Schlamm und nasse Wiese kann ein Trike halt nicht.
Dann mal meine fast schon traditionelle Widerrede...
Ich bin im letzten Jahr um die Zeit so ziemlich alles probegefahren, was von Hase, HP, ICE und Azub an Baureihen angeboten wird, auch um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Bauart mir persönlich liegt und für mein Anforderungsprofil geeignet ist. Das lässt sich als "Radwandern" auf Wald- und Wirtschaftswegen, auch mal
quer über die Wiese, in einem Mittelgebirge (Basalt) beschreiben. Das bedeutet, dass ich alle Wege rauf, runter und durch fahre, die auch ein MTB-Fahrer fährt, solange sie breit genug sind, halt nur mit angepasster Geschwindigkeit, sozusagen MTB in Slow Motion.
20/20/20 und 20/20/26 habe ich als deutlich agiler empfunden, aber für mein Anforderungsprofil ungeeignet. Die Vorteile, die
@Marc beschreibt, würde ich alle so unterschreiben und für raues Gelände noch einmal unterstreichen und mit einem Ausrufezeichen versehen. Hinzu kommt noch die deutlich größere Reifenauswahl bei einem 26er, die
@j.p. anspricht.
Aus Gründen, ich war zum Kaufzeitpunkt einfach zu deutlich über dem zulässigen Gewicht für ein TyFly X, ist es dann ein Azub TRIcon GR geworden. Das fährt sich mit seinen 26/26/26 und ohne Vorderradfederung auch in schwierigem Gelände sehr gutmütig, eher wie G-Klasse, und hat bisher immer eine Handbreit Bodenfreiheit gehabt.
Nach einem längeren Gespräch mit einem semiprofessionellen MTB Fahrer und einer wirklich erfrischenden Diskussion mit einem Mitarbeiter von Maxxis Deutschland ist es dann gegen den Unglauben meines Händlers folgende Kombi geworden:
Vorderräder
Typ: Minion DHF
Breite: 2,5
Karkasse: Down Hill
Mischung: Super Tacky
Hinterräder
Typ: Minion DHR II
Breite: 2,4
Karkasse: Down Hill
Mischung: MaxxPro
(Soweit mir bekannt ist, verbaut Azub die Rahmenteile inzwischen "quer Beet" und die Hinterradschwinge ist bis 26, 3,0 freigegeben.)
Damit fahr ich durch Schlamm, Pfützen, kleinere Bäche, auf groben Schotter, Wiesen, und wenn es sein muss über kleinere Stämme, die quer über dem Weg liegen, schramme Basaltwacker und Wurzeln und rutsche in Rinnen, gerne auch bei Steigungen weit über 15%. Der Endgegner ist ein spezielles loses Schotter-Sand-Germisch zum Schutz vor Starkregen, das geht aber auch auf keinem Fahrrad, ob zwei oder drei Räder.
Dass die Stollenreifen durchdrehen, auf Schotter, liegt daran, dass die meisten Reifen mit zu harter Karkasse geliefert werden.
Sorry, dass die Reifen mit fester Karkasse und Seitenschutz keinen Grip mehr haben, liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass viele nicht den Mut aufbringen, die Teile mit 1,6 bar auf dem Hinterreifen zu fahren. Bis runter auf 1,4 bar auf dem Hinterreifen habe ich es getestet, da walgt nix und schlägt auch nix durch, 1,6 bar ist mein "Schlamm- und Schlechtwetterdruck", 2,0 bar für Schönwetter und trockne Wege, alles darüber wird es mir mit einem Lebendgewicht von 115 Kilo und ohne Federung am Forderrad zu holprig.
Wie auch immer...
Ich würde es für
mein Anforderungsprofil so wieder kaufen, im Hinblick auf die Räder mit einer Abweichung (insgesamt sind es derer drei)...
Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint und "geht auf die Felge" kein hinreichendes Kriterium. Nicht nur Azub dengelt als Hersteller ohne Widerworte einen 26, 2,5er Reifen auf eine zu schmale Felge, weil er ja "drauf geht" (außer bei Fat, eh klar). Das Verhältnis Felgenbreite / Reifenbreite ist aber eben nicht Wumpe, sondern hat ein spezifiziertes Optimum.