Fahrrad-Wohnmobil - DIY auf QVC

BuS velomo

gewerblich
Beiträge
2.589
Ort
07381 Oppurg
Hallo,

wie im Faden der Quadvelo-Plattform angekündigt, gibt es so langsam die ersten Resultate externer Vollendung. Neben der kommenden Tandem-Serie (inkl. Cargo-Umbau-Set) kann die Plattform für die feuchten, aber bislang äußerst nebulösen Träume der Fahrrad-Wohnwagen-Szene herhalten, ein integrales Wohnmobil zu schaffen.

Zusammen mit Oli von EBS haben wir dafür noch an der hinreichenden Über-Motorisierung gearbeitet, d.h. 2x Grin in die Vorderräder samt Hochleistungsakkus, um solche 250kg Systeme auch noch mit 4kW Antriebs- und Reku(!)-Leistung über die Alpen zu wuchten. Der Pinion-Kettenstrang für Drehmoment und Fahrgefühl sollte erhalten bleiben - mit <20Wh/km lief es dann auch einigermaßen flüssig und effizient.

Als Alpha-Tester haben sich Oli und René Kreher jeweils auf der QVC-Basis in schneller Heimwerkermanie nach eigenem "Geschmack" und Funktionsvorstellungen ihre Wohnmobil-Karossen zusammengezimmert... und das medial ausufernd festgehalten. Ich fand meinen Kastenwagen-Ansatz deutlich hübscher, hab sie aber selbst dazu überredet, eher auf die Kurzlieger-Achslastverteilung zu wechseln - mit Vor- und Nachteilen. Ihre Karossen-Entwürfe haben dann jedenfalls "DIY-Mitmach-Charme", worum es letztlich ja auch geht, weil es sowas in gewerblich-professionell nicht wirklich geben kann. Aber die Aero ist freilich "ausbaufähig" jetzt...

Der hauptberufliche Influencer René Kreher hat Bau und Reise auf Twitch gestreamt (mit bemerkenswerter Reichweite); aber die Youtube-Videos werden erst mit der Zeit freigeschalten (membership). D.h. öffentlicher YT-Stand sind derzeit noch die Bauarbeiten, während real die Testtour schon absolviert ist. Selbige ist dabei (spoiler) "erfolgreich gescheitert", d.h. Fahrer hier und Controller da haben am Alpenpass versagt, aber was für die Beta-Touren gelernt...


https://www.youtube.com/channel/UCSyXFp40Wboqe6HpuqkGQ1g

VG Steffen
 
Zuletzt bearbeitet:
"Ja, übrigens so ist es von innen. Extrem laut, ne." (14:32 erstes Video)

"Das macht so'n Spaß! Das fährt sich so geil über Bodenwellen, ne ..." (22:42 zweites Video)
 
Hallo,

wie im Faden der Quadvelo-Plattform angekündigt, gibt es so langsam die ersten Resultate externer Vollendung. Neben der kommenden Tandem-Serie (inkl. Cargo-Umbau-Set) kann die Plattform für die feuchten, aber bislang äußerst nebulösen Träume der Fahrrad-Wohnwagen-Szene herhalten, ein integrales Wohnmobil zu schaffen.

Zusammen mit Oli von EBS haben wir dafür noch an der hinreichenden Über-Motorisierung gearbeitet, d.h. 2x Grin in die Vorderräder samt Hochleistungsakkus, um solche 250kg Systeme auch noch mit 4kW Antriebs- und Reku(!)-Leistung über die Alpen zu wuchten. Der Pinion-Kettenstrang für Drehmoment und Fahrgefühl sollte erhalten bleiben - mit <20Wh/km lief es dann auch einigermaßen flüssig und effizient.

Als Alpha-Tester haben sich Oli und René Kreher jeweils auf der QVC-Basis in schneller Heimwerkermanie nach eigenem "Geschmack" und Funktionsvorstellungen ihre Wohnmobil-Karossen zusammengezimmert... und das medial ausufernd festgehalten. Ich fand meinen Kastenwagen-Ansatz deutlich hübscher, hab sie aber selbst dazu überredet, eher auf die Kurzlieger-Achslastverteilung zu wechseln - mit Vor- und Nachteilen. Ihre Karossen-Entwürfe haben dann jedenfalls "DIY-Mitmach-Charme", worum es letztlich ja auch geht, weil es sowas in gewerblich-professionell nicht wirklich geben kann. Aber die Aero ist freilich "ausbaufähig" jetzt...

Der hauptberufliche Influencer René Kreher hat Bau und Reise auf Twitch gestreamt (mit bemerkenswerter Reichweite); aber die Youtube-Videos werden erst mit der Zeit freigeschalten (membership). D.h. öffentlicher YT-Stand sind derzeit noch die Bauarbeiten, während real die Testtour schon absolviert ist. Selbige ist dabei (spoiler) "erfolgreich gescheitert", d.h. Fahrer hier und Controller da haben am Alpenpass versagt, aber was für die Beta-Touren gelernt...


https://www.youtube.com/channel/UCSyXFp40Wboqe6HpuqkGQ1g

VG Steffen
Olli kommt auch mit seinem Wohnmobil mit all der elektrischen Unterstützung vernünftige Distanzen weit. Die meisten fahren mit den Wohnwagen Distanzen von 50 - max 120 km km trotz Solar und Motoren.
Da scheint das Konzept beim Wohnmobil etwas mehr aufzugehen. Auch wenn es mir persönlich nicht passt (Ich präferieren dusche und Toilette im Hotel oder Campingplatz) beobachte ich da interessiert diese Bauansätze.
 
250km Tagesetappen
300W Solarpanel als Dach
4x 1kwh Akku
Reichweite somit ~halbe Tagesetappe
Laden mit je 2000W (auch die Reku), d.h. nach 20min gehts weiter
Fahrdynamik ohne Abbremsnot
Schlafplatz ohne Aussteigen

Ja, die Dinger sind jetzt auf Streckemachen getrimmt. René will damit 1) die Alpen bezwingen (was noch kein FaWoWa geschafft hat), 2) ans Nordkap und 3) dann Kanada durchqueren - im RAAM-Style... Er muss natürlich Grenzen verschieben, für durchschnittliche Bequemlichkeit gibts keine Klicks.

Ich muss ihn noch zu ein paar Aero-Maßnahmen drängen, um die Effizienz und Reichweite zu steigern. Die Frankenstein-Lok ist jetzt eher so nen Kindertraum.

Die Resonanzen des Kettenstranges in geschlossenen Kabinen sind natürlich neu für bisherige FaWoWa-Fahrer (mit offenen Bikes/ Trikes davor) - analog zum Velomobil-Schock. Wobei relativ viel ggfs. wirklich von meinem 1/8"-Kettenschlauch kommt, der könnte zu hart und anregend sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurzes Update zur Fahrrad-Wohnmobil-Grenzerkundung

1. Letzten Monat hat Kreher mit seinem WoMo "alle" großen Alpenpässe bezwungen (inkl. Timmelsjoch usw.)
2. Aktuell ist er auf dem winterlichen Weg zum Nordkap über die Lofoten im Schneesturm-Bike-Camping
3. Dabei hat er (als Winterwildnis-Test) ein Anhänger mit Benzingenerator dahinter gehängt, womit er Hybrid fährt... Fossilfahrrad :D

Täglich aktuell gestreamt auf Twitch: www.twitch.tv/renekreher
1762709509220.png
 
Er könnte dann doch gleich direkt mit einem Verbrennermotor fahren.
Naja, wenn es schon aussieht wie ne Kinder-Lok, kann es auch nen dieselelektrischen Antriebsstrang kriegen :D

Wie das mit der Pedelec-Legalität bei Verbrennungsmotor aussieht, kann ich nicht sagen. Aber technisch wäre die Frage, wie man einen Verbrenner-Strang effektiv auf die Räder kriegt. Antriebswelle, Getriebe, dynamische Steuerung usw. in individuelle (geschlossene) Fahrräder zu bauen, wird schnell komplex bzw. unmöglich. Analog zur gemeinen Diesel-Lok kann man daher den (außenliegenden) Verbrenner auch konstant einen Generator antreiben lassen, der die Leistung besser dosiert und akkugepuffert auf die Elektromotoren verteilt. Das ist nicht per se ineffizienter als direkt den Antriebsstrang zu befeuern. Bei ihm ist es so, dass er im Fahren (bei Bedarf) den Generator anschaltet, der ~700W konstant ausgibt, d.h. nur die Differenz geht in/aus den Akku.

Rein ökologisch hat er halt das "1-Liter-Auto" in DIY-Freiheit gebaut... und macht gerade Winter-Abenteuer-Fernreisen (warum auch immer), die ohne Dreitonnenplusallinklusiveverbrenner bislang nicht möglich waren. Bzgl. Fossil-Hybrid-Elektro kann man argumentieren, a) warum es überhaupt Hybrid gibt, bzw. b) wie es im Vgl. zum Diesel ist, sein E-Auto v.a. im Winter mit fossil-anteiligem Netzstrom "(Sinn's "Kohlegrenzstrom") zu laden. In Norwegen freilich nicht der Fall, aber...

... er macht das auch als Kanada-Test, wo ihm der Benzinkanister 1000km Bewegungsradius gibt - statt 150km. Zzgl. ist zu bedenken, dass er qua Kabinenkälte/ Scheibenlüfter usw. auch noch Mehrverbrauch hat und die ganze Streamingtechnik (starlink usw.) sowieso ohne Ende frisst. D.h. nur ca. die Hälfte der 4kWh-Akkukapazität ist derzeit für den Vortrieb da.

Also: sicher kein Vorbild für den Fahrrad-Normalo, aber für den Grenzgänger doch "rational" und einigermaßen faszinierend, was mit einfachen Heimwerkermitteln an Abenteuer möglich ist.

1762795248788.png
Bestes Fahrrad-Wetter bei Tromsø
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, wenn es schon aussieht wie ne Kinder-Lok, kann es auch nen dieselelektrischen Antriebsstrang kriegen :D
Heeeerlich, "you made my day". Dürfen sie ihn jetzt auch "Lukas der Lokomotivführer" nennen?

Aber im Ernst, ich habe mir das auch in Ruhe angeschaut, was diese verdammten kleinen Generatoren für Wirkungsgrade haben. Die ziehen reichlich Benzin durch. Gewicht und Geld würde ich da eher in groooße Akkus stecken und eine kleine Dieselheizung einbauen. Für Kanada sicherlich sinnvoll, im dicht besiedelten Europa sehe ich das anders,
 
Zuletzt bearbeitet:
wenn er die 60-70% Abwärme der Wärmekraftmaschine zum Heizen und Kochen nutzt... und einen Katalysator nutzt... bleibts anticyclisch.
Auf so einem Ultraegotrip verbietet sich ganz sachlich die Frage nach der Steckdose am Wegesrand. Das wäre freiheitsberaubend. Bis zur nächsten Fossiltankstelle:unsure:
Gruß Krischan
 
Also er lädt die Akkus ja überall nach, wo es sich anbietet - d.h. fährt hybrid nicht voll fossil.

Aber jetzt sind die Temperaturen schon auf -15° gefallen und er braucht ~1kW Heizleistung in seiner kleinen Isobox. Ich hab jetzt keine Bilder, wie er es genau gelöst hat, die Generator-Abwärme abzuzapfen und in die Kabine zu leiten... aber es sollte klar sein, dass man soviel kälteresistente Batteriekapazität auf dem Fahrrad gar nicht mitnehmen kann, um unter solchen Umständen noch nen Bewegungsradius zu halten. Da muss man auf verdichtete Energieträger zurückgreifen und freut sich über die Ineffizienz der Dampfmaschinen.
 
Aber jetzt sind die Temperaturen schon auf -15° gefallen und er braucht ~1kW Heizleistung in seiner kleinen Isobox
Für diese Extremsituationen ist das auch eine gute Lösung. Idealerweise hat man einen kaum zu erhältlichen wassergekühlten Generator und leitet das Abgasrohr, natürlich doppelwandig ausgeführt, als "Schornstein" durch die Kabine. Als Daumenwert kann man allgemein annehmen: 1/3 mechanische Energie, 1/3 Kühlwasser, 1/3 Abgasenergie. Das ist bei diesen kleinen Motoren arg anders. Da ist der mechanische Anteil irgendwo um 20% und auch die mit dem Abgasstrom wegtransportierte Wärme ist tendenziell geringer, weil die Wärmeübertragung zum Motor wegen des hohen Oberfläche zu Volumenanteil hoch ist. Man braucht also die Kühlluft.

Die Gebläsekühlung direkt in den Innenraum zu leiten ist bei Defekten wie undichter Zylinderkopfdichtung oder Rissen im Zylinder oder Kopf problematisch. Käferfahrer kennen das noch, da war es immer der dritte Zylinder mit vorgeschaltetem Ölkühler, der thermische Probleme machte und Risse bekam. Dazu hat man immer diesen schönen Ölgeruch, weil ganz dicht sind die Motoren nie. Ein Wassertauscher wäre darum echter Luxus.

Ein Problem sehe ich darin, dass so ein Motor tendenziell häufiger ausfällt als eine Heizung. Bei den Temperatur ist drei Tage warten auf Hüülfe potentiell tödlich. Denn des Nachts wird das wirklich schweinekalt. Als an Sicherheit denkender Mensch hätte ich der Redundanz wegen immer noch eine Gas- oder Dieselheizung. Und dann ist das mit der Akkutemperatur auch kein Problem mehr. :)

Wenn ich an mich denke, werde ich bei solchen Temperaturen nicht fahren. Ich werde auch in Europa bleiben mit flächendeckend guter Stromversorgung. Wenn ich bewerte, dass kleine Benzingeneratoren, von Honda gibt es da etwas sinnvolles, auch ihre 10kg wiegen, dann nimmt man noch einen Benzínkanister mit und hat potenziell gefährliche Brandbeschleuniger in einer "Styrophorhütte", dann sind mir in meinen geplanten Szenarien mit angedachtem Fahrradwohnwagen 4kWh mehr Akku lieber. Die haben dann auch den weiteren Nutzwert, als Balkonkraftwerkspeicher genutzt werden zu können.

Insgesamt finde ich den Wirkungsgrad der kleinen Generatoren problematisch. Über den Daumen liegt man bei einem Liter Benzin pro Kilowattstunde. Für die Tundra in Kanada natürlich eine Lösung, weil man die Abwärme nutzen kann, aber nicht, wen ich z.B. eine Ostseeumrundung machen will.

Auf jeden Fall danke, das wir an diesem spannenden Experiment teilhaben dürfen. Die Videos sind wunderbar. Ich wünsche "Lukas dem Lokomotivführer" gute Fahrt, keine Unfälle und freue mich auf tolle Videos. Sowas sind echt noch Abenteurer!
 
Zuletzt bearbeitet:
Mal sehen, wann der erste Anbieter dieser Urbanen Schwerlasten“Räder“ auf die Idee kommt, einen Generator als Standard anzubieten. :)
Natürlich ist das ein Ansatz, wenn man viele Kilometer machen will und schwere Fracht transportiert. Ich weiß nicht, wie bei uns die rechtliche Situation ist. Ist das dann ein Verbrennungsmotor mit entsprechender gesetzlicher Regelung zu den Abgaswerten, oder ist es weiterhin ein mobiler Stromerzeuger, die nicht diesen Grenzwerten unterliegen? Solange das eine Handvoll Nutzer machen, ist das egal, fahren tausende davon herum, wird der Gesetzgeber Restriktionen finden.

Aber das gehört jetzt nicht in dieses Thema.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Problem sehe ich darin, dass so ein Motor tendenziell häufiger ausfällt als eine Heizung. Bei den Temperatur ist drei Tage warten auf Hüülfe potentiell tödlich. Denn des Nachts wird das wirklich schweinekalt.

Er bewegt sich zwar nicht in den dichtesten besiedelten Gebieten von Europa, aber wieso sollte er dort 3 Tage auf Hilfe warten müssen?
 
Zurück
Oben Unten