Flug-Kohle: Bacchetta CT 2.0

Dieses Mal habe ich sogar an eine Badehose gedacht. Morgen nach Freiburg, dort übernachten. Dann den Rest der Strecke zum Camping am schönen Lago Maggiore.

Die Zeiten, zu denen die einzelnen Wettbewerbe stattfinden, sind ja zum Glück um die Mittagshitze herumgeplant.
Momentan 95 Teilnehmer, davon 15 auf´m Trike, davon wiederrum 6 (!) Frauen.
Ich sollte lieber Solo-Tandem fahren. Dann hätte ich die Klasse für mich... ;)

Und wenn die Gesundheit nicht mitmacht, werde ich faul am Strand liegen, Eis essen und hämisch über die Leutz herziehen, die bei den hohen Temperaturen Sport machen... :p

Ei, morgen geht´s los. Ick freu´ mir!!!
 
Alter Verwalter! Die Reise nach Freiburg war ja schon nicht ohne. Aber der Rest nach Meina mit Stau am Tunnel war heftig. Hungrig und durstig bin ich nun am Campingplatz angekommen.

Hier ist es brüllheiss. Fällt erst auf, wenn man aus dem klimatisierten Auto aussteigt. Um die Heeringe vom Zelt in den Boden zu kloppen habe ich mir einen5 Kilo schweren Stein besorgt. So hart ist der Boden.

Dann zurück zum Stadion zur Abholung der Parkmarke. Und jetzt gammele ich hier herum, bis wieder irgendwelche Geschäfte oder Restaurants öffnen (18:30...).
 
Vorne POSR, hinten dem gastgebenden Land angemessene Vittoria Corsa Graphene Supersprint Energize 3.0.

Quasi das selbe Zeug wie in England. Ich rechne mit realistisch gesehen keine großen Chancen aus. Da brauche ich dann nicht noch gross herumprobieren.

Aber die Location ist toll. Das werde ich voll auskosten. ;-))
 
Heute morgen vor 7 in lauwarmen Wasser geschwommen. Dann zur technischen Abnahme gefahren: alles wunderbar.

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Später bin ich dann mal gucken gefahren ob ich heute Nachmittag in arona auch den Start finde. Jetzt sitze ich im Café und gönne mir ein zweites Frühstück.

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:giggle:Bis jetzt alles vorbildlich. Zeithaltung, Planung, Sicherheitskonzept, alles echt super. Macht Spaß.
Schlimm sind hier nur die Massen an Überholikern. Beispiel? Ein Müll-Laster überholt mich. Abstand reicht. Soweit gut. Aber vor einer nicht einsehbaren Kurve. In der ihm ein Fiat entgegen kommt, der seinerseits einen Rennradler überholt. Und wohin zieht der Mülllasterfahrer? Genau... Vielleicht sehe ich das auch zu pingelig, denn ich lebe noch.
 
Das Rennen (Sprint 100m mit fliegendem Start) war auch gut. Meine Leistung nicht so. 344 Watt als Spitze und ein Schnitt von 30,3, dazu ein peak von 45,x km/h. Mein rechtes Pedal zeichnet immer noch nicht auf weswegen ich die Watt verdoppeln kann. Leider nicht auch die km/h!!!

Ich habe das geheime VM Theta gesehen. Und was die Fahrer damit abliefern... Meine Fresse. Mit über 70 durch die Messestrecke.

Wahnsinn.

Was ich vermisse, sind schnelle Ergebnisse. In Nandax hingen die Ausdrucke abends aus bevor das Rennen offiziell beendet war. Hier? Keine Ahnung wo ich suchen sollte. Auf der italienischen Homepage? Ich frage mich mal durch.
 
Die Anreise begann für mich mit einer halben Anfahrt. Wuppertal nach Freiburg. Dort Zwischenstation in der Jugendherberge. Dann weiter via Zolle (Pickerl!) in die Schweiz und nach einem riesigen Stau endlich durch den St. Gotthardo und damit durch die Berge.
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Ein paar Ansichten oder Ortsbezeichnungen kamen mir bekannt vor. Prima, wenn der personal guide vorab ein paar YT-Videos gedreht hat. (Danke @benparke !)

In Lesa bin ich untergekommen. Kaum 4 Kilometer vom Stadion entfernt.
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Etwas spartanisch, aber mit eigenem eigenem Restaurant und eigenem Sandstrand direkt am See.

Wer einmal morgens um 6 Uhr in handwarmen Wasser geschwommen ist und dabei den Sonnenaufgang genießen durfte, weiß, wovon ich schwärme.
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Ja, Italien. Ein komisches Volk. Auf der einen Seite (gemessen am sehr umfangreichen Restaurantpersonal) unglaublich freundlich und fleißig wie die Bienen. Auf der anderen Seite fast durch die Bank schwanzgesteuert (auch die Frauen!) beim autofahren. Und etwas blind, wenn es um Werterhalt geht. Wie kann man diese wunderbaren Bauwerke so vergammeln lassen?

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Etwas eigenartig waren die Essensgewohnheiten und die Zeiten, zu denen irgendwas passierte. Frühstück aus winzigen Kaffees bestehend und ein Croissant. In Hinblick auf die anstehenden Wettkämpfe habe ich immer drei Sets bestellt und bin jedes Mal ungläubig angeguckt worden.

Dann - so ab 10 Uhr - passiert erstmal nichts. Geschäfte zu, Restaurants zu. Gegen 17 Uhr geht es dann weiter bis in die Abendstunden.

Paßt nicht so ganz zu den Wettkämpfen. Morgens Wettkampf, dann Pause. Beim Sport genau so wie überall. Und was macht man zwischendurch? Nickerchen, Spaziergänge. Bei einem Spaziergang entdeckte ich einen Bezug zu meinem Trike:

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Dann wieder Sport. Grummelnder Magen. Dann duschen, umziehen, Nahrung in für mich normalen Mengen besorgen. Und dann den Wecker stellen für die nächste Frühsport-Einheit. Hm, das war nix für mich, weil ich mich nicht so schnell umgewöhnen konnte.

Abends noch eine Überraschung: ein bekanntes Gesicht auf dem Campingplatz: die Dame, die mir in Nandax anno 2019 nach der technischen Abnahme mein T-Shirt gegeben hat. BTW, sie ist mit ABSTAND freundlicher als das Bild zeigen kann. ;)
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Witzig. Sie und ihr LP haben ja auch teilgenommen. Und nachher am Campingplatz hatten wir noch einen richtig tollen Abend, auf dem in 2-3 verschiedenen Sprachen geradebrecht wurde.

Nach den Wettkämpfen hatte ich noch 2-3 Tage Ruhe vor Ort geplant. Aber vor lauter Planung hatte ich die wichtigen Pillen nicht in passender Menge dabei. Tja. Abreise mit Zwischenstop in Freiburg.

Jetzt bin ich wieder hier, habe nachgetankt und die Wäsche sortiert. Und da es gerade gewittert, ist erst einmal Schluß mit Arbeit und so kann ich hier ein bisschen schreiben.
 
Und da ich gerade mal meine Garmin-Logs umbenannt und angesehen habe:

Arona Sprint mit fliegendem Start 0,48 km, 30,3 km/h im Schnitt, 378 Watt im Schnitt, 1 Höhenmeter.
Gattico Zweistunden-Rundkursrennen 29 Runden, 57,88 km, 26,8 km/h im Schnitt, 148 Watt im Schnitt, 513 Höhenmeter.
Meina Schnelle Runde 400 m: 35,77 km/h im Schnitt, sonst aber keine Daten, da ich den Radcomputer nicht gestartet hatte. :whistle:
Ghevio Bergaufrennen 2,85 km, 13,9 km/h im Schnitt, 218 Watt im Schnitt, 132 Höhenmeter.
Der Zustandsbericht der Garmin-Uhr vor dem Bergrennen meinte: Leistungsprognose MINUS 9...

Die Wattwerte habe ich jedes Mal verdoppelt, da ich die Garmin-Pedale mit defektem linken Pedal nicht in den Griff bekomme. Normalerweise sollte sich auch das rechte Pedal alleine anmelden und die Leistungsdaten automatisch verdoppeln. Macht das blöde Stück aber nicht.
Und der Garmin Support lehnt nach dieser langen Zeit seit dem Kauf weitere Hilfe ab. Denn es sind Vector 2. Die sind schon älter... Ich meine, sie wurden in 2015 hergestellt.
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Zuletzt bearbeitet:
Und ich habe sie sogar noch gefunden. Bzw. das Kaufdatum. Das war im Januar 2017. Jungejunge, wie die Zeit vergeht!

Heute war ich mir dem CT2 mal wieder unterwegs. Nordbahntrasse. Kennt man ja. Staubig war es! Denn nach einer längeren Zeit ohne Regen sind die wassergebundenen Wege-Oberflächen ganz nett trocken...

Der Heck-Koffer von @Schlafradler ist eingetroffen. Die riesige Verpackung habe ich in einem Anfall von Leichtsinn direkt kleingeschnitten und im Altpapiercontainer versenkt. Jetzt MUSS der Koffer auch ans CT passen. ;)
 
Kopfstütze abgebaut, hinteres Schutzblech abgebaut.

Kurz: der Novosport-Koffer paßt nicht. Den kann man nicht weit genug "unten" an den Sitz ranhalten, weil die sehr breite Hinterradschwinge nicht in den Hinterradkasten des Koffers paßt.
Jetzt werde ich das Ding mal ans Flux halten. Wenn das auch nicht klappt, muß ich den Koffer eben wieder verkaufen...

Einen Vorteil hat das alles. Ich konnte das Schutzblech entknirschen und alle Schrauben, an die ich rangekommen bin, mal fetten. Die waren - kennt man ja vom VM - alle trocken eingesetzt und hatten aufgrund der Materialpaarung schon ordentlich "geblüht".
 
CT: Teile ab, säubern, fetten, zum Schutz etwas Isoband aufkleben, wieder montieren.
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Koffer locker aufgelegt: weil der Anschluß des Koffers an den Sitz oben auseinander klaffte, habe ich - damit die Koffer-Hinterkante etwas höher steht - den Koffer zwischen Reifen und Unterkante mit Schaumstreifen auf die richtige Höhe gebracht. Sieht eigentlich nicht schlecht aus, oder?
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Aber das ist zu hoch. Die "Schultern" des Koffers sind höher als die Schultern des Fahrers. Bestimmt 20 cm zu hoch. Schade.
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Ich habe das CT mit in den "Urlaub" genommen. Manchmal ist Zeit für KANN und nicht nur MUSS. Heute war so ein Tag. Und weil hier immer noch so ein bombastisches Wetter ist, habe ich das CT genommen und bin via Sankt Andreasberg und der Jordanshöhe (auch ein netter Berg im Hoch-Harz) mal zum Brocken gefahren.

Hui, das war ein Trampel. Warum? Ich bin mit Goggel Routenplanung gefahren. Im Modus "Fahrrad". Keine Ahnung, was Goggel da für Fahrräder hinterlegt hat. Aber es hat mich über die Wanderwege gelotst. Kein Scheiss! Mit Pro One über Wege, an denen Werbung steht für Harzer Feuersteine. Ich hatte mehrfach die Befürchtung, daß ich irgendwo im dicksten Nichts mit geplatzten Reifen stehe und auf Rennradschuhen das Trike über diese diese diese Pisten schieben muß. Zum Glück hat alles gehalten. Puh!

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Zwischendurch war auch mal Asphalt als Wegeoberfläche dabei:
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frisch abgefräst, aber irgendwie noch ölig. Ich seh´ aus! Überall schwarze klebrige Knübbelchen auf den Unterarmen und am Hinterkopf. Wie das Trike aussieht, habe ich mich noch garnicht getraut zu gucken.

Rund 1,5 km vor dem Gipfel kamen mir ein paar E-MTBler auf dem Rückweg entgegen. "Ey, ist das ein Haase?" "Da kommst du nicht rauf! Das dreht durch. Merkste schon."

Nein, ich habe nicht mal auf dem nassen Gras geschoben. Klar ist das Trike oft genug durchgerutscht. Aber letztendlich habe ich unter viel Hallo und "Geiles Teil!" die letzte Richtungsänderung vom Wanderweg auf das restliche Stück Strasse (1 km, aber nochmal extra steil) gemacht. Ein fettes Kind mit einem kleinen Ästchen als Gehhilfe hat etwas gekichert, als ich vorbei fuhr. Was soll man da sagen? "Doppelte Geschwindigkeit gleich doppelte Leistung, du Lauch! Mit ´nem Rennrad auf Schotter bergauf. Und dem locker vierfachen Alter. Denk´ mal drüber nach."

Auf den letzten Metern überholt mich noch ein Rennradler. Den ich am Gipfelstein wieder sehe. Fistbumb! Tschacka! Mission accomplished.

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Nach einer Brühwurst geht es auf dem selben Weg wieder bergab. Ich hatte es schon mal geschrieben: man soll die Kontaktzeiten auf miesen Wegen möglichst kurz halten. Einige verdutzte E-MTBler werden aus dem Weg geklingelt, als ich mit Peaks von über 30 über den Schotter bergab heize. Klar gibt es auch Strassenanteile. Aber leider nicht viel. 2 x 2 km maximal zwischen Sankt Andreasberg und dem Brocken-Gipfel.

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In Sankt Andreasberg frage ich an einer Tankstelle nach der steilsten und gleichzeitig berühmtesten Strasse des Ortes. Die Kassiererin lacht sich kaputt und beschreibt mir dann den Weg.

Wer kennt die Krimiserie "Harter Brocken" nicht? Ich bin Fan und habe fast jede Episode zwei mal gesehen. Aber trotzdem laufe ich an der "Polizeistation" und der "Post" vorbei. Realität gegen Filmkulisse. Die Häuser stehen da, aber ich habe sie ohne Deko nicht erkannt.

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Holla, das war eine ganz ordentliche Tour. Leider hat die Technik gezickt und der Wahoo lädt seine Tracks nicht mehr automatisch bei Garmin Connect ab. Trotzdem sind ein paar Highlights zu verzeichnen. Bis knapp über 30 km/h bergab auf Schotter. 54 auf Asphalt. Und das Wahoo liefert die Meldung, dass der FTP-Wert angepaßt wurde. Auf 207 Watt.

Das freut mich auf zwei Arten. Erstens ist das der beste Wert seit dem Rennen auf der Kölner Bahn, wo 220 Watt Dauerleistung auf 20 Minuten gemessen wurden. UND ZWEITENS, weil immer noch ein Pedal keine Werte liefert!!! Damit liegt der 20-Minuten-Wert bei sagenhaften 414 Watt!!!!

Echt, so fühle ich mich auch. Beim Aufstehen vom Kaffeetisch eben sind mir fast die Knie weggeknickt. Aber jetzt geht es wieder. Und die Erinnerung an die eigene Leistung bleibt.
Und die kleinen Steinchen, die eben aus meiner Kleidung purzelten, als ich mich für die wohlverdiente Dusche auszog. Achverflixt, ich muß die Dusche noch sauber machen. Äh,ichbindannmalweg....

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