Die Kette umschlingt immer ungefähr 180° vom Kettenblatt. Das Kettenblatt ist 180° drehsymmetrisch. Der umschlungene und der nicht umschlungene Teil sind also nahezu identisch. Es liegt immer Kette auf ungefähr der Hälfte der Zähne. Wenn Zug- und Leertrum hinter dem Kettenblatt relativ spitz zueinander stehen, würde ich die Änderung grob auf bis zu ½Zahn schätzen*. Je paralleler sie verlaufen, desto mehr geht es gegen 0.
In der Höhe der Kettenlinie ist freilich Bewegung. Wie viel Leistung da verloren geht, ist wahrscheinlich abhängig von Faktoren wie der Länge des schwingenden Stücks, der Kettenspannung und Reibung bei Bewegung im Spanner, der Resonanz zwischen der Kurbelfrequenz und der schwingenden Länge, der Führung in Kettenrohren, die sich mitbewegen und dabei vielleicht biegen müssen. Ich würde es in der Regel im Bereich "marginal gains" (verschwindend geringe Vorteile) erwarten. Wenn man persönlich einen muskulären oder gefühlten Vorteil von den Kettenblättern hat, dürfte das einen Verlust durch Schwingen in den meisten Fällen mehr als ausgleichen.
Ich würde nicht ausschließen, dass ovale Kettenblätter und die Kotty-Kurbeln sich ergänzen können. Wenn man im Viergelenk den (persönlich) optimalen Bewegungsverlauf erzeugt, muss der Verlauf der Hebellänge und Bahngeschwindigkeit ja nicht auch (persönlich) optimal sein. Hier könnte man dann gegebenenfalls durch das Kettenblatt nacharbeiten.
Wenn mit konventionellen Kurbeln manchen Oval besser gefällt und manchen rund, warum sollte das hier nicht auch so sein?
*) Edit: Das kann man ja mit recht einfachem Dreisatz ausrechnen:
[Winkel zwischen den Trums hinter dem Kettenblatt] ÷ [Winkel ganzer Kreis] × [Anzahl Zähne ganzes Kettenblatt] × [Verhältnis größter Radius ÷ kleinster Radius]
Also bei 50 Zähne Kettenblatt braucht es bei 10% Ovalität** einen Winkel von 7,2°, damit sich die Umschlingung um 0,1Z ändert:
7,2°÷360°×50Z×10%=0,1Z
In Auslenkung des Kettenspanners rechne ich das jetzt nicht um.
**) Angenommen, das meinen die Hersteller mit der Angabe "10% Ovalität". Meinen sie das Verhältnis des größten Radius und des kleinsten Radius jeweils zum durchschnittlichen Radius, dann verdoppelt das das Ergebnis!