Faden zum Abschweifen

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Bei der Grabung? Wäre das dann nicht Geschichtsklitterung? :unsure:
Wieso? Es gibt doch immer wieder zufällige Sensationsfunde, die belegen, wie weit die frühen Kulturen schon waren und die den Entdeckern unsterblichen Ruhm einbringen.
Natürlich gibt es dann immer kläffende, kleinkrämerische Einwender und Bedenkenträger, die dergleichen anzweifeln, weil sie sich auf die wissenschaftliche Materialanalyse berufen, aber dieses Fußvolk sollte man doch souverän ignorieren... :ROFLMAO:
 
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Aber was kümmert mich die Realität, wenn ich doch weiß, dass ich recht habe? ;)
Hallo @Luise : Aber sowas von!
Wer hat hier im Forum noch einmal die Signatur: "Ich habe mir meine Meinung gebildet, also hör auf mich mit Fakten zu verwirren!" ;)
Den Piltdownmenschen kannte ich schon, die Würzburger Lügensteine hatte ich fast vergessen, aber schon gehört, auf die Befestigung bei Bernstorf bin ich durch eine liebe Freundin gekommen. Es gibt aber aus der Frühzeit der Paläontologie noch mehr solcher "Sensationsfunde". Wenn ich wüsste, wo ich das Buch finde, in dem ich das vor -x Jahren gelesen habe...
Für alle, die hier mitlesen und sich fragen, was hier abgeht: Ich denke, im Faden zum Abschweifen können auch mal 2 Menschen, die offensichtlich (Früh-)Geschichte (an-)studiert haben, Insiderwitze und -geschichten austauschen.
 
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@Troubadix : Du meinst mit "wissenschaftlicher Materialanalyse" hoffentlich nicht die Radiocarbonmethode - wofür DIE schon alles herhalten musste ist selbst mir als Laien suspekt......
Grüsse, duncan
Auch. Und ich weiß nicht, wie oft schon die anfangs für sicher gehaltenen Halbwertszeiten von Carbon C14 in Funden revidiert oder relativiert werden mussten.
Dabei habe ich mich vor allem mit dem Mittelalter auseinandergesetzt und die Vorgeschichte rückt mehr durch allgemeines Interesse und Diskussionen mit Bekannten / Freunden in den Sichtkreis.
Aber ich meine mehr die Metallurgie. Also moderne Legierungen, die in vermeintlich historischen Funden nachgewiesen wurden etc.
So ähnlich wie vermeintlich historische Dokumente, bei denen allerdings moderne Tinte verwendet wurde, was irgendwann auffiel. Fälschungen brauchen extrem gute Vorbereitung und genau diese Vorbereitungszeit nehmen sich viele, die den Sensationswert suchen, nicht.
 
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Hi @Troubadix ,

die Halbwertszeit-Abweichungen neuerer Messungen find ich garnicht sooo schlimm - wenn aber C14 für Zeiträume von 500.000 Jahren und mehr in "wissenschaftlichen" Veröffentlichungen verwendet werden, muss ich mich mit Grausen abwenden.

Metallurgie: Die Zusammensetzung keltischer Schwerter z.B. war teilweise schon ziemlich fortschrittlich, und wimre der römischen Klingenschmiedekunst ein wenig voraus - trotz des trickreich konstruierten Pilums ;-) Und dass europäisch-mittelalterliche Schwertstähle den Vergleich mit asiatischen der gleichen Zeit nicht zu scheuen brauchen,ist mir auch leidlich bekannt.
Bist du beruflich mit sowas beschäftigt? rein interessehalber ;-)

neugierige Grüsse, duncan

Nachschlag @Luise : Konstruktiv - oder manchmal eher kreativ?!? ;-)
 
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Hallo @duncan :
Ich habe im Rahmen meines nach den Zwischenprüfungen abgebrochenen Lehramtsstudiums in Geschichte und Germanistik ein paar Blicke in die Geschichte der Menschheit geworfen und mich bevorzugt vom Mittelalter faszinieren lassen.
Ich bin aber, da ich nicht erlebte, mir auf der Uni die Befähigung zum Flohzirkusdirektor zu erwerben (in den 80-er Jahren waren Lehramtsstudenten vor allem als Hörsaalfüller toleriert, aber die paar Wochenstunden Pädagogik waren zumindest in Marburg und Freiburg ein trauriger Witz) in ein ganz anderes (diesmal erfolgreich abgeschlossenes) Studium gewechselt und jetzt wiederum auf völlig anderen Gebieten, aber auch im Schulkontext tätig, wo witzigerweise das Erststudium immer wieder nützlich ist.
Mein Interesse am historischen und prähistorischen Werdegang der Menschheit ist weiterhin ungebrochen und ich habe größte Hochachtung vor allen, die sich als Lebensthema in oft staubtrockener, mühsamer Detailrecherche und -auswertung den damit verbundenen Disziplinen widmen.

Natürlich jetzt meine Gegenfrage: Welche Verbindung bestehen zum Thema Deinerseits?

Viele Grüße, Martin
 
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Hi @Troubadix ,

;-) du hast es so gewollt ;-)

Geschichte: Schon immer hobbymässig interessiert, die letzten Jahre intensiver beschäftigt mit der Zeit zwischen Ende der Römer und Anfang der Karolinger im alemannischen Raum - das war eine Zeit mit so viel Potential, endlich den Zentralismus los und kleinräumige Entwicklungsmöglichkeiten - bis Martell(n)
ps: Sagt dir Renate Liessem was? War mal meine Lehrerin ;-)

Metall: Neben der jahrelangen Arbeit als Zweiradmechaniker in Freiburger Fahrradläden auch mal "ausgerissen" - bei dem Waffenschmied in der Seelbacher Fallhammerschmiede über ein Jahr als Gehilfe, ebenso zwei, drei Jahre bei nem alten Maschinenbauer, der Legierungen am Funkenflug an der Schleifmaschine erkennen konnte - ein komplett Verrückter, der auch - sagen wir mal, kreativ mit dem Alter von Möbelbeschlägen umgegangen ist ;-)

Grüsse, duncan
 
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Hi @duncan ,

klar, mach: Bin ja in Vorlage gegangen.

Das heißt, dass Du Dich im weiteren Sinne mit der Zeit einschließlich der Völkerwanderungszeit zwischen dem Zerfall des römischen Reichs (und damit der letzten Reste der Antike) und dem Beginn des Mittelalters beschäftigst. War eine bewegte Zeit, vieles Althergebrachte verfiel oder fiel in einen Dornröschenschlaf, Landstriche wurden entvölkert, neue Kulturimpulse stiegen auf.
Dazu das (für mich teils zweifelhafte, vor allem was seinen Umgang mit den Resten der germanischen Religionen angeht) Wirken des Bonifatius und die Missionsaktivitäten der römisch-katholischen Kirche, die die sanftere Mission durch die iroschottischen Mönche (Columban) verdrängten.
Ich habe 1988 meine Zwischenprüfungsarbeit über die Gründung des Klosters Fulda anno 744 durch seinen Schüler Sturmius geschrieben. Ich denke, dass Europa viel Böses erspart gebleiben wäre, wenn das iroschottische Christentum hätte länger und stärker wirken können. Ich sehe nach wie vor - bei allem Positiven, das damit verbunden war - die Adaption des Christentums als römische Reichskirche sehr kritisch.
Kleine Anekdote: Ich hatte eine Kommilitonin, die mit heller Haut, roten Haaren und um die 1,78 m Größe Deutsch mit eindeutigem italienischem Akzent sprach. Als ich sie daraufhin ansprach, sagte sie, sie sei Sizilianerin und hin und wieder kämen auch anderthalb Jahrtausende nach der Völkerwanderung in ihrer Familie immer noch die dort genetisch eingesprengten Goten durch.

Renate Liessem kenne ich (vermutlich: leider) nicht. Wer war das?

Den Weg, vom Zweiradmechaniker zum Interesse an historischer Metallurgie ist richtig spannend, vor allem weil Du als direkt damit Befasster ganz andere Wahrnehmungsmöglichkeiten hast als ein Bücherwurm. Ich arbeite lieber mit Metall als mit Holz und weiß, was ich wissen muss, um damit meine Fahrräder am Laufen zu halten, aber dann hört es auch schon langsam auf.
"Kreativer Umgang mit dem Alter von Möbelbeschlägen": Gute Brücke zu den anderen erwähnten Geschichtsklitterungen! :D

Viele Grüße, Martin
 
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wenn aber C14 für Zeiträume von 500.000 Jahren und mehr in "wissenschaftlichen" Veröffentlichungen verwendet werden, muss ich mich mit Grausen abwenden.

Darf ich mich einmischen? Hab mal ein paar Semester Urgeschichte studiert, bei Joachim Hahn, nicht lange vor seinem Tod.
Ich habe da mal ein Referat gehalten zu radiometrischen Datierungsverfahren - ich bin ja Geologin und da sind dann eher Kalium-Argon, Rubidium-Stronitium oder Uran-Thorium die wichtigen Methoden. Deren Ungenauigkeit übertrifft den Beobachtungszeitraum der Urgeschichtler, und die Feststellung hatte einen Heiterkeitsausbruch zur Folge. Bei C14 habe ich dagegen den Eindruck, ich könnte die Aktenstapel auf meinem Schreibtisch recht gut datieren :) jedenfalls im unteren Drittel.

Inzwischen finde ich Montangeschichte interessanter, was natürlich an meinen häufigen Aufenthalten in Freiberg liegt, und daran dass mein Mann Mineraloge und Petrologe ist, der sich ebenfalls sehr für Lagerstättenkunde interessiert. Er ist also eher für die Genese und Mineralogie der Lagerstätte und ich - mittlerweile ja im Baumaschinenbau gelandet - für die Gewinnungstechnik "zuständig" und wir stöbern so im Erzgebirge, auf Elba, letztens in Kärnten/Steiermark herum, um alte Gruben, Halden und Hütten zu finden.
 
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Darf ich mich einmischen?
Ich hätte da auch noch einen! Phonolith - daraus sind die Vulkankegel der Hegauvulkane, die hier herumstehen und mit den auf ihnen stehenden Burgruinen zu Ausflügen locken. Der im verlinkten Wikipedia-Artikel erwähnte Hohentwiel ist der nächstgelegene und bietet eine wunderbare 18%-Steigung.
 
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Als Münsteraner kenne ich nur Strontianit. In diesem Zusammenhang: Kennt jemand außerhalb Westfalens den Ausdruck "strunz hier nicht so rum" i.S.v. "gib nicht so an"?

Gruß
Christoph
 
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Hallo,

als Biologe, der zwar Geschichte im Abi hatte, aber dessen Interesse sich dann doch im wesentlichen auf die globale Ausbreitung der verschiedenen Menschenformen und z.B, Paläogenetik bezieht, mische ich mich mal ein.

Du meinst mit "wissenschaftlicher Materialanalyse" hoffentlich nicht die Radiocarbonmethode -
Sehr gutes Thema. Möglicherweise stimmen einige Altersbestimmungen von Wandgemälden nicht, weil man die zum Zeichnen verwendet Holzkohle der C-14-Methode unterzogen hat. Die wurde aber möglicherweise nicht für die Malerei hergestellt, sondern lag dort von möglicherweise Jahrtausende zuvor abgebrannten Lagerfeuern noch herum.

Ich halte die Radiokarbonmethode für durchaus seriös, jedoch sollten grundsätzlich immer mindestens zwei deutlich verschiedene Datierungsmethoden zum Einsatz kommen, um eine valide Aussage treffen zu können.

Und ich weiß nicht, wie oft schon die anfangs für sicher gehaltenen Halbwertszeiten von Carbon C14 in Funden revidiert oder relativiert werden mussten.
Das Problem ist meines Wissens nicht die Halbwertszeit, denn diese ist meines Wissens konstant und richtig bestimmt. Das Problem ist, dass sich der C-14-Gehalt der Atmosphäre und damit der Pflanzen in Abhängigkeit von der Sonnenaktivität ändert. Aktuell hat man die Eichung etwas nachjustiert und z.B. herausgefunden, dass Neanderthaler und Sapiens nicht 5000 Jahre in der Levante neben- und miteinander lebten, sondern ungefähr ein Jahrtausend weniger.
 
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