Fahrradauto der Westfälischen Hochschule

BuS velomo

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Na dann hier ein offizielles Bewerbungsschreiben: Suche Fördertöpf-Spürnase zur Gründung eines gemeinsamen Startups rund um irgendeine halbgare Fahrrad-Idee aus der Visionärs-Schublade. Ich kann ne CAD-Zeichnung und blumige Referenzen beisteuern. Bei 100.000€ Bewilligung kriegen wir den Prototypen für 10.000 in nem Monat hin (Latten hab ich noch), der Rest der Beute kann über 2 Jahre Förderzeitraum als Beraterhonorar aufgeteilt werden... (y)
 
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Ich finde es sinnvoller sich um Fördergelder für die bisher ungeförderten zu kümmern als sie anderen streitig zu machen.

Schon mal gesehen, wie die Automobilindustrie gefördert wird?
Dort wird der Kuchen verteilt, und ihr wollt Euch um die Krümel streiten...
 
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Die Kunst liegt m. E. darin, ein Team aufzubauen, in dem es für die verschiedenen Aufgaben Talente und Know-how gibt.
2016 habe ich einer lady, zuständig für Wirtschaftsförderung und start-ups in einer der reichsten Gegenden in Deutschlands, mein Fahrrad-Projekt präsentiert. Nachdem Sie der Präsentation gelauscht und zum Projekt auch keine weiteren Fragen hatte, war die Antwort wie folgt.
"Ob ihre Idee gut oder schlecht ist, kann ich nicht beurteilen. Normalerweise sitzt mir gegenüber aber eine Gruppe von jungen, sich gut verstehenden Menschen., Kein 50-jähriger, noch dazu allein. Ich kann ihnen da leider nicht weiterhelfen".

2018 saß ich dann zusammen mit einem professionellen Berater für start-ups vor einem Angestellten der Volksbank, der für Förderprogramme von Innovationen in Baden-Württemberg zuständig war. Die Antwort war wie folgt: " Ich finde ihr Projekt toll, wirklich Respekt. Wir fördern allerdings nur Projekte, wo eine Mindestsumme von x100.000 abgerufen wird, mit der unter anderem ein Grundstück, eine Immobilie und Maschinen gekauft werden. Wenn "das" dann nichts wird, gehört "das Ganze" uns. Wem sollen wir ihre Räder verkaufen, wenn die keiner will ?"
 
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Danke für diesen Faden und die damit verbundenen Einblicke in das Förderunwesen!
Karl
Ps: in .at wirds sicher nicht viel anders sein, hab auch schon über einen Skilift in meinem Garten nachgedacht...
 
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Die Frage ist ja, wenn es so einfach ist, Fördermittel für Nonsens zu bekommen und hier so viele sind, die die Ziele der Förderrichtlinien viel besser umsetzen könnten (günstiger, leichter, schneller, ...) warum machen es dann nur die Falschen?

  • Weil es zuviel Arbeitszeit kostet, einen Antrag zu entwerfen und zu schreiben? Dann ist es wohl doch nicht so einfach.
  • Weil nur die Großen (Unis, Big-Industry, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) sowas anleiern können? Dann seid Ihr zu schlecht/falsch vernetzt und tut nichts dagegen. Die "Großen" arbeiten übrigens oft mit kleinen zusammen. U.a. weil sie selbst so manches zu förderfähigen Budgets nicht hinbekommen. Schaut mal auf NLP im Bereich personalisierte Medizin oder spezialisierte bioinformatische Anwendungen, die Domänenwissen einbinden. Meist in Kooperation mit Großen entstanden aber mit ausreichend Luft für kleinere Buden.
  • Weil die entsprechende Förderung nicht existiert? Auch dafür muss man akiv werden. Im oben angesprochenen biomedizinischen Bereich ist das üblich. Förderung für FAIRes Datenmanagement, Community-Standards u.ä. kamen eigentlich immer von kleineren Playern, dauert halt manchmal etwas.
  • weil niemand mehr lernt, zu recherchieren, wissenschaftlich an die Sache ranzugehen? Im Ernst? Weil früher, als die Kritiker hier ihre Ausbildung gemacht haben, halt alles noch besser/wissenschaftlicher war?
  • weil es einerseits nicht gut ist, wenn ein verwertbares Produkt / StartUp entstehen soll, andererseits aber Studienobjekte für Studies an der sinnvollen Anwendung vorbeigehen? In der Regel eine Frage der Ziele des Förderprogramms.
Tschuldigung, wenn ich die Selbstbeweihräucherung etwas störe...
 
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Weil diese Förderinsudtrie eine selbstbefördernde machine ist. Die leute die ubers geld entscheiden haben nicht die fahigkeiten zu entscheiden ob ein project gut oder schlecht ist. Es wird nur eine ganze reihe von vorgaben gestellt die das project erfullen soll. Dann wird einfach abgekreuzt. Bei grosse firmen und schulen ist genugend geld da um sich in diese vorgaben zu vertiefen und ein project ebentuel um zu schreiben, damit es besser zu die vorgaben passt.

Anders rum wird auch bei anfragen vermutlich gedacht; wenn schon eine Hochschule und einige Profesoren da hinter stehen wird es schon stimmen, sonnt wahren die kein Professor. Wenn einer sich meldet, ach was hatt der schon gemacht, wenn es was wahre, dann wahre das schon langst was geworden.

Grusse, Jeroen
 
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Vollzeitstelle für die Beschaffung von Fördergeldern
Die Vorstellung, dass man auf jeden Fall eine Person nur dafür - oder sogar eine komplette Drittmittelabteilung - dafür braucht, ist ein Mythos.
Ja, für viele Firmen kann es sich lohnen, eine dezidierte Person für sowas zu haben (auch für die Durchführung und das Berichtswesen, damit die Forscher/Entwickler sich auf ihre Kernaufgaben beschränken können.
Eine Voraussetzung ist das nicht. Und wenn du in Uniarbeitsgruppen und in kleinere Firmen schaust, auch eher nicht die Normalität.
 
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Weil diese Förderinsudtrie eine selbstbefördernde machine
deswegen habe ich oben Netzwerken angesprochen. Nein, selbstfördernd ist sie nicht, aber ein System, dass sich beeinflussen lässt, sicher.

leute die ubers geld entscheiden haben nicht die fahigkeiten zu entscheiden ob ein project gut oder schlecht ist
Die Weisheit hast Du woher? Oder anders gefragt: gibt es denn außerhalb der Antragsteller überhaupt jemanden, der das entscheiden kann? Und wie werden in die Entscheidung dann politische/gesellschaftliche Ziele, Risikostreuung (Ausbalancieren zw. High-Risk und Low-hanging-fruits) u.ä. einbezogen?

project ebentuel um zu schreiben, damit es besser zu die vorgaben passt
Das ist prinzipiell ein wichtiger Anteil des Antragschreibens und wird an den Hochschulen leider viel zu wenig gelehrt. Da kann man nämlich durchaus vorbereitet ran gehen. Zu sagen, ich bin zwar Forscher/Entwickler mit entsprechenden Ambitionen (wissenschaflticher oder auch schöpferischer oder wirtschaftlicher Art), kann aber halt keine Anträge schreiben (oder versuche nicht zu verstehen, was ich immer falsch mache) ist sehr vergleichbar zu Wissenschaftlern vor einigen Jahrzehnten, die der Meinung waren, qualitative Aspekte ihrer Forschung machen die Meriten aus, quantitative kommen danach (Stichwort Empirie, Statistik, ...)

wenn schon eine Hochschule und einige Profesoren da hinter stehen wird es schon stimmen, sonnt wahren die kein Professor.
hahahahaha. Nein.
 

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Wir ziehen uns gerade an einem Beispiel hoch, wo genau diese öffentliche Fördermittel-Institution schon vorhanden ist (Uni), und aus dieser Position heraus krampfhaft irgendwelche Projekte sucht, auf die sie ihr Personal und ihre Strukturmittel ansetzen können (nicht etwa das Projekte Fördermittel suchen, sondern umgekehrt). Und solche Kontakte mit vagabundierenden Forschungs-Insitutionen hatte ich auch schon einige, wo die Sache nebensächlich ist, sondern die Selbstbewirtschaftung rund um öffentliche Töpfe der Kern ganzer Abteilungen.

Als Soziologe in der Uni machte das auch 1/3 der Arbeitszeit aus, die Fakultät rund um Fördermittelanträge zu strukturieren... u.a. dieser selbstreferenzielle Witz in Dauerschleife war es, der mir die Uni madig machte und mich in die Arme der Fahrräder trieb... wo ich dann aber auch mit Erschrecken feststellen durfte, wie Fördermittelverseucht selbst unser kleiner Nischemarkt ist - insb. bei Holländern und Cargohipstern.

Das korrespondierende Feld sind die jungdynamischen Startups, die offenkundig zu 1/4 aus Technikern und 3/4 aus Vermarktern bestehen, deren Kernkompetenz die Akquise ist (verkauft wird am Ende ja trotzdem nix). Das kann man so für gut und notwendig befinden, entsprechende Teams aufzubauen - aber so sorgen die Fördertöpfe für eine künstliche Marktstrukturierung... und das ist mindestens bedenkenswert...

... v.a. weil es eben im Vergleich zu wissenschaftlicher Arbeiten kein peer-review, keine Qualitäts- und Plausibilitäts- und Marktcheck-Kontrolle seitens der fachlich-ahnungslosen Bewilliger gibt, bevor solche Summen rausgehauen werden. Ausschreibungsverfahren mit Gutachtern wären hier wenn dann der sinnvollere Weg, um öffentliche Gelder wenigstens gleichmäßig-gerecht zu verbrennen.
 
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Dann seid Ihr zu schlecht/falsch vernetzt und tut nichts dagegen.
Mein Grundstudium habe ich an einer bayerischen Uni absolviert: das Institut, das sich am meisten (z.B. über didaktisch vorbildliche Vorlesungen und Übungen sowie gute Skripte) für die Studenten engagiert hat, hat es auch verstanden, relativ viele Drittmittel an Land zu ziehen.
Die "Bastler" schweben zu oft in ihrem eigenen Mikrokosmos und lassen es zu oft an Empathie fehlen (lässt sich auch lernen...).
Sehe eine Parallele zu Linux: da muss jeder das Rad neu erfinden und kocht sein eigenes Süppchen. So gibt es zig Distributionen und das, was den Anwender interessiert, z.B. dass der Drucker oder das wlan problemlos läuft, wird von diesen Tüftleren selbst nach Jahrzehnten nicht so richtig ernst genommen.
Denke da auch an die (gerne recht agressiv geführten) Auseinandersetzungen zwischen einem CD Brennprogramm Ersteller. glaube das war der Programmierer von crdrecord mit Debian. Es fehlt den Bastlerpersönlichkeiten gerne an Empathie, daher sind sie so schlecht vernetzt. Ähnlich scheint es auch bei der Velomobilentwicklung zu laufen. Via Studienarbeiten o.ä. liesse sich da schon etwas machen; aber da müsste man halt zu dem entsprechenden Prof in die Sprechstunde und überzeugend für sein Projekt werben. Und allein schon der Begriff "Werbung" ist ja schon ein rotes Tuch für manchen noob.
 
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Wir ziehen uns gerade an einem Beispiel hoch, wo genau diese Fördermittel-Institution schon vorhanden ist (Uni)
hmmm. ja und nein. Also zunächst mal: ich wollte der generellen Geringschätzung der deutschen FuE-Förderung widersprechen, die sich hier breit machte. Dass dabei auch schlechte Projekte sein können, vielleicht dieses hier ein besonderes Beispiel ist - all das steht auf einem anderen Blatt. Was die Fördermittel an Unis angeht: Wo gibt es denn so eine Uni? Ich kenne das nur so (und ich kenne eher viele Unis, darunter durchaus auch sog. Exzellenz-Unis), dass die ihre Standardaufgaben im Besten Fall gerade so über ihre Budgets abdecken können und für jedes Extra, Neuausrichtung, innovative Teile der Lehre, Drittmttel einwerben (bei dem hier beschriebenen Projekt ja auch, hier via Min. für Wirtschaft und ganz viel in NRW.

Soziologe in der Uni machte das 1/3 der Arbeitszeit aus, die Fakultät rund um Fördermittelanträge zu strukturieren
Ja. Kenne ich. Wobei hoffentlich nicht nur um die Anträge sondern auch um die Organisation der Abarbeitung. Soziologie ist nicht so mein Feld, ich komme aus der biologischen Ecke, aber da ist für einen AG-Leiter die vordringlichste Aufgabe, Drittmittel so zu aquirieren, dass einerseits eine eigene Ausrichtung und andererseits möglichst Synergien zwischen den Projekten entstehen, damit man auch jenseits der eigentlichen Projektziele arbeiten kann... Das macht heute weit mehr einen guten Prof/AG-Leiter/Institutsleiter aus, als exzellente eigene Wissenschaft.

Fördertöpfe für eine künstliche Marktstrukturierung...
Nochmals: kann sein. kann gewollt sein (was sagt die Förderrichtlinie dazu?) oder auch nicht. Findet seine Grenzen im EU-Beihilferahmen und in der bundesdeutschen Bundeshaushaltsordnung. Ist angreifbar (bitte nicht über den oben genannten Bund der Steuerzahler (die ja nun gar keine Legitimation haben und oft genug eigentlich sinnvolle Ausgaben als Verschwendung ankreiden, neben echten Fehlausgaben, die allerdings auch bewusst riskierte Fehlschläge sein können) sondern über das betreffende Ministerium (wenn Ihr meint, dass der Projektträger schlecht gearbeitet hat, Hinweis: Ihr seid nicht an ministerielle Hierarchien gebunden) oder über einen Hinweis an den Bundesrechnungshof (der Zuwendungen stichprobenartig untersucht). Auch eine kleine Anfrage, z.B. eures direkt gewählten Abgeordneten kann was bewirken...
 
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@wolfson ich bezog mich mit der Aussage ja auf eine Erfahrung von @BuS velomo in seiner wissenschaftlichen Tätigkeit, nicht mit Bezug auf dieses spezielle Projekt eines Velocars (davon ab würde ich im Fall der Fälle recherchieren, was du im Maschinenbau machst, ein Abschluss im Maschinenbau alleine würde mir nicht reichen). Was die Glaubwürdigkeit meiner Äußerungen zur Förderung in D angeht: ich arbeite bei einem größeren deutschen Projektträger, kenne einen großen Teil des deutschen, des europäischen, aber auch etwas das US-amerikanische System und ein bisschen die von anderen EU-Staaten. Auch wenn es immer Optimierungsmöglichkeiten gibt: Die Forschungsförderung in D ist nicht schlecht!
 
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