf ca. 200 Metern zwischen 38 und 39 km/h halten (Strava nennt zwar eine maximale Geschwindigkeit von ca. 44 km/h, aber sowas würde ich mittlerweile nur glauben, wenn es ich es auf den Tacho über eine gewisse Distanz selber sähe; Messung war per Sensor, nicht per GPS). Seit dem Winter hatte ich auf dem Liegeradergometer trainiert, horizontal auf Druck wie auf Zug zu pedalieren. Auf Zug war anfangs lächerlich, aber im Lauf der Monate merkten die Muskeln, was ich wollte und sie sollten. Beim Zwischensprinten nun eine überraschende Erfahrung: bei beidseitiger voller Leistung auf Zug richtig sich der Körper vom flachen Sitz auf wie bei Sit-Ups. Die sehr flache Sitzposition geht zwar flöten, aber das Speckröllchen spürt sein inneres Sixpack während es vor Bienen Reißaus nimmt. Literaturisches Facepalm.