Falt-Liegerad als Reiserad? Optionen?

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Hallo zusammen,

Alle Achtung wie aktiv hier gefachsimpelt wird. Ich bin neu im Forum und auch neu beim Thema Liegerad. Ich hoffe die Community kann mir beim Einstieg helfen. Zum Hintergrund:

Ich mache regelmaessig Radurlaub. Nichts extremes, sondern die klassischen Radwanderwege, 5-7 Tage mit Tagesetappen von 80-100km. Aufgrund der ueblichen Sitzfleichprobleme wuerde ich gerne auf ein Liegerad umstellen. Anreise findet oft mit einer Kombination aus Flug (wohne in Zypern) und der Bahn statt.

Also habe ich mir mal folgende Kirterien definiert:

Must Have:
  • Faltbar
  • Gepaecktraeger
  • Schutzbleche
  • Staender
Good to have:
  • Fehderung Hinten
  • Luftdurchlaessiger Sitz
Nice to have:
  • Fehderung Vorne
  • Transport Tasche
  • Nachruestoption fuer E-Motor
  • Unterstuerzung Pinion und aehnliche Optionen
Basierend hieraus habe ich mal diverse Foren Beitrage hier durchstoebert, aber die Landschaft der Anbieter scheint sich staendig zu aendern bzw teilweise wieder schnell vom Markt zu verschwinden (Maaf Bikes zum Beispiel). Aber hier mal ein Startpunkt:
  1. HP Velotechnik "Grasshopper FX" (ca 4000 eur)
  2. Azub "Origami" (ca 3300 eur)
  3. Performer "Conquerer" (ca 2100 eur)
  4. Toxy "FLITE" (ca 3200 eur)
  5. Trident Trikes "TWIG" (ca 1400 eur)
Bei folgenden Herstellern ist mir nicht ganz klar, ob sie ein Faltmodell im Angebot haben:
  • Rapto Bikes (Webseite scheint ein wenig defekt, evtl zerlegbar?)
  • Nazca (scheinbar nur das tandem)
  • Cruzbikes
Und nach der langen Intro hier ein paar Fragen:
  • Macht die Liste der Kriterien fuer die Profis unter euch Sinn?
  • Sollte etwas "must have" sein? Evtl. die Hinterrad Fehderung?
  • Habe ich etwas vergessen?
  • Waere es besser fuer meine Zweck, statt auf "faltbar" auf "zerlegbar" zu setzen? Hat jemand dafuer ein Beispiel?
  • Ist Front-Antrieb wie beim Performer ein ernsthaftes Problem (fuer mein Hobby Profil)?
  • Habe ich einen wichtigen Anbieter uebersehen?
Waere fuer jede Info und Vorschlaege dankbar,

Gruss aus dem Sueden,

Markus
 
Sehr bequem, effektive Federung, super leucht zu fahren, auch fur Anfänger und für ein Liegerad sehr kompakt und wendig.
Man kann es sehr schnell nur mit dem Gelenk im Rahmen falten, weil der Sitz komplett hinter dem Gelenk befestigt ist. Für mehr Kompaktheit nimmt man dann noch den Sitz ab (Hier werde ich vermutlich noch auf Bleche mit offenen Schlitzen umrüsten, um die Schnellspanner nicht immer komplett aufschrauben und rausnehmen zu müssen.) und kann bei Bedarf noch den Ausleger einschieben (gibt die Option Schnellspanner für die Klemmung).
Durch den kurzen Radstand und die nicht sehr niedrige Sitzposition kann man bei Vollbremsung das Hinterrad anheben und mit Gepäck weit hinten oben durch Heckkoffer habe ich auch schon das Vorderrad angehoben bekommen. War bei mir bisher nie ein Problem.
Was mich stört ist, dass es etwas ineffizient scheint. Das könnte bei mir zum Teil noch an der gewählten Dual-Drive liegen (Wegen des kleinen Hinterrades geht kein ganz langes Schaltwerk für große Kassetten UND ich wollte mir Spielraum zum Verstellen des Auslegers lassen.), aber ziemlich sicher auch an der Kettenführung mit viel Kettentunnel, seitlichem Druck im Kettentunnel auf den großen und kleinen Ritzeln und dem Leertrum komplett im Tunnel aufliegend. Mit reiner Nabenschaltung wäre die Kettenlinie wahrscheinlich etwas besser, mit reiner Kettenschaltung könnte man sich das zusätzliche Getriebe sparen und vielleicht kann man an der Kettenführung auch sonst noch was optimieren und die Rohre weitgehend weglassen, wäre aber veilleicht etwas gebastel, weil man beim Falten ja die Kette noch halten muss. Auch die Federung mag aber einiges an Tretenergie schlucken, das wäre dann auch von der Pedaliertechnik etwas abhängig, schätze ich.
Naja, so ganz schlimm ist es auch nicht wirklich, ich bin da vielleicht etwas kritisch und optimierungswütig.
Der Netzsitz von Toxy geht an die aktuellen Flites leider nicht zu montieren, also für Belüftung beim Schalensitz möglichst auf die dicke Ventisit-Matte aufrüsten und vielleicht gehen noch Löcher in die Schale.
Reifenbreite von über 50mm müsste mit Schutzblechen noch locker gehen, ich denke auch 60mm müssten gehen, aber vielleicht nicht mit Schutzblechen aus einem Stück. auch ein Laufrad ETRTO 451 würde also passen mit etwas weniger dicken Reifen.

Naja, das Q45 ist anscheinend einigermaßen zerlegbar dank der Heckschwinge.

Waere es besser fuer meine Zweck, statt auf "faltbar" auf "zerlegbar" zu setzen?
Nur für An- und Abreisen für einen längeren Urlaub ist zerlegen sicher auch eine Option. Keine Ahnung, ob es Vorteile hat wie Steiferer Rahmen oder günstiger. (Auf jedenfall hat man weitere Modelle zur Auswahl.)
Aber richtiges Faltrad kann man dann auch für kürzerer Trips mit dem Zug gut benutzen. (Gerade wenn es so einen schnellen Faltmodus hat wie das Flite. Ich mache fast nie den Sitz ab und fahre damit öfter per Zug in die Stadt.)

Ist Front-Antrieb wie beim Performer ein ernsthaftes Problem
Frontantrieb ist durchaus haftungslimitiert. Merke ich am Cruzbike V20c nur selten. Das meiste Gewicht von Gepäck sollte man dann erst recht möglichst weit nach vorne anbringen (und tief, damit bergauf sich die Lastverteilung möglichst wenig verschiebt). Ansonsten müssen halt Spitzenleistung, bergauf fahren und rutschiger oder holpriger Boden irgendwie etwas zusammenkommen, damit man durchdreht. Pedaliertechnik ist auch hier wieder von Belang und vermutlich helfen ovale Kettenblätter, wenn sie richtig ausgerichtet sind.
Vorderradanteieb hat aber gerade auf Reisen den Vorteil, dass man alles frei hat für Gepäck, das man dann sehr gut aerodynamisch wertvoll hinter dem Sitz verstecken kann, ohne sich um die Kette Gedanken zu machen und auch unter dem Hintern ist der Platz frei nutzbar.


Bei Toxy hast du nur das Flite genannt, aber nicht das LT und das ZR. (Letzteres ist auch eher zwischen faktbar und zerlegbar.)

Der Vollständigkeit halber verlinke ich noch den Katalog von Recumbent.News:
Die meisten relevanten hast du genannt. Sowas wie Scopa mit teilbarem Rahmen zum Zerlegen kann man bestimmt auch noch mit kleineren Rädern aufbauen, damit es noch kleiner packt und zuhause im Alltag mit großen Rädern fahren.
 
@mschmitz warum faltbar?
In der Bahn geht auch normales Ligerad sehr gut. Flugzeug wird der Knacktpunkt sein. Schau mal nach bis zu welchen Dimension Gepäck als "Fahrrad" gilt.

Als gemütliches allround Tourenrad wird immer wieder das Wolf&Wolf AT1 oder AT2 erwähnt. Kann auch die von Dir gewünschten Getriebe oder sogar Motoren.

Raptobike und Nazca wirst Du nur noch gebraucht finden.
 
In der Bahn geht auch normales Ligerad sehr gut.
Die Threads zur Bahn in diesem Forum werden bestätigen, dass man sich mit allem außerhalb der Norm da genau wie auf hoher See oder vor Gericht in Gottes Hand begibt - auch wenn Gott in dem Fall üblicherweise eine DB-Uniform trägt und davon spricht, dass er/sie persönlich haftbar gemacht werden könne und es deswegen halt nicht so ginge... Und je nachdem, wo man hin möchte (Ausland?), bedeutet ein Fahrrad - ganz egal welches - schon mitunter eine gewisse Einschränkung in der Wahl der Verbindungen. Dass ein gefaltetes Liegerad plus Gepäck schon auch ein ziemlicher Klumpen ist, steht auf einem anderen Blatt...
 
Flugzeug wird der Knacktpunkt sein.
Zürich-Jerez de La Frontera bin ich mit dem Fujin mehrmals geflogen. Alibihalber Karton drangepappt, Schaltarm mit einer Holzlatte gesichert, Gepäck mit Gurten auf den Sitz geschnallt, Luftdruck in den Reifen reduziert, versuchte Einwände des Bodenpersonals mit: "Das war das letzte Mal auch kein Problem!" entkräftet.

Nach der Ankunft: Pappe ab, Luft in die Reifen und vom Flugplatz wegradeln!

Preis: Als "Sportgerät" wars damals überschaubar...
 
@mschmitz warum faltbar?
In der Bahn geht auch normales Ligerad sehr gut. Flugzeug wird der Knacktpunkt sein. Schau mal nach bis zu welchen Dimension Gepäck als "Fahrrad" gilt.

Als gemütliches allround Tourenrad wird immer wieder das Wolf&Wolf AT1 oder AT2 erwähnt. Kann auch die von Dir gewünschten Getriebe oder sogar Motoren.

Raptobike und Nazca wirst Du nur noch gebraucht finden.
Im Flieger geht auch das Sat ‘R Day von Green Gear(USA) einwandfrei, weil es sich in einen flugtauglichen Koffer packen läßt, der am Ziel zum Fahrradanhänger mutiert.
Das kleine Rädchen läuft wieselflink auf den schmalen 16“ Rädern (Größe gleich mit Brompton), hat aber auf schlechtem Untergrund Nachteile.
Das Sat ‘R Day gibts auch in einer 20“ Version, wurde wohl nicht oft gebaut. Beide Modelle werden nicht mehr hergestellt.
Von Anfang 2000 gibt es den Rapide Langlieger aus Birmingham von Richard Cresswell. Läßt sich gut transportieren wenn man Vorder- sowie Hinterrad ausbaut und die Schwinge unter den Rahmen klappt. Ist ein flott zu fahrender Oldtimer.
 
Ich besitze einen Grasshopper FX (siehe meine Signatur), den ich mir aus genau denselben Gründen angeschafft habe: als Alltags-, aber auch Reiserad. Ich falte nur sehr selten, will aber auf einer Reise gegebenfalls die Möglichkeit haben, in jeden beliebigen Zug reinzukommen.

Da stört es mich auch nicht, wenn der Faltvorgang mit gewissem Aufwand verbunden ist und das Paket eher unhandlich ist. Das Fahrverhalten bzw. der Komfort ist mir dann wichtiger. Und als Reiserad finde ich den Grasshopper spitze.

Als Liegeradanfänger ist es meist ratsam, mit etwas gebrauchten anzufangen. Die größten Chancen sehe ich da auch beim Grasshopper, das Flite wird deutlich seltener angeboten. Und wenn Du doch merkst, dass es das nicht ist, dürftest Du einen Grasshopper wegen seiner Bekanntheit leichter weiterverkaufen können.

Gruß Fetzer

P.S. Ganz vergessen: Herzlich Willkommen im Forum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein selbstgebautes Faltliegerad habe ich verkauft, weil fast nie genutzt und die 17“ Räder fand ich suboptimal. Das Rad war auf Packmaß optimiert.

Ich bin auf ein nicht klappbares Klapprad umgestiegen.

Zerlegen: Obenlenker ggf. mit Klappvorbau versehen, Sitz mit zwei Schnellspannern entfernen, VR und HR raus, Federelement auf einer Seite lösen und HR-Schwinge umklappen. Alles in eine große Rennradtasche. Fertig. Statt Gepäckträger die Taschen am Sitz festmachen.

Geht wahrscheinlich mit vielen Liegerädern.

Rad zerlegen macht zwar Arbeit, dafür freut man sich auf der Tour jeden Tag beim fahren über das besser laufende Rad.
 
Hallo zusammen,

erstmal herzlichen Dank fuer die vielen Antworten. Das hilft!

@RapideTIL Ja, warum faltbar?

Ich wohne auf Zypern und da ergeben sich zwei Konsequenzen: Um lokal zu fahren muss ich das Teil im Kofferraum transportieren (keine Bahn hier) oder fuer den Rad-Urlaub mit in den Flieger nehmen. Aber auch im europaeischen Ausland ist das mit der Mitnahme im Zug nicht immer gegeben.

Wie gesagt, genuegt hier evtl, aber auch oft "zerlegbar", wobei ich die Vision vom aussteigen unf weg radeln schon sehr sympatisch finde.

Momentan sind der Performer Conquer, der Grasshopper FC und die diversen Toxies meine Favouriten, wobei die beiden letzten an sich als Neu-Rad fuer einen Einsteiger wie mich zu hochpreisig sind. Deswegen ist der Tip von @Fetzer mit dem Gebrauchten schon richtig.

Hier bei uns gibt es keinen Markt fuer so etwas, aber DE, AT und NL scheinen da ja sehr aktiv:
Habt Ihr noch weitere gute Anlaufstellen fuer gebrauchte?

Gruss

Markus
 
Habt Ihr noch weitere gute Anlaufstellen fuer gebrauchte?
die spezialforen, wie z.b. velomobileforum.de
da kann man auch eine suchen starten was für so ein nischenprodukt eventuell zielführender ist,....
die französichen, italienischen, englischen foren kenne ich leider nicht beim namen.

was ist den preislich die schmerzgrenze ?
das was mit eingefallen ist, das promton, wurde ja schon erwähnt.
ein exot wie das flevo lässt sich auch leicht auseinander bauen zum transport.
 
was ist den preislich die schmerzgrenze ?
...
ein exot wie das flevo lässt sich auch leicht auseinander bauen zum transport.

Die Schmerzensgrenze ist die Gretchenfrage! 1000 eur gebraucht, 2500 eur neu als Erstrad, wuerde ich momentan sagen. Die 1000 eur gebraucht scheint auf den niederlaendischen Portalen durchaus moeglich, die 2500 eur neu scheint schwierig. Da geht bis dato nur das Performer so richtig.

Zum Flevo: Tatsaechlich war das Flevo vor vielen Jahren (90er !!!) mein erster Kontakt zum Thema Liegerad. Geiles Konzept, wenn auch mit einer irren Lernkurve verbunden. An dem Konzept muss etwas dran sein, wenn es so lange schon ohne richtig kommerzieller Unterstuetzung immer noch gebraucht weitergereicht wird. Das Flevo Bike ist mir zu extrem, aber ein Flevo Trike kann ich mir gut vorstellen. Nicht fuer mein Radurlaub Szenario, sondern als Spassbike daheim. Ein echter Exot!!!
 
Nachtrag: ich besitze auch ein Velomotion Scopa (siehe meine Signatur). Das ist ein Highracer, Schutzbleche und Gepäckträger lassen sich da nur mit Schwierigkeiten anbringen. Aber es gibt ja auch Liegeradtaschen, die ohne Gepäckträger am Sitz befestigt werden.

Das Scopa gibt es auch mit einer Zerlegemöglichkeit ("splittable frame"), siehe hier. Zum Scopa gibt es ansonsten hier einen eigenen Faden. Die "Firma" besteht nur aus Igor Ralić, der nur den Rahmen verkauft, aufbauen musst Du das Rad selbst.

Gruß Fetzer
 
@Fetzer Tatsaechlich finde ich den Ansatz des "Splittable Frame" fuer meine Anforderung sehr passend. In dieses Konzept faellt dann auch das Flevo, aber tatsaechlich deswege hatte ich hier auch das Raptobike auf dem Schirm. Beim Raptobike als Frontwheeler muss man dann nicht mal die Kette abmachen und ueber das Mittelrohr laesst sich sogar dann die Groesse einstellen (und wieder ohne die Kette anzupassen).

Ist an sich ideal, allerdings ist die Weib-Seite von Raptobike (Elan?) quasi nicht ansprechbar und ein paar postings weiter oben zweifelt @Cars10 ja sogar ganz an, dass die noch neu verkauft werden. Bei einem gebrauchten Raptobike mit rear rack wuerde ich wahrscheinlich zuschlagen.

Schade an sich!
 
Zuletzt bearbeitet:
Erkundige dich beim Performer mal genau nach dem Preis inkl. Lieferung und allem Pipapo aus Taiwan. Vermutlich bist du dann effektiv ne Ecke über 3000 €.
Anfrage habe ich gestern mal an Performer rausgeschickt:
- Modell Conquer
- 20 Gaenge
- Rear rack
- Kick stand
- Versandkosten
- VAT

Ich poste hier das Ergebnis, wenn es kommt.
 
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