Erfahrung mit verformbaren Carbonplatten

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Kanton Solothurn
Es gibt ja Carbonplatten, die bei 170Grad verformbar sind (und auch nach dem Erkalten diese Form beibehalten). z.B.
Kann man damit nur entlang einer geraden Linie biegen oder ist das auch 'was für unebenen Untergrund (z.B. gröber gewellt)?
Wollte mir einen Befestigungswinkel biegen und die angegebenen Eigenschaften (wenn nachkorrigert werden muss: einfach noch 'mal auf 170Grad erwärmen und nachbiegen) hören sich sehr gut an. Ok, der Preis weniger...
Wie weit sind diese Platten bis ca. 100 Grad wärmefest (wenn der schwarze Befestigungswinkel (soll die Hülse für die Dämperaugen halten) in der Sonne steht.
Lassen sich "normale" Carbonplatten unter Temperatur ein klein bisserl (sagen wir 'mal 10-20 Grad) biegen oder reisst da gleich etwas?
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit ich weiß, ändert sich da das Gefüge des abgebunden Harzes, Ist ja kein Thermoplast, sondern ein Duroplast. Damit sich da was bewegt, müssen verbindungen zerstört werden. Das wird nur auf Kosten der Haltbarkeit gehen. vielleicht ist Carbon mit thermoplastischer Matrix+ eine Lage Carbon mit Epoxi dann besser? Oder halt ne schnelle Form bauen und laminieren
 
Soweit ich weiß, ändert sich da das Gefüge des abgebunden Harzes, Ist ja kein Thermoplast, sondern ein Duroplast.
Hier ist das anders: "StyLight ist der erste und einzige thermoplastische Verbundwerkstoff auf Basis einer styrolbasierten SAN-Matrix."

Das klingt erstmal interessant, bliebt die Frage, ob eine thermoplastische Matrix ausreichend Festigkeit bietet. Schaue ich mir mal an, kannt ich gar nicht. Was es nciht alles gibt. Das ist total spannend für unkomplexe Formteile. Wir gaben sowas früher gerne mit glasfaserverstärkten Thermoplasten genutzt. Da muss man keine teiren Spitzguisswerkzeuge kaufen, sondern nur tendenziell günstige Pressen. Das kann für Karosseriebeklankungen beim Velocar echt spannend sein.
 
Wir gaben sowas früher gerne mit glasfaserverstärkten Thermoplasten genutzt. Da muss man keine teuren Spitzgusswerkzeuge kaufen, sondern nur tendenziell günstige Pressen. Das kann für Karosseriebeklankungen beim Velocar echt spannend sein.
Wobei glasfaserverstärkte Thermoplaste schwer zu recyceln sind.

Daher bin ich eher für selbstverstärkende, thermoplastische Verbundwerkstoffe aus kompaktierten, gewebten Polymerfasern.
Ist pures PP, vollständig recycelbar ohne downcycling…
…und gibt’s auch als Wabenplatte.
(…kann gerne mal ein paar verschiedene Proben zur Ökomobilgruppe mitbringen ;-)
 
Soweit ich weiß, ändert sich da das Gefüge des abgebunden Harzes, Ist ja kein Thermoplast, sondern ein Duroplast.
Nein, siehe verlinktes Material :X3:
Wie weit sind diese Platten bis ca. 100 Grad wärmefest
Sagt Dir der verlinkte Hersteller, Zauberworte sind Dauergebrauchstemperatur und Vicat-Erweichungstemperatur.

Kann man damit nur entlang einer geraden Linie biegen oder ist das auch 'was für unebenen Untergrund (z.B. gröber gewellt)?
Sagt Dir der Hersteller, sobald Du mehrachsig verformen willst, musst Du beidseitig unterstützen, sonst delaminieren die Stellen, die unter Zugspannung geraten.

Gruß,

Tim
 
Ich ging ja von etwas Leseverständnis aus. Immerhin steht meine Antwort direkt unter der Frage des TO und die von mir gelieferte Erklärung doch expizit das Duroplast = Epoxi in diesem Zusammenhang erwähnt
 
daß Du schlecht kommuniziert hast. Hab Deine Richtigstellung später im Faden nicht gelesen gehabt.
easy, "schlecht" und "Richtigstellung" braucht's finde ich nicht unbedingt, ist halt ein typisches Sender-Empfängerproblem. Manchmal ist auch Nachfragen von Vorteil... Für mich war übrigens klar, worauf sich Janne bezieht. Aber eben: Kodierung und Dekodierung verläuft nicht für jeden gleich.
sobald Du mehrachsig verformen willst, musst Du beidseitig unterstützen, sonst delaminieren die Stellen, die unter Zugspannung geraten.
Danke, verstehe ich zwar nicht bzw. nur in Ansätzen, aber Deine Antwort zeigt mir, dass meine Vorstellung (erwärmen, d'rauf pressen und auch in die Vertiefungen drücken, fertig) nicht der Realität entspricht... und dass ich das besser durch jemand machen lasse, der's checkt.
 
Liebe Leute, geht's auch freundlicher?
Mein Satz war nicht unfreundlich gemeint, sorry wenn das so rüberkam. Ich meinte wirklich, daß eine Korrektur im Faden besser wäre, weil die Richtigstellung bei mir unterging.

verstehe ich zwar nicht bzw. nur in Ansätzen
Eine Eigenschaft von dünnen Platten ist, daß sie sich nicht in zwei Achsen biegen lassen - deswegen kann man Pizzastücke an der Kruste gefasst essen, indem man sie längs biegt/knickt und dann hochhebt.

aber Deine Antwort zeigt mir, dass meine Vorstellung (erwärmen, d'rauf pressen und auch in die Vertiefungen drücken, fertig) nicht der Realität entspricht...
genau, dafür müssen die Lagen aneinander vorbeigleiten. Wobei ein Pressen in Vertiefungen ja zwei Formhälften impliziert. Wichtig ist zu wissen, daß das flächig erfolgen muss.

Gruß,

Tim
 
BMW setzt auf das material, so scheint es hier; https://www.haythink.com/bmw-select...native-material-for-carbon-fiber-shift-lever/ Ich finde noch nicht mal ein webshop der das Material anbietet.

Ein Carbon Epoxid matrix der bereitsausgehartet ist, lasst sich nicht mehr so extrem biegen. Besser ist um es gleich in die richtige Form zu laminieren. Die Bruchdehnung von diesem hochwertigen Harz liegt z.b. bei 4,5% https://www.swiss-composite.ch/pdf/t-Epoxy-L-Haerter-GL2.pdf
Es gibt auch besonders dehnungsfreundliches, flexibeles Epoxid was man z.b. fur nen unterspoiler fur ein Auto nutzen kann, damit bleibt aber das Endmaterial einfach viel weicher, Gummiartiger. Fur dein Einsatzzweck nicht optimal.

Wenn du selber Carbon gewebe mit Epoxid tränkst und uber ein ganz einfache Form legst wird das wahrscheinlich besser, als den Umweg uber zweckendfremdung von Materialien die dafur nicht gedacht sind. Mit sorgfaltig arbeiten geht das. Mit etwas extra, extra lagen, extra gross dimensioniert baut man einfach eine Sicherheitsmarge ein. Ein Metalhulse einlaminieren gegen verformen geht auch.
 
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