Ersatzteile (Federringe) Getriebe für SRAM Dualdrive DD3?

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Hallo,

meine SRAM Dualdrive DD3-27 hat das grausame "Knacken" wie in anderen Beiträgen hier im Forum beschrieben wurde. Beim Zerlegen des Getriebes stellte sich heraus, dass alle Zahnräder und anderen Teile des (nach ca 6000km) noch in einwandfreiem Zustand sind - nur einer der "Federringe" war defekt und hat daher die Zähnchen nicht mehr zuverlässig nach außen gedrückt.

Es handelt sich um den ersten Federring auf der Innenseite wo das Ritzelpaket aufgesteckt wird. In der Zeichnung ist es das mit Nummer 17 bezeichnete Teil.

Ich weiß, dass SRAM leider keine einzelnen Ersatzteile für das Getriebe angeboten hat. Ist der Federring ein Standardteil, das auch woanders bestellt werden kann oder kann der Federring von von einer Werkstatt angefertigt werden?

Oder muss ich eine DD3 suchen, die zum Ausschlachten angeboten wird, wo dieser Ring noch in Ordnung ist?

Danke!
 

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Nummer 17 in der Zeichnung ist der Kassettenkörper. Welches Teil meinst du?
Am Kassettenkörper befindet sich eine Ringfeder, welche @edriver2 als Federring bezeichnet. Diese Ringfeder hält die 4 Sperrklinken in ihrer Führung. Eine solche Ringfeder befindet sich auch am Planetenreadträger (Teil 7) und hat dort die gleiche Funktion für die Sperrklinken an selbigem. Diese Ringfedern sind in der Abbildung nicht bzw. nur schlecht erkennbar.
Ich weiß, dass SRAM leider keine einzelnen Ersatzteile für das Getriebe angeboten hat.
Hier https://www.daszweirad.de/shop/gx2/...ies_id=0&keywords=sram+dualdrive&inc_subcat=1 gibt es noch ein paar ... .
Ist der Federring ein Standardteil, das auch woanders bestellt werden kann oder kann der Federring von von einer Werkstatt angefertigt werden?
Nein, aber ein öl- und säurefester Nullring in entsprechender Ausführung (Stärke & Durchmesser) erfüllt den selben Zweck und das sogar dauerhafter als die originalen Ringfedern - das habe ich schon selbst getestet.
Oder muss ich eine DD3 suchen, die zum Ausschlachten angeboten wird, wo dieser Ring noch in Ordnung ist?
Den Ring bekommst du nur mit dem Risiko des Schädigens des selbigen vom Freilaufkörper. Wenn, dann müsstest du den gesamten Freilaufkörper (incl. intakter Ringfeder) wechseln.

Mein Rat: Messe den Innendurchmesser sowie die Breite der Ringfedernut genau aus und bestelle entsprechende Nullringe (man sagt auch O-Ringe) in verschiedenen Varianten (zum Testen) hinsichtlich des Innendurchmessers selbiger. Dieser sollte auf jeden Fall kleiner sein als der Innendurchmesser der Ringfedernut am Freilaufkörper - meiner Erinnerung nach mindestens 3-4 mm kleiner - um die Sperrklinken aufgrund der O-Ring-Dehnung gut auf Spannung zu halten, weil die O-Ring-Stärke (Dicke) nur ca. 1 - 1,5 mm stark sein dürfte, also relativ wenig Spannungs-/Dehungspotential bietet. Solche O-Ringe kosten nur wenig Geld (s. Ebay) und sind in der Ringfedernut kaum irgendwelchen Belastungen ausgesetzt und würden dort also ewig halten, wenn sie der Schmierung standhalten - also daher gut auf die Materialwahl der O-Ringe achten. Und: Die Nabe muss gut in Schmierung gehalten werden, dann halten die original Ringfedern eigentlich ewig.

Nachtrag: Bei meiner DD habe ich am Planetenradträger mittels 2 (falls mal einer reißen sollte ...) O-Ringen die Klinken in Position gehalten, und das hat wunderbar funktioniert. Weil es diese O-Ringe nur als 100'er Pack gab, habe ich also etliche in Reserve behalten können für ca. 3,- €. Mit den O-Ringen bestückt war das Klackern der Klinken der DD auch sanfter/weicher/ruhiger/softer, nicht so metallisch laut - netter Nebeneffekt.
 
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@wali - vielen Dank für den Tipp mit den O-Ringen!

Habe nun eine kleine Auswahl an O-Ringen mit 1mm Schnurstärke bestellt.

Bei www.lelebeck.de (im www.mtb-news.de Forum gefunden) kann man recht günstig Kleinmengen bestellen. Habe als Material der O-Ringe "NBR" gewählt - ist öl- und säurebeständig und sollte für diesen Einsatzzweck passen.

Ein Problem mit mangelnder Schmierung, Schmutz oder Abnutzung der Nabe lag offensichtlich nicht vor. Nach Reinigung sehen die Teile wie neu aus - bis auf die kaputte Ringfeder :)

Werde weiter berichten.
 
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Google mal nach Wurmfeder. So heissen die Teile nämlich. ;)
Wurmfedern lassen sich zb auch aus alten Wellendichtringen recyclen (zb aus der Schrottkiste der nächsten Autowerkstatt). Da das eine Ende der Wurmfeder konisch ist, lässt sich eine Wurmfeder öffnen (Rechtsgewinde), auf die benötigte Länge kürzen und wieder zusammenschrauben.

Ein O-Ring wird eine Zeitlang funktionieren, aber da das Fett an den Klinken warscheinlich das Material angreift, wird der O-Ring auf Dauer nicht halten und reissen. Wenn es länger halten soll, würd ich den Klinkenmechanismus gründlich reinigen/entfetten und mit Silikonfett schmieren (das greift den O-Ring nicht an).
 
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Bei mir wars der Wurmring für den ersten Gang der auf einer Urlaubstour riss. Der Fahrradhändler hatte 2 Groessen Federringe von anderen Nabenschaltungen da.
Die kleinere von beiden hat gepasst.
Und hat bis heute zigtausende km gehalten.
 
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Nullringe gibt es in verschiedensten Materialausführungen - auch solche, denen Öle/Fette auf Dauer nichts ausmachen.
Das ist mir bewusst (ich montiere täglich O-Ringe). Aus dem Stand kann ich aber weder sagen, welches Material genau geeignet ist und "auf Dauer" ist ein sehr dehnbarer Begriff (weshalb bei einigen Hydraulik-Geräten die O-Ringe bei den jährlichen Serviceintervallen gewechselt werden).

Zudem sind O-Ringe von den Materialeigenschaften meist als Dichtringe und nicht als "Federringe" konzipiert. Zu dem chemischen Material-Belastungen kommen also noch mechanische Belastungen.
 
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Zu dem chemischen Material-Belastungen kommen also noch mechanische Belastungen.
Sicherlich, aber diese (mechnanischen) Belastungen halten sich bei der von mir beschriebenen Anwendung in Grenzen. Die Nullringe müssen so gewählt werden, das sie die Klinken gerade ausreichend auf Spannung halten- also nicht zu stramm und nicht locker. Daabei dehnt sich der Ring nicht viel und die Rissgefahr hält sich in Grenzen. Wenn dann auch noch die Materialwahl passt, hält das.
 
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Momentan habe ich zu wenig Zeit, um nachzuschauen (Umzugsstress). Aber die Infos findet man im Internet zur Genüge.
 
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Hallo, ich bin neu hier und von der gleichen Problematik betroffen. Selbe Nabe und gleiche Stelle der gerissenen Wurmfeder. Ich habe jetzt den Tipp mit dem O-Ring für mal umgesetzt. Ein 24x1,5 hat perfekt gepasst. Habe auch zwei Stück genommen. Wie lange die jetzt halten muss die Zeit zeigen. Die Nabe hat gerade mal 2400km runter bis der Schaden eintritt. Sollten die O Ringe nicht lange halten werde ich mal unser Lager der Instandhaltung für einen passenden Simmerring mit Wurmfeder durchsuchen lassen.
Ansonsten sieht die Nabe im Bestzustand aus. Auch neu fetten war nicht nötig.
 
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Hallo, hatte diese Woche das gleiche Problem mit der Wurmfeder. Beim letzten Einbau unvorsichtig mit dem Einfädeln der Sperrklinken und schon war die Wurmfeder ein zweigeteilter, gequetschter Wurm. Dank dieses Forums fiel mir auch gleich wieder 'Simmerring' ein und fand eine preiswerte Lösung, die ich nun meinerseits gern teile.
www.lelebeck.de :

Art.-Nr. 27003 Radial-Wellendichtring A NBR(ohne Schutzlippe)-mm 30,00x36,00x5,00 1,80€/Stck.
in Liste <https://www.lelebeck.de/7005.htm> zu finden
Art.-Nr. 7541 Radial-Wellendichtring A NBR(ohne Schutzlippe)-mm 32,00x40,00x7,00 2,00€/Stck.
in Liste <https://www.lelebeck.de/7034.htm> zu finden

Die Wurmfedern haben die passende Stärke und lassen sich ganz einfach aus dem Simmerring herausnehmen. Sie müssen aber u.U. noch in der Länge angepasst werden. Es funktionieren daher sicher auch andere Simmerringe mit ähnlichen Maßen.

meine DD3 (<12/2002)
kleinere, innere (heile) Wurmfeder: Stärke ~1,2mm Innendurchmesser ~24mm Rillenführungsdurchmesser ~25,5mm => delta-d =1,5mm
größere, linksseitige (defekte) Wurmfeder: Stärke ~1,2mm Innendurchmesser ????? Rillenführungsdurchmesser ~31,5mm

Somit wäre ein Innendurchmesser von ca. 30mm zielführend. Die Wurmfeder des Wellendichtrings 27003 hat ca. 31mm. Sie sitzt eigentlich recht gut. Ich habe mich aber entschieden, die Wurmfeder aus 7541 zu nehmen und mit einer Trennscheibe im Dremel (am nicht-konischen Ende!) auf <~30mm (zzgl. Konuslänge) zu kürzen.
Das konische Federende ist in das andere Ende eingeschraubt. Die Stelle ist etwas schwer zu erkennen. Wenn sie lokalisiert ist, beide Enden gegen den Uhrzeiger drehen, bis sich die Enden lösen. Beim Zudrehen nach dem Kürzen vorher beide Enden gegen den Uhrzeiger verwinden, damit sie sich nach dem Zusammendrehen nicht wieder von allein aufdrehen.
Viel Erfolg.
 
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