Engpass in Fahrradwerkstätten (Fahrradzukunft Ausgabe 43)

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Dresden
Da im Artikel die Frage aufgeworfen wird wie man aus der Situation zu geringer Kapazität an Werkstätten wieder raus kommt will ich auch mal meinen Senf dazu geben. Insbesondere bezugnehmend auf die Äußerung von Max "Die Defekte sollten erst gar nicht auftreten".

Der häufigste Defekt am Fahrrad sind auch heute noch mit ca. 70% Reifenpannen. Warum ist das so? Ich fahre seit 2017 für die Mobilitätsgarantie der Roland-Versicherung (ADFC, Jobrad, VSF uwm). Meiner Erfahrung nach ist die Häufigkeit von Reifenpannen hier in einer Kombination verschiedener Faktoren begründet.
1. In der Großstadt in der ich wohne nehme ich in den letzten Jahren eine starke Zunahme assozialer Verhaltsweisen bestimmter Bevölkerungsteile im öffentlichen Raum wahr. Auf manchen Teilen des Elberadweges kann man bei guten Witterungsbedingungen davon ausgehen morgens jede Menge zerschmissene Glasflaschen vorzufinden. Das ist jeweils Samstag, Sonntag und der Morgen nach Feiertagen.
2. Unsere Stadtverwaltung ist weder bereit etwas gegen die Verursacher zu unternehmen noch dazu die Scherben rechtzeitig wegkehren zu lassen.
3. Fahrrad-Hersteller statten ihre Modelle häufig mit völlig uneigneten Reifen aus. Der typische Fall sind Pedelecs mit breiten Reifen die nur 2mm Gummi zwischen Schlauch und Lauffläche haben. Hier haben Scherben leichtes Spiel. Es gibt schon eine ganze Weile Reifen mit denen man sich 95% aller durch Fremdkörper verursachten Schäden vom Hals halten kann. Die laufen vielleicht etwas schwerer, aber bei Rädern mit Motor ist das vollkommen wumpe.
4. Der Rest der Reifenpannen sind auf Schlamperei bei der Montage (Ventileinsatz locker, Schlauch mit Schlaufe eingelegt, Herstellungsfehler) oder Fahren mit zuwenig Druck zurückzuführen.

Was die ansprochenen Probleme mit Pedelecs angeht sollte man sich als Kunde vor dem Kauf einmal informieren welche Antriebssysteme in der Praxis zuverlässig laufen. Es gibt von Wertgarantie eine Kundenbefragung mit der Bezeichnung "E-Bike-Reparatur-Studie 2021" wo man sehen kann was funktioniert und was nicht.
 

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Wenn ich sehe WIE die allermeisten Normalos auf dem Fahrrad unterwegs sind, sind die Reifenpannen eher weniger Glasbedingt, alsdas mit 0,7bar im Reifen so lange auf der Felge gefahren wird, bis es zum Snakebite kommt. Oder der Reifen noch original ab Werk drauf ist. Nur das das Stahldamenrad von Diamant älter ist als ich.
Ich habe auf etwa 120000km mit dem Rad weniger Pannen an Reifen als ich Finger an einer Hand habe. Und ich fahre nur die unzuverlässigen Rennpellen mit weniger als 2mm Gummi...
 
Hängt sicherlich auch davon ab wo man so unterwegs ist. Mein Rekord von vor 20 Jahren fahren 4 Pannen an einem Tag. War ein Semislick-Reifen von Conti der wenig Schutz mitbrachte.
 
Heisst das für Dich, mindestens Marathon Schutz (o.ä. von der Konkurrenz)?
es gibt ja diverse Reifen, die nur 1mm Gummischicht haben, dafür aber kombiniert mit "schnittfesten" Fasern.
Ich meine das kommt drauf an wo man unterwegs ist. Am Stadtrad habe ich Schwalbe Marathon GreenGuard und das reicht aus um fast alles abzufangen. An meinem Rad für längere Strecken sind Reifen mit weniger Pannenschutz montiert. Da ist mir wichtiger, daß es leicht rollt. Ich bin aber auch in der Lage einen Panne selber zu beheben, was die meisten anderen nicht versuchen würden.
 
Ich vermute mal die jahrliche kontrolle vom E bike ist auch so eins der sachen der an Engpasse beitragt, und das Leute ganz massenhaft wenn der Sonne im Fruhling raus kommt das Rad wieder finden. Und die schöne intern verlegte Kabelfuhrung die Sachen wie ein Lenklager wartung von eine Viertelstunde in ein 4 stunden job verändert hatt. Und das immer weniger Leute selber schrauben. Wird ja alles wartungsfreundlicher.
 
mit völlig uneigneten Reifen aus.

Naja, Pannenschutz ist nicht alles. ich fahre z.B. gerne hauchdünne Faltreifen (also welche ohne Draht am Wulst), Marke "F-Lite", weil ich die mit meinen kleinen Patschehändchen besser von der Felge kriege als stocksteife Pannenschutzreifen. Außerdem federn die schön und riechen lecker nach Nitrilbutyl.

Dann darf die Panne ruhig kommen, das Aufkleben des Flickens dauert nur Minuten.
 
Wenn ich sehe WIE die allermeisten Normalos auf dem Fahrrad unterwegs sind, sind die Reifenpannen eher weniger Glasbedingt, alsdas mit 0,7bar im Reifen so lange auf der Felge gefahren wird, bis es zum Snakebite kommt. Oder der Reifen noch original ab Werk drauf ist. Nur das das Stahldamenrad von Diamant älter ist als ich.
Ich habe auf etwa 120000km mit dem Rad weniger Pannen an Reifen als ich Finger an einer Hand habe. Und ich fahre nur die unzuverlässigen Rennpellen mit weniger als 2mm Gummi...

Du bist aber auch gar nicht Zielgruppe. Der Rest steht doch oben schon.
 
Naja, Pannenschutz ist nicht alles. ich fahre z.B. gerne hauchdünne Faltreifen (also welche ohne Draht am Wulst), Marke "F-Lite", weil ich die mit meinen kleinen Patschehändchen besser von der Felge kriege als stocksteife Pannenschutzreifen. Außerdem federn die schön und riechen lecker nach Nitrilbutyl.
Dann darf die Panne ruhig kommen, das Aufkleben des Flickens dauert nur Minuten.
Es ging im Artikel ja um Radfahrer die Reifenpannen nicht selber reparieren können und sich Hilfe in einem Fahrradgeschäft holen müssen. Und für die ist der Pannenschutz dann schon das wichtigste Kriterium bei der Reifenwahl.
Pannenschutzreifen bekommt man übrigens in manchen Größen auch als Faltversion.
 
Ein weiterer Grund könnte sein: Vor ca. 30 Jahren hatten wir hier in meiner Ortschaft fünf Velomechs, heute sind es gerade noch zwei. Der eine ist selbst während den Öffnungszeiten gefühlt mehr weg als da und der andere verkauft gerüchteweise lieber als zu reparieren.

Griessli
Tipsi
 
Und dann gibt es mehr Leute die so eine einfache Reifenpanne nicht beheben können. Löst beides das Problem nicht. Pannenschutzreifen sind da sicher eher zielführend. Ein Workshop à la "Wie repariere ich eine Reifenpanne" könnten auch hilfreich sein. Aber so lange man eine Mobilitätsgarantie hat, warum sollte man da einen Workshop besuchen?
Mit Mobilitätsgarantie, warum sollte man da einen Pannenschutzreifen kaufen und nicht den billigsten?
Ok, man könnte die Wartezeit sparen.
 
Mit Mobilitätsgarantie, warum sollte man da einen Pannenschutzreifen kaufen und nicht den billigsten?
Ok, man könnte die Wartezeit sparen.
Die kaufen ja nicht gezielt den billigsten Reifen sondern das was halt mit dem Rad beim Kauf kommt. Es gibt Leute die pendeln jeden Tag 20-30 km und die können gerade im Winter gut darauf verzichten irgendwo auf der Strecke liegen zu bleiben und 1 Stunde auf Hilfe zu warten.
 
Mich erstaunt nur, dass die nicht von selbst auf die Idee kommen.
Dann fahre mal durch Köln und finde eine Strecke ohne Glas. Am besten noch zu Karneval, November bis Februar oder im Sommer,wenn alle draußen sind. Oder eigentlich permanent?
Was du schreibst ist klassisches Victimblaming. Selbst Schuld.
Kann,muss man aber nicht machen.
Und dann gibt es mehr Leute die so eine einfache Reifenpanne nicht beheben können.
Komisch, warum höre ich so Sätze nicht ,wenn es darum geht einfach mal die Sommerreifen zu den Winterreifen beim Auto zu wechseln?Sind auch nur ein paar Schrauben, die mal hier ,mal da hin in die andere Richtung gedreht werden müssen.
Wagenheber und der passende Schraubenschlüssel ist immer mit dabei. Wo ist das Problem?
Überzeut mich nicht in der Argumentation.
 
Keine Ahnung wie es in Köln ist. Zum Glück ist nicht überall Köln. Ich nehme einfach die Straße, die ist in aller Regel glasfrei. Wünschen tue ich mir zwar eine garantiert glasfreie Fahrbahn, nur hat das mit dem Wünschen bisher das Problem nicht gelöst.
Die passende Decke aufziehen, die zu den gegebenen Umständen möglichst passt, wäre für mich der nächste Schritt nach der Mangelmeldung an die Stadtverwaltung und Beseitigung der Panne. (Beim Auto nehme ich ggf. auch Winterreifen, wenn es die Umstände erfordern, wenn Du das schon gerade erwähnst). Rumstehen und warten bis Hilfe kommt, ist für mich beim Pendeln keine Option. Mobilitätsversicherung hin oder her. Ich will schnellstmöglich ankommen.
Und bei Sommer- und Winterreifen kannst Du das auch gerne von mir hören. Wer im Winter ohne angemessene Bereifung liegen bleibt, ist selbst dran schuld.
Und das sehe ich bei zu erwartendem anderem Unbill genauso. Klar, wäre es schöner wenn da erst gar kein Glas wäre. Kann ich das irgendwie sicherstellen? Nach meiner Erfahrung in absehbarer Zeit hierzulande eher nicht (in Singapur mag das anders sein), somit hier eher keine Lösung. Und so lange das so ist, scheint mir eine angemessene Decke das Problem eher zu lösen. Wenn das dann klassisches Victimblaming ist, ok, aber es löst das Problem. Bin für andere zielführende Vorschläge gerne offen.
 
Interessant ist, das Reifenpannen im lesenswerten Artikel Fahrradzukunft 43 gar nicht auftauchen… aber ein ganzer Strauß aus Gründen aufgeführt wird, u.A komplexere Technik, Pedelec Boom, Full Service Leasing Angebote und auch die Komkurenz billigem ÖPNV (interessanter Gedanke)

Es wird aber auch hingewiesen, wie man ein selbst zu wartendes Rad konfigurieren könnte…
 
Bei das Firmen E bike gab es ein Problem. Das Hinterrad lief an. Meine diagnose, die schön unter das Schutzblech versteckte Gepackträgerbefestigungsstrebe war nicht mehr fest. (Bolzen-Mutter lösen, Strebe hoch drucken, Bolzen-Mutter fest drehen) Also ich damit zum shop, ist ja nicht mein Rad. Aha, Ok, tja. können wir nachste woche machen. Und dann auch gleich die Jähliche kontrolle? Nein geht nicht, wir sind bis September ausgebucht ( es war juli).

Beide malen alle Stationen vollbesetzt mit E bikes.

Vermute die uberlastung ist nur 6 monate pro jahr da. Und dann auch heftig, weil den Umsatz fur 12 monate in 6 gemacht werden muss. Saisonarbeit. Die Wartezeit fur einfache Reparaturen lauft in's lacherliche. Ich wurde verruckt werden, wenn mir zwei monate der Sommersaison das Rad fehlen wurde, weil eine 20 minuten dauernde Reparatur nicht eher ausgefuhrt werden kann, weil halt alle geliechzeitig kommen. Eins der grunde weshalb ich kein E bike fahre, und weswegen ich meine Fahrradreparaturen und wartung selber machen kann, und wenn ich es nicht kann, dann lern ich es halt, wenn ich auf die Reparatur monate warten musste. Dann ist die Chance da, das ich es selber schneller schaffe.
 
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